haSchulchan aruch:
Der gedeckte Tisch
Als Schulchan Aruch (hebräisch »gedeckter Tisch»), bezeichnet man ein von
Josef Karo (Toledo-Zfath) verfaßtes halachisches Handbuch. Eingeteilt ist
das Werk nach dem vierteiligen Prinzip der »Arba Turim« des
J'akowk Ben Ascher:
- a) »Orakh cHajim« (Alltag,
Sabbat, Feiertage)
- b) »Jore Dea« (Ritualgesetz)
- c) »Ewen haEser« (Eherecht,
Scheidung)
- d) »Choschen haMischpath«
(Zivil- und Strafrecht)
In knappem, einfachem und
prägnantem Stil listet der Schulchan Aruch die im sephardischen
(spanischen) Ritus gängige Halakhah
auf, wobei er auf Begründungen u. Quellenangaben verzichtet. Die
Entscheidungen orientieren sich die an Jizhak Alfassi, Mosheh Ben Maimon
und Ascher Ben Jechiel.
Umstritten war der Schulchan Aruch
zunächst vor allem wegen der Nichtberücksichtigung aschkenasischer
('mitteleuropäisches' Judentum) Bräuche. Diese wurden von Moses Isserles
in seinem »Mapah» (»Tischdecke«) genannten Kommentar hinzugefügt. In
dieser Kombination von »Tisch» u. »Decke« ist der Schulchan Aruch bis
heute der maßgebende halachische Kodex.
Abgelehnt wurde der Schulchan Aruch
auch von Gegnern jeder Kodifikation (z.B. v. Luria u. Mordechaj Jaffe).
Damit ist zugleich eine bis heute bestehende Schwierigkeit benannt: der
Konflikt zwischen einer anscheinend im Schulchan Aruch zum Abschluß
gekommenen halachischen Entwicklung und einer notwendigen permanenten
Erneuerung der Halakhah im Rückgriff auf die Quellen (dh. auf die
schriftliche und mündliche Lehre), auf die Responsen und sonstige
halachische Literatur.
Die wichtigsten Kommentare zum
Schulchan Aruch stammen aus dem 16. - 17. Jahrhundert (allg.
Zeitrechnung). Es sind dies »Ture Sahaw« (TaS) von David haLevi zum
ganzen Schulchan Aruch, »Sifte Kohen« (SchaCh) von Shabtaj haKohen zum
II. und III. Teil, »Magen Abraham« von Abraham Gombiner zum I. und
»Sefer Meirat Enajim« (SeMA) von Josua Falk zum IV. Teil.
(nach H.-M. Döpp, aus
Neues Lexikon des Judentums, Hsg. J.H. Schoeps)
- Der gedeckte Tisch:
haSchulchan arukh!
Der Tisch ist gedeckt, nehmen Sie also Platz. Jeder
Tag wird reicher und heller, durch ein Stück Torah, den sie ist unser
Leben und die Länge unserer Tage...
- Kizur Schulchan Arukh:
Ein Weg
zu den Quellen der Lehre
Der Kizzur Schulchan Aruch ist ein
Handbuch zur Halakhah. Verfasst wurde
es durch den ungarischen Rabbiner Shlomoh Ganzfried (1804-1886)...
Weiterführende Quellen und
Literaturempfehlungen:
  
- Razithi lishol otkhah, Prof.
Leibowiz...
Briefe an und von
Jeshajahu Leibowitz, Keter Publishing, Jerusalem 1999, ISBN
969-07-0807-3, 89.90 NIS*
- Menuchah nekhonah
haRaw cHajim Biberfeld
Kizur Halakhoth Shabath, Reuwen Mas Publ. / TShL'cH - Jerusalem
   
  

 
dg / haGalil onLine 17-01-2000
Die hier ausgeführte Betrachtungsweise erhebt keinen Anspruch auf allgemeine
oder gar ausschliessliche Gültigkeit. Eine umfassende und allen Aspekten der
Thematik gerecht werdende Erörterung ist hier weder möglich, noch wurde sie
versucht. Dies alles mag selbstverständlich sein, in Anbetracht der
feindseligen Atmosphäre in einigen Diskussionsgruppen ist es trotzdem
erwähnenswert.
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