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Draschah zum Jom Kipur 1948:
Ihr sollt rein sein - und auch der Staat Israel
Von Yehoshua Amir, gesprochen am Versöhnungstag
5709 (1948) in der Synagoge Emet We'emunah in Jerusalem
»Und er soll entsühnen für sich und für sein Haus und für die ganze
Gemeinde Israel...« (Lev 16,17)
Der Versöhnungstag ist der Gemeinde Israel
gegeben zur Sühnung und zur Reinigung. In alten Zeiten in Israel wurde die
Sühnung im Tempel vollzogen.
Der Hohepriester, angetan mit seinen heiligen Gewändern, trat ins Allerheiligste
ein, auf seiner Pfanne das Blut des Bockes, auf dessen Haupt das Los gefallen
war: »Für den Herrn.« Und die Priester und das Volk, das in der Vorhalle war,
wußten, daß, zusammen mit dem gesprengten Blut, ihre Seele dem dargebracht
wurde, der auf den Cherubim thronte. Und wenn aus dem Munde des Hohenpriesters
der heilige Gottesname ertönte, dann war es für das Volk, das sich niederbeugte
und auf sein Antlitz fiel, als ob sich die Gottesgegenwart selbst ihnen
offenbarte in all ihrer Herrlichkeit, und als ob sie es wäre, die das Wort
sprach: »Ihr sollt rein sein«, und alles Volk wußte, daß seine Sünde verziehen
war. Und wenn dann der Hohepriester aus dem Vorhang, der das Allerheiligste
verhüllte, wieder hinaustrat, dann war das Volk beglückt von dem Strahlen, das
ausging vom Antlitz des Hohenpriesters, der Sühne gebracht hatte für sich und
für sein Haus und für die ganze Gemeinde Israel.
Nachdem der Tempel zerstört und Israel unter die Völker zerstreut war, bestand
das Volk fort in den Familienhäusern, die es allenthalben in der Welt gründete.
Die Sühnung ging nun auf den einzelnen in Israel. Am Versöhnungstag stand ein
jeder jüdischer Hausvater da, um seinem Gott Rechenschaft zu geben für seine
Taten, und mit Umkehr, Gebet und Rechttun sühnte er für sich und für sein Haus.
Der dritte Begriff, den der alte Vers enthielt, »die ganze Gemeinde Israel«,
wurde eine Erinnerung an die Vergangenheit, eine Hoffnung für die Zukunft, wurde
Gebet um Erlösung und messianische Schau. Alles, was rein war in der Seele der
Nation, ging ein in diesen Traum von einem dereinstigen Reich Israels. In ihn
verwoben sich Worte der Propheten über den König Messias, der einst kommen
würde, in Gerechtigkeit die Armen zu richten und Frieden auf Erden auszubreiten
von einem Meer zum anderen. Aber im Leben der Gegenwart existierte nur der
einzelne Jude und sein Haus.
Und nun sehen wir mit eigenen Augen, wie die großen Ereignisse dieser Tage dem
Versöhnungstag eine neue Dimension und zugleich eine neue Frage erschließen, von
der er jahrtausendelang nichts gewußt hat. Immer hatte es gegolten: Die Seele
des Menschen ist rein, aber in seinen Taten ist Sünde. Der Mensch müht sich,
rein zu sein, zu sich selbst, zum Urquell seiner Seele zurückzukehren, den Weg
zu seinem Gott wieder neu zu öffnen. Das ist »die Frage an den einzelnen«, und
sie bleibt der ewige Gegenstand des Versöhnungstages. Aber dieses Jahr treten
wir vor Gottes Richterstuhl nicht nur als einzelne. Unsere Zerstreuten strömen
in breitem Fluß von allen Enden der Welt herbei, und auf dem Boden der Heimat
ersteht ein großes, zahlreiches Volk. Damit gibt es von neuem »die ganze
Gemeinde Israel«, die im eigenen Lande lebt, ein gärender, aufbauender,
kämpfender Organismus. Und dies ist nun das erste Jahr, wo wir den Tag des
Gerichts begehen und dabei dieses Gebilde unserer Hand vorzuweisen haben, das
wir gebildet haben, damit es dem erneuerten Volk einen Rahmen biete, und dem wir
den Namen gegeben haben: Der Staat Israel. Die »Gemeinde Israel« ist wieder
erstanden, aber diesmal ohne einen Tempel und einen Priester, um sie zu
entsühnen. Wir stellen unseren neuen Staat vor das Auge des himmlischen Richters
hin ohne alle sakralen oder kultischen Sicherungen, und wir wissen, daß wir von
Stund an nicht mehr werden rein sein können, wenn nicht auch unser Staat, dieses
Werk unserer Hände, rein ist.
Diesen Staat haben wir gegründet, weil dies der einzige Weg war, den wir
erdenken konnten, um die Tore unseres Landes weit aufzustoßen für den heimatlos
gewordenen, in der Welt umherirrenden Juden. Wir wollten dem geschändeten
Ebenbild Gottes Boden unter den Füßen geben, damit es wieder aufrechten Hauptes
über die Erde gehen kann. Und ich meine, die entscheidende Antwort, die wir
bereit haben auf alle Zweifelsfragen, ob denn alles Leid und alle Gefahr für
Leib und Seele des Volkes, die wir mit der Errichtung unseres Staates auf uns
genommen haben, berechtigt waren, ist der Hinblick auf unseren Bruder mit der
blauen Nummer, die in seinen Arm eingeätzt ist, und der heute hier mit uns lebt
und neue Horizonte gewonnen hat für ein künftiges Leben in seinem Volke.
Aber wir wissen sehr wohl, daß es nicht nur ein augenblicksbedingter Notstand
ist, der zur Errichtung unseres Staates geführt hat. Jahrtausende von Träumen
und Visionen sind in ihn verwoben, und hinter ihm steht eine Bewegung, die um
der Verwirklichung willen ausgezogen ist. Die Gründer dieser Bewegung haben
beschlossen, daß es unsere Aufgabe ist, wieder Subjekte der Geschichte zu
werden. Heute können wir übersehen, wie wenig willkürlich dieser Entschluß
gewesen ist, nachdem wir mit Entsetzen erfahren haben, wie die Geschichte mit
denen umgeht, die nur ihre Objekte sind. Es war eine Entscheidung auf Leben und
Tod, wenn wir uns zu einer Stellung als Subjekte durchgerungen haben. Aber
freilich, das Subjekt, der Täter, kann der Schuld nicht entgehen. Viele von uns
werden sich an eine Novelle von Stefan Zweig erinnern über einen indischen
Weisen, der beschlossen hatte, schuldlos durchs Lehen zu gehen, und der sich
daher aller Ämter entledigte, die er einmal zum Besten seines Volkes auf sich
genommen hatte, nachdem es ihm klar geworden war, daß auch ihre Ausübung ihn in
schuldhaftes Verhalten gegen Mitmenschen verstrickte. Und als er sich
schließlich von aller menschlichen Gesellschaft zurückzog, um niemandem noch
etwas zuleide tun zu müssen, da muß er erfahren, daß auch dieses sein Nichttun
ein Tun ist, daß durch sein Beispiel andere Leute angesteckt werden, der
Gesellschaft den Rücken zu kehren, daß dadurch menschliche Bande zerrissen
werden und so dennoch Leid über Menschen kommt. Die menschliche Existenz hat das
Tragische in sich. Jede Tat des Menschen wirkt über ihn hinaus, greift in andere
Lebenskreise ein und übt Wirkungen, von denen der Täter nichts gewußt hat und
für die er dennoch verantwortlich ist. Jeder Täter muß in Schuld geraten, und
ganz gewiß jeder, der politisch handelt.
Ein historischer Traum ist nicht dasselbe wie seine politische Durchführung. Und
das ist es, was uns in diesen Tagen widerfährt. Kaum haben wir angefangen,
handelnd in die Geschichte einzugreifen, so ist die erste Tat, die dem jungen
Staat auferlegt ist, ein Krieg. Wir haben geträumt von einem Staat, in dem eine
demokratische Atmosphäre herrschen würde, Redefreiheit, Gleichberechtigung für
alle und ein Streben nach Frieden, und nun haben wir mit eigenen Händen einen
Militärstaat errichtet. Herzl hat festgelegt, der Judenstaat solle neutral sein,
ein ruhiger Winkel und eine Zuflucht des Friedens mitten unter den Zwistigkeiten
der Großmächte, und nun sind wir zu einem der Brennpunkte der Gefahr für den
Weltfrieden geworden. Es war unsere Idee, hier eine endliche Ruhestätte für die
heimatberaubten Wanderer zu schaffen, und schon bei unserem ersten Schritt haben
wir die Ursache werden müssen für die Entwurzelung von Hunderttausenden eines
fremden Volkes.
Eine Politik ohne Unrechttun gibt es nicht. Wenn wir aber unvermeidlich bei
jedem Schritt, den wir tun, andere verwunden müssen, sollen wir dann vielleicht
uns eine Auffassung zueigen machen, die heute in der Welt weit verbreitet ist,
daß nämlich die Lehre der Moral nur für das Leben der einzelnen Gültigkeit hat,
nicht aber für das Leben der Staaten? Daß der Staat auf Macht beruhe und daß es
ihm obliege, diese Macht zu gewinnen und zu befestigen, und daß dieses Ziel die
Richtschnur alles staatlichen Handelns sei, an der auch seine Begriffe von
Gerechtigkeit zu messen seien? Sollen wir die Lehre akzeptieren, daß alle Mittel
berechtigt seien, die die Machtstellung des Staates fördern?
Wir stellen diese Frage am Versöhnungstag, und an diesem Tage wissen wir, daß
wir nur mit Nein antworten können. Denn was ist dieser unser Staat anderes als
das Werk unserer Hände, unserer, das heißt »der ganzen Gemeinde Israel«? Und um
das Werk unserer Hände werden wir heute gerichtet, das Werk unserer Hände haben
wir zu entsühnen an diesem heiligen Tag.
Wo sollen wir dann die Grenze aufstecken zwischen legitimer und illegitimer
Politik, da wir doch wissen, daß es keine Politik
geben kann, durch die nicht andere
verletzt werden? Es scheint mir, daß es in diesem Strudel dennoch einen Kompaß
geben kann. Bei jedem Schritt haben wir uns zu fragen: Betrachten wir hier
unseren Staat als Ziel oder als Mittel?
Wo der Staat zum Selbstzweck ausartet, da herrscht der Dämonismus der Macht, der
Geltungstrieb stellt alle menschlichen Fähigkeiten in seinen Dienst, und das
Gewissen des einzelnen wird von der Autorität der Staatsräson lahmgelegt. Aber
der Staat kann auch eine dienende Funktion erfüllen. Gewiß braucht der Staat
Macht, um zu bestehen, und jeder von uns setzt alle seine Kraft, so viel oder so
wenig das sein mag, ein, um für den Schutz unseres Staates zu kämpfen. Aber
wofür hat er seinen Bestand? Wofür haben wie ihn errichtet? Was da vor unseren
Augen geschieht, hat doch etwas vom Wunder an sich. Träume von zweitausend
Jahren, Lieder, Gebete und Melodien, in der Dämmerstunde gesungen, sind nun zu
einem politischen Faktor erster Ordnung geworden. Wenn wir es vermögen, all das,
was wir erbetet und erträumt haben, in die Wirklichkeit unseres Staates
hineinzuverweben, dann wird dieser unser Staat der Staat Israel sein. Unsere
Träume waren lauter und rein, und solange die neue Wirklichkeit von diesen
unseren Träumen ihre Nahrung erhalten wird, kann sie nicht in das Chaos der
Machtgier abstürzen, die in jedem Menschenherzen auf der Lauer liegt. Solange
bleibt noch in allem Versagen und in allem Abgleiten der Weg offen zu einer
Verwirklichung unserer Bestimmung als Israel, und noch über alle Schuld des
Staates hinaus bleibt die Stimme dessen hörbar, »der mit ihnen wohnt inmitten
ihrer Unreinheit«.
Wir halten in zitternden Händen eine Glückschance des Volkes Israel, die in
tausend Jahren nicht wiederkehrt. In unsere Hand ist gelegt, was zweitausend
Jahre lang Juden kaum zu hoffen gewagt haben, daß es in unserer realen Welt
Menschen von Fleisch und Blut in die Hand gegeben werden könnte.
Und ist das nur für Israel eine Chance? Heute sind
unsere Ohren verschlossen gegen Klänge, die in weiter Ferne ertönen. Zu roh sind
die Völker der Welt mit uns umgegangen, als daß Töne, die von ihnen her kommen,
noch leichten Zugang zu uns haben könnten. Und doch — sollte es so etwas geben?
Es war in einer Nachtwache in der Dämmerstunde im
letzten Mai, als ich in einem Schuppen hinter einem Guckloch auf Posten war. Wir
hatten ein gegenüberliegendes Gebäude zu beobachten, das auf dem Dach ein Kreuz
trug. Als es zu dämmern begann, bemerkte ich, daß die Front des Gebäudes,
unterhalb des Kreuzes, eine Inschrift trug. Langsam wurde es heller — waren das
nicht gotische Buchstaben? Und dann mit einem Mal stand es da, im ersten Strahl
der jungen Maiensonne, über dem Vogelgezwitscher in den Bäumen: »Wünschet
Jerusalem Glück!«
Ich lief zu den Chaverim hinüber und erklärte ihnen: »Wißt ihr, was da oben
angeschrieben steht? Da steht das Psalmenwort (122,6): "scha'alu sch'lom
Jeruschalajim".
Jeruschalajim, das sind doch wir, die wir da, in den Winkel gedrängt vor dem
feindlichen Auge, dastehen und hinter einer fragwürdigen Blechwand Schutz suchen
vor den Einschlägen, die inzwischen hier und da erfolgen! An uns, die wir da auf
Wache stehen für unser Jeruschalajim, wird da ein Morgengruß geschickt vom
anderen Ende der Welt!« Die Chaverim zuckten die Achseln und blickten ratlos auf
die krausen Buchstaben dort an der Mauer: Unter dem Zeichen einer fremden,
feindlichen Religion, in der feindlichsten aller Sprachen der Völker der Welt,
soll da, mit Worten unserer Bibel, uns ein Gruß des Friedens für unser
Jeruschalajim gesandt sein? Eine solche Botschaft konnte zu ihnen nicht
durchdringen.
Wir aber möchten fragen: Gibt es etwa hinter dem eisernen Vorhang der Völkerwelt
Augen, die wirklich und ehrlich auf Zion hinschauen? Diese Welt rüstet sich zu
einem Kampf, zwischen den beiden Zerrbildern menschlichen Zusammenlebens, die
Kapitalismus und Kommunismus geheißen werden. Es ist eine Besonderheit unseres
Landes, daß in ihm Privat- und Kollektivwirtschaft beieinander hausen. Ob es uns
wohl gelingen mag, aus dieser Situation heraus ein Gebilde zu erstellen, das dem
Menschen als dem Ebenbilde Gottes gerechter wird als diese beiden
Verfälschungen? Und wird dann vielleicht die Welt erkennen, daß sie von diesem
Zion etwas zu lernen hat, das für ihre eigene Existenz von lebenswichtiger
Bedeutung ist?
Gewiß, dies sind Träume, aber aus Träumen ist die Wirklichkeit gewebt, und all
das, was wir nun in der Hand halten, ist auch Traum gewesen, ehe es Wirklichkeit
geworden ist. Aber wir sind gewiß, daß wir in all unseren Träumen nicht
vergessen werden, was für uns das Realste ist, die Frage nicht vergessen werden:
Was haben wir nun zu tun? Wir, die wir an diesem heiligen Tage hier in dieser
Synagoge versammelt sind? Wir, die wir in der Synagoge beten, wissen ja noch um
die lauteren Quellen, aus denen die Wirklichkeit des Staates Israel erflossen
ist. Wir haben noch den Zugang zu dem Schatz, dessen unser Staat mehr bedarf als
des Silbers und des Goldes. Laßt uns in dieser heiligen Stunde beschließen, uns
zu einer einzigen, lebenformenden Gemeinde zusammenzuschließen und sie zu einem
Bestandstück dieser neuen Wirklichkeit zu machen, die den Namen des Staates
Israel trägt. Unser Weg in den Staat hinein kann nicht frei bleiben von Schuld;
laßt uns ein Tor aufstoßen zu dem reinen Quell, der uns bereitsteht in allem,
was die Synagoge uns nahebringt. Eine lebendige, aufgeschlossene Gemeinde zu
erbauen — das sei unser gemeinsamer Beitrag zu der Aufgabe unserer Generation.
Ich höre, wie sich die Frage erhebt: Sind wir denn noch jung genug, um an eine
solche chaluzische Aufgabe heranzugehen? An eine Aufgabe, die erst an ihrem
Anbeginn steht und deren Zukunft sich ins Unendliche verliert? Mitten in dem
Getriebe dieser Tage sagte mir einmal ein Bekannter: »Merkwürdige Zeiten sind
das! Die Haare werden weiß und die Menschen werden jung!« So ist es; diese
Zeiten des Anfangens und der Vision rütteln den Menschen auf und setzen in ihm
totgeglaubte Kräfte frei. Aber mehr als jeder andere erfährt es der gläubige
Mensch, wie seine Jugendkräfte wiederkehren. Dem Menschen, der seinen Weg zu dem
Gott seines Lebens sucht, dem Menschen, der Angesicht zu Angesicht der Ewigkeit
gegenübersteht, ist das Lebensgeschenk gewährt, von dem der Prophet sagt: Die
auf Gott hoffen, erneuern ihre Kraft. Er, vor dem nicht Alter und nicht Jugend
gilt, gewährt es seinen Knechten, die sein Antlitz suchen, daß sie »noch
erblühen im Greisenalter«.
Es gibt in unserem Festgebetbuch ein Gebet, das mit
folgenden Worten beginnt:
Herr der Welt, ich bin Dein und meine Träume sind Dein. Einen Traum habe ich
geträumt und weiß nicht, was es um ihn ist.
Es sei Dein Wille, Ewiger, mein Gott und Gott meiner Väter, daß meine Träume zum
Guten sein mögen für mich und für ganz Israel.
Den Traum unseres Lebens haben wir geträumt, einen
Traum von Größe und Herrlichkeit, einen Traum von Recht und Gerechtigkeit, einen
Traum von Reinheit und Heiligkeit. Und nun sorgen wir uns um unseren Traum, daß
er nicht verfliege in der kalten, grausamen Luft der Wirklichkeit.
Einen Traum haben wir geträumt und haben uns angeschickt, ihn in Wirklichkeit
umzusetzen. In unser Land sind wir gegangen, es aus seinem dämmernden Schlaf zu
erwecken, »haben aus ihm erbaut Trümmer von eh und je, Grundfesten für
Geschlecht und Geschlecht haben wir erstellt.« Unseren Staat haben wir
errichtet, daß er eine Zuflucht sei für unsere Brüder und ein Endpunkt für die
Leiden Israels, eine Heimstätte und ein Werkplatz für alles, was rein ist in
unserer Seele und in der Seele der Geschlechter unseres Volkes.
Wir beten zu Gott, daß er unsere Schritte behüten möge, auf daß unser Tun so
rein sei, wie menschliches Tun eben sein kann.
Mach uns froh, wie die Tage, die Du uns hast leiden
machen,
die Jahre, die wir Böses gesehen haben.
Sichtbar möge Deinen Knechten werden Dein Werk,
und Deine Majestät möge ruhen auf ihren Kindern.
Und es sei die Anmut des Herrn, unseres Gottes, über
uns,
und das Werk unserer Hände laß Bestand haben für uns,
und das Werk unserer Hände,
laß es Bestand haben.
Aus Yehoshua Amir: Derashot
Jüdische Predigten, im Band 14 der Veröffentlichungen des Instituts Kirche und
Judentum, herausgegeben von Peter von der Osten-Sacken, Selbstverlag 1983.
hagalil 08-10-2008 |
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