Lee Krasner – Living Colour

Sie war eine der unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: Die Amerikanerin Lee Krasner (1908–1984). Sie war eine Pionierin des abstrakten Expressionismus und erfand sich zeitlebens neu, was in der enormen Energie und Vielfalt der Arbeiten zum Ausdruck kommt. Das Zentrum Paul Klee zeigt in einer grossen Retrospektive rund 60 Arbeiten aus international bedeutenden Museen und Sammlungen und damit die wichtigsten Zeichnungen, Gemälde und Collagen der 1920er- bis 1970er-Jahre…

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„Verpiss dich, Hitler!“

Ein 10-jähriger Junge bekommt von einem Erwachsenen ein Kaninchen in den Arm gesetzt und blickt es liebevoll an. Doch Zweck dieses Vorgangs ist nicht, mit einem niedlichen Tier zu schmusen, sondern dem Kaninchen den Hals umzudrehen. Der 10-jährige Johannes ist ein Nazi in der Ausbildung. Er nimmt an einem Jungvolk-Wochenende der HJ teil, das ihn zum Mann schmieden soll. Jetzt soll er beweisen, dass er schon mutig genug ist, um töten zu können. Er ist es nicht. Er setzt das Kaninchen ab und will es zur Flucht bewegen, aber das versteht den Ernst der Lage nicht. Einer der erwachsenen Aufsichtspersonen packt sich das arglos-lethargische Tier, dreht ihm den Hals um, schleudert es lässig hinter sich. Jojo ist blamiert, alle haben gesehen: Er kann nicht töten. Ab jetzt wird er spöttisch „Jojo Rabbit“ (in der deutschen Übersetzung: „JoJo Hasenfuß“) genannt. Aber er wäre doch so gerne ein guter Nazi, denn sein engster Vertrauter ist sein imaginärer Freund, der Führer selbst…

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Choreographien des Daseins – Die Wurzeln des Glücks

Der Regisseur David Rosenmerck sitzt vor einer Bühne; dort finden Proben für eine Performance statt, die er selbst choreographierte; in ihr geht es um sein Leben, seine Identität, die zerrüttete Ehe seiner Eltern. Die Tanzenden durchmessen den Raum mit ihren Bewegungen, der kein klares Zentrum zu haben scheint. Die Bewegungsabläufe wirken flüchtig und bestimmt zugleich, als würden sie eine Suche markieren, die radikal verlaufen wird. Doch der Regisseur sieht seinem Ensemble nicht aufmerksam zu, er ist selbst durch Anderes bewegt, beschäftigt mit Gedanken, die ihn einholen. Er ist dabei, einen Brief zu verfassen – einen Brief an seinen Vater, der als Schweinezüchter in Israel lebt…

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Schwerter zu Geigen

Zwei Jugendliche befinden sich allein auf einer dunklen Straße; sie sind ein Liebespaar und laufen aus einem Musik-Camp davon. Nicht nur diesen Ort wollen sie hinter sich lassen. Sie wissen noch nicht ganz genau, was sie tun werden, aber sie wissen, dass sie einen ganz anderen Ort finden müssen, weit weg von all der Dummheit, den Vorurteilen und dem Hass, der um sie herum existiert. Sie müssen dort ankommen, wo man ihrer Liebe eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft geben wird. Doch plötzlich hält ein Auto vor ihnen, sie werden über Lautsprecher aufgefordert, zum Wagen zu kommen, doch sie verstehen die Sprache nicht, die aus den Lautsprechern ertönt, sie können die Situation nicht deuten – sie rennen davon, doch sie werden ihren Weg nicht fortsetzen können…

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Zur Sonne, zum Freibad

Als 1989 die Mauer fällt, darf die 12jährige Esther Zimmering nicht sofort wie die anderen Kinder ihrer Klasse Westberlin besichtigen, sondern muss allein mit ihrer Lehrerin in der Klasse ausharren; ihr Vater verbietet es, er ist als Militärarzt bei der NVA tätig und will noch abwarten, wie sich die neuen Verhältnisse gestalten. Doch schließlich ist es auch Esther möglich, den Teil der Stadt hinter der gefallenen Mauer zu bereisen – und auch ihre private Welt weitet sich nun über Deutschland hinaus: Sie hat noch Verwandte in Israel, zu denen der ostdeutsche Teil ihrer Familie jetzt wieder Kontakt aufnimmt…

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Unter Blicken – Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Die neunjährige Anna Kemper glaubt nicht mehr daran, dass die Taschenuhr ihres Patenonkels Julius aufgepustet werden kann. Eigentlich weiß sie es schon lange, dass er während ihres Pustens auf einen kleinen Knopf drückt und so der Deckel der Uhr sich durch einen Mechanismus öffnet, aber sie hat bis zu diesem Zeitpunkt noch so getan, als würde sie glauben, dass hier etwas Magisches passiert. Doch jetzt ist nichts mehr so wie zuvor, es gibt keinen Platz mehr für Wunder, keinen Raum mehr für den Zauber des Alltäglichen – denn Magie muss einen Ort haben, sie muss lebensweltlich beheimatet sein. Nun aber ist die Zeit entzaubert worden, und der Raum hat sich auch deswegen verändert: Anna ist nicht mehr daheim in Berlin, sondern mit ihrer Familie im Exil in der Schweiz. Doch auch hier wird sie wieder Abschied nehmen müssen, wird eine Zeitlang in Paris leben und schließlich in London zu Hause sein…

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Von Autisten und Helden

Eine Jugendliche rennt in Panik die Straße entlang; sie bewegt sich dabei nicht in einer Weise, als würde sie befürchten, die Haltestelle nicht rechtzeitig zu erreichen und so einen Bus verpassen, der sie rechtzeitig zu den Abiturprüfungen bringen kann, sondern so, als ob sie in Lebensgefahr schwebt. Man merkt ihr an, kein richtiges Ziel zu haben, und da sie völlig rücksichtlos in Hinblick auf weitere Personen, die sich auf ihrer Strecke befinden, durch die Straßen sprintet, sogar ein Radfahrer ihretwegen zu Fall kommt, vermutet man männliche Verfolger hinter ihr. Da sind tatsächlich welche, sie holen sie ein und werfen sie zu Boden: Die jugendliche Emilie ist ihre Klientin, sie leidet an einer schweren autistischen Störung und wird von den Männern betreut…

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