Paul Parin (20.9.1916 – 18.5.2009): Zum Tode des Psychoanalytikers, Schriftstellers und skeptischen Weltbürgers

„Ich hab‘ mich schon seit 1934 auf die Chirurgie gestürzt, weil ich wusste, es kommt ein Weltkrieg“. Eine für Paul Parin in ihrer Präzision und Nüchternheit typische Bemerkung bzgl. der Motive seiner ersten Berufswahl: Medizin. Gegen die Nationalsozialisten. Er machte sie 1992 bei einer Lesung in Köln. Heute, am 18.5.2009, ist der streitbare, liebenswerte Schweizer Schriftsteller und Psychoanalytiker Paul Parin 92-jährig in seiner Heimatstadt Zürich verstorben, wo er seit 1938, mit Unterbrechungen, gelebt hat. Er war für mich ein Vorbild. Kein Autor hat mich mit seinen tiefgründigen, erzählenden Büchern und Essays so tief bewegt, so angeregt wie Paul Parin…

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Von der Unfähigkeit angemessen zu gedenken

Über das oberbayerische KZ Dachau sind eine Menge Bücher, Broschüren und Faltblätter gedruckt worden. Minutiös halten sie Begebenheiten, Ereignisse und Personen der Jahre 1933 bis 1945 fest; präzise, chronologisch und systematisch berichten sie über die Verbrechen auf diesem Stück bayerischen Bodens. Keinem vernünftigen Menschen käme es daher in den Sinn diese Aufklärungsarbeit zu kritisieren. Bedauerlicherweise, und hier ist Kritik mehr als nur angebracht, endete jedoch die Bereitschaft zur Aufarbeitung der KZ-Geschichte jeweils mit dem Jahre 1945. Denn bis zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahre 1965 vergingen zwanzig Jahre, zwanzig Jahre, in denen Dinge geschahen, die besonders uns Nachgeborenen zu fast ebenso großer Schande gereichen, wie das, was sich vor 1945 am Rand jener Kleinstadt vor den Toren Münchens ereignete…

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Botschafter von Liebe und Frieden: Das Idan Raichel Project im Berliner Kesselhaus

In Israel ist Idan Raichel ein Superstar. Wer hätte das gedacht? Am wenigsten Idan Raichel selber, der 2002 die israelische Musikszene betrat und seit dem mit seinem Project einen Erfolg nach dem anderen feiert. Die Kritiker, die seine Musik zu ethnisch fanden, sind mittlerweile verstummt. Mit seiner Mischung aus kultureller Vielfalt, verschiedenen Sprachen und seiner Botschaft von Frieden und Liebe liegt er voll im Trend…

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Bundesregierung unterstützt Iran-Geschäft der Linde AG mit Hermes Bürgschaften

Die Linde AG ist weiter im iranischen Energiesektor aktiv und wird dabei durch deutsche Hermes-Bürgschaften unterstützt. Dies war die Antwort des Linde-Vorstands auf Fragen kritischer Aktionäre auf der diesjährigen Hauptversammlung am 15. Mai. Mitglieder des Bündnisses STOP THE BOMB, das für effektive Sanktionen gegen das iranische Regime eintritt, hatten vor dem Internationalen Congress Center in München protestiert…

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Ex-Ku-Klux-Boss: Rückzugsgebiet in den Alpen

Der frühere Chef des rassistischen Ku-Klux-Klan David Duke lebt seit mehreren Jahren in Österreich. Obwohl der US-Amerikaner sich dort als Tourist nur zeitweise aufhalten darf, hat er offenbar in Salzburg seinen Hauptwohnsitz angemeldet und lebt in Zell am See. Duke gilt als Hintermann des internationalen Neonazi-Netzwerks „Altermedia“…

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Kleine Chronik des ehemaligen KZ Dachau seit 1945

Das oberbayerische KZ Dachau war das dienstälteste KZ des „Dritten Reiches“ und galt als Musterlager und Vorbild für Auschwitz und 2000 weitere kleinere und größere Lager in Deutschland und im von den Deutschen besetzten Europa; während das Entstehen des Lagers und das Leiden der Häftlinge inzwischen relativ gut wissenschaftlich erschlossen sind, fehlt noch immer eine Geschichte der Ereignisse und Begebenheiten nach Kriegsende…

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Messe in Nazareth

Schon in den Nachtstunden strömten die ersten Messeteilnehmer zu dem neugebauten Amphitheater am „Berg des Absturzes“ bei Nazareth. Rund 8000 Polizisten hatten mit „präzedenzlosem“ Sicherheitsaufwand viele Straßen rund um Nazareth und in der mehrheitlich muslimischen Stadt gesperrt, um Zwischenfälle auszuschließen. Zehntausende bunt gekleidete Menschen füllten das Gelände. Viele trugen Hüte auf den Köpfen oder hielten Zeitungen hoch, um sich vor der brütenden Sonne zu schützen…

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Pilgerfahrt der verpatzen Chancen

Jedem war klar, dass die heikle Reise des Papstes ins heikle Land schwierig werde. Vom 82-jährigen Heiligen Vater wurde ein unmöglicher diplomatischer Balanceakt abverlangt. Dank der ungeheuerlich intensiven Vorbereitungen mitsamt einer „wunderbaren“ Kooperation israelischer und palästinensicher Sicherheitskräfte, verlief der technische Ablauf des Besuches weitgehend pannenfrei. Gleichwohl verpatzen Israelis, Papst und Palästinenser Chancen, positive Zeichen für die Zukunft zu setzen…

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