Gedanken ohne Epilog…
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Gedanken ohne Epilog… [...] Die abstoßende Demonstration von Ultraorthodoxen am Samstag in Jerusalem, die gelbe Sterne und nachgemachte KZ-Kleidung trugen, erinnern an die Feststellung Walt Kellys in dem bekannten “Pogo”-Comicstrip: “Wir haben den Feind gesehen, und es sind wir”… [...] Eine orthodoxe Jüdin wird mit schwersten Depressionen und Zwangsstörungen in ein Krankenhaus eingewiesen. Der Aufnahme ging ein monatelanges Martyrium in der Familie, im Berufsleben und im Freundeskreis voraus. Die Ärzte diagnostizieren einen klassischen “Nervenzusammenbruch” und behandeln ebenso “klassisch”: viel Ruhe, Psychopharmaka, autogenes Training, schließlich die Entlassung und die Überweisung in eine ambulante psychotherapeutische Betreuung… [...] Die jüdische Widerstandskämpferin und Chronistin der Shoa feiert am 28. Oktober ihren 90. Geburtstag… [...] Der Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Noach Flug, ist tot. Er starb am Donnerstagmorgen im Alter von 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in einer Jerusalemer Klinik. Der Auschwitz-Überlebende hatte sich in den vergangenen Jahren für die Rechte der Holocaust-Opfer in Israel eingesetzt… [...] Ein von national-religiösen Eiferern angeführter Aufstand gegen die römische Besatzung führte im Jahr 70 allg.Z. zu einer der grössten Katastrophen der gesamten jüdischen Geschichte. Der Zweite Tempel, der unter den Römern sogar noch deutlich ausgebaut und ausgeschmückt worden war, wurde völlig zerstört, der Tempeldienst, der bis dahin fast unbehelligt fortgeführt werden konnte, wurde für immer [...] Der Plan eine bleibende, sichtbare, Aufmerksamkeit erzielende Erinnerungsstätte für die ermordeten 23 jüdischen Frauen und Männer der Budge-Stiftung zu gestalten, wird nun verwirklicht… [...] Der jährliche Holocaustgedenktag wird in Israel nicht wie anderswo am 27. Januar begangen, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen, sondern gemäß dem hebräischen Kalender an dem Tag, als das Warschauer Ghetto nach dem Aufstand der dort eingepferchten Juden gefallen ist… [...] „Schoa“ ist einer der Begriffe, mit denen versucht wird, den millionenfachen Mord an den Juden während des Dritten Reiches zu umschreiben; „Holocaust“ ist ein anderer. Es gibt aber wohl keinen Begriff, der angemessen das wiedergeben kann, um was es hierbei geht… [...] Anlässlich des diesjährigen Jom haSchoa veröffentlichen wir im Folgenden einen Brief, der uns von Yoram Keness aus Israel übermittelt wurde. Diesen Brief haben seine Grosseltern im Jahre 1939 von sehr guten Freunden aus Witzenhausen, Max und Herta Verständig, erhalten… [...] Gegenwärtige wie vergangene gesellschaftliche Prozesse sind ohne eine sozialpsychologische Perspektive nicht umfassend zu verstehen. Dies gilt insbesondere für irrationale, totalitäre Massenbewegungen wie den Nationalsozialismus und seine historischen Nachwirkungen. Warum folgten Millionen Deutsche einem autoritären Führer und seinen menschenverachtenden ideologischen, gesellschaftspolitischen und militärischen Zielen? Warum ordnen sich Menschen in destruktiv ausgerichtete imagined communities wie der nationalsozialistischen [...] Lange hat Henri Parens, renommierter amerikanischer Psychoanalytiker und Überlebender der Schoah, damit gerungen, über seine Erinnerungen an seine Verfolgung zu schreiben. Zu sehr fürchtete der 1928 im polnischen Lodz geborene Jude, von den zerstörerischen Erinnerungen überrollt, überwältigt zu werden. „Sprich, Erinnerung, sprich!“ lautete Vladimir Nabokoss Forderung – sie könnte als Motto über Parens nun vorliegende [...] Jan Karski war einer der ersten, der den Alliierten die Nachricht vom Holocaust an den Juden übermittelte – aber keiner wollte ihm glauben… [...] Der nächste Holocaustgedenktag steht vor der Tür… [...] |
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Leserbriefe