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Exkursion nach Berlin
Auf
unserer Exkursion nach Berlin hatten wir die Gelegenheit, die Neue Synagoge und
den Friedhof in Weißensee zu besichtigen. Durch diese Eindrücke gelang es uns
einmal mehr, dem Alltag jüdischer Bürger im Deutschland, insbesondere zur Zeit
des Nationalsozialismus, zu begegnen.
Friedhof Weißensee
Die am 9.September 1880 eingeweihte Begräbnisstätte, auf der etwa 115 000
jüdische Bürger Berlins bestattet wurden, zählt zu den größten ihrer Art
in Europa. Die Größe und Gestaltung des Friedhofes ist einmalig. Bei Betrachtung
der Gräber wird einem die Vielfalt und Schicksalsträchtigkeit jüdischen Lebens
deutlich. Ruhestätten von Persönlichkeiten früherer Tage, sind gleichermaßen zu
finden, wie die, der tausend anderen Juden, die Tag für Tag ihr einfaches, oft
mühseliges Leben bestritten. Beim Betrachten der Gräber von Juden, die Opfer des
Nationalsozialismus wurden, wird man unmittelbar mit der grausamen
Realität von Völkerhass und Völkermord konfrontiert, die einem an einem eisigen
Wintertag (Wir
besuchten den Friedhof im November.) den Atem nimmt. Die durch die Ungewissheit
über den genauen Todestag der NS-Opfer fehlenden Sterbedaten wurden durch den
Tag der Deportation ersetzt und zeigen uns das grausame Ausmaß der
Hitlerdiktatur. Beeindruckend wirkt der Friedhof außerdem durch das
Nebeneinander von Herrlichkeit und Prächtigkeit der Gräber wohlhabender Juden
mit der Allgegenwärtigkeit von Vergänglichkeit und Tod.
Rose Ausländer: ICH DENKE
Ich denke
an die Eltern die mich verwöhnen
an Spielzeug und Kindergespielen
an Lust und Qual meiner
ersten Liebe
an Venedig Luzern die
Riviera und Israel
an Hölderlin Trakl
Kafka und Celan
an das Getto an Todestransporte
Hunger und Angst
an den Unfall
das ewige Bett an Freunde die
mich verließen und Menschen
die mir beistehn
Ich denke an die Ohnmacht meines Körpers
die Macht des Denkens
an Zauberworte und
Lebenszauber
Der winkende Tod
denkt an mich
Neue Synagoge
Die Synagoge tritt als Verbindungselement
zwischen Vergangenheit und Gegenwart in
Erscheinung.
Zerstörung und teilweiser Neuaufbau treffen
aufeinander und zeichnen uns ein Bild der
Grausamkeit gegen diesen heiligen
Zufluchtsort jüdischer Bürger durch das
NS-Regime.
In ihrer Größe und durch das wenige
erhaltengebliebene Inventar besticht dieses
Denkmal und ruft zum Kampf gegen das
Vergessen auf.
verfasst von: Daniel Mühlhause
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