ERSTER ABSCHNITT "AWODAH
SARAH"
Am 15.03.2003, das ist im hebräischen Kalender der 11. Adar b des Jahres
5763, beginnt das Studium mit der ersten Seite des 2. Blattes.
Im Zentrum des Blattes 2a (siehe Orig.)
finden wir folgende Mischnah (an die sich danach die dazugehörende Gmarah
anschließt):

DIE MISCHNAH:
DREI TAGE VOR DEN FESTTAGEN DER STERNENDIENER (GÖTZENDIENER) IST ES
VERBOTEN, MIT IHNEN HANDEL ZU TREIBEN, IHNEN ETWAS ZU LEIHEN ODER VON IHNEN
ZU LEIHEN, IHNEN ZU BORGEN ODER VON IHNEN ZU BORGEN, AN SIE ZU ZAHLEN ODER
VON IHNEN EINE ZAHLUNG ZU NEHMEN.
RABBI JEHUDAH VERTRAT DIE ANSICHT, MAN DÜRFE VON IHNEN ZAHLUNG NEHMEN, WEIL
DIES IHM
(1) LEID TUE
(2). MAN ENTGEGNETE IHM, AUCH
WENN ES IHM JETZT VIELLEICHT LEID TUT, KURZ DANACH WIRD ES IHN DOCH FREUEN
(da er sich von einer Schuld entledigen konnte).
Anmerkung:
1. Den zahlenden Götzendiener. 2. Die oben angeführten Handlungen sind
deshalb verboten, weil der Götzendiener beim Abschluss eines Geschäftes eine
Befriedigung empfindet und am Feste den Götzen dankt, also zu einem
Götzendienst verleitet wird. Israel darf nicht nur selbst keinen Götzen
dienen, es darf auch keinen Nichtjuden zum Götzendienst veranlassen.
DIE GEMARAH:
Rabh und Schmuel diskutieren die Frage, ob man Edehen oder Idehen lesen
soll. Wer Edehen liest, hat nicht unrecht, und auch wer Idehen liest, hat
nicht unrecht. Wer Edehen liest, hat nicht unrecht, denn es heißt: Denn
nahe ist der Tag ihres Unglücks [also Edam]; wer Idehen liest, hat nicht
unrecht, denn es heißt: Mögen sie Zeugen [Edehem] stellen und recht
bekommen.
Weshalb liest derjenige, der Edehen liest, nicht Idehen? — Er kann dir
erwidern; [die Auslegung] 'Unglück' ist besser. — Weshalb liest derjenige,
der Idehen liest, nicht Edehen? — Er kann dir erwidern: das Zeugnis, das sie
gegen sich abgelegt haben, ist es, was ihnen Unglück gebracht hat, daher ist
[die Auslegung] 'Zeugnis' besser. — Spricht denn [der Vers:] mögen sie
Zeugen stellen und recht bekommen,
von den weltlichen Völkern? Er spricht doch von den Jisraeliten! R. Jehosua
Ben Levi sagte nämlich: Alle Gebote, die die Jisraeliten auf dieser Welt
ausüben, kommen in der zukünftigen Welt und legen für sie Zeugnis ab, denn
es heißt: Mögen sie Zeugen stellen und recht bekommen, das sind die
Jisraeliten; und mögen sie hören und sprechen: so ist es, das sind
die weltlichen Völker! Vielmehr, erklärte R. Hona, Sohn des R. Jehosua,
entnimmt es derjenige, der Idehen liest, aus folgendem: ''die Bildner von
Götterbildern sind allesamt nichtig, und ihre Lieblinge nützen nichts; und
ihre Zeugen sind sie.
R. Hanina Ben Papa, nach anderen R. Schimlaj, trug vor: Dereinst wird
der Heilige, gepriesen sei er, eine Torarolle auf den Schoß nehmen und
sprechen: Wer sich mit dieser befasst hat, komme und erhalte seinen Lohn.
Darauf werden alle weltlichen Völker sich durcheinander versammeln, denn es
heißt
alle Völker versammeln sich insgesamt.
Der Heilige, gepriesen sei er, wird aber zu ihnen sprechen: Tretet nicht
durch einander vor mir ein, vielmehr trete jede Nation und ihre Gelehrten
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Mischnah und Gmarah
Awodah sarah 2a

3. Edehen, klanglich übereinstimmend mit 'Edehem im weiter angezogenen
Schriftverse. Das in der Mischnah gebräuchliche Wort für Fest (id) ist
jedenfalls eine Kakophonie (hebr. aid Unglück) vom syr. ('aada) Fest,
Prozession. Vor der schriftlichen Festlegung des Talmud liefen noch die
Lesarten aid und 'aid nebeneinander.
4. Dt. 32,35.
5. Jes. 43,9.
6. Das Word aid oder 'aid wird also von 'ed (Zeuge) abgeleitet, dh. ihre
Feste legen gegen sie Zeugnis ab, dass sie Götzenanbeter sind.
7. Jes. 44.9
Raschis Kommentar
zu 'Awodah sarah 2a

Die Tosafoth
Anmerkungen / Erläuterungen zu 'Awodah sarah 2a




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14-03-2003 |