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Rosch
ha-Schana
Das Neujahrsfest, oder
„Tag der Weltschöpfung“ genannt, ist ein rein religiöses Fest am
1. Tischri, in dem Gott als Behüter und als Richter der Welt gefeiert wird. Es
ist kein Fest, das auf einem historischen Ursprung zurück- zuführen ist. Dieses
Fest wird vordergründig gefeiert, um die Heiligkeit, das Spirituelle, die
Gewissens- erforschung sowie die Moral jedes einzelnen zu fördern, zu erkunden
und zu erfragen. Diese Zeremonie wird von allen Juden zwei Tage lang zelebriert,
von orthodoxen Juden über konservative Glaubensmitglieder, bis hin zu den
Reformjuden, welche jedoch nur einen Tag feiern. Die nun folgende zehntägige
Phase der Reue, Einkehr und Selbstbesinnung findet ihren Höhepunkt am
Versöhnungstag Jom Kippur.
Der festliche Ablauf am Rosch ha-Schana
Rosch
ha-Schana beginnt mit dem Kol-Nidre-Gebet am Anfang des Abendgottesdienstes am
Vorabend in der Synagoge. Während dessen bereiten die Frauen zu Hause ein
besonderes Abendessen vor. An diesem Tag ist in der Vorstellung der Juden die
Welt erschaffen worden. Sie haben Ehrfurcht vor Gott, dem Schöpfer, sie beten am
Rosch ha-Schana in ganz besonders ergebener Weise zu ihm. „Heilig, heilig,
heilig ist der Schöpfer aller Kreatur.[...]“Das ist der Anfangsvers des
Hauptgebetes an diesem Abend. Mit dem Beginn des neuen Jahres spricht man über
Wünsche und Träume, die sich erfüllen sollen. Nach dem Gottesdienst gehen die
Gemeindemitglieder nach Hause und feiern im familiären Kreise ein Festmahl, bei
dem ganz bestimmte Sitten und Bräuche eingehalten werden. So zum Beispiel werden
Apfelstückchen in Honig getaucht. Dies ist das Symbol für die erhoffte gute Zeit
und die Süße des neuen Jahres. Die Challa, ein rundes Gebäck stellt die
Verknüpfung von Zukunft und Vergangenheit dar und symbolisiert zugleich den
Rhythmus eines Jahres als Kreislauf, in dem alles gelingen möge und in dem es an
nichts fehlen soll. An
Rosch-ha-Schana wird auch der Schofar, ein Widderhorn, geblasen. Es ist zum
einen Ausdruck der Huldigung von Gottes Königtum, zum anderen wird mit diesem
Brauch an die Zeit der Erzväter erinnert.. Es gibt noch weitere Bräuche zum
Neujahrstag. So ißt man zum Beispiel auch Möhrenzimmes aber keine Nüsse, da
diese das Symbol der Sünde sind. Viele fromme Juden bleiben die Neujahrsnacht
über wach.
Am Morgen
folgt nun ein rund fünfstündiger Gottesdienst mit einer Menge an
glaubensbekennenden Gebeten, die mit dem Schofarblasen zu einem Glanzpunkt
dieser Zeremonie werden.
verfasst
von: Dirk Patzig
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