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Ritualmordlegende, Hostienfrevel, Vorwurf der Brunnenvergiftung

Die Anklage, das Blut getöteter Menschen für rituelle Zwecke zu verwenden, wurde bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert erhoben, und zwar von Römern gegen die Christen. Daraus entstand später die Umkehrung, Juden würden Hostien stehlen und sie durchbohren. Tatsächlich kam in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Gerücht vom Ritualmord an Ritualmordlegende  Die Ermordung des Simon zu Trient, 1475   Holzschnitt aus der Schedelschen Weltchronik, 1493.JPGchristlichen Kindern auf und vom Frevel an der geweihten Hostie.
Obgleich viele Päpste, Kaiser, Ge- lehrte und Richter jene Beschul- digungen immer wieder als Lügen bezeichnet haben, blieben sie über Jahrhunderte hinweg Verleum- dungsmittel ohne Beweiszwang. Die Folgen waren für die Juden tödlich.
Im Jahre 1298 wurde die Be- schuldigung der Hostienschändung im fränkischen Röttingen kolportiert. Ein verarmter Ritter namens Rindfleisch sei durch die persönliche Botschaft vom Himmel zum Vernichter aller Juden ernannt worden. Ein halbes Jahr lang zog er mit einer Rotte von Totschlägern durch über 140 fränkische und schwäbische Ortschaften. Sie folterten, schändeten und verbrannten Tausende von Juden und Jüdinnen und töteten die Kinder. Nur die Bürger von Augsburg und Regensburg schützten ihre jüdischen Einwohner. Auch konnte ein Anteil der Verfolgten nach Polen und Litauen fliehen.
Die nächste Verfolgung traf die jüdischen Gemeinden vom Elsass bis hinüber nach Schwaben und Österreich. Im Jahre 1336 hatten sich verarmte Bauern, Raubritter und wanderndes Raubgesindel zusammengefunden; sie gaben sich den Namen "Judenschläger" und rotteten viele jüdische Gemeinden aus.
Die schlimmsten Verfolgungen spielten sich in den Jahren 1348/49 ab. In Europa wütete die Pest. Wie man heute weiß, wurde diese Seuche durch Flöhe von Ratten auf Menschen übertragen. Doch damals suchte man einen Schuldigen und machte im Zusammenhang mit der Epidemie den Juden den Vorwurf der Brunnenvergiftung. Man ließ Juden verfolgen, folterte und quälte sie anschließend so lange, bis sie gestanden Brunnen vergiftet zu haben. Zum göttlichen Strafgericht, als das der schwarze Tod galt, war damit als Sündenbock der Jude gefunden. Ihr tausendfacher Tod auf dem Scheiterhaufen, dem Rad und am Galgen vernichtete die meisten jüdischen Gemeinden. Und was man den Juden schuldig war, das war alles abgegolten, und alle Pfänder und Briefe, die sie über Schulden hatten, wurden zurückgegeben. Wo das Land von der Seuche verschont blieb, wurden die Juden dennoch verbrannt. Wo es keine gab, verbrannte man die zum Christentum übergetretenen Juden.


 


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