Zum 25.Todestag von Carl
Zuckmayer:
Einer von uns!Carl
Zuckmayers Todestag jährte sich am 18.Januar zum 25. Mal. Ein
Vierteljahrhundert nach seinem Tod gelangten brisante Auftragsarbeiten des
Dramatikers erstmals an die Öffentlichkeit.
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Für den
US-Geheimdienst entwarf Zuckmayer im US-Exil, zwischen 1943 und 44, rund
150 Porträts mit politischen Beurteilungen von Kulturschaffenden im
Dritten Reich, darunter von Heinz Rühmann, Ernst Jünger, Leni
Riefenstahl und Gustaf Gründgens. Der Geheimdienst war von Zuckmayers
Dossiers begeistert. "Diese Art von dramatischer Charakterisierungskraft
gab es wohl noch nie in Geheimdienstunterlagen", vermutet
Literaturwissenschaftler Gunther Nickel, der am Deutschen
Literaturarchiv in Marbach den Zuckmayer-Nachlass betreut. |
In haArez fragte Benni Zipper unter
der Überschrift "Er war einer von uns": "Was können Deutsche heute über
einen der ihrer größten Bühnenautoren sagen, der halb Jude war und deshalb
bei der Machtergreifung der Nazis aus ihrem Land geflohen ist, außer dass er
"einer von uns" war?
Das war denn auch tatsächlich der Titel einer von drei Sendungen, die "3SAT"
dem 25.Jahrestag von Carl Zuckmayer gewidmet hat, einem der erfolgreichsten
Künstler Deutschlands, dem Verfasser des Drehbuchs für den "Blauen Engel",
der in der Welt mit seinem satirischen Stück "Der Hauptmann von Köpenick"
berühmt wurde. Nach einem jämmerlichen Exil in den USA ließ sich Zuckmayer
in der Schweiz nieder, in einem kleinen Dorf, wo seine Tochter auch heute
noch versucht, sein Andenken zu verewigen".
Im April sollen die bislang unter
Verschluss gehaltenen Dossiers im Röhrig Universitätsverlag erscheinen.
Geboren ist Karl Zuckmayer am 27.12.1896 in Nackenheim am Rhein, gestorben
ist er am 18.Januar 1977 in Visp im Kanton Wallis, wo er ab 1958 gelebt
hatte. Seit 1966 hatte er die Schweizer Staatsbürgerschaft.
http://www.carl-zuckmayer.de
dg / hagalil.com
31-01-02 |