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Die Juden: "Ein auserwähltes Volk"?
Die jüdische Religion beansprucht universale Geltung. Der Gott Israels ist
kein Stammes- gott, der die anderen Völker von sich weist, sondern offenbart
sich einem Volk als Träger seines Lichts in der Welt. Will man ein Bild zur
Verdeutlichung wählen, so ist das Volk Israel der Kern, um den das Fruchtfleisch
der Völker wächst. Gott ist einzig (griech. Monotheismus = Glaube an einen
Gott), unsichtbar, gestaltlos und verkörpert weder den Lauf der Natur, noch
wohnt er ihren Elementen inne.
Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion. Die religions-
und glaubensge- schichtliche Bedeutung des
Judentums ist außerordentlich groß. Das
Judentum ist die Mutterreligion des
Christentums und des Islams. Die Juden sehen
sich aufgrund ihrer historischen Entwicklung
als ein von Gott auserwähltes Volk. So
feiern die Juden auch den Sabbat, um dem
siebten Tage als Gott sich nach seiner
sechstägigen Schöpfung ausruhte, zu
verehren.
"Der Schöpfung große Gotteswoche ging zur Neige. An sechs Tagen hatte der
Ewige die Wunder seiner Allmacht über den Erdball gestreut; nun da das Morgenrot
des Siebenten Tages vom Himmel leuchtete, ruhte sich unser Vater von jeglichem
Werke. Er heiligte diesen Tag und segnete ihn und setzte ihn ein zum ewigen
Gedächtnis der Gottesruhe nach der Gottesarbeit.
Ehre den Sabbat! Denn Gott hat ihn gemacht zum Tage des Herrn." (Auszug aus
einer Übersetzung der Tora, 1986)
Aus diesen Worten wird das Verhältnis der Juden zu Gott und den anderen
Religionen klar sichtbar.
Diese Konzeption trug einzigartigen Charakter in der Antike. Die Völker Des
Mittelmeerraumes bewegten sich in religiösen Vorstellungen der Vielgötterei
(griech.: Polytheismus). Bildliche Darstellungen irdischer Wesen genossen zum
Beispiel bei den Griechen göttliche Ehren. Immer wieder gefährdeten
Fruchtbarkeitsmythen die israelitische Religion. Der Monotheismus gab
durch die strenge Ablehnung der Götterwelt der anderen Völker Anstoß zum
Ärgernis. Besonders in der Epoche des Hellenismus erregten die Juden den
Verdacht, dass sie die Kultur anderer Völker verachten. Die These vom
"auserwählten Volk" lässt manche Missdeutung zu. Sie ist primär theologisch zu
verstehen und bedeutet für den Gläubigen keine Bevorzugung gegenüber anderen
Menschen. Es ist vielmehr eine Verpflichtung zu strengem, gottgewolltem Handeln,
eher eine Erschwernis , denn ein Privileg im weltlichen Sinne.
Der jüdische Gebetskreis
Der jüdische Glauben stützt sich, wie viele andere Religionen, auf eine
traditionelle Religionsschrift, die Tora. Diese beinhaltet
die bedeutendste Sammlung an Gebeten. Das Gebet nimmt für die Juden einen hohen,
wenn nicht sogar den höchsten Stellenwert in ihrem Leben ein. Durch das Gebet
erreicht der Jude die Möglichkeit, in direktem Kontakt mit seinem Gott (Jahwe)
zu treten. Historisch bedingt hat das gemeinschaftliche Gebet eine hohe
Wertigkeit (Erinnerung an das Zusammenhalten während des Babylonischen Exils) .
Daher muss jede Gebetsgemeinschaft aus mindestens zehn erwachsenen jüdischen
Männern bestehen (= Minjan). Die Gebetsgemeinschaften zelebrieren hauptsächlich
Gebete wie das „Achtzehngebet“ (es besteht aus 18 Lobpreisungen) oder das
noch bekanntere „Schma Israel“ („Höre Israel“), das Kernstück
jüdischen Glaubens. Letzteres wird neben gemeinschaftlicher Rezitation oftmals
auch von jedem einzeln gesprochen. Dies geschieht vorrangig in Situationen der
Bedrängnis und der Not.
Die jüdische Gebetskleidung
Während
des Gebetes ist eine festgeschriebene Gebetskleidung zu beachten. Diese besteht
aus einem am Körper fest anliegendem Kleidungsstück, über welches ein
viereckiges Gewand mit Schaufäden gestreift wird. Jene Schaufäden finden sich an
jeder Ecke des Mantels wieder und symbolisieren die ständige Mahnung Gottes.
Dieser Mantel wird zum Morgengebet noch von einem ebenfalls mit Schaufäden
bestücktem größerem Gebetsmantel, dem Tallit, überzogen. Während des Ankleidens
spricht man (im Stehen) eine Lobpreisung und schlägt den rechten Flügel des
Gebetsmantels über die linke Schulter. Dies symbolisiert die Geborgenheit
Gottes. Wichtig ist dabei, dass das Gesicht verdeckt wird. Einen weiteren
Bestandteil der Gebetskleidung stellt der sogenannte Armtefflin dar. Dieser ist
ein um den linken Arm gewrungener Riemen, an dem eine Kapsel angebracht ist, die
wiederum besondere Torasprüche enthält. Analog zu diesem Kleidungsstück trägt
man den Kopftefflin .
Die Sprüche in den einzelnen Kapseln haben für jeden Betenden hochwertige
Bedeutung.
Speisevorschriften im Judentum
Traditionelles Judentum unterscheidet nicht zwischen religiösen und profanen
Lebensbereichen. Was man isst oder wie man sich kleidet gehört auch zur Religion
wie Gebet und Gottesdienst.
Was darf gegessen werden?
Alle Speisen müssen koscher sein. Im Talmud finden sich konkrete Aussagen zu
drei „Tierarten“.
Landtiere: „ Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und
wiederkäuen, dürft ihr essen“ (Lev. 11,3) fehlt ein Merkmal, darf es nicht
gegessen werden.
Bsp.: Kamel oder Kaninchen, die zwar wiederkäuen aber keine gespaltenen Zehen
besitzen. Ein Schwein hat zwar gespaltene Klauen ist aber kein Wiederkäuer und
daher ausdrücklich verboten.
Meerestiere: „ Alle Tiere mit Flossen und Schuppen, die im Wasser, in Meeren und
Flüssen leben, dürft ihr essen.“ (Lev. 11,9-12)
Aal, Austern, Hummer, Muscheln und Schnecken sind verboten.
Geflügel: das meiste Geflügel gilt als rein, außer Raubvögeln.
Auch Insekten gelten als unrein, außer 4 Arten von Heuschrecken.
Verendete und durch Raubtiere gerissene und kranke Tiere dürfen generell nicht
gegessen werden.
Vor- und Zubereitung der koscheren Tiere:
Die Tora verbietet jeglichen Genuss von Blut. Deshalb gibt es bei den
Juden eine spezielle Schlachtmethode, das
sog. Schächten. Der Schochet, „Schlächter“, zerschneidet mit einem Zug die
Halsschlagader, Luft - und Speiseröhre. Das Blut kann abtropfen. Der Menakker
schneidet verbotene Fettstücke und die Hüftsehne heraus. Beide stehen unter
Aufsicht des Rabbiners. Ein wichtige Speisevorschrift ist das Verbot des
Mischens von Fleisch und Milch: „ Du sollst ein Zicklein nicht in der Milch
seiner Mutter kochen“ (Ex 23,19 und 34,26,Dt. 14,21). In Tradition kommt es zur
völligen Trennung von Milchprodukten und Fleisch. Wenn beispielsweise zum
Hauptgericht Fleisch gegessen wurde, so muss erst gewartet werden, bis das
Fleisch verdaut ist, bevor Milchprodukte gegessen werden dürfen. Nach
Milchspeisen, die schnell verdaut werden, muss man nur ½ Stunde warten. Außerdem
trennt man Milch und Fleischspeisen durch Spülen des Mundes. Auch Geschirr und
Töpfe, Besteck, Tisch und Küchentücher werden getrennt. Fisch, Obst, Gemüse
gelten als „parwe“ (neutral) und dürfen dazu gegessen werden.
Alkohol:
Weine und Spirituosen die aus vergorenen Trauben sind (Most, Champagner, Cognac)
müssen koscher sein, d.h. unter Aufsicht geerntet und verarbeitet werden.
Bier, Whisky, Wodka, Liköre unterliegen keinen bestimmten Bestimmungen.
verfasst von:
Dirk Werner
Philipp Wobst
Sebastian Reimer
Der Sabbat
Der Sabbat ist ein traditionelles Fest der Juden und wird am 7. Tag der
Woche, also am Samstag gefeiert. Bereits am Freitag beginnen die Vorbereitungen,
da am Samstag der heilige Ruhetag ist und nicht gearbeitet werden darf. Das Haus
wird geputzt,
die Mutter bereitet die Mahlzeiten vor und die warmen Gerichte werden
vorgekocht. Der Vater unterstützt diese Vorbereitungen. Er kauft Fleisch und
Fisch ein und das Feuer wird angezündet. Man bäckt BARCHES (zopfartig
geflochtene Sabbatbrote). Ein kleines Stück Teig bzw. Brot, die CHALLA wird von
der Mutter als Opfergabe nach biblischer Vorschrift abgesondert. Dies und das
Anzünden der Sabbatlichter, was allein der Mutter vorbehalten ist, dient der
Erinnerung an die Zeit des Tempels. Nachdem die Arbeit beendet ist, badet oder
wäscht man sich gründlich und zieht festliche Kleidung an. Später geht der Vater
zum Gottesdienst in die Synagoge. Die Mutter trifft die letzten Vorbereitungen.
Sie deckt den Tisch. Vor dem Platz des Vaters liegen zwei mit einem Tuch
bedeckte Barches, daneben steht ein Weinbecher und ein Salznäpfchen. Der Wein
und das Brot sind Hauptbestandteile. Sie symbolisieren den Segen der Erde. Wenn
die Dämmerung anbricht, werden von der Mutter die Sabbatkerzen, die in der Mitte
des Tisches stehen, angezündet. Anschließend hebt sie die Hände gegen die
Lichter und spricht den Segen. Eine große Bedeutung wird auch dem „Kiddusch“ ,
der Segnung des Tages, beigemessen. Dabei erhebt der Vater ein bis zum Rand
gefüllten Weinbecher, trinkt und reicht ihn an die weiteren Tischgäste weiter.
Zum Sabbat gehören am Sonnabend eine ausgedehnte Mittagsmahlzeit und viel Ruhe.
Nach dem Abendessen wird der Sabbat dann vom Hausvater verabschiedet. Der Sabbat
hat eine Bedeutung als „Palast in der Zeit“, d.h. Vergangenes wird in der
Vergegenwärtigung lebendig. Dieser jüdische Festtag hat ebenfalls eine wichtige
Funktion für das Zusammenleben der Familie, da man viel Zeit mit dieser
verbringt.
verfasst von: Aleksandra Sitko
Der jüdische Kalender
Das
Judentum kennt eine eigene Zeitrechnung, einen eigenen Kalender und einen
reichhaltigen, auf älteste Traditionen zurückgehenden Festtagszyklus. Die
Hauptfeste des Judentums waren ehedem Pilgerfeste. Bei näherer Betrachtung der
Daten fällt auf, dass sich viele christliche Feiertage an den jüdischen
orientieren: Pessach liegt um die Osterzeit – das Abendmahl geht auf den
Sederabend zurück- , die Analogie zu Schawuot ist Pfingsten und Sukkot fällt in
die Zeit des Erntedankfestes. Und die Sitte, Adventskerzen anzuzünden, dürfte
auf dem Brauchtum des Chanukka – Festes basieren. Auch war den frühen Christen
der Sabbat als wöchentlicher Ruhe – und Feiertag heilig.
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