Heilen nach dem Holocaust

Lange hat Henri Parens, renommierter amerikanischer Psychoanalytiker und Überlebender der Shoah, damit gerungen, über seine Erinnerungen an seine Verfolgung zu schreiben. Zu sehr fürchtete der 1928 im polnischen Lodz geborene Jude, von den zerstörerischen Erinnerungen überrollt, überwältigt zu werden. „Sprich, Erinnerung, sprich!“ lautete Vladimir Nabokoss Forderung – sie könnte als Motto über Parens nun vorliegende Lebenserinnerungen stehen…

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Martin Luthers judenfeindliche Schriften

Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier und Reinhold Schlotz dokumentieren in „Martin Luther. Judenfeindliche Schriften Band 2“ nach der berüchtigten Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ vier weitere antisemitische Abhandlungen im Originaltext, aber auch im heutigen Deutsch. Den Herausgebern kommt das Verdienst zu, damit auf die nicht nur aus einer Schrift bestehenden judenfeindlichen Schattenseiten des Reformators erinnert zu haben…

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„Ein Ungeheuer, das wenigstens theoretisch besiegt sein muß“

Mag der Antisemitismus für die Geschichtswissenschaft und über diese hinaus ein breit dokumentiertes und beforschtes Thema sein, so ist es die Geschichte der Antisemitismusforschung – speziell aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus – noch lange nicht. Eine Ausnahme in diesem Sinne stellt die Dissertationsschrift Franziska Krahs dar [1] …

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Die Tage ohne Vater

Der seit 24 Jahren in Köln lebende Schriftsteller und Menschenrechtler Dogan Akhanli ist in der Türkei ein bekannter Autor. Immer wieder hat er an den Völkermord an den Armeniern erinnert. Immer wieder hat er alle Tabus der türkischen Gesellschaft in seinen Werken in Frage gestellt. Nun ist ein zweiter Roman von Akhanli auf deutsch erschienen, mit Die Tage ohne Vater betitelt, auf türkisch ist er im Jahr 2008 erschienen. Die Tageszeitung Hürriyet verlieh ihm damals bei einem Literaturwettbewerb den Preis für die wichtigste Neuerscheinung des Jahres…

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