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Die Zahl der rechtsextremen Straftaten steigt
Die Zahlen der Statistiker bleiben alarmierend: Im
Jahr 2000 gab es deutlich mehr rechtsextreme Straftaten als im Jahr
1999. Bundesweit stieg die Anzahl der fremdenfeindlichen, rechtsextremen
und antisemitischen Delikte nach Schätzung der Sicherheitsbehörden von
10.037 auf 14.000. Allein in NRW stieg die Zahl um das Doppelte auf 1450
an.
Mag sein, dass die Gewalt von Rechts mehr in den Focus
der Öffentlichkeit geraten ist. Denn gleichzeitig mit der wachsenden
Aufmerksamkeit seit Sommer 2000, vermehrten sich auch die Straftaten.
Das bedeutet: Wir stehen in Deutschland erst am Anfang einer
nachhaltigen Bekämpfung rechter Umtriebe und nazistischer Gewalt.
Appelle an Zivilcourage, Demonstrationen und Verbote reichen da nicht
aus. Vielmehr müssen wir "Propaganda", die oft mit Halbwahrheiten
argumentiert, auch als solche entlarven lernen. Jeder kann und muss (!)
dem sich einschleichenden rechten Gedankengut Paroli bieten.
Unser Tipp:
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"Ausländer nehmen uns
die Arbeitsplätze weg"
Rechtsradikale Propaganda
und wie man sie widerlegt
Jonas Lanig, Wilfried Stascheit (Hrsg.)
250 S., 16 x 23 cm, Pb.
ISBN 3-86072-394-4
Best.-Nr. 2394
27,- DM/sFr/197,- öS
"Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze
weg", "Die machen sich hier ´nen lauen Lenz und wir Deutschen werden
dafür vom Staat geschröpft." Diese und ähnliche Behauptungen kommen
mittlerweile nicht mehr nur von ganz rechts. Sie sind Gemeingut an
vielen Stammtischen. Rassismus reduziert den Menschen auf Herkunft oder
Hautfarbe. Konfrontiert mit solch einem Unsinn steht man manchmal
einfach nur sprachlos da. Und natürlich verschlägt es einem gerade da
die Sprache, wo man griffige Gegenargumente bräuchte. Gegen diesen
Argumentationsnotstand sind in diesem Buch Tatsachen und Fakten
gesammelt, mit denen Sie sich den gängigsten, rassistischen Parolen
gegenüberstellen können. Statistiken, Berichte, Interviews und andere
Dokumente entkräften verbreitete Statements und widerlegen falsche und
verdrehte Behauptungen. Damit Diskussionen mit "rechts" für Sie nicht
zur Argumentationsfalle werden.
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Seit 1990 mehr als 110 Übergriffe auf KZ-Gedenkstätten
Berlin (dpa) - Seit der Wiedereinigung 1990 hat es
mehr als 110 rechtsextremistische Übergriffe im Bereich der
KZ-Gedenkstätten gegeben. Allein im ehemaligen KZ Buchenwald gab es von
Januar 1998 bis Sommer 2000 knapp 40 Vorfälle. Dies geht aus einer
Dokumentation hervor, die der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma heute
Bundesinnenminister Otto Schily vorlegte. Schily betonte, in der
Öffentlichkeit dürfe sich nicht der Eindruck verfestigen, als ob in
Deutschland diese extremistischen Kräfte ein neues Umfeld fänden.
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Erinnern heißt wachsam bleiben
Pädagogische Arbeit in und mit
NS-Gedenkstätten
Tipps, Infos, Konzepte
Uwe Neirich
189 S., 16 x 23 cm, Pb.
ISBN 3-86072-459-2
Best.-Nr. 2459
29,85 DM/sFr/218,- öS
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Jetzt ist es auch amtlich:
David Irving ist ein Rassist
Was man bisher lediglich seinen Schriften entnehmen
konnte, hat das oberste Gericht Großbritanniens nun als legitim
anerkannt: Der selbst ernannte Historiker darf straffrei als „Rassist,
Antisemit und Holocaust-Leugner“ bezeichnet werden. Damit verlor Irving
einen Prozess gegen die us-amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt
und deren Verlag Penguin Books, den er selbst angestrengt hatte.
Lipstadt hatte Irving Geschichtsfälschung vorgeworfen. Irving stellt den
Holocaust in Frage und behauptet unter anderem, die Gaskammern in
Auschwitz seien nach dem Krieg von Polen gebaut worden. Die
Nationalsozialisten hätten zwar Juden getötet, jedoch sei die
Vernichtung nicht systematisch erfolgt. „Auf dem Rücksitz von Edward
Kennedys Auto in Chappaquiddick sind mehr Frauen umgekommen als in den
Gaskammern von Auschwitz.“ Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau
bezeichnet er als "Disneyland für Touristen".
Erschienen seine frühen Bücher z. B. noch als Vorabdruck
im "Spiegel", hat Irving heute Einreiseverbot in Kanada, Australien,
Deutschland und Italien. Gerne spricht er vor rechtsextremen Vereinen
wie dem Ku-Klux-Klan, der deutschen DVU oder der französischen Front
National. Aktive Rassisten wie David Irving oder Fred Leuchter, der mit
Hilfe von Bodenanalysen nachweisen will, dass die Gaskammern nie in
Betrieb waren, machen deshalb besonderen Eindruck, weil sie mit
scheinbar wissenschaftlich fundierten Methoden arbeiten. Sie sind zwar
nur eine winzig kleine "intellektuelle" Vorhut, ihr Einfluss aber auf
die rechtsradikale Bewegung und auf Jugendliche, die Argumente für ihre
Vorurteile suchen, ist nicht zu unterschätzen – umso mehr ein Grund,
sich sachlich mit dem Völkermord und mit den Thesen der
Holocaust-Leugner auseinander zu setzen.
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"In Auschwitz wurde niemand vergast"
60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt
Markus Tiedemann
Ab 13 J., 184 S., 16x23 cm, Pb.
ISBN 3-86072-275-1
Best.-Nr. 2275
25,- DM/sFr/183,- öS
Inhaltsverzeichnis (PDF)
Beispielseiten (PDF)
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Erinnern heißt wachsam bleiben
Pädagogische Arbeit in
und mit NS-Gedenkstätten
Uwe Neirich
Ab 13 J., 189 S., 16 x 23 cm, Pb.
ISBN 3-86072-459-2
Best.-Nr. 2459
29,85 DM/sFr/218,- öS
Inhaltsverzeichnis (PDF)
Beispielseiten (PDF)
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Projekthandbuch: Gewalt und Rassismus
Ralf-Erik Posselt
Klaus Schuhmacher
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22.50 DM/164.00 öS/22.50 sFr
Altersstufen: 12 - 17
352 S., 15,3x22 cm , Pb.
ISBN: 3-86072-104-6
Best.-Nr. 2104
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Das Buch setzt der Gewalt eine aktive, lebendige Lebensweise
entgegen. Es setzt Fakten gegen Vorurteile, klopft Politikern auf die
Finger und ermutigt, die Verhältnisse mit- und umzugestalten. Und es
zeigt Alternativen auf: Multikulturelles Lernen, Zivilcourage, Umgehen
mit Entfremdung, Zukunfts- und Ideenwerkstatt.
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Klassen:
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6 - 11
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Erscheinungsjahr:
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1993
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Schulfächer:
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Politik
Sozialkunde
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Schulformen:
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Jugendarbeit
Sek I
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Schule gegen Rechts
| Wer
Courage hat, soll es zeigen! |
| Was ich, du und wir im Alltag gegen Gewalt und
Rassismus tun können |
Gewalt und rassistische Übergriffe finden
tagtäglich in der Schule, am Arbeitsplatz, auf der Straße, in der Bahn,
in der Kneipe usw. statt. Viele Menschen reagieren verunsichert und
schauen oder hören einfach weg. Sie merken kaum, dass sie damit selbst
ein Klima von Gewalt fördern und verstärken.
Im Umgang mit Gewalt und Rassismus liegen heute viele positive
Erfahrungen vor, die zeigen können, wie Gewalttäter/innen und
Rassist/innen in die Schranken verwiesen werden können. Sie zeigen, was
du und ich tun können, damit Gewalt und Rassismus erst gar nicht
entsteht.
Weil
Gewalttäter/innen und Rassist/innen es überhaupt nicht mögen, wenn sie
und ihre Taten und Sprüche in die Öffentlichkeit gebracht werden, macht
es Sinn, sie öffentlich zur Rede zu stellen und zur Rechenschaft zu
ziehen. Oft versuchen sie uns lachend, mit ihren blöden Sprüchen und
erniedrigenden Witzen, auf ihre Seite zu ziehen; meistens vertrauen sie
darauf, dass ihnen keiner widerspricht oder wir ihnen keinen Widerstand
entgegensetzten. |
| Einige grundsätzliche Gedanken: |
Verwende keine Abwehrwaffen oder -geräte. Alle
bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass die damit von dir
ausgehenden Signale die Wut und die Gewalt der Angreifer/innen
verstärken oder sogar scheinbar legitimieren. Außerdem wirst du nie
sicher sein können, dass sich deine Waffe nicht plötzlich gegen dich
selber richtet. Als Alternative gibt es
Signalgeräte wie z.B. Trillerpfeifen oder kleine Alarmgeräte: Damit
kannst du Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit herstellen und Täter/innen
für eine erste Schrecksekunde stoppen. Auch einfache (billige)
Photoapparate (mit Blitzlicht) haben aus sicherer Entfernung eine
erhebliche Störwirkung. Gewalttäter/innen schrecken oft von ihrem
Vorhaben zurück, wenn sie Angst haben müssen, wiedererkannt zu werden.
Es gibt keine richtigen Rezepte, Tips oder Verhaltensregeln. Jede
Situation ist zuerst einmal abhängig von dir selber und deinen
Fähigkeiten. Von daher empfehlen wir dir die Teilnahme an einem Gewalt-
oder Rassismus- Deeskalationstraining*. Dort lernst du deine
Möglichkeiten und Fähigkeiten (dir selber oder anderen zu helfen) zu
entwickeln, sie selbstsicher und wirkungsvoller einzusetzen. |
| Was du
tun kannst: |
| In der Öffentlichkeit |
Mach
den Mund auf, wenn du Zeuge von rassistischen Beschimpfungen und
erniedrigenden Witzen wirst. Widerspreche laut und deutlich. Laß nicht
zu, dass im Gespräch über Ausländer/innen oder Flüchtlinge eine
verhetzende Sprache gebraucht wird. Weise darauf hin, dass niemand ohne
Not seine Heimat verlässt und die Fluchtursachen sehr vielfältig sind.
Laßt Leute aus Zuwandererfamilien und Flüchtlinge zu Wort kommen und
schafft Gelegenheiten, in denen Deutsche und solche Leute sich begegnen
und verständigen können.
Wende dich mit Leserbriefen in der Zeitung gegen rassistische Aktionen
und diskriminierende Berichterstattungen. Setz dich in solchen Briefen
für ein Zusammenleben der Bevölkerung ein.
Fordere die Abgeordneten deines Wahlkreises auf, sich eindeutig gegen
Gewalt und Rassismus zu wenden. Politiker/innen haben Vorbildfunktion.
Frage sie nach ihrer Haltung zu diesem Problem!
Wende dich an die Medien, wenn diese eine Sprache oder Bilder
verwenden, die Diskriminierung fördern, erzeugen oder billigen.
Nimm die Ängste und Probleme, die Menschen
in deiner Nähe mit "Ausländer/innen" haben, ernst und respektiere sie.
Greife die Ängste und Probleme auf und versuche, sie mit Sachargumenten
zu entkräften. Jemand, der Angst, Bedenken oder Probleme hat, ist noch
lange kein Rassist.
Stelle Strafanzeige bei der Polizei, wenn du mitbekommst, dass in
deiner Umgebung rechtsextremistische Lieder, Computerspiele,
Zeitschriften, Propaganda usw. kursieren. Informiere über deine
Beobachtungen die verantwortlichen Parteien und Politiker/innen in
deiner Stadt und frage nach, was sie unternehmen werden. |
| Bei Schlägereien: |
Wenn
Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sich schlagen, schlage Alarm, mach
Krach, stell Öffentlichkeit (aus sicherer Entfernung) her. Mach andere
auf die Schlägerei aufmerksam und schick sie los, um Hilfe oder die
Polizei zu holen.
Gewalttäter/innen haben Angst wiedererkannt und zur Rechenschaft
gezogen zu werden. Also sprich sie direkt an (wenn Du einen Namen gehört
hast) oder benenne deutliche Wiedererkennungsmerkmale: "Du mit der
Stirnglatze, wir kennen dich, -hör auf ... wir haben schon die Polizei
angerufen ..."
Viele Kinder und Jugendlichen behaupten, zur Rede gestellt, "alles
wäre nur ein Spaß" gewesen. Sie werden schnell nachdenklich, wenn du die
vorausgegangene "Gewalt" beim Namen nennen kannst: "Dann lass mal deinen
Arm sehen, den roten Fleck (die blutende Lippe, das blaue Auge, die
zerrissene Hose usw.), nennst du das einen Spaß? Ich nenne das
Körperverletzung ... (und schon bist du in der Offensive). |
| In der Bahn, im Bus |
In
der Bahn, im Bus usw. wird jemand angegriffen, erniedrigt, verletzt. Die
Mitfahrenden sind schockiert oder eingeschüchtert, sie wissen nicht, wie
sie sich verhalten sollen. Folgendes kannst du tun:
Du kannst den/die Fahrer/in auffordern, die Polizei zu rufen. Er/sie
ist verpflichtet, dies zu tun. Sonst kann er/sie wegen unterlassener
Hilfeleistung belangt werden.
Wenn du nicht direkt zum/zur Fahrer/in gelangen kannst, kannst du
diejenigen, die vorne sitzen, laut anschreien: "Der Fahrer soll die
Polizei informieren."
Du kannst andere Mitfahrende auffordern, mit dir laut zu pfeifen und
zu rufen. "Hört auf, hört auf!" Anfangs machen dabei wenige, dann i. d.
R. immer mehr mit. Jetzt wird die Situation für Gewalttäter/innen
riskant, weil sie unüberschaubar und unberechenbar ist. Sie scheuen das
Risiko und versuchen wahrscheinlich sich vom Ort des Geschehens zu
entfernen.
Je nach Sachlage und Situation kannst du auch den/die Fahrer/in
auffordern, die Türen abzusperren, so dass sich die Täter/innen nicht
entfernen können, bis die Polizei ankommt.
Es ist wichtig, möglichst viele Mitfahrende direkt anzusprechen und in
die Verantwortung zu nehmen - um so stärker ist die Wirkung gegenüber
den Angreifer/innen! |
| In der Kneipe: |
Du
bekommst mit, wie einige über die andere herziehen, sie beleidigen oder
angreifen. Oder sie fangen an, rassistische Sprüche und Witze
abzulassen. Wenn jemand versucht, die Leute zur Vernunft zu bringen,
zeigen sie möglicherweise mit einem zackig gebrüllten "Heil Hitler", wer
in dieser Kneipe das Sagen hat. Möglicherweise werden sie sogar
gewalttätig und fangen an, "ausländisch" aussehende Gäste anzupöbeln.
Hol dir Hilfe! Bitte andere Gäste, gleichzeitig mit mehreren
aufzustehen. Stellt euch, wenn ihr eine deutliche Mehrheit seit,
zwischen oder um die Randalierer und fordert sie gemeinsam auf,
aufzuhören.
Du kannst zum/r Wirt/in (oder zu Gästen mit Handy (Tel.110)) gehen und
ihn/sie bitten, die Polizei anzurufen. Der/die Wirt/in hat die Pflicht,
Straftaten in seinem Lokal zu verhindern. Wenn er/sie dieses Verhalten
seiner Gäste duldet, kann ihn/sie das die Lizenz kosten.
Du kannst die Polizei selber anrufen und vor der Gaststätte auf sie
warten. Da kannst du in Ruhe erklären, was passiert ist. |
| In der Fußgängerzone: |
Laß
dich in rassistischen oder gewalttätigen Situationen nicht provozieren!
Gewalt entsteht oft, weil ein Wort das andere gibt.
Duze die Angreifer/in nicht. Andere Passanten könnten leicht einen
rein privaten Konflikt vermuten.
Übernimm die "Regie", sprich andere Anwesende direkt und persönlich
an: "Hallo, sie da im grünen Mantel, bitte helfen die mir, rufen sie
sofort die Polizei!" Wenn diese/r Passant/in darauf reagiert, dann ist
meist der Knoten geplatzt und der sogenannte Schneeballeffekt tritt ein.
Jetzt kannst Du auch andere Passant/innen aktivieren. Für die
Randalierer/innen wird jetzt die Situation schwierig. Sie sind
überrascht, denn bisher war ihre Erfahrung, dass die Menschen
gleichgültig oder verschüchtert reagieren.
Wichtig: Eine Anzeige bildet erfahrungsgemäß den besten Schutz
vor erneuten rassistischen Gewalttaten, da die Täter/innen durch
polizeiliche Ermittlungen und Gerichtsverfahren erhebliche
Unannehmlichkeiten zu befürchten haben. Gewalttäter/innen müssen wissen,
dass sie für ihre Untaten zur Rechenschaft gezogen werden. Die Polizei
ist rund um die Uhr da: am schnellsten über den Notruf 110. |
| In deiner Stadt oder Gemeinde: |
Trete dafür ein, dass das Thema "Verständigung
mit Minderheiten" in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Schule,
Kultur, Theater, Museen und Konzerte eingebunden und berücksichtigt
wird.
Frage die Vereine (am besten schriftlich), wie viele Leute aus
Zuwandererfamilien und Flüchtlinge bei ihnen Mitglied sind.
Versuche bei öffentlichen Veranstaltungen, Personen aus der
Wirtschaft, Gewerkschaft, Kultur, Wissenschaft, Kirche, Initiativen,
Stadt und Politik an einen "Runden Tisch" zu bekommen.
Organisiere Veranstaltungen, insbesondere zum Tag des Flüchtlings
(Freitag, letzte Septemberwoche), Tag der Menschenrechte (10.12) oder
zum Internationalen Antirassismustag (21.3.). |
| In der Nachbarschaft: |
Sorge
alleine oder mit anderen dafür, dass rassistische Parolen an Brücken,
Mauern usw. beseitigt (oder verändert) werden. (So kann z.B. aus
"Ausländer raus" leicht "Deutsche und Ausländer raus zum 1. Mai" o.ä.
werden).
Frage schriftlich bei der Polizei an, was sie gegen rassistische
Parolen unternimmt.
Eröffne Leuten aus Zuwandererfamilien und Flüchtlingen Treffpunkte
(z.B. im kirchlichen Gemeindehaus, im Kulturzentrum, im Sport-Cafe
usw.).
Unterstütze die Selbstorganisationen von Flüchtlingen und von Leuten
aus Zuwandererfamilien. |
| Im Kindergarten und in der Schule: |
Frage Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und
Lehrer, wie sie sich für Verständigung einsetzen und was sie gegen
Gewalt und Rassismus unternehmen. Gleiches gilt für Elternbeiräte,
Klassenpflegschaften, Schulkonferenzen und SV‘en. Meistens macht es
Sinn, die Anfrage schriftlich zu stellen und später nachzuhaken.
Überprüft eure Beteiligung an dem Projekt "Schule Ohne Rassismus".
Fragt nach (und gebt Hinweise), ob Gewalt- und Rassismus-
Deeskalationstrainings durchgeführt und angeboten werden. |
| Im Betrieb und bei der Arbeit: |
Diskutiere mit deinen Kolleg/innen, ob sie dir
bei deinen Vorhaben zur Verständigung helfen können und warum du das
(was du machst) tust.
Nutzt eure Betriebszeitung, um über das Leben und die Geschichte von
Leuten aus Zuwanderfamilien und Flüchtlingen zu berichten. Unterstützt
Solidaritätsaktionen und berichtet darüber. |
| In der Religion: |
Feiert all eure Feste mit Angehörigen anderer
Religionen und ladet sie dazu ein. Laßt euch selber zu Festtagen anderer
Religionen einladen, betone dabei das Gemeinsame und den Respekt vor dem
anderen.
Bitte den Vorstand deiner Kirche oder Religionsgemeinschaft, den
anderen Gemeinschaften zu deren Festen einen Brief mit Gratulation zu
schreiben; mach es mit Deiner Gruppe selber.
Nehmt Kinder und Jugendliche aus Flüchtlings- und Zuwandererfamilien
mit in Eure Ferienprojekte und Gruppen. Bietet ihnen Raum für Freizeit
und ehrenamtliches Engagement.
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| Wenn du
selber bedroht oder angegriffen wirst: |
| Vorbereiten! |
| Bereite dich auf mögliche Bedrohungssituationen
seelisch vor: Spiel Situationen für dich allein und im Gespräch mit
anderen durch. Werde dir grundsätzlich klar darüber, zu welchem
persönlichen Risiko du bereit bist. Es ist besser, sofort die Polizei zu
alarmieren und Hilfe herbeizuholen als sich nicht für oder gegen das
Eingreifen entscheiden zu können und gar nichts zu tun. |
| Ruhig bleiben! |
| Panik und Hektik vermeiden und möglichst keine
hastigen Bewegungen machen, die reflexartige Reaktionen herausfordern
könnten. Wenn ich "in mir ruhe", bin ich kreativer in meinen Handlungen
und wirke meist auch auf andere Beteiligte beruhigend! |
| Aktiv werden! |
| Wichtig ist, sich von der Angst nicht lähmen zu
lassen. Eine Kleinigkeit zu tun ist besser, als über große Heldentaten
nachzudenken. Wenn du Zeuge/in von Gewalt bist: Zeig, daß du bereit
bist, gemäß deinen Möglichkeiten einzugreifen. Ein einziger Schritt, ein
kurzes Ansprechen, jede Aktion verändert die Situation und kann andere
dazu anregen, ihrerseits einzugreifen. |
| Geh aus der dir zugewiesenen Opferrolle! |
| Wenn du angegriffen wirst: Flehe nicht und
verhalte dich nicht unterwürfig. Sei dir über deine Prioritäten im
klaren und zeige deutlich, was du willst. Ergreif die Initiative, um die
Situation in deinem Sinne zu prägen: Schreib dein eigenes Drehbuch! |
| Halte den Kontakt zum/r Angreifer/in! |
| Stelle Blickkontakt her und versuche,
Kommunikation herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten. |
| Reden und zuhören! |
| Teile das Offensichtliche mit, sprich ruhig, laut
und deutlich. Hör zu, was dein/e Gegner/in bzw. Angreifer/in sagt. Aus
seinen/ihren Antworten kannst du deine nächsten Schritte ableiten. |
| Nicht drohen oder beleidigen! |
Mach
keine geringschätzigen Äußerungen über den/die Angreifer/in. Versuche
nicht, ihn/sie einzuschüchtern, ihm/ihr zu drohen oder Angst zu machen.
Kritisier das Verhalten, aber werte ihn/sie persönlich nicht ab (Klar in
der Sprache – mäßigend im Ton). |
| Hole dir Hilfe! |
| Sprich nicht eine anonyme Masse an, sondern
einzelne Personen. Dies gilt sowohl für Opfer als auch für
Zuschauer/innen. Sie sind bereit zu helfen, wenn jemand anderes den
ersten Schritt macht oder sie persönlich angesprochen werden. |
| Tu das Unerwartete! |
| Fall aus der Rolle, sei kreativ und nutz den
Überraschungseffekt zu deinem Vorteil aus. |
| Vermeide möglichst jeden Körperkontakt! |
Wenn
du jemandem zu Hilfe kommst, vermeide es möglichst, den/die Angreifer/in
anzufassen, es sei denn, ihr seid in der Überzahl, so daß ihr jemanden
beruhigend festhalten könnt. Körperkontakt ist in der Regel eine
Grenzüberschreitung, die zu weiterer Gewalt führen kann. Wenn nötig,
nimm lieber direkten Kontakt zum Opfer auf. |
| Aktives gewaltfreies Verhalten ist erlernbar. |
| Indem wir uns unsere Ängste und Handlungsgrenzen
bewußt machen, erfahren wir gleichzeitig auch mehr über den Bereich, der
zwischen diesen Grenzen liegt. Oft unterschätzen wir die Vielfalt
unserer Möglichkeiten. In Rollenspielen und konkreten Übungen zum Umfang
mit direkter Gewalt können wir neue kreative Antworten auf
Konfliktsituationen entdecken.
Gewalt- und Rassismus- Deeskalationstrainings* bieten uns die
Chance, bisher ungewohntes Verhalten auszuprobieren, einzuüben und auf
seine Wirkungen hin zu überprüfen. |
*Eskalation ist die stufenweise Steigerung
und Verschärfung vorhandener Mittel (z.B. Gewalt), um ein Ziel zu
erreichen. Dieser Begriff wird häufig im militärischen und politischen
Bereich verwendet, wenn es um Gewalt geht.
Deeskalation bezeichnet exakt das Gegenteil.
Deeskalations - Trainings bietet an: SOS-Rassismus-NRW. Dort
kann ein ausführliches Info und ein Trainer/innen-Verzeichnis bestellt
werden.
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| Shirin Pargas + Sabine
Schlüter |
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kopierbar. Weitere Informationen unter
www.sos-rassismus-nrw.de
oder:
Villigster Deeskalationsteam Gewalt und Rassismus
c/o Amt für Jugendarbeit in der EKvW
Haus Villigst, 58239 Schwerte
Tel.:02304/755190, Fax: 02304/755248
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