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Der Antisemitismus am Ende des 19.Jahrhunderts
In der Zeit der Aufklärung erfolgte eine kurzzeitige Verbesserung der
Judenfrage.
Das Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung im Jahr 1849 war für die
Juden dann wieder ein herber Rückschlag.
Träume von einer Existenz als gleichberechtigte Bürger mußten begraben werden.
In der Folgezeit kam es zu einer Verstärkung der antijüdischen Haltung. Bis 1861
galten Judenedikte, sie sahen vor Juden in ihrem wirschaftlichen und politischen
Handeln einzuschränken. Die Reaktion darauf war eine große Auswanderungswelle
nach Amerika. Mit der Gesetzgebung von 1869/71 erfolgte dann endlich eine
Gleichstellung der Juden. Jetzt waren die jüdischen Bürger davon überzeugt, daß
die letzten Schranken in Beruf und Gesellschaft fallen würden. Im christlich
geprägten Deutschland entwickelte sich aber die Haltung der Gesellschaft zu den
Juden sehr negativ.
Die Angst vor Überfremdung und das Streben der Juden nach Gleichberechtigung
und Anerkennung, waren Ursachen für ein erneutes Aufkommen des Judenhasses.
Das
Judentum wurde verstärkt für den in Zeit der Industrialisierung aufkommenden
Pauperismus verantwortlich gemacht. Der Jude war auch Schuld an den
Finanzzusammenbrüchen vieler Unternehmen während der Gründerkrise(1873).
So wuchs der Judenhass am Ende des 19. Jahrhunderts zusehends. Der
Sozialdarwinismus war die Grundlage für viele Antisemiten. Er sah eine
Notwendigkeit darin, die Menschen in hochwertige und minderwertige Rassen zu
unterscheiden, wobei nur die hochwertige Rasse überleben sollten. Es ist ein
wichtiger Unterschied zum Antijudaismus des Mittelalters, daß die Juden fortan
als minderwertige Rasse galten. Die Rassentheorien der Nationalsozialisten
knüpfen nahtlos am Antisemitismus des 19. Jahrhunderts an.
Auf politischer Ebene war der Antisemit Adolf Stoecker von großer Bedeutung,
seine rassistische Überheblichkeit machte Schule. 1879 gründete er seine
antisemitische Christlich -soziale Partei, und brachte Generationen von
Antisemiten hervor. Der Jude wurde in Zeitschriften mit judenfeindlicher
Ausrichtung krummbeinig, höckernasig und häßlich dargestellt. Ihm wurde
nachgesagt, er würde mit unsauberen Mitteln nach Geld jagen. Mit Karikaturen
dieser Art wurde versucht, den Juden in ein schlechtes Licht zu rücken.
Es wurde oft der Kontrast vom negativ erscheinendem Juden und vom aufrechten
germanischen Deutschen dargestellt, der sich gegen den Juden zur Wehr setzen
muß,
und sich im gesellschaftlichen Leben nur von hohen Idealen leiten läßt.
Theodor Herzl und die zionistische Idee
Theodor Herzl wurde am 2. Mai 1860 in Budapest geboren. Er studierte Jura in
Wien und promovierte 1884 zum Doktor der Rechte. Er schloß sich einer
deutschnationalen
Verbindung an, was seinen hohen Assimilationsgrad zeigt. In der sozialen
Integration sah er einen Weg, gesellschaftlich anerkannt zu werden, und so gegen
den aufkommenden Antisemitismus vorgehen zu können.
1891 ging Herzl als Korrespondent der "Neuen Freien Presse" nach Paris. Das Kriegsgerichtsverfahren gegen Alfred Dreyfus hatte einen großen Einfluß die Entwicklung seiner politischen Ansichten. In Folge dessen legte er seine
Schrift "Der Judenstaat" vor. Darin forderte er zur Gründung eines selbständigen
jüdischen Staates auf, in dem man "dem Judenvolke die Souveränität eines
neutralen Landes" gewährt, woran seiner seiner Meinung nach besonders die "vom
Antisemitismus heimgesuchten Länder " interessiert sein müßten. Diesen Gedanken
verfolgten schon viele andere prominente Juden zu dieser Zeit, doch kein anderer
rief vorher so entschlossen zum Handeln auf.
Mit
seinem Enthusiasmus rief Herzl die zionistische Massenbewegung in Osteuropa ins
Leben. 1897 wurde zum erstenmal der Zionistische Weltkongress in Basel
einberufen. Hier beschloß man, daß der neue jüdische Staat in Palästina
entstehen solle. Dies lag nahe wegen der engen Verbindung des Landes zum
jüdischen Glauben. Es wurde eine zionistische Weltorganisation gegründet, in der
man Herzl zum ersten Präsidenten ernannte. Um Land in Palästina ankaufen zu
können gründete er eine jüdische Bank und einen Fond. Palästina befand sich zu
dieser Zeit jedoch noch in osmanischer Hand, und Herzl versuchte mit Sultan Abd
ud Hamid zu verhandeln, was aber erfolglos blieb. Außerdem reiste er durch viele
Hauptstädte, wie London, Paris, Berlin und Moskau um Geldgeber für sein Vorhaben
zu finden, auch hier wurde er meist zurückgewiesen. Die Verwirklichung seines
Traumes von einem unabhängigen jüdischen Staat konnte Theodor Herzl nicht mehr
miterleben. Er starb am 3.Juli 1904, 44 Jahre vor der Gründung des Staates Israel.
verfaßt von:
Elise Kleine
Felix Heinicke
Sebastian Rändler
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