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Koscher leben...
 
 

[Originalansicht Daf 2b]

Der Heilige, gepriesen sei er, wird aber zu ihnen sprechen: Tretet nicht durch einander vor mir ein, vielmehr trete jede Nation und ihre Gelehrten gesondert ein, denn es heißt: "und es scharen sich zusammen die Nationen", und unter 'Nation' ist ein [gesonderter] Volksstamm zu verstehen, denn es heißt: "und ein Stamm wird dem anderen überlegen sein".
Gibt es denn für den Heiligen, gepriesen sei er, ein Durcheinander!?
Nein, es geht vielmehr darum, dass sie nicht selber in ein Durcheinander geraten, und damit sie alles verstehen, was er zu ihnen sprechen wird.

Im folgenden gebe ich eine etwas gekürzte Übersetzung von Jakob Fromer aus dem Jahre 1924 wieder. Die Übersetzung bezieht sich unter der Überschrift "ABRECHNUNG MIT DEN HEIDEN" auf die Gmarah zu Awodah sarah 2a/b bis 3a/b.

Am jüngsten Tage wird Gott die Torarolle in seinen Schoß legen und sagen: 'Wer sich mit ihr befasst hat, der mag kommen und seinen Lohn empfangen'. In ungeordneten Haufen werden alle Völker der Erde herbeistürzen. Gott aber wird ihnen befehlen, sich in Reihe und Glied zu stellen und nacheinander ihre Wortführer vorzuschicken.

Zuerst werden die Römer vortreten, von denen Daniel gesagt hat: 'Das vierte Tier wird das vierte Reich auf Erden sein, welches ganz anders sein wird als alle Reiche. Es wird alle Lande fressen, zertreten und zermalmen'. 'Womit habt ihr euch beschäftigt?' wird sie Gott fragen. 'Wir haben', werden sie antworten, 'viele Straßen gebaut, viele Bäder errichtet, viel Gold und Silber angehäuft, und das alles haben wir nur Israels wegen getan, damit es sich mit der Tora befassen kann'.
Gott aber wird ihnen entgegnen: 'Das alles habt ihr nur euretwegen getan. Ihr habt Straßen gebaut, damit die Dirnen darin lustwandeln können. Ihr habt Bäder errichtet, um euch darin zu pflegen. Euer Gold und Silber gehört mir'.

Hierauf werden die Perser vortreten, die Daniel mit einem Bären verglich, weil sie Fleisch ansetzen, ihr Haar wachsen lassen und keine Ruhe haben wie der Bär. Gott wird an sie die gleiche Frage richten und sie werden antworten: 'Wir haben viele Brücken erbaut, viele Städte erobert, viele Kriege geführt, und das alles taten wir nur Israels wegen, damit es sich mit der Tora beschäftigen kann'.
Auch sie wird Gott der Lüge zeihen: 'Ihr habt Brücken gebaut, um Brückengeld zu erheben, ihr habt Städte erobert, um aus ihnen die Mittel für den Krieg zu ziehen. Krieg aber führe ich allein'.

In der Ausgabe von Lazarus Goldschmidt lesen wir in Band IX, p.434ff, sehr viel ausführlicher: "Nachdem die Römer mit betrübtem Gemüt hinausgehen...

So werden nacheinander alle Völker einen Anspruch auf eine Belohnung erheben und von Gott abgewiesen werden. Klagend werden sie ausrufen: 'Herr der Welt! Hast du uns denn die Torah gegeben und wir haben sie nicht angenommen?'
'Wohl habe ich es getan. Ich habe sie euch, bevor ich sie Israel gab, angeboten. Ihr aber habet sie verschmäht'. 'Wenn wir sie nicht angenommen haben, dann waren wir auch nicht verpflichtet, uns mit ihr zu befassen'. 'Eben deshalb klage ich euch an, dass ihr euch dieser vornehmsten aller Pflichten nicht unterzogen habet'. 'Das hätten wir auch getan, wenn du, wie du es mit Israel tatest, uns die Torah aufgezwungen hättest. Als die Israeliten am Berge Sinai sie anzunehmen zauderten, da stülptest du ihnen den Berg wie einen Kessel über den Kopf und sagtest: 'Wenn ihr sie nicht annehmet, dann soll hier euer Grab sein'. 'Wenn ich euch die Tora nicht aufgezwungen habe, dann habe ich doch den Kindern Noahs, von denen ihr alle abstammet, als sie die Arche verließen, sieben Gebote eingeschärft, deren vornehmstes ist: 'Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll vergossen werden. Denn im Ebenbilde Gottes ist der Mensch geschaffen worden'. Ihr aber habt die Welt im Menschenblut ertränkt'.

Hier endet Blatt 2b
...und Blatt 3a/b fährt fort...

Awodah sarah 2b

In der Übersetzung nach Goldschmitt lesen wir im Band IX, p.434ff:
Nachdem die Römer mit betrübtem Gemüt hinausgehen, treten die Perser ein:

— "Wozu wird nun das persische Reich eintreten, wenn es sehen wird, dass das römische Reich nichts ausrichtet? — Es wird sagen: Jene haben den Tempel zerstört, wir aber haben ihn erbaut".
Ebenso wird es auch allen anderen Nationen ergehen:
— "Wozu werden sie nun eintreten, wenn sie sehen werden, daß die ersten nichts ausrichten? — Sie werden sagen: jene haben die Jisraeliten geknechtet, wir aber haben sie nicht geknechtet.

...Alsdann werden sie zu ihm sprechen: Herr der Welt, hast du sie (die Torah) uns etwa gegeben und wir die Annahme verweigert!?

— Wieso werden sie dies sagen können, es heißt ja - er sprach: "Der Herr kam von Sinaj her und glänzte ihnen auf von Seir"; ferner heißt es: "G'tt kommt von Teman her".

— Was wollte er in Seir und was wollte er in Paran?
Rabbi Johanan erklärte, dies lehre, dass der Heilige, gepriesen sei er, sie
(die Torah) zu jeder Nation und zu jedem Sprachstamme herumführte, und diese sie nicht annehmen wollten, bis er zu Jisrael kam und es sie annahm.
— Vielmehr, sie werden wie folgt sagen: haben wir sie etwa angenommen und nicht gehalten!? — Das ist ja eben ihr Unglück: weshalb habt ihr sie nicht angenommen!? — Vielmehr, sie werden vor ihm wie folgt sprechen: "Herr der Welt, hast du etwa über uns den Berg wie einen Kübel gestülpt und wir sie nicht angenommen, wie du es mit Jisrael gemacht hast!?" Es heißt nämlich "und sie stellten sich unter dem Berge auf", und hierzu sagte R. Dimi Ben Hama, dies lehre, dass der Heilige, gepriesen sei er, über Jisrael den Berg wie einen Kübel stülpte und zu ihnen sprach: "Nehmet ihr die Tora an, so ist es recht, wenn aber nicht, so ist hier euer Grab".

Hierauf wird der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen sprechen: Das Frühere wird es uns zeigen, denn es heißt "und uns das Frühere vernehmen lassen".
Habt ihr denn die sieben Gebote, die ihr auf euch genommen habt, gehaltenl? — Woher, dass sie sie nicht gehalten haben?
— R. Joseph lehrte Er trat auf und die Erde wankte, Er sah und löste die Völker; was sah Er? Er sah, dass die Noahiden die sieben Gebote, die sie auf sich genommen hatten, nicht hielten, und da sie sie nicht hielten, stand er auf und befreite sie davon.
— Dies wäre ja für sie ein Gewinn, denn es ergäbe sich daraus, dass der Sünder Gewinn erlangt!?
Aber Mar, der Sohn Rabinas, erwiderte: "Dies besagt, daß sie, auch wenn sie sie halten, dafür keine Belohnung erhalten".

Ende Blatt 2b

Zitierte Stellen:
Gen. 25,23.
Dan. 7,23. 11.
Hag. 2,8.
Dt. 4,44. 16.
Dan. 7,5. 16.
Ex. 15,3. 17.
Jer. 43,9. 18.
Dt. 33,2.

Raschis Kommentar
zu 'Awodah sarah 2b

Die Tosafoth
Anmerkungen / Erläuterungen zu 'Awodah sarah 2b


>> Blatt 3a/b fährt fort...

haGalil onLine 14-03-2003



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