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Erinnerungen mehr und
mehr zugelassen:
Zum Tod von Elisabeth Mann Borgese
Köln (ots) - Die jüngste
Tochter des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Thomas
Mann ist wie erst jetzt bekannt wurde am Donnerstag im Alter von 83
Jahren in der Schweiz gestorben. In dem erfolgreichen ARD-Dreiteiler
"Die Manns - Ein Jahrhundertroman" stand die Meeresbiologin,
deren Kosenamen in der Familie Mann "Medi" lautete, im Mittelpunkt.
Mit Trauer und Bestürzung haben
der renommierte Autor und Regisseur Heinrich Breloer und der
ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Fritz Pleitgen auf die Nachricht
von dem plötzlichen Tod von Elisabeth Mann Borgese reagiert.
Heinrich Breloer
erinnert sich an die mehrwöchigen Filmarbeiten mit Elisabeth Mann
Borgese in Deutschland und den Orten des Exils in Frankreich, der
Schweiz und den USA. Dabei habe die Lieblingstochter von Thomas Mann
ihre Erinnerungen mehr und mehr zugelassen: "Sie hat vom Glück
erzählt als Tochter dieser Eltern aufgewachsen zu sein, aber auch
von den düsteren Seiten dieser dramatischen Familiengeschichte nicht
geschwiegen."
Die Arbeit mit
Mann Borgese sei mehr gewesen als ein besonders langes Interview -
"es war ein Adoptionsverfahren und ich war damit aufgenommen in ihr
Leben". Mit ihren Geschichten habe sie uns allen ein "großes
Geschenk" gemacht, so Breloer.
Auf die zentrale Rolle, die
Elisabeth Mann Borgese in dem Meisterwerk von Breloer gespielt hat,
weist Fritz Pleitgen hin: "Sie hat mit Esprit, Humor,
Liebenswürdigkeit und großer Überzeugungskraft überraschende
Einblicke in das Leben einer außergewöhnlichen deutschen Familie
gegeben. Anhand dieser Schicksale wurde zugleich Zeitgeschichte des
20.Jahrhunderts lebendig. Für das Publikum war Elisabeth Mann
Borgese mit ihren anschaulichen Erzählungen ein Glücksfall."
Breloers "Die Manns" - Ko-Autor
Horst Königstein - war vor wenigen Wochen mit großem Erfolg im
Ersten und zuvor in Arte ausgestrahlt worden. Der Dreiteiler ist
soeben in Berlin mit der "Goldenen Kamera" ausgezeichnet worden. Er
ist außerdem nominiert für den Grimme-Preis.
haGalil onLine 10-02-2002
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