Israelische Autoren in deutscher Sprache – E

Autor: Robert Schlickewitz

Arieh Eckstein (1929/30-2015)
Anat Einhar (*1970)
Israel Eliraz (1936-2016)
Liat Elkayam (*1975)
Idit Elnatan (*1970)
Amos Elon (1926-2009)
Esther Ettinger (*1941)

ZUM INDEX

 

  

Arieh Eckstein
(Arie Aksztajn, Arie Ekstein, „Lolik“), 1929 oder 1930 im litauischen Wilna (Wilnjus, Wilno) geboren und am 3. Juli 2015 in Israel verstorben, verbrachte seine Kindheit im polnischen Łódź (Lodz / Lodsch); nach dem deutschen Überfall auf Polen gehörte er im Ghetto Lodz zu den Kindern des Waisenhauses von Janusz Korczak; Eckstein überlebte die Shoah und wanderte 1948 in Israel ein; nach seinem Militärdienst bei der Palmach versuchte er sich in diversen Stellen, wie zum Beispiel als Pferdezureiter im Kibbuz Amiad, als Matrose auf einem Fischkutter oder als Helfer eines nach Öl suchenden Geologen; bereits früh begann Eckstein, der im in Obergaliläa (Nordisrael) gelegenen Rosh Pina lebte, zu malen und zu bildhauern; am Anfang seiner literarischen Karriere stand eine Kurzgeschichte, die ihm bei einem Literaturwettbewerb der Zeitung Haaretz den ersten Preis eintrug; zu seinem international erfolgreichsten Werk wurde „Tante Esther“, das auch in die französische, polnische und deutsche Sprache übersetzt wurde.

Les aventures rocambolesques et tragiques d’un jeune garçon dans la Pologne d’avant la Shoah. Abandonnés par ses parents, voulant survivre tout en restant un „bon juif“, il sera secouru par sa tante Esther, prostituée au grand coeur. (Bibliothèques municipales de Grenoble)

(>Tante Esther) A genuine novel, tender and scandalous, poetic and cruel, whose picturesque, superabundant, over-populated style, has real charm.
(Le Figaro Litteraire)

(>Tante Esther) There is primal beauty and wicked humor, with the qualities of both Bashevis Singer’s devils and Babel’s Odessa, but unlike either one.
(Ariana Melamed)

A born storyteller… the Isaac Babel of the lower depths of Lodz. (Haaretz)

So far surpasses most of the other books that have come my way recently that I feel like sending their authors out to study Eckstein with the utmost care before they try to foist another word on us.  Eckstein is a painter and his writing shows an artist’s sharp eye and retentive visual memory. (The Jerusalem Post)

The smoothly flowing prose of Dolna Street is filled with bittersweet humor…. Eckstein tells the most cruel and sad experiences without a trace of sentimentality…. The author’s creative power is noteworthy. (Iton 77)  

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Tante Esther, Verlag Sindlinger-Burchartz 1996 (Nürtingen/Frickenhausen).

Sekundärliteratur o.ä.

Birstein, Yossl. The bones that took the skin. Yossl Birstein interviews Arieh Eckstein.  Modern Hebrew Literature, N.S., no. 10 (Spring/Summer 1993), S. 28-30.

Green, Jeffrey M. Anti nostalgia.  Modern Hebrew Literature, N.S., no. 10 (Spring/Summer 1993), S. 26-28.

Links:

http://www.ithl.org.il/page_13894

http://www.ithl.org.il/page_13895

http://thomas-felder.de/presse.htm

Q.: ITHL, zvab, DNB, https://library.osu.edu/projects/hebrew-lexicon/01784.php

 

 

Anat Einhar
kam 1970 in Petach Tikva zur Welt; seit ihrem Abschluss an der Bezalel-Schule für Graphik bestritt sie ihren Lebensunterhalt als Schriftstellerin (auch illustrierte Romane), Zeichnerin, Illustratorin, sowie als Autorin von Kinderbüchern und Comics; ihr literarisches Debut gab sie mit „Feinde des Sommers“, das mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet wurde; die in Tel Aviv lebende Mutter zweier Söhne veranstaltet auch Workshops für Kreatives Schreiben.

Notevole è l’apparato stilistico. Una scrittura bellissima, fortemente sensoriale, capace di lasciare forti impressioni sul lettore, mentre ci sono passi interi da sottolineare ed evidenziare. L’autrice è anche illustratrice, e probabilmente molto della sua esperienza con l’arte visiva è passata nella sua scrittura.

Un’opera prima meritatamente premiata, che si fa leggere con piacere e in poco tempo, dalla carica riflessiva che non si esaurisce voltata l’ultima pagina. (Tancredi/www.lastambergadeilettori.com)

You cannot read Einhar`s novel or take in her exquisite images all at once, deny her obvious, beaming talent or let your heart absorb so many emotions. Nor can you avoid being awed by the complexity of the situations she depicts. The book is that good… This is a superb, patient kind of writing. (Haaretz)

We have here a rare, inimitable talent that appears in literature maybe once every two decades. Einhar is an almost perfect novelist. (NRG-Maariv)

Like a magician, Einhar takes banal, mundane materials and colors them in shades you never even knew existed… Summer Predators is a whole new kind of falling in love. You must read it! (Channel 2 TV)

Auszeichnungen und Ehrungen:

Wiener Preis (2008)

Sapir-Preis für Erstlingswerke der Prosaliteratur (2010)

Preis des Ministerpräsidenten (2016)

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Beitrag In: Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. Israelische und deutsche Autoren schreiben über das andere Land, Norbert Kron und Amichai Shalev, S. Fischer Verlag 2015 (Frankfurt a. M.).

Links:

http://www.ithl.org.il/page_13897

Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen – Ein Interview, https://www.youtube.com/watch?v=-UHf3aQv7qY

https://de-de.facebook.com/anat.einhar

http://www.dw.com/de/erz%C3%A4hlen-zwischen-berlin-und-tel-aviv/a-18386036

Q.: ITHL, he.wiki, zvab, DNB, https://www.boell.de/de/2016/09/19/biografien-der-autorinnen-und-autoren

http://www.lastambergadeilettori.com/2014/07/peccati-destate-anat-einhar_13.html

 

 

Israel Eliraz,, 2007, (c) Etan J. Tal

Israel Eliraz
(Yiśraʾel Eliraz, Israël Eliraz, Jiśrā’ēl Elīraz, „G’org‘ Matya Ibrahim“, „George Mathias Ibrahim“, Исраэль Элираз), geboren am 23. März 1936 in Jerusalem und ebendort gestorben am 22. März 2016, entstammte einer Familie, die seit fünf, möglicherweise sogar seit sieben, Generationen in der heiligen Stadt ansässig war; Eliraz studierte Hebräische Literatur und Philosophie an der Jerusalemer Hebräischen Universität, Vergleichende Literaturwissenschaften an der Universität Tel Aviv, sowie Theaterwissenschaften an der Pariser Sorbonne; später zählte er zu den Begründern des Kerem Lehrer-Seminars (Jerusalem Kerem Institute for Teacher Training), an dem er nicht nur viele Jahre selbst unterrichtete, sondern dessen Direktor er war; 1980 erhielt Eliraz einen Lehrauftrag für Schauspielkunst an der Virginia Commonwealth University; zu den Werken des seit 1963 veröffentlichenden Autors zählen drei Romane, eine Sammlung Kurzgeschichten, literaturkritische Essays, Rundfunkmanuskripte, Übersetzungen (hauptsächlich aus dem Französischen), Theaterstücke und Opernlibretti; Eliraz‘ Bühnenstücke wurden sowohl in Israel als auch im Ausland aufgeführt; 1980 stellte sich im Wirken des Autors eine entscheidende Wende ein, er veröffentlichte ab da ausschließlich Lyrik, zunächst unter einem Pseudonym, dann unter seinem eigenen Namen, und in den Sprachen Hebräisch und Französisch; Französisch, da er sich besonders der Literatur Frankreichs verbunden fühlte – so unterhielt Eliraz freundschaftliche Beziehungen zu bedeutenden modernen französischen Literaten wie Bernard Noël, Jean-Michel Maulpoix, Michel Deguy und André Velter; insgesamt wurden die Werke von Eliraz bisher in elf Sprachen übersetzt.

Il aurait eu 80 ans le 24 mars, issu de la septième génération né en Israël, Israël Eliraz, poète majeur, a plus que tout autre poète israélien, était le symbole de l’amitié franco-israélienne. Romancier, dramaturge, auteur de six opéras joués de par le monde, il décide de se consacrer exclusivement à la poésie à partir des années 80. Polyglotte, il vivra très tôt, après des études en français à l’Alliance israélite, une véritable histoire d’amour avec la langue française. Il est avec Yehouda Amihaï, le premier poète israélien à être publié aussi largement en France et très vite devient un poète de la prestigieuse maison José Corti. Pas moins d’une quinzaine de recueils publiés en France. (institutfrancais-israel.com)

„Israel Eliraz died last Tuesday, March 22, and was buried on Purim, a holiday of sometimes painful hiddenness and of joyous revelation.  His prodigious published output has won him all the major Israeli poetry prizes, as well as a French honorary title. Unfortunately, he’s little known in English, having (so far) only one book (“Via Bethlehem”) available in English translation. For the short while I knew him, he was a gracious teacher and was kind enough to call me friend. May his memory be a blessing.” (Rabbi Jeremy Schwartz/Haaretz, 3/28/2016)

„Das umfangreiche lyrische Werk des 1936 in Jerusalem geborenen Eliraz ist auf Deutsch bisher nur in der Zeitschrift Neue Sirene erschienen, die auch diesen Band mit herausgibt. Der 40jährige Aufenthalt des ‚geistig umnachteten‘ Hölderlin bei der Familie des Schreiners Zimmer – die Zeit, in der er nicht mehr schrieb – dient dem Zyklus von 50 Gedichten als Ausgangspunkt. […] Ein stets wiederkehrendes Motiv ist dabei die Frage, inwieweit Sprache ein zuverlässiges Medium des Erinnerns an das flüchtige menschliche Subjekt sein kann […].“ (Zeitriss, Blätter für Sprachbewegung/Verlagswerbung – Verlag im Wald – Neue Sirene)

Il est  actuellement considéré comme un poète majeur dans son pays. (www.bulledemanou.com)

Auszeichnungen und Ehrungen:

ACUM-Preis (dreimal!)

Preis des Kultusministeriums (1963, 1965)

Preis des Ministerpräsidenten (1994, 2009)

Natan-Alterman-Preis (2002)

Bialik-Preis (2008)

Brenner-Preis (2013)

Ehrenerwähnung durch die Regierung der Republik Frankreich

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Rundreise. Komödie in 3 Teilen Verlag, Rowohlt Theater-Verlag (ca.) 1975 (Reinbek b. Hamburg).

Hölderlin. Zweisprachige Ausgabe, Verlag im Wald – Neue Sirene 2001 (Rimbach).

Links:

http://www.haaretz.com/israel-news/culture/poem-of-the-week/1.711108

https://www.youtube.com/watch?v=yae39facFgo

https://www.youtube.com/watch?v=V7uKZKazCII

https://www.youtube.com/watch?v=1d-PYk_zV0I

https://www.youtube.com/watch?v=7eBvQTbFdXc

https://www.youtube.com/watch?v=AmWF74dC1H4

https://www.youtube.com/watch?v=uHbALrFoPCI

Josef Tal – The opera ‚JOSEF‘ (in Hebrew) (Libretto: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=Z5cdcmi6gBQ

Josef Tal – Der Garten (Libretto: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=jxGzFp4N1LE

Josef Tal – ELSE (homage) (1975) (Text: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=_pW1KlUUNhs

Josef Tal – BITTER LINE (1991) (Text: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=dE-STgPiwcw

Josef Tal – DIE HAND (1987) (Text: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=zSjd4I91UcU

Josef Tal – TOUCH A PLACE (1987) (Text: Israel Eliraz)

https://www.youtube.com/watch?v=KL8bqXY1SQI

מֵאֲחוֹרֵי הַשִּׁיר עוֹמֵד שִׁיר – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=-kHMLZlttpQ

הלא יאמן פשוט ישנו – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=3tb3J_340nU

סוֹף אַפְּרִיל – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=pMiJQU4nLFs

הַתְּאֵנָה – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=5NFlr_Sy7U8

הלדרלין – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=2gzKoeYiPzw

מחברות חורף – ישראל אלירז

https://www.youtube.com/watch?v=QpO4Y2-O2xY

http://www.espritsnomades.com/sitelitterature/eliraz/eliraz.html

https://www.babelio.com/auteur/Isral-Eliraz/261373

Q.: zvab, DNB; Vivian Eden, Poem of the Week// Our Eyes Are Open but We Cannot See the Unbelievable, Haaretz, Mar 28, 2016.

http://www.poetryinternationalweb.net/pi/site/poet/item/6835/12/Israel-Eliraz

http://institutfrancais-israel.com/blog/hommage-a-israel-eliraz/

http://www.neuesirene.de/eli-nve.htm

http://www.bulledemanou.com/2015/03/israel-eliraz-un-poete-qui-a-su-conquerir-le-public-francais.html

 

 

Liat Elkayam wurde 1975 in Tel Aviv geboren und konnte bereits während ihres Militärdienstes, 1993 bis 1995, als Reporterin des Militärmagazins Bamahane ihre publizistischen Talente unter Beweis stellen; später studierte sie, jeweils mit Abschluss, an der School of Visual Arts in New York Bildende Künste, sowie Rechtswissenschaften, Philosophie und Kulturkritik an der Tel Aviver Universität; 2005 schließlich absolvierte sie noch die Sam Spiegel Schule für Film und Fernsehen in Jerusalem; seitdem ist sie als vielbeschäftigte Redakteurin, Journalistin, Rezensentin und Kulturkritikerin der Zeitung Haaretz tätig, außerdem unterrichtet sie Literaturkritik und Kreatives Schreiben am Sapir College; ihre literarische Produktion umfasst Kurzgeschichten und einen Roman („The Mammal Machine“); 2015 erhielt Liat Elkayam ein Stipendium von der Berliner Akademie der Künste.

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Beitrag In: Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. Israelische und deutsche Autoren schreiben über das andere Land, Norbert Kron und Amichai Shalev, S. Fischer Verlag 2015 (Frankfurt a. M.).

Links:

http://www.adk.de/de/akademie/junge-akademie/berlin-stipendium/2015/Liat%20Elkayam.htm

http://www.zku-berlin.org/de/residencies/171/

http://www.berlinale-talents.de/bt/talent/liat-elkayam2/profile

http://www.haaretz.com/misc/writers/liat-elkayam-1.621026

http://www.shortstoryproject.com/writers/liat-elkayam/

Q.: zvab, DNB, http://www.deutschlandfunkkultur.de/originalton-through-my-eyes-5-wir-koennen-uns-gegenseitig.1270.de.html?dram:article_id=319279

 

 

Idit Elnatan
geboren am 2. März 1970 in Petach Tikva, studierte Anglistik, Hebraistik, sowie Kognitive Sprachwissenschaften; die Schriftstellerin, Journalistin und Redakteurin, die bei der Zeitschrift „National Geographic“ tätig ist, lebt in Jaffa; neben kleineren Arbeiten, stammt von ihr der Roman „Gegen die Gebrauchsanweisung“.

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Beitrag In: Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. Israelische und deutsche Autoren schreiben über das andere Land, Norbert Kron und Amichai Shalev, S. Fischer Verlag 2015 (Frankfurt a. M.).

Links:

http://worldcat.org/identities/lccn-no2011099062/

https://he-il.facebook.com/public/Idit-Elnatan

Q.: zvab, DNB, 1965 bis 2005. Deutschland-Israel: Leseproben deutscher und israelischer Autoren, (Hg.) Christiane Munsberg, Books on Demand 2015 (Norderstedt).

 

 

Amos Elon
(عاموس إيلون, Amos Sternbach, Amos Eilon, Амос Елон), geboren am 4. Juli 1926 in Wien und gestorben am 25. Mai 2009 in Borgo Buggiano/Italien, kam 1933 nach Palästina; sein Vater war bereits ein paar Jahre früher vorausgereist und gründete und betrieb ein Export-Import-Geschäft, um der später nachfolgenden Familie die Eingewöhnung zu erleichtern; sowohl im Elternhaus in Tel Aviv, als auch im Freundeskreis der Eltern blieb Deutsch die vorherrschende Sprache; den unter den Juden Palästinas damals weit verbreiteten sozialistischen Geist vermochten die Eltern Elons, die sich als Zionisten betrachteten, nicht zu teilen; Amos besuchte von 1933 bis 1940 die Ahad-Haam Grundschule in Tel Aviv, danach bis 1944 das Nordau Gymnasium, ebenfalls in Tel Aviv; noch im selben Jahr, 1944, nahm er an der Tel Aviver Universität sein Studium der Rechtswissenschaften auf und gehörte bald den jungen Intellektuellenkreisen der Stadt an; in dieser Umgebung lernte u.a. Uri Avnery kennen, der einen starken Einfluss auf ihn ausübte; 1946 unterbrach Elon sein Studium, um drei Jahre Militärdienst bei der Hagana zu leisten; den Unabhängigkeitskrieg, den er als Soldat miterlebte, verherrlichte er wenig später in einem patriotischen Text, den er in reiferen Jahren bereute; 1950 setzte Amos Elon sein Studium an der Universität von Jerusalem, an der Fakultät für Geschichtswissenschaften, fort; den Abschluss seiner akademischen Ausbildung stellte ein Studienaufenthalt in der britischen Universitätsstadt Cambridge (Peterhouse) im Jahre 1953 dar, wo er Seminare u.a. beim konservativen Historiker Professor Herbert Butterfield belegte; zwei Jahre davor, 1951, hatte er erste publizistische bzw. journalistische Erfahrungen als Praktikant und als freier Lokalreporter bei der liberalen Zeitung Haaretz machen können; nach Beendigung seines Studiums und gefördert von Verleger Gershom Shocken wurde Elon zunächst Kolumnist bei Haaretz, dann, ab 1956 Korrespondent des Blattes in Ungarn, in der ČSSR, in Polen, in den USA, in Frankreich und in der BRD; im damals noch geteilten Deutschland galt er Mitte der 1960er Jahre als der erste israelische Korrespondent der Bundeshauptstadt Bonn; 1967 fungierte Elon als Kriegsberichterstatter im Sechstagekrieg, was für ihn unerwartete Konsequenzen haben sollte; denn dieser Krieg bedeutete in seinem Leben die Wende vom Mainstream-Journalisten zum leidenschaftlichen Kritiker israelischer Expansion in Arabergebiete; noch in den 1960ern wechselte der vielbeschäftigte und inzwischen auch international hoch angesehene Korrespondent, der auch Arafat und König Hussein von Jordanien interviewte, in die Herausgeberabteilung seiner Zeitung über; in den Jahren 1972 bis 1978 nahm er sich bei seinem Blatt eine vorübergehende Auszeit und war nur noch als freier Journalist und Buchautor tätig; ab 1973 traf sich Elon mit der ägyptischen Autorin Sana Hassan mit der er israelisch-arabische Standpunkte erörterte, die er später in Buchform veröffentlichte (Between enemies, 1974); dieser Titel trug mit dazu bei die Mauern des Schweigens zwischen Israel und Ägypten abzutragen; in eine ähnliche Richtung weist Elons aktives Engagement in der Frieden-Jetzt-Bewegung, der er 1978 bis 2001 angehörte; nach einer erneuten Zusammenarbeit mit seiner Zeitung während der Jahre 1978 bis 1985 entschied er sich ein weiteres Mal für die freie journalistische Tätigkeit und veröffentlichte, bekannt als der führende Journalist Israels, vor allem im The New York Times Magazine und im New York Review of Books zumeist Berichte und Kommentare zum israelisch-palästinensischen Konflikt – mit zunehmend pessimistischer Tendenz; Erwähnung verdient auch Amos Elons akademische Laufbahn: 1991 bis 1993 war er Stipendiat (Fellow) bzw. Inhaber einer Gastprofessur am Berliner Wissenschaftskolleg, 2002 am New Yorker Remarque-Institut und 2007 und 2008 am Center for Law and Security der New Yorker University School of Law; im Jahre 2004 verlegte Elon seinen Wohnsitz in die italienische Toskana, wo er seit den 1990er Jahren gemeinsam mit seiner Frau ein Feriendomizil besaß; als Grund dafür, warum er Israel verlasse, gab er seine tiefe Enttäuschung über die politischen Entwicklungen in Israel an; er habe ganz offensichtlich seit Jahrzehnten ganz ohne Wirkung über den, seiner Meinung nach, unverantwortlichen (israelischen) Umgang mit den Palästinensern und deren Interessen informiert und vor schädlichen Folgen gewarnt; in Zusammenhang mit seinem Wegzug aus Israel musste sich Elon harsche Kritik von Seiten seiner politischen und publizistischen Gegner gefallen lassen; zum veröffentlichten Werk Amos Elons zählen u.a. sozialkritische Essays zu Israel, ferner das Buch „Heimgesuchtes Land“, das er als Resümee seines Deutschlandaufenthalts als Korrespondent und in deutscher Sprache veröffentlichte; in „Die Israelis“ beschrieb er die Aufbauleistung der Gründergeneration, sowie den Umgang der Folgegeneration mit diesem Erbe; die Kritik warf ihm später vor in diesem Buch die osteuropäischen, die religiösen und die Juden aus dem Mittleren Osten zu wenig oder gar nicht berücksichtigt zu haben; Elons Jerusalem-Buch ist voller Zuneigung für die Stadt und ihre Bewohner, drückt jedoch gleichzeitig seine Besorgnis um die Zukunft aus – jüdische und arabische Ideologen hätten Mythen geschaffen, die zur Manipulation der jeweiligen Glaubensgenossen herangezogen würden; in „Zu einer anderen Zeit“ (The pity of it all) porträtiert Elon prominente deutsche Juden des 18. bis 20. Jahrhunderts und stellt die These auf – trotz der langen antisemitischen Tradition der Deutschen wäre der Holocaust vermeidbar gewesen; Kritiker widersprachen heftig und warfen dem Autor u.a. Naivität vor, oder sie wiesen darauf hin, Elon habe die religiösen, die armen und die weniger gebildeten Juden in Deutschland unerwähnt gelassen; auch die Biografien zu Theodor Herzl und Meyer Amschel Rothschild sorgten für sehr gemischte Reaktionen; Amos Elon war seit 1961 mit der US-amerikanischen Literaturagentin Beth Drexler verheiratet, mit der er die gemeinsame Tochter Danae hatte; Danae Elon ist eine in New York lebende Filmemacherin und hat im Jahre 2005 eine Dokumentation über ihren Vater, „Another Road Home“, gedreht; Amos Elon verstarb im Jahre 2009 an Leukämie in seiner italienischen Wahlheimat.

By now, generations of Palestinians and Israelis have been forcefully and dogmatically instructed by their political and religious leaders that the Old City is exclusively theirs. The early Zionists were wiser than their children and grandchildren. Like most European nationalists of the liberal school they were opposed to religious authority. Theodor Herzl, the founder of modern Zionism, never bothered to have his only son circumcised. He advocated the internationalization of Jerusalem. For the capital of his proposed secular Judenstaat (a „state of Jews“ as distinct from what later came to be called a Jewish state) he preferred Haifa, overlooking the Mediterranean sea. Jerusalem, he felt, was redolent with fanaticism and superstition, the musty deposit of „two thousand years of inhumanity and intolerance…“ (Amos Elon, 2001)

His 1971 book The Israelis: Founders and Sons is still a classic portrayal of how a self-reliant and often short-sighted mentality developed among native-born „sabra“ Israelis which was different from the utopian vision of the early Zionist settlers who arrived from Europe…

Elon’s latest book, a study of Jews in Germany, marks the climax of his intellectual change of interest from the present to the past. It is an impressive work of scholarship with many sub-themes, not least the rich issue of Jewish self-description and how it alters according to place, time and the pressure to assimilate…

Although many other Israelis live abroad, Elon is one the few Israeli writers who do. He carries an Israeli passport but spends most of his time in the house near Lucca …

They moved to Italy when his wife gave up her work as a literary agent three years ago, but still spend their winters in Jerusalem, although this winter they were in the United States, where he was a visiting professor at New York University. „In a certain sense he’s the first post-Zionist“, says Clinton Bailey, an ethnographer, historian and neighbour from Elon’s Jerusalem years. „He’s always been rather ambivalent about Zionism. The first part of his book, The Israelis, was given over to the Zionist experience but then it moves on to another track, suggesting that maybe Jews are really a diaspora people. He ends up living in a place like Italy where Jews have been more comfortable than almost anywhere“…

Tom Segev, one of the leading Israeli historians of the British Mandate period, calls Elon’s absence from Israel „very sad“; his calm reason is desperately needed at home, Segev says, although he does not see it as a betrayal of Israel – „The whole of Israeli society was moving towards post-Zionism until the intifada.

„I see nothing of this kind of post-Zionism in Elon. Nor has he ever supported the vision of a bi-national state once put forward by Ha’shomer Ha’tzair or parts of Mapam“ [a socialist-Zionist party in the early years of the Israeli state], says Professor David Cesarani, a Southampton University scholar of Jewish history. „His book The Israelis was a fantastic insight into the people who went to Palestine and why, and Elon is a great voice of sanity. But he still adheres to the ideas of Zionist socialism. He’s a conventional old-fashioned Zionist, who supports Israel within the 1967 borders and believes the expansionist project must be abandoned.“…

… Moshe Dayan and Yigal Allon, who were in the cabinet, led the resistance to any concessions. Elon sees them as the architects of Israel’s later troubles, not only for their hardline security policies but for introducing and emphasising the concept of historical rights to land. Until then Israel had „an existential basis, derived from the Holocaust,“ Elon argues. „I was repelled by the notion of historical rights. It exists in German history, Irish history, Serb history. It always leads to disaster. If there’s any lesson in European history, it is precisely this.“…

While Israeli control over the Palestinian majority on the West Bank increasingly relies on brute force, the morality of the Israeli army is going downhill: „Soldiers loot nowadays,“ he says, „they looted banks in Ramallah.“ He does not believe protests by Israeli reservists will get far enough to force the government to withdraw. Israel’s leadership is worse than it has ever been, he argues, and the country is in thrall to politicians whose only skill is in manipulating the electorate to believe there is no room for compromise…

(Jonathan Steele, A cold eye on Zion, www.theguardian.com, 1.2.2003)

For many years Amos was the best-known writer about his country, both inside and outside it. As an ironic and lucid and mordant essayist for the daily paper Haaretz, he wrote about Israel „proper,“ about the territories it had seized after 1967, about the Germany where he lived for many years, and about the United States, with which he also had a kind of love-hate understanding. Herewith, some vignettes.

Many Israelis didn’t like Amos‘ book about the federal republic, because he wrote about Germany and Germans as if the thing could be done without hyperbole or hysteria…

But it was his lifetime as an Israeli political outsider that came to define him. He was one of the first to denounce the occupation of the post-1967 territories and to predict moral and military disaster if the settlement and colonization persisted. He became more outraged and disgusted as time went on, even telling his old newspaper Haaretz in late 2004 that Israel was pulling out of Gaza mainly to escape responsibility for the social explosion among the 1.3 million refugees that its policies had made inevitable. In the same interview, he used the term quasi-fascist to describe the religious fanatics in Israel who „are dictating our fate without any democratic process.“…

For him, there was a vitally necessary thread that bound the Jewish people to internationalism and to the Enlightenment, and his life and work both witnessed amply to the connection. (Christopher Hitchens, Remembering Amos Elon, www.slate.com, 30.6.2009)

Was bleibt? So möchte man fragen. Pessimisten würden sagen, es habe sich in der Tat um eine großes Mißverständnis auf jüdischer Seite gehandelt. Wer die Zeichen von 1743 bis 1933 richtig interpretierte, der mußte zumindest zu der Erkenntnis gelangen, dass die Juden eigentlich zu keiner Zeit den Deutschen als Deutsche willkommen waren – sie wurden allenfalls geduldet. Es war ein zäher Kampf, den sie fochten, immer im Bemühen den Deutschen zu beweisen, dass auch sie einen legalen Anspruch darauf haben Deutsche zu sein. Angesichts dessen ist Amos Elons Buch wichtig, denn er beschreibt dezidiert die jüdischen Anstrengungen und ihre überragenden Leistungen auf vielen Gebieten in Wissenschaft, Politik, Ökonomie und Kunst ohne dabei die Rückschläge zu verschweigen. Rückblickend muß man allerdings konstatieren, dass es keine „deutsch-jüdische Symbiose“ gegeben hat, denn dazu gehören bekanntlich immer zwei. (Susanne Benöhr-Laqueur, Zu einer anderen Zeit: Porträt der jüdisch-deutschen Epoche 1794 -1933. Rezension, haGalil, 23.7.2003)

Elon zählt zu den wenigen kosmopolitischen Publizisten unserer Zeit…

… zählt Elon zu jener in Deutschland raren Spezies journalistisch arbeitender Historiker, denen es gelingt, Geschichtsverläufe in einem kaleidoskopischen Bild beispielhafter Lebensläufe zu verdichten. Und er kann schreiben…

Amos Elons Buch (Zu einer anderen Zeit) ist eine zutiefst traurige Erinnerung, ja, eine Klageschrift gegen die Geschichte selbst und zugleich eine Liebeserklärung an jene deutschen Juden, deren Emanzipation identisch war mit dem Sieg des aufgeklärten, liberalen Geistes, dem das politische Scheitern auch anderswo immer eingeschrieben war. So ist das Buch eine Geschichte Deutschlands, das sich so schnell nicht, wenn überhaupt jemals, von dem ungeheuren Verrat an sich selbst erholen wird. Genau dieses Urteil vermeidet der Autor aus Gründen, die als Optimismus zu bezeichnen schon verwegen wäre. Sein großer Kummer aber kommt im unübersetzbar traurigen englischen Titel seines Buches zum Ausdruck: The pity of it all. (Michael Naumann, Der große Kummer, 16.4.2003, Zeit Online)

There have been important portraits of Weimar, and a number of great books about the dilemma of anti-Semitism in Germany history – on which subject Fritz Stern’s The Politics of Cultural Despair stands out as the towering work of scholarship. Elon’s work is something of a bridge between these approaches – it presents an intellectual history of sweeping breadth and vision with a well constructed portrait of the menace of anti-Semitism throughout. I started this book wondering how Elon could accomplish what he proposed within a stretch of 400 pages. But he does it well. Indeed, the strength of this book lies in the sharp eye of an editor who is able quickly to cull the essential from vast periods of time. He spots the personalities, the works and the historical trends which give each successive generation its essential character. Elon gets all of this just right – or at least, his prejudices are almost exactly mine…

The chapters that follow this very promising introduction maintain the same level of quality. His portrait of Heine is accomplished. The description of the proclamation of the Reich under Kaiser Wilhelm in the Hall of Mirrors at Versailles is perhaps the most fascinating I have ever seen. He offers a detailed description of the formation of the red republic in Bavaria under the leadership of the courageous Kurt Eisner, and then comes to a wonderfully balanced description of Weimar. In that last segment, his nuanced and psychologically probing treatment of Walther Rathenau is a small masterpiece…

This book is not without other faults, but they are all rather minor things which I would expect to see fixed in the next printing. In a description of christening, Elon talks about the curious habit of assuming Christian names – suggesting perhaps a lack of understanding of what actually happens in a Christening. …

Germany’s Jews picked a course of assimilation. Was this a misjudgment? That’s a question that arches over this entire book. Elon gives us many clues to an answer, but the answer itself he wisely leaves to his readers. But most interestingly, he also turns the question about. Was it not Germany’s misjudgment? He quotes a discussion between Raymond Aron and Fritz Stern that occurred during the celebrations in Berlin in 1979 commemorating Albert Einstein. “It could have been Germany’s century!” Aron said. “In the history of modern Europe, Stern wrote, one great country has often dominated the culture of its age—first Spain, then France, Holland and Great Britain. During the first decade of the twentieth century, there was good reason to believe that it was now Germany’s turn.” … (Scott Horton, The Pity o fit all, harpers.org/blog/, 8.7.2007)

Einen anderen, grundsätzlich säkularen Einstieg nimmt Amos Elon, politischer Journalist, Historiker (Schüler von Isaia Berlin) und Biograph von Theodor Herzl und Meyer Amschel Rotschild. Rund dreißig jüdische Schicksale zwischen 1743 und 1933 werden in seiner Trauerarbeit miteinander und mit der deutschen Geschichte verflochten erzählt; immer anrührend, spannend und analytisch zugleich…

Elon rührt auch an neuere Tabus. Im Gegensatz zu Stern (und zum Jüdischen Museum in Berlin) widmet er der jüdischen Linken viele Seiten: also Karl Marx, Eduard Lasker, selbst Rosa Luxemburg. Er scheut sich nicht, assimilatorische Verführungen wie die jüdische Kriegsbegeisterung von 1914 oder die ideologischen Ausbrüche eines Rathenau darzustellen, und immer wieder blickt er auch auf antisemitische Szenen in England, Frankreich oder Russland. Natürlich denkt auch dieses Buch unaufhörlich ans bittere Ende, ja schmerzlicher als die andern, eben weil es die Vorgeschichte als Leben unalltäglich begabter und streckenweise erfolgreicher Juden erzählt. Und lässt sich eine (Sozial-) „Geschichte von unten“ überhaupt denken, wenn jene „von oben“ nicht auch präsent ist? Konnte man jüdisches Leben in Deutschland um 1918 wahrnehmen, ohne etwa an Ullstein, Mosse und Wolff, Einstein, Rathenau und Reinhardt zu denken?

Amos Elons narratives Verfahren hat jedenfalls Tradition. Schon die erste hebräische Zeitschrift der deutschen Haskala wollte in jeder Nummer berühmte Juden biographieren. Auch Maximilian Harden bot mit seinen höchst erfolgreichen Büchern über berühmte Deutsche („Köpfe“, in vier Bänden seit 1911) solch eine Identitätserzählung… (Claudia Schmölders, Einbruch der Transzendenz. Amos Elon porträtiert jüdische Lebensläufe in Deutschland 1743 bis 1933, literaturkritik.de, Nr. 2, Februar 2004)

Riesser was one of a long line of assimilated German Jews whose story is told in The Pity of It All, Amos Elon‘s impressive new book, Jews who worshipped German culture and civilization, which they claimed as their own, and who were preoccupied and tormented by the resultant duality. Their enterprise ended badly, but Elon does not believe that this had to be so; nor does he agree with those writers who have seen an inexorable pattern in German history, preordained in Luther‘s time and culminating with the Holocaust. “According to this theory,“ he writes, “the Jews were doomed from the outset, their fate as immutable as a law of nature. Such absolute certainties have eluded me.“ Instead, he sees only a series of ups and downs and unforeseeable contingencies, and he reminds us at the outset that even Hitler, who wrote the story‘s final chapter, was a kind of accident, who confounded the intentions of those who put him in power. (Gordon A. Craig, The Magic Circle, 5. 12. 2002, The New York Review of Books)

Ein hübsches Buch, gefällig bebildert, gut geschrieben und trefflich übersetzt, ganz unterhaltsam streckenweise, nicht eben billig und dabei biographisch und historiographisch weitgehend unergiebig. Amos Elon ist ein hervorragender Journalist und ein interessanter Buchautor, ein Biograph historischer Persönlichkeiten ist er nicht…

Der erste Rothschild ist einem, nachdem man Elons Buch gelesen hat, ebenso unbekannt, wie er einem bei Beginn der Lektüre war. Und was man über die Geschäfte erfährt, die ihn reich und mächtig machten, das verwandelt die Unkenntnis allenfalls in Verwirrung, klärt sie aber nicht zur Kenntnis. Elon konstatiert dies und jenes, erklärt so gut wie nichts, nichts jedenfalls, das von historischem Interesse wäre, und leistet ein Übersoll an affirmativen Konjekturen. „Vielleicht“ und „dürfte“ gehören zu den meist gebrauchten Wörtern des Buches.Da dieses Buch mit den geringen Kenntnissen über Meyer Amschel Rothschild und sein geschäftliches Tun nicht zu füllen war, füllt Elon es mit allerlei Lesefrüchten, namentlich zur gut dokumentierten Geschichte der Frankfurter Juden, aber auch zu anderem aus dem historischen Umfeld. Das meiste davon hat mit der Sache irgendwie zu tun, aber das wenigste tut viel zur Sache, die man in dem Buch eigentlich erwartet. Der Leser gewinnt alsbald den Eindruck, daß Elon nicht gelegentlich vom Thema ab-, sondern gelegentlich zu ihm hinschweifte. Das stimmt etwas mißmutig. Der Mißmut wird von zahlreichen Verständnismängeln und Ungenauigkeiten verstärkt. Es sollte einem Biographen nicht passieren, daß er den Geburtstag seines Helden ins falsche Jahr (1744 statt 1743) verlegt und ihn bei dessen Hochzeit eben 25 Jahre alt sein läßt, da er tatsächlich doch schon 27 und ein halbes Jahr alt war. Juden waren keine Bürger zweiter Klasse, sie waren keine Bürger…

(Volker Hentschel, Amos Elon schweift gelegentlich zu Meyer Amschel Rothschild hin: Irgendwie der Gründer eines Imperiums, Berliner Zeitung, 20.2.1999)

Of all the ghosts that haunt Vienna, perhaps the most tenacious are the ghosts of Nazism. There were pro­portionately many more high-ranking Nazis in Austria than in Germany, and so it was only to be expected that most Austrians would regard their annexation by Germany, in 1938, as an act of national liberation. It is said that Austrians, though barely one-tenth of the total population of the greater Ger­many, made up more than half of the staffs of the extermination camps. Sixty thousand Viennese Jews perished in them. Austrians have not allowed themselves (or have not been allowed by others) to forget. The resultant tension and constraint have marked Viennese life since the end of the war. Commemoration and repression often appear equally compulsive. Every so often, another exhibition on Jewish culture or Jewish history in Central Europe, entitled „Vanished Worlds“ or the like, opens in one of the Vienna museums, and two such exhibitions were running during my visit. The city government was also offering a Tour of Jewish Vienna, an eerie affair much like the tour of the Christian catacombs in Rome. Besides literature of all sorts on the monarchy, the books most prom­inently displayed in the inner city’s main bookshops are on the subject of Judaism.

Anti-Semitism still festers, too, in a curious, disembodied form; it is an anti-Semitism without Jews, for there are only a few thousand Jews left in Aus­tria, and many of them are old and inconspicuous. Austria illustrates Sartre’s remark that if Jews did not exist the anti-Semite would invent them. Most Austrians today have never seen or talked to a Jew-two-thirds of the population was born after 1938-and yet every poll taken suggests that racism is far from being the spent force that Bruno Kreisky, himself a Jew, always maintained it was. Kreisky, who served as chancellor from 1970 to 1983, died last summer, and was buried in the presence of the Cardinal of Vi­enna and Yasir Arafat. One of his last public statements had been that Austria was an unfairly maligned country. You sometimes hear a sick joke here that „in Austria even the Jews are anti-Semitic,“ and, indeed, Kreisky was often criticized for having, however inadver­tently, “legitimatized“ former Nazis by taking four of them, including a former SS-Sturmbannführer, into his Cabinet the first postwar Austrian chancellor to have done so. (In Germany, such a thing would probably have been un­thinkable; however, Germany never elected a Jew as its federal chancellor.) It is not easy to make sense of the polls on anti-Semitism in Austria…

And yet in a 1980 poll twenty per cent of the Austrians who responded said they were in favor of legally prohibiting Jews from owning real estate and capital in Austria. A poll taken in 1984 by Vienna University social scientists showed that only fourteen per cent of the population was „largely free of prejudice“ against Jews. Sixty-four per cent said that Jews were „too powerful“ politically and economically. Thirty-four per cent believed that „honest competition with Jews was impossible. Fifty-seven per cent said that they shouldn’t have to be reminded so often of the murder of millions of Jews in the extermination camps. Twenty-one per cent said that the „removal of the Jews from our country [under the Nazis] has also produced positive results.“ In a more recent poll, twenty-three per cent said that „Jews should not occupy influential positions in our country,“ and six per cent confessed that they would be physically repelled if they had to shake a Jew’s hand…

(Amos Elon, Report from Vienna, The New Yorker, 13.5.1991)

There, as on every occasion when I heard him speak, he succeeded in being both outspoken and yet somehow effortlessly sensible—he dominated conversation by force of reason. He had a mordant wit and a dismissive eye; he was contemptuous of fools and pedants; he smiled only rarely but when he did so it was real. He made a lasting impression upon me…

But it is for his writings on Zionism and Israel, and his lifelong engagement with the country and its dilemmas, that Amos Elon will be best remembered…

Amos Elon’s commitment to Israel, the country where he lived and worked for most of his life, was never in question. But for just this reason his awkward stance, relentlessly engaging with the country’s failings, set him apart. His courageous refusal to endorse the clichés with which Israel’s defenders parry every criticism contrasts not only with the defensiveness of contemporary left-wing Israeli commentators but also and especially with the pusillanimous apologetics of Israel’s American claque. (Tony Judt, The New York Review of Books)

“In Jerusalem, the various modes of worship essentially stood for the same cause but were equally hateful to one another. They never served as a unifying factor. Their adherents were equally manipulated by the clergies to regard the others as wicked infidels or idolaters. The centuries passed in constant pious agitation and in frequent religious wars.” (Amos Elon)

The world of letters lost an inimitable voice on Monday, when the journalist and historian Amos Elon died in Italy, … For decades, Elon’s stylish essays graced the pages of The New York Review of Books, where he wrote about a wide range of subjects, most notably Israel/Palestine, … Elon went on to become the leading journalist of his generation, the Washington correspondent for Haaretz and the author of numerous acclaimed books. Yet he grew increasingly estranged from Israel as it veered to the right in the decades after the 1967 Six-Day War… Elon’s finest essays blended reportage and scholarship, in a voice at once learned and unsparing… His voice will be missed. His work and the high standard he set remain, to be appreciated and emulated.  (Eyal Press, Remembering Amos Elon, www.thenation.com)

Philip Roth once wrote, “Jews are members of the human race. Worse than that I cannot say about them.” Amos put it a little differently, explaining (as does a character in Roth’s “The Counterlife”) that one lives in Israel because it is the only place on earth where you can tell anti-Semitic jokes.

Of course, this cheerful misanthropy was partly bravado. His warmth—or the evidence of his fierce wish for it—was everywhere, in the books strewn on his desk, or the drawings on the wall, or a sudden call to his wife, Beth. His clever eyes could beckon like a port. The conversation never ended without a hug, which he found awkward and American, but which he never resisted. Yet his warmth was mixed with serious disappointment. He had seen this tragedy grow from its infancy…

Some eulogists have suggested that, while Amos promoted humankind, he had little compassion for humans. This is exactly backward. Amos could not get over how history went wrong because of the ways in which broken-hearted people act together and ricochet off one another, how qualities that we ordinarily like in people—creativity, loyalty, sincerity, steadfastness—combine to create disasters;…

The best books, Orwell once observed, organize your scattered thoughts, tell you what you already know. But at times they tell you what you don’t know, or more important, what you don’t want to know. Amos wrote so many such books, over a span of forty years—and with Orwell’s glass-like clarity—that you have to ask the question, What big thing did he know that his readers could not easily bear? Where did he get the stamina—how did he sustain the indignation—to stay so far ahead of the readers he worked so hard for?…

He was something like our Camus: always an outsider the way a healthy citizen must be: alert to what has been thought said and done in other places and other times… (Bernard Avishai, For Amos Elon, The New Yorker)

Elon, ein begnadeter Schreiber und scharfer Analytiker, wurde einer der wirklich großen Journalisten des jungen Israel. Gekonnt sezierte er die Fehlentwicklungen seines Landes, vor allem geißelte er die Besetzung der Palästinensergebiete. (Der Spiegel, 23/2009)

Democracies are notorious for a tendency to obey the feelings rather than the mind; thus the nature of democracies often makes itdifficult to conclude a peace after a hard-won war. Generous victors are rare. (Amos Elon)

Amos Elon war Mitte der sechziger Jahre der erste israelische Korrespondent in Deutschland, in Bonn. Ohne Vorurteile versuchte er aus beiden Teilen der Nation für die Tageszeitung „Haaretz“ zu berichten. In seinem Reportagenbuch zu dieser Zeit schrieb er, ihm sei es zunächst so vorgekommen, als wohne er in einem Land voller Geister, „die aus der Vergangenheit aufsteigen wie aus einer Gruft“. Dann erst merkte er, dass die Dämonen, „denen ich mich nicht entziehen konnte, in mir präsent waren; ich hatte sie mitgebracht in meinem Gepäck“…

Der begnadete Schreiber … schrieb nicht zuletzt über die marokkanische Einwanderung und das Zerbrechen der Kibbuzbewegung. Elon war zugleich aber auch immer Historiker. Seine Biografie zu Theodor Herzl aus den achtziger Jahren bleibt beispielhaft… (Jörg Bremer, Erster israelischer Korrespondent in Deutschland gestorben, faz.net, 26.5.2009)

For many years, he was widely regarded as one of Israel’s leading journalists. (en.Wikipedia)

… journalist Amos Elon wrote in 1953 that Mizrahim live “in stench, degeneracy, disease and perversity” and pondered what effect their “uncontrolled fertility would have on the Jewish people’s genetic robustness.” (Seth J. Frantzman, Terra Incognita: The Invention of Israeli ethnicism, 20.8.2013, The Jerusalem Post)

“The most illuminating, evenhanded, candid appraisal of the contemporary Jewish condition yet to appear.” (Newsweek über „The Israelis“)

“Superb . . . A deliberate act of self-awareness exploring how a people got where they are.” (Time über „The Israelis“)

Nur sieben Monate nach der Besetzung des Westjordanlandes im Junikrieg von 1967 lebten dort bereits 800 Siedler. Der obsessive Drang aller Regierungen nach 1967, „vollendete Tatsachen“ zu schaffen, war nahezu reflexhaft und rührte von früheren Erfahrungen her: von der Taktik der israelischen „Gründerväter“, „Dunam für Dunam“ in ihren Besitz zu bringen, und der UN-Teilungsresolution von 1947, die Israel genau die Teile Palästinas zuerkannte, in denen bereits viele Juden lebten. Nach dem Krieg von 1948, den die Israelis ihren „Unabhängigkeitskrieg“ und die Palästinenser „unsere Katastrophe“ (naqba) nennen, wurde dieser Reflex durch die internationale Gemeinschaft bestärkt, denn die erkannte Israel innerhalb von Grenzen an, die erheblich weiter gezogen waren als im ursprünglichen UN-Teilungsplan…

Das zweite Problem stellt sich auf internationaler Ebene. Olmerts Plan, innerhalb von zwei oder drei Jahren etwa 70 000 Menschen aus den abgelegensten und isoliertesten Siedlungen zu evakuieren, bedeutet zugleich, dass die übrigen Siedler – mehr als 400 000 – bleiben werden, wo sie sind…

Die israelische Regierung hat vor kurzem Bauunternehmen aufgefordert, sich um Aufträge für ein Hausbauprogramm zu bewerben, das in anderen Teilen des Westjordanlandes Wohnraum für evakuierte Siedler schaffen soll. Dort werden sie dann im Schutz der neuen Mauer leben. Wenn der Grenzwall zu Ende gebaut ist, wird er 759 Kilometer lang sein und den jüdischen Staat in einen gigantischen Bunker einschließen…

In den besetzten Gebieten einschließlich Ostjerusalems leben heute fast eine halbe Million israelische Siedler, die täglich zur Arbeit nach Israel fahren. Zur Wahl ihres Wohnsitzes trieb sie ihr tiefer Glaube an eine religiös-nationale Mission oder steuerliche Anreize oder verbilligtes Wohneigentum oder alle drei. Etwa jeder zweite Siedler wohnt auf dem Territorium des früheren Ostjerusalem und seiner unmittelbaren Vororte, das 1967 durch einen Beschluss der Knesset annektiert wurde…

Die neuen israelischen Vorstädte, die nach 1967 in arabischen Vierteln diesseits wie jenseits der grünen Linie, der alten Demarkationslinie, entstanden, sind adrette, gepflegte, zuweilen luxuriöse Wohnanlagen. Weil sie kräftig subventioniert und auf enteigneten privaten wie kommunalen Flächen liegen, waren die Wohnungspreise um bis zu ein Drittel niedriger als in dem seit 1949 israelischen Westjerusalem. Dagegen hat man die Palästinenser anfangs zur Emigration ermuntert und später gehindert, Wohnungen in den neuen israelischen Vorstädten zu kaufen…

Die „autorisierten“ israelischen Siedlungen bestehen aus hübschen Einzel- und Reihenhäusern und sind mit großzügigen Gemeindezentren ausgestattet, die aus staatlichen Lottomitteln finanziert wurden. Es gibt von Zypressen umstandene Einkaufszentren inmitten sattgrüner Rasenflächen, und es gibt Swimmingpools in Sichtweite von palästinensischen Dörfern, denen das Wasser zweimal wöchentlich von Tanklastern angeliefert wird. Als Besucher merkt man sehr bald: Die Bewohner der meisten Siedlungen gehen fest davon aus, dass sie und ihre Nachkommen hier auf Dauer bleiben werden. Nur in den Siedlungen, die aufgegeben werden sollen, herrscht eine deutliche Verbitterung. Häufig hörte ich hier den Satz: „Wir wurden schon von den Nazis rausgeworfen, aber von hier kriegt man uns nicht weg.“… (Amos Elon, Israels kleines hässliches Imperium, Le Monde diplomatique, 7.7.2006)

Auszeichnungen und Ehrungen:

Jewish Quarterly Wingate Preis (1967)

Jerusalem-Preis (1987)

Wingate Literary Preis (2004)

Außerdem weitere amerikanische, italienische und deutsche Auszeichnungen. 

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

In einem heimgesuchten Land. Reise eines israelischen Journalisten in beide deutsche Staaten, Verlag Kindler 1966 (München).

Die Israelis. Gründer und Söhne, Verlag Molden 1972 (Wien u.a.) und Molden-Taschenbuch-Verlag 1976 (Wien u.a.).

Gemeinsam mit Sana Hassan: Dialog der Feinde. Ein leidenschaftliches Streitgespräch um die Zukunft der Araber und Israels, Verlag Molden 1974, 1982 (Wien u.a.).

Morgen in Jerusalem. Theodor Herzl, sein Leben und Werk, Verlag Molden 1975, 1982 (Wien u.a.) und Molden Taschenbuch-Verlag 1979 (Wien).

Schrei ohne Antwort. Tatsachenroman, Verlag Molden 1979, 1983 (Wien u.a.).

Beitrag In: Das Jüdische Echo. Zeitschrift für Kultur und Politik. Nummer I, Vol. XXXIV, Elul-Tischri 5746, September 1985, (Hg.) Veinigung Jüdischer Hochschüler Österreichs und Jüdischer Akademiker Österreichs, 1985 (Wien).

In einem heimgesuchten Land. Berichte aus beiden Deutschland, Verlag Greno 1988 (Nördlingen).

Jerusalem. Innenansichten einer Spiegelstadt, Verlag Rowohlt 1990, 1992 (Reinbek) und Wunderlich Verlag 1999 (Reinbek).

Stadt im Nirgendwo, In: Lettre international 22, 3. Vierteljahr, 1993, (Berlin).

Ägypten, In: Lettre international 29, 2. Vierteljahr, 1995, (Berlin).

Nachrichten aus Jerusalem 1968 bis 1994, Verlag Eichborn 1995 (Frankfurt a. M.) und Büchergilde Gutenberg 1996 (Frankfurt a. M. u.a.).

Nachrichten aus Jerusalem. Reportagen aus vier Jahrzehnten, Fischer-Taschenbuch-Verlag 1998 (Frankfurt a. M.).

Der erste Rothschild. Biographie eines Frankfurter Juden, Verlag Rowohlt 1998, 1999 (Reinbek).

Zu einer anderen Zeit. Porträt der jüdisch-deutschen Epoche (1743 – 1933), Verlag Hanser 2003 (München und Wien) und Deutscher Taschenbuch-Verlag 2005 (München).

Die Rolle der Juden im neuen Europa, Reihe: Europa bauen, den Wandel gestalten, (Hg.) Robert-Bosch-Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung 2004 (Stuttgart).

Sekundärliteratur, Interviews etc.

Gesprächsbeitrag In: Begegnungen mit dem Judentum, Bernhard Rübenach (Hg.), Kreuz Verlag 1981 (Berlin).

Gespräch mit dem Historiker Amos Elon über die Wahlen und das Verhältnis zu den Palästinensern, In: Der Spiegel, 53. Jahrgang, Nr. 18, 3. Mai 1999, Spiegel-Verlag (Hamburg).

Links:

Gideon Levy remembers Amos Elon, slams Israeli Media @NYU 11/18/09

https://www.youtube.com/watch?v=cQuCfl8D5vs

http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/8519.asp

http://depts.washington.edu/vienna/documents/Elon/Elon_report.htm

http://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/culture-obituaries/books-obituaries/5395755/Amos-Elon.html

http://articles.latimes.com/1989-10-01/books/bk-696_1_amos-elon

http://www.nytimes.com/2009/05/26/world/middleeast/26elon.html

https://www.theguardian.com/world/2009/jun/04/obitaury-amos-elon

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Pity_of_It_All

http://www.hagalil.com/2009/06/amos-elon/

http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/elon.htm

http://buecher.hagalil.com/hanser/elon-1.htm

http://www.berlin-judentum.de/englisch/elon.htm

http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=6728&ausgabe=200402

http://hac.bard.edu/news/?p=2435

http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/Stiftungsvortrag_Elon.pdf

https://www.welt.de/welt_print/article3810338/Zum-Tode-des-Publizisten-Amos-Elon.html

https://www.theguardian.com/books/2003/feb/01/featuresreviews.guardianreview26

http://www.zeit.de/2003/17/P-Elon-Naumann

http://www.independent.co.uk/news/obituaries/amos-elon-writer-who-became-disillusioned-with-zionism-and-advocated-palestinian-self-determination-1691760.html

http://www.newyorker.com/news/news-desk/for-amos-elon

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/05/25/AR2009052502287.html

https://www.counterpunch.org/2004/12/27/an-interview-with-amos-elon/

http://www.latimes.com/world/la-me-amos-elon27-2009may27-story.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nachruf-auf-amos-elon-erster-israelischer-korrespondent-in-deutschland-gestorben-1795256.html

http://monde-diplomatique.de/artikel/!645941

https://www.primoquotes.com/author/Amos+Elon

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Pity_of_It_All

Q.: zvab, DNB, de.wiki, en.wiki, he.wiki; Tony Judt: Amos Elon (1926–2009), The New York Review of Books, 2.7.2009; Eyal Press: Remembering Amos Elon, 27. 5. 2009, www.thenation.com; Bernard Avishai: For Amos Elon, 27. 5. 2009, The New Yorker; Michael Naumann: Der große Kummer, 16.4.2003, Zeit Online; Christopher Hitchens, Remembering Amos Elon, www.slate.com, 30.6.2009; Jörg Bremer, Erster israelischer Korrespondent in Deutschland gestorben, faz.net, 26.5.2009; Jonathan Steele: A cold eye on Zion, www.theguardian.com, 1.2.2003; Ari Shavit: An Interview with Amos Elon, www.counterpunch.org, 27.12.2004; Ari Shavit: Under the Tuscan Sun, www.haaretz.com, 23.12.2004; Emily Langer: Writer Explored Arab-Israeli Relations, www.washingtonpost.com, 26.5.2009; Ethan Bronner: Amos Elon, Israeli Author, Dies at 82, www.nytimes.com, 25.5.2009; Lawrence Joffe: Amos Elon, www.theguardian.com, 4.6.2009; Amos Elon, 27.5.2009, www.telegraph.co.uk; Donald McIntyre: Amos Elon: Writer who became disillusioned with Zionism and advocated Palestinian self-determination, www.independent.co.uk, 27.5.2009; Richard Boudreaux, Amos Elon dies at 82; provocative writer examined the roots of the Israeli-Palestinian conflict, www.latimes.com, 27.5.2009; Marie-Luise Knott: Weitaus schlimmer, als was wir derzeit erleben, Le Monde diplomatique online, 27.5.2009.

 

 

Esther Ettinger
(Esther Haftka, Ester Etinger), geboren 1941 in Jerusalem, wuchs in Tel Aviv auf, wo sie die religiöse Bais-Yakov-Schule besuchte; ihre Eltern waren noch vor dem Zweiten Weltkrieg aus Polen kommend, in Palästina eingewandert und sprachen gewöhnlich Jiddisch; die Familie verlor viele Verwandte im von Deutschen begangenen Völkermord – ein Thema, das sich später in zahlreichen Arbeiten der Autorin niederschlagen sollte; diese hatte Hebräische Literatur, Jüdische Geschichte und Bibliothekswissenschaften studiert und war konsequent Bibliothekarin, u.a. am Institut für Jüdisches Recht, an der Hebräischen Universität von Jerusalem, geworden; ferner arbeitete Esther Ettinger als Rundfunkredakteurin, sowie in der Redaktion der Zeitschrift Kiryat Sefer der Nationalbibliothek mit; auf eine erste Lyrikveröffentlichung von 1980 folgten noch mehrere weitere Bände ihrer Dichtkunst, außerdem zwei Romane und eine Monographie zu Leben und Werk der israelischen Dichterin Zelda nach; Esther Ettinger ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder, sowie mehrere Enkel, und lebt in Jerusalem.

Her writing is suffused with religious language while addressing human existential questions.

In the poem Dynasty, she uses shoes as an object that passes from generation to generation and carries within it historical memory. Shoes are often used in Israeli art as a metonymy for the Holocaust and disaster. In this poem they become a source of power. (Shlomit Naim-Naor / makomisrael.org/blog/)

This classic detective plot („A Perfect Lover“) grows naturally, as if of its own accord…  A suspenseful, delightful and intelligent novel. (Yedioth Ahronoth)

Entertaining, realistic, believable… The authors deceive us delightfully, with intelligence…They give us the opportunity to solve the mystery, if only we attend to the small details and to the lively personalities in the story („A Perfect Lover“). (Reuven Miran)

Peleh Laylah, (Night Wonder) a recent novel by the poet Esther Ettinger depicts the “coming of age” of a religious adolescent in Tel Aviv. There are many autobiographical elements in the work…

“The language is very much part of me, and becomes an organic part of my writing. It’s true that religious education inhibits the writer, but it also enriches her work. I feel freest when I write, but the writer must impose internal aesthetic limits on the work.” Realizing this, Ettinger also accepts the religious limits she imposes on her writing… (Rochelle Furstenberg / My Jewish Learning)

Esther Ettinger’s work, an editor has remarked, “is infused with her own religious sensibility, drawing on associations from the world of Bible, Midrash, traditional liturgy and Talmud”…

In her novel (Night Wonder), Ettinger juxtaposes the Bais Yakov education of the protagonist Atara Henig with the girl’s attraction to the music, movies and fashion of Tel Aviv. Her teacher, Raizl, is a very pious survivor of Bergen-Belsen who espouses the teachings of the [real-life] founder of Bais Yakov, Sara Schneirer, in an attempt to cleanse the young women of what she terms ‚foreign influences.'“

Ettinger’s history, fascinating as it is, is not her only subject. Her work looks at our lives from a lively, contemporary point of view enriched by her knowledge of Jewish sources… (Lisa Katz, poetryinternationalweb.net)

Auszeichnungen und Ehrungen:

Neuman-Preis (1980)

Preis des Ministerpräsidenten (1991; 2001)

Jerusalem-Preis für Dichtung (2003)

Yehuda-Amichai-Preis für Dichtung (2005)

Preis des Präsidenten (2006)

Veröffentlichungen in deutscher Sprache:

Gemeinsam mit Ruth Almog: Der perfekte Liebhaber. Roman, Verlag Wilhelm Goldmann 1999 (München).

Sekundärliteratur o.ä.

Über Esther Ettingers “A Wire Ladder” (Sulam shel tayil) und “Poem before Sleep” (Hashir shelifnei hasheinah): Nashim. A Journal of Jewish Women’s Studies, No. 24, Spring 2013, Wendy Zierler, Joseph(ine), the Singer. The Queer Joseph and Modern Jewish Writers, S. 97-119. 

Links:

http://www.ithl.org.il/page_13988

http://www.ithl.org.il/page_14376

http://makomisrael.org/blog/light-israeli-women-poets-candle-5-esther-ettinger/

http://www.dartmouth.edu/~gjdemko/israeli.htm

Q.: zvab, DNB, ITHL, http://makomisrael.org/blog/light-israeli-women-poets-candle-5-esther-ettinger/

http://www.myjewishlearning.com/article/orthodox-israeli-women-novelists/

http://www.poetryinternationalweb.net/pi/site/poet/item/21410/12/Esther-Ettinger