Zweisprachigkeit und binationale Idee

Globalisierung und doppelter Staatsbürgerschaft zum Trotz, die Vorstellung ein Mensch sei qua Herkunft auf eine Kultur oder Nationalität festgeschrieben, scheint bei vielen Deutschen nicht aus dem Kopf zu wollen. Zu beobachten gerade wieder an den Überfremdungsängsten von Pegida und Co. Dabei ist die Idee es existiere so etwas wie eine homogene nationale Identität seit jeher ein Mythos, der eine komplexe Realität verschleiert…

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Eine Wiedererinnerung an Bruno Asch

„Aus der aktiven Politik bin ich nun als Sozialdemokrat ausgeschaltet, aber auch als Jude,“ notiert Bruno Asch im April 1933 in seinem Tagebuch. Wenige Wochen später flieht der 1890 in Posen geborene Wirtschaftswissenschaftler und jüdische Sozialist nach Amsterdam. Dies half Asch, der sich in seiner Studienzeit leidenschaftlich mit zionistischen Themen beschäftigt hatte, nichts: Der bekannte Frankfurter und Berliner Stadtkämmerer nahm sich am 15.5.1940, als die Niederlande vor den Nazis kapitulierte, voller Verzweiflung das Leben. Er wurde nur 49 Jahre alt…

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Arbeit und »jüdisches Kapital«

Eine theoretisch anspruchsvolle und ausgesprochen gelungene Untersuchung über linken Antisemitismus, genauer über antisemitische Aussagen im offiziellen KPD-Parteiorgan Die Rote Fahne hat Olaf Kistenmacher vorgelegt. Auf die Vorarbeiten zu dieser Dissertation war der interessierte Leser bereits durch eine Reihe von Aufsätzen aufmerksam geworden…

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Majdanek

Mordechai Strigler (1918–1998) begann kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald im April 1945, seine Erfahrungen im Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek in literarischer Form zu verarbeiten. Er legt jedoch keine nüchterne Schilderung des Lebens und Leidens der jüdischen Häftlinge vor, sondern reflektiert tiefgründig die Psychologie und Reaktionen der Opfer und ihrer Henker von der SS. Strigler kaschiert nicht die Fehler und menschlichen Schwächen der Opfer, über die er wie von Wesen aus Fleisch und Blut berichten möchte…

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Neues zu Herzl

Theodor Herzl, dessen Geburtstag sich heute, am 2. Mai zum 156. Mal jährt, gilt als Begründer des politischen Zionismus. Ohne seine Initiative hätte die Bewegung wohl nicht so bald die aktive Dimension bekommen, die schließlich in der Gründung des Staates Israel mündete. Anfang des Jahres sind zwei neuen Bücher zu Theodor Herzl erschienen, beide im Jüdischen Verlag im Suhrkamp, beide von namhaften Autoren. Unterschiedlicher könnten sie ansonsten nicht sein…

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