"Anatevka"
Um die im Unterricht besprochenen Gegenstände besser begreifen zu können,
besuchten viele Schüler aus den drei Wahlgrundkursen die Aufführung des Musicals
„Anatevka“ im Döbelner Stadttheater und die Vorführung des Films „Das Leben ist
schön“ im Döbelner Kino „CID“.
Zum Inhalt des Musicals
Die Geschichte dieses Musicals basiert auf den in jiddischer Sprache
verfassten Texten von Scholem Aleichem. Es spielt 1905, kurz vor der Russischen
Revolution, in dem jüdischen Dorf „Anatevka“ in der Ukraine. Dargestellt wird
das Leben einer Dorfgemeinschaft,
welche einer- seits mit dem Problem sich auf- lösender Traditionen, andererseits
aber auch mit der Willkür des zaristischen Regimes, zu kämpfen hat.
Im Mittelpunkt steht der „bauern- schlaue“ Milchmann Tevje, der sich damit
abfinden muss, dass drei seiner fünf Töchter ihr Elternhaus verlassen. Zunächst
heiratet Zeitel den Schneider Mottel. Dies führt zu einigen Verwirrungen, da die
Eltern ihre Tochter dem wohl- habenden Fleischer Lazar Wolf versprochen hatten.
Auf der Hochzeit wird die Dorfgemeinschaft jedoch inmitten ausgelassener
Stimmung mit einem Pogrom konfrontiert und muss feststellen, dass auch sie nicht
mehr vor den antijüdischen Entwicklungen sicher ist. Im weiteren Verlauf
verlässt Tevjes Tochter Hodel das Schtetl, um ihrem geliebten Revoluzzer Perchik
ins sibirische Exil zu folgen. Doch als seine dritte Tochter Chava den Russen
Fedja heiratet, bricht dies Tevjes Herz. Doch dessen nicht genug: Zum Schluss
müssen die Juden ihr Dorf verlassen. Nach anfänglichem Protest akzeptieren sie
es jedoch mit Würde und ihrem unbekannten unverwüstlichem Humor. Sie ziehen nach
Amerika mit der Motivation, das Beste daraus zu machen.
In dieser Inszenierung um die Unterdrückung und Verfolgung des jüdischen Volkes
wird die Auseinandersetzung des Menschen mit dem Neuen und Unerwartetem im Leben
- und besonders der Gedanke, darüber nicht zu verzweifeln, gelungen dargestellt.
verfasst von: Anja Thiele
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