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Juden in Marokko
 
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JUDEN IN MAROKKO:
EINE 2500 JAHRE ALTE GESCHICHTE

Auf den Spuren von
Moschè Ben-Maimon und Jizhak al-Fasi

Mai 2000 / Sept. 2000 [Reiseprogramm]

Die in Marokko lebenden "Nachfahren Abrahams" bilden heute noch die grösste jüdische Gemeinschaft in der arabischen Welt.

Das marokkanische Judentum, das im Laufe der 2500jährigen Geschichte seine Identität als "Juden des Islam" in einer eigenständigen Kultur fand, hat tiefe Spuren hinterlassen. Die erste grosse Einwanderung von Juden nach Marokko erfolgte nach der - von Nebukadnezar angeordneten - Zerstörung des Ersten Tempels in Jerusalem (587 v.Chr.) durch die Assyrer und eine weitere nach der Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer unter Titus. Die Zahl dieser sogenannten "asiatischen Juden" nahm in den folgenden Jahren stetig zu, vorallem durch zum Judentum übergetretene Berberstämme; sie wurden "Toschabim" - eingeborene Juden - genannt.

Das Jahr 1492, das Jahr des Kolumbus und des Falls von Granada - Ende der Maurenherrschaft in Spanien - brachte die bedeutendste Einwanderungswelle nach Marokko. Die katholischen Könige Ferdinand II von Aragonien und Isabella von Kastilien vertrieben die in Spanien ansässigen Juden und Muslime. Sie bildeten die Gruppe der "Megoraschim", der Ausgewiesenen. Die Juden nannten sich "Sephardim" (aus "Spanien" kommend, hebr.). Sie hatten sofort ihren festen Platz in der marokkanischen Gesellschaft. Der Islam gestattete den "Buchgläubigen" (ahl-el-kitab) als geschützte Untertanen im Hause des Islam (Dar-el-Islam) zu leben. Für den Schutz durch den Sultan mussten die Juden jedoch eine besondere Steuer entrichten.

Weitere jüdische Flüchtlingsströme kamen im 16. Jahrhundert aus Andalusien, wo die Inquisition die Juden besonders grausam verfolgte. Unter ihnen befanden sich auch zahlreiche Marranen (zur Verleugnung ihrer Religion gezwungene Juden), um in Marokko wieder zum Judentum zurückzufinden. Juden aus Frankreich und Italien kamen im 17. und 18. Jahrhundert, welche sich vor allem in den nordmarokkanischen Küstenstädten niederliessen. Zu Beginn des französisch-spanischen Protektorates in Marokko im Jahre 1912 öffneten sich die seit dem Mittelalter bestehenden Judenviertel, die "Mellahs". So gelang es deren Bewohnern in wenigen Jahrzehnten den Sprung aus der sozialen Rückständigkeit zu vollziehen, und wie ihre muslimischen Landsleute verantwortliche Posten im Bankenwesen, Handwerk, in der Industrie und Verwaltung zu übernehmen.

Die letzte Einwanderungswelle erreichte Marokko während des II. Weltkrieges. Bis heute haben die marokkanischen Juden nicht vergessen, dass sich Sultan Sidi Mohammed Ben Jussuf (König Mohammed V) geweigert hatte, die "Ausnahmegesetze" des französischen Vichy-Regimes über die "Behandlung der Israeliten" zu unterzeichnen.

Infolge der grossen Auswanderungswelle im Jahre 1948 nach Israel, als auch in den Jahren 1956 (zweiter arabisch-israelischer Krieg) und 1967 (Sechstagekrieg) leben heute lediglich noch 10-15'000 Juden in kleinen Gemeinden über das ganze Land verstreut, vor allem aber in den grösseren Städten.

Marokkos Juden verstehen sich heute als Hüter einer vergangenen Kultur. Nicht zu Unrecht sind sie stolz auf ihr sephardisches Kulturerbe, das eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das gesamte Judentum hat und in Marokko ein nicht wegzudenkender Bestandteil des täglichen Lebens geworden ist.

SOUND AND PICTURES:
DIASHOW MAROKKO


05-2000 / 09-2000 [Reiseprogramm]

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