Bruno Bettelheim (1903 – 2003): Frühe biographische Wurzeln in Wien und sein psychoanalytisch – pädagogisches Werk

Vor 20 Jahren, am 13. März 1990, starb Bruno Bettelheim 86-jährig in Los Angeles. Er gehört zu den weltweit bekanntesten Psychoanalytikern und Psychoanalytischen Pädagogen. Wegen seines Judentums sowie seiner Widerstandstätigkeit gegen die Nationalsozialisten wurde er von diesen für knapp elf Monate in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald gefangengehalten, wo er sich mit Ernst Federn anfreundete. Nach seiner glücklichen Emigration im April 1939 in die USA baute er von 1944 – 1973 in Chicago die Sonia Shankman Orthogenic School auf und machte sie zu einer international respektierten Spezialeinrichtung für seelisch sehr kranke Kinder. Bettelheim hat eine große Anzahl von Büchern mit einer außergewöhnlichen thematischen Vielfalt publiziert. Nach seinem Freitod gab es Versuche, seinen Ruf in Frage zu stellen…

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„Annäherung an Bruno Bettelheim“ – die erste posthume Studie über Leben und Wirken Bruno Bettelheim

Drei Jahre nach Bettelheims Selbstmord erschien das vom Bettelheim-Forscher Roland Kaufhold herausgegebene Buch „Annäherung an Bruno Bettelheim“ – die erste und bis heute anregungsreiche, gut lesbare posthume Aufarbeitung des Lebens und Wirkens dieses Pioniers der Psychoanalytischen Pädagogik und jüdischen Exilanten. Bettelheim, 1903 in Wien geboren, musste 1939 als Jude und psychoanalytischer Pädagoge in die USA emigrieren., nachdem er ein Jahr in den Konzentrationslagern von Dachau und Buchenwald inhaftiert war. Sein Leben und Wirken galt der Arbeit mit emotional schwerstgestörten Kindern. Im Alter von 86 Jahren ist Bettelheim 1990 freiwillig aus dem Leben geschieden…

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Zum psychoanalytischen Verständnis von Faschismus und Antisemitismus

Bereits in den Jahren von 1920 – 1950 haben mehrere namhafte Psychoanalytiker, auch unter Bezugnahme auf Studien Sigmund Freuds, wegweisende psychoanalytische Theorien zum Antisemitismus publiziert. Zu nennen sind vor allem Bruno Bettelheim, Otto Fenichel, Ernst Simmel, Erik Homburger Erikson und Rudolf Loewenstein…

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Towards a Psychoanalytic Understanding of Fascism and Anti-Semitism: Perceptions From the 1940’s

The British historian E.H. Carr claimed that all history is contemporary history. No historian can escape from his own relationship to the present; each inevitably sees the past through the perspective, that is, the anxieties and desires of the present. Historians record and evaluate the past refracted both through the pressures of their current circumstances and through the dynamics of their own personality. The goal is to create a dynamic interaction between his material and himself, an honest and respectful dialogue between the facts of history and interpretations, an open-ended conversation between past and present.[01] The 110-year history of psychoanalysis presents precisely the same problems that Carr mentions. What is selected and omitted, emphasized or emphasized, argued or refuted will all turn on the historian’s contemporary concerns and how he consciously and unconsciously conceives of the present; nor can the historian’s ideological affiliation, perhaps best conceptualized as theoretical and methodological loyalties, filtered through his personal life, be bracketed out from his approach to the past…

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  1. E.H. Carr, What is History? (New York,1961), p. 22. []