Pittsburgh – 27.10.2018

Zehn Menschen wurden heute in der Tree of Life Synagoge in Pittsburgh, USA, ermordet. Der Attentäter drang kurz vor 10 Uhr Ortszeit in die Synagoge ein, brüllte „All Jews must die!“ und schoss um sich. Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, bei den Müttern und Vätern, bei den Kindern, Brüdern und Schwestern, die zu Waisen und Hinterbliebenen wurden. Bei der ganzen Gemeinde, die dieses schreckliche Trauma in sich tragen muss. Jehi sichram baruch….

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Von Orbán bis Corbyn: Die neue Normalität des Antisemitismus

Eine Schlüsselszene vor einigen Monaten: Ich sitze in München in einem Lokal im Stadtteil Bogenhausen. Die Gäste entsprechen dem Viertel: gut betuchte Akademiker, Ärzte, Juristen, Anwälte, Münchner Bürgerschickeria, nach dem neuesten Trend gekleidet, aber auch in schicken Loden. Man ist weitgereist, hält viel auf die eigene „Internationalität“…

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„Aufklärer, lieber Karl, sei Dein Ehrentitel“

Der für sein Engagement und seine Zivilcourage bekannte Journalist, Autor und Zeitzeuge Karl Pfeifer feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag. Die Aktion gegen den Antisemitismus feierte am 27. September im Wiener DÖW, dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, den Jubilar mit Familie und Freunden. Wir dokumentieren im Folgenden die Laudationes von Gerhard Oberschlick und Doron Rabinovici…

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Thessaloniki – Die Vernichtung der „Judenstadt“ und ihre Folgen

„Denkt überhaupt irgendjemand darüber nach, was früher hier passiert ist?“, geht mir durch den Kopf, als ich Thessalonikis laute Straßen mit ihren hässlichen Betonbauten durchstreife, vorbei an Menschenmassen, die mit Einkaufstaschen bepackt umhereilen. Mit dreizehn Jahren fiel mir Zuhause ein postkartengroßes, schmales Heftchen in die Hände: „Ein kleiner Spaziergang durch Saloniki. Andenken zum Einmarsch der Deutschen Truppen in Saloniki am 9. April 1941“. Es war das letzte Lebenszeichen des zwanzigjährigen Onkels meiner Mutter, bevor er ein paar Monate danach von griechischen PartisanInnen getötet wurde. Mein Interesse war geweckt…

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Die Tuch-Redlichs – Geschichte einer jüdischen Fabrikantenfamilie

Wenn im Brünn der vorvergangenen Jahrhundertwende die Rede auf die Tuch-Redlichs kam, wusste jeder, wer gemeint war. Die bekannte, in der Tuchfabrikation tätige Familie war in der mährischen Hauptstadt allseits geschätzt, und wurde mit dieser Bezeichnung von einem anderen Familienzweig, der sich dem Zuckergewerbe verschrieben hatte, den Zucker-Redlichs, unterschieden. Die Tuch-Redlichs hatten im 19. Jahrhundert maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt; doch der Lauf der Geschichte, der barbarische Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts hat die Erinnerung an diese bedeutende jüdische Familie sowohl im lokalen als auch privaten Umfeld zerstört…

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