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GERSHOM SCHOLEM
SABBATAI ZWI
Der mystische Messias
Gershom Scholem hat sein Buch über Sabbatai Zwi
(1626-1676), sein Opus magnum über den mystischen Messias, mit einem Kriminalroman
verglichen. Er sichtet Archive, sichert Spuren, wertet Quellen wie Indizien aus, verwirft
Hypothesen und rekonstruiert so eine Lebensgeschichte, die eine einzigartige Wirkung in
der jüdischen Geschichte hatte.
1648 gibt sich ein junger türkischer Jude namens Sabbatai Zwi als
Messias zu erkennen. Er sagt den unaussprechlichen Namen Gottes, vollzieht verbotene
Handlungen und wird daraufhin von den Rabbinern aus Smyrna verbannt. Seine lange
Wanderschaft bringt ihn auch nach Palästina, wo er Nathan von Gaza begegnet, dem
eigentlichen geistigen Kopf der Bewegung des Sabbatianismus.
1897 in Berlin geboren, setzte sich Scholem früh mit jenem
deutschen Judentum auseinander, dem seine Familie entstammte,
und wandte sich, entschieden und temperamentvoll, den Grundlagen des Judentums wie dem
Zionismus zu. Die Selbstverständlichkeit einer deutsch-jüdischen Identität, in der
viele jüdische Philosophen am Anfang dieses Jahrhunderts lebten und dachten, erschien
Scholem von Beginn an als Illusion.

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