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Beschneidung steht nicht zur Debatte

Stellungnahme des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland zum Interview mit “Zeit Online” vom 12.10.12…

„Die Beschneidung ist für mich ein religiös konstitutives, körperlich sichtbares Siegel des Bundes mit G‘tt, dessen ritueller Vollzug am achten Tag nach der Geburt für einen männlichen Juden nicht zur Disposition steht“, erklärt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, und widerspricht damit aktuellen Meldungen, wonach er die religiöse Beschneidung von jüdischen Jungen in Frage stellt.

„Durch eine irreführende Überschrift in einem Interview mit Zeit Online vom heutigen Tage sei offensichtlich der Eindruck entstanden“, so der Generalsekretär, „er könne sich vorstellen, die Beschneidung abzuschaffen. Dies sei mitnichten der Fall und sei auch nicht Inhalt des Artikels“, betont Kramer.

„Wichtig sei ihm jedoch“, so Kramer, „ein offener Umgang mit sachlicher Kritik der Beschneidungsgegner und eine inhaltliche Diskussion auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft über deren Werte und Traditionen. Nur wer Gesprächsbereitschaft signalisiert, kann auch überzeugen,“ so der Generalsekretär. „Diese Position des Zentralrats der Juden in Deutschland besteht seit Beginn der Debatte und hat sich auch nicht geändert“, so Kramer.

PM, Berlin, den 12.10.2012/ 26. Tischri 5773

133 comments to Beschneidung steht nicht zur Debatte

  • Jakobo

    Fairness:

    Neulich im restaurant:
    A: “bitte ohne sauerkraut.”
    B: “Nur weil es was deutsches ist? wir haben schon
    genug wiedergutmachung gemacht. wie lange sollen wir
    uns das ncoh von dem zentralrat vorhalten lassen??
    Israel hat ja auch keinen guten ruf mit
    menschenrechten!!
    Das ist einfach unverschämt staendig muessen wir uns
    vorwuerfe machen lassen!!”

    Kennst du schon die holocaustkeule-keule?

    Was soll ich sagen.. ich glaube nicht dass es nur eine
    misslungene formulierung ist. und ich teile auch deine
    ansichten ueber die linke nicht.

    was die spinnweben betrifft. deine art wie du deutsche
    siehst hat vielleicht noch bis in die 60 jahre rein
    gegolten. mittlerweile sind abgesehen von den jekes die
    ueberlebt haben auch die DPs staatsbuerger und auch die
    juden die von russland gekommen sind sind haben einen pass.
    von den migranten von denen du sprichst haben die meisten
    einen deutschen pass oder die unbeschraenkte aufenthaltserlaubnis. manche sind schon in der zweiten
    generation in dtl. gebohren worden.

    du solltest etwas realistischer sein und von deinem hohen
    pferd herunterkommen. eine firma kann von seinem telefonisten erwarten gutes deutsch zu sprechen. aber die
    regierung oder gar du oder ich sollen erwartungen stellen?
    das ist kontroll-mentalitaet mehr nicht.

    “Die Beschneidung geht in Deutschland n i c h t o h n e Widersprüche”
    Aber doch auch nur weil es keine falschparker mehr gibt.

    Die beschneidung ist formal nicht verboten und es gibt kein
    rechtlich bindendes urteil das sagt, dass sie gegen das
    grundgesetz verstoesst. eigentlich steht sie kurz davor
    explizit erlaubt zu werden und ich denke dass das gesetz
    durchkommen wird.

    J

    • Hallo Jakobo,

      gut, dass wir miteinander reden und nicht schießen.

      Sag mal bitte, der A. und der B. aus neulich im Restaurant, ich vermute A. ist ein Israeli und B. ein muffer Deutscher?

      Ja gut, so ein Gespräch könnte so ähnlich abgelaufen sein. Aber ich kann wirklich nicht für andere Deutsche authentisch reden, kneifen will ich aber nicht: ich halte von dem Zentralrat nicht viel. Obwohl ich den verstorbenen Bubis mochte, der wirkte auf mich immer empfindsam, verletzlich. Ich sah einen Film mit und über ihn.

      Wenn ich dich richtig verstehe, so willst du mir sagen, dass sich in den letzten Jahren in Deutschland vieles verändert hat und die Situation mit den scheiß- Neonazis gefährlicher geworden ist?
      JA, das ist sie. Da gab es einen geschmeidigen Köter, einen Rechtsanwalt Jürgen Rieger, der zum Glück nicht alt geworden ist. Der hatte so windige Geschäfte, indem er veramten Bauern ihre Höfe zum Schluderpreis abkaufte, sie dann sanierte und die Bauern vor die Tür setzte, obwohl er ihnen vorher lebenslanges Wohnrecht versprochen hatte.
      Die nachgelassene Familie von Rieger hat darauf aber keinen Anspruch als Erben mehr erhoben.

      Dann gab es die Fälle, dass nazis sich Villen kauften und dachten, sie könnten dort ungestört ihre Reichsprogrammnacht (sie nannten es Seminare, schlapp-lach) abhalten. Das haben viele Bürger und ihre Bürgermeister schließlich verhindert, ob endgültig weiß man nicht so genau, die nazis kennen ja die deutschen Gesetze und ihre Lücken.
      Wäre ich die Bundesregierung, würde ich den Laden dichtmachen und die Gesetze nicht für nazis öffnen.

      Du hast meine Sprache kritisiert, ich solle doch nicht wie die Bundesregierung sprechen?
      Wie die Bundesregierung spricht, so kann ich gar nicht reden, das ist unmöglich und schade, dass es bei dir so angekommen ist.

      Sollen wir beide jetzt ernsthaft über die Menschenrechtsverletzungen der israelischen Regierung sprechen?????
      Laß mich nur sagen, ich sei froh, dass es in Israel auch eine große Friedensbewegung gibt. Leider steht in den deutschen Tageszeitungen viel zu wenig darüber.

      Über Linke musst du meine Meinung nicht teilen. Aber bedenke: In den schlimmen Jahren, so ab 1927, als die ersten braunen Schläger in Deutschland auf die Straße kamen und bis 1933 der braune Sumpf hier wütete, in den Jahren dazwischen waren die Linken, die Kommunisten der KPD die einzigen, die sich mit den Nazis Straßenkämpfe geliefert haben.
      Die intelligente Linke wehrt sich auch heute!

      Grüße, Gitte

    • Jakobo

      Naja… was den Zentralrat betrifft ist das
      ja eher sache der juden in deutschland wie weit
      man sich von dem vertreten fuehlt oder nicht.
      ob du ihn gut oder nicht gut findest ist da
      nicht so wichtig.

      “Laß mich nur sagen, ich sei froh, dass es in Israel auch eine große Friedensbewegung gibt.”

      auf welchen teil bist du besonders froh? auf den der nicht
      mehr in gaza seinen kopf hinhalten wollte oder auf den, der
      ihn jetzt in sderot hinhalten muss? ich denke du steckst
      weder in der einen situation noch in der anderen.

      Als jude wuerde ich mich nicht auf die linke verlassen.

      J

  • Jaku

    zu Bosau: Sie haben Recht. Eine Verniedlichung war aber nie mein Anliegen; was ich zwischen seinen Zeilen las, war ein geifernder Mensch, der sich hochschaukelte und sich auch provoziert fühlte. Man konnte ja regelrecht “sehen, riechen” dass er seine Maske auch fallen lassen wollte! Er wollte zurück schlagen um jeden Preis und verletzen.

    Es ist auch nicht leicht, das kann ich zumindest verstehen, mehrmals als Antisemit bezeichnet zu werden, obwohl das jeder ehrlichen Absicht diametral entgegensteht. Ich finde, das müssen einige TeilnehmerInnen in diesem Forum auch mal verstehen, solange deutschen Christen oder Atheisten niemand erklärt, was eine jüdische Mantra genau sein soll.

    Beschreibung eines Problems: theoretisch (und mit schlechten Manieren) könnte ich in einem anderen Forum jeden Belgier, Franzosen, Italiener, Engländer usw. verbal k.o.-schlagen, falls ich seine Meinung überhaupt nicht teilen könnte.

    Ich müsste zu Recht einstecken, dass er mich für eine miese Deutsche hält und das wars dann auch schon und vielleicht bekäme ich noch einen bösen Merkel-Witz dazu. Und Tschüss.

    Käme der Holländer, als Beispiel, wirklich auf die Idee, mich an die deutsche Besatzung zu erinnern? Ziemlich unwahrscheinlich, obwohl die SS da sehr gewütet und getötet hat und gefoltert u. Lager unterhielt – usw.

    In einer verbalen Auseinandersetzung in einem jüdischen Forum ist das völlig ausgeschlossen.

    Viele deutsche Menschen verstehen so etwas einfach nicht. Wir kommen mit der Sonderstellung von Juden, oder von jüdischen Deutschen oder von Israelis irgendwie nicht klar, wir halten es für eine zu hohe Empfindlichkeit.

    Mit der Äußerung von unterschiedlichen Meinungen drücken viele Deutsche, weder bewußt noch unbewußt, irgendwelche Vorbehalte aus. Wie ich kürzlich in einem Reisebüro erfuhr, wollen deutsche Touristen ganz besonders gerne nach Israel fliegen und wollen sich konfrontieren lassen mit der deutschen Vergangenheit; aber es ist nicht “ihre” Vergangenheit.

    Irgendetwas läuft hier nicht zusammen
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Den möchte ich sehen, der mir verbietet, mit Kommunisten an einem Tisch zu sitzen.
    Den möchte ich sehen, der mir verbietet, mit Türken an einem Tisch zu sitzen – und den möchte ich sehen, der mir verbietet, mit Juden zu reden.
    Aber den möchte ich sehen, der mir befiehlt, mich mit Nazis an einen Tisch zu setzen…

    Hans-Dieter Hüsch, verstorbener Kabarettist

    • Jaku

      Ich kann vieles nachvollziehen. Nur mit dem Begriff “Sonderstellung” habe ich meine Probleme. Ich weiß einfach nicht, was das zu bedeuten hat bzw. ich kanns nicht nachvollziehen.

    • Lach

      Jaku, ich versuch’s mal, okay? Die ellenlangen Texte von “Fairness” können problemlos heruntergekürzt werden auf folgende Kurzfassung:

      “Ich verspüre als Deutsche eine Befangenheit gegenüber Juden, die ich gegenüber niemandem anders verspüre. Das macht mich rasend wütend. Ich will das nicht haben. Ich will Juden genauso beleidigen und beschimpfen dürfen wie alle anderen, ohne dass ich ein schlechtes Gewissen haben müsste. Woher kommt mein schlechtes Gewissen? Es kommt von Guido Knopp, vom Geschichtsunterricht in der Schule, von Gedenktagen und Denkmälern, von SPIEGEL-Titeln, von Hollywood-Filmen. Und vom Zentralrat der Juden. Eigentlich nur vom ZdJ. Was so nicht stimmt, aber so mache ich es mir einfacher. Also der ZdJ ist schuld. Diese Juden. Immer auf eine Sonderstellung pochen. Wo leben wir denn? Und jetzt kriege ich schon wieder so einen Hals.”

    • schlupp

      “Käme der Holländer, als Beispiel, wirklich auf die Idee, mich an die deutsche Besatzung zu erinnern? Ziemlich unwahrscheinlich, obwohl die SS da sehr gewütet und getötet hat und gefoltert u. Lager unterhielt – usw.
      In einer verbalen Auseinandersetzung in einem jüdischen Forum ist das völlig ausgeschlossen.”

      ich kann mich nicht erinnern, dass in der Diskussion bisher irgendjemand an die deutsche Besatzung erinnert hat, wo wäre das gewesen?
      In der Tat scheinen es mir in Diskussion über Judentum oder den Nahen Osten am wenigsten Juden und Israelis zu sein, die am laufenden Band mit(hanebüchenen)Nazivergleichen daherkommen (siehe hier zB Bosau, der sich schom im KZ wähnt).

  • Marina Münch

    Ich unterschreibe fast alles, was Detlef Bosau geschrieben hat. Kinderverstümmelung, Hautamputationen, zum Zwecke der Markierung für eine Volksgruppe, hat in einem säkularen Deutschland nichts verloren.
    Das Kupieren von Schwänzen bei Hunden ist verboten worden, das Brandzeichen für Pferde, das Schlagen von Kindern, – - – dann wohl erst Recht das Abschneiden von Hautteilen von kleinen Kindern, denen ohne medizinischen Grund Schmerzen zugefügt werden. Das lassen WIR nicht mehr zu!
    Die Diskussion darüber hat begonnen, sie endet erst, wenn Kindern in Deutschland keine Gewalt mehr angetan werden darf und dies gerichtlich verfolgt wird!
    Ich will in einem säkularen Staat leben, ich glaube nicht an einen imaginären G’tt, denn wenn er existieren würde, würde er diese Grausamkeiten, Gemeinheiten, Kriege, von vorneherein verbieten!
    Ich will in einem säkularen Staat leben, ich will nicht zurück zur Hexenverbrennung!

  • Lach um 03:14 Uhr vom 1.11.

    Ich glaube, dir fehlt um 3:14 eine Mütze Schlaf oder von was hattest du evtl. zu viel?
    Mehr Zeit als für diesen Zweizeiler schenke ich dir nicht.

  • Lea Aronsbach

    http://www.hagalil.com/bet-debora/journal/tabu.htm
    „Beschneidung ist ein gewalttätiges Eingreifen und eine Verletzung der Genitalien eines Kindes, was rein physisch ein sexueller Mißbrauch bzw. sexuelle Mißhandlung ist.
    Ja, vielen von uns fällt es schwer, das zu akzeptieren, denn es könnte bedeuten, daß alle Jüdinnen und Juden, die ihre Söhne beschneiden ließen oder lassen, sexuell Täter sind. – Wie gesagt ist es weder meine Absicht, jemanden zu beschuldigen noch alle Juden als Kindermißhandler darzustellen. Ich möchte lediglich jede Form der Tabuisierung von Kindermißbrauch brechen und zu Diskussionen und Auseinandersetzung anregen. Durch Aufmerksamkeit, durch Befragung und durch Lernen können wir es schaffen!“

    • schlupp

      Dass es eine Verletzung der Genitalien ist, ist wohl kaum bestreitbar.
      Von dort aus aber gleich einen weeeiten Bogen zum wohl schlimmsten Vorwurf des sexuellen Missbrauchs zu schlagen und liebenden Eltern quasi zu sagen: ‘Ich will jetzt nicht behaupten, dass ihr alle Kindesmisshandler seid, aber ach übrigens, ihr seid wahrscheinlich alle Kindesmisshandler’ ist, na ja, wenig förderlich.
      Im Übrigen fände ich Beschneidungen auch nicht besser, wenn statt von den Genitalien etwas vom Ohrläppchen weggeschnitten würde.

  • jim

    Beschneidung ist ein gewalttätiges Eingreifen und eine Verletzung der Genitalien eines Kindes, was rein physisch ein sexueller Mißbrauch bzw. sexuelle Mißhandlung ist.

    Es gibt, abseits von Religiosität, Abraham und Isaak, eine ganze Reihe an Möglichkeiten, sich wissenschaftlich dem Thema zu nähern; die hier vorgetragene ist eine reine Behauptung, eine -aus welchen Gründen nun auch immer – angestellte Vermutung, eine der haltlosesten und mithin dümmsten die ich kenne. Fehlt nur noch die passend gemachte, kollektiv geltende Ätiopathogenese.

  • Sehr geehrte Lea Aronsbach,

    sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, fällt manchen Menschen eben sehr schwer, ohne zu kränken!

    Jim wollte nur diesen einfachen Satz sagen, dass Ätiopathogenese die Gesamtheit aller Faktoren sei, die zur Ursache, Entstehung und Entwicklung einer kollektiven Krankheit bzw. Störung beiträgt.

    Im Grunde wollte er möglichweise nur das sagen:
    Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, sich wissenschaftlich dem Thema zu nähern; die hier vorgetragene ist eine reine Behauptung, eine angestellte Vermutung.

  • Lach

    Zu M. Münch:
    Wie verbittert muss ein Mensch innerlich sein, der so wie Sie ständig anderen Menschen vor das Schienbein treten muss?

    • Jaku

      Schade, dass Sie nicht auch die Dame fragen, wie sehr jemand verbittert sein muss, wenn bei diesem Thema Juden mit Hunden, Pferden, Hexenverbrennug gleichsetzt und mit dem Satz “zum Zwecke der Markierung für eine Volksgruppe” daherher kommt.
      Diese Sprache ist Gewalt.

  • Marina Münch

    Jaku: Mir wurde strengstens von einem jüdischen Gläubigen ans Herz gelegt, daß das Judentum KEINE Religion wäre, sondern daß die Juden ein VOLK wären – also somit eine Volksgruppe! Oder sehe ich das falsch?
    Und was stimmt nicht an dem Satz: Beschneidung = Markierung zum Zwecke der Zugehörigkeit einer Volksgruppe!
    Bitte um Erklärung! Danke im voraus!

  • Marina Münch

    Und Jaku: Was das Kupieren von Hundeschwänzen und -ohren angeht, das Brennen von Pferden, usw. so haben jüdische Säuglinge weniger Schutz – als z.B. in diesem Fall die Tiere, leider nur Hund und Pferd, die privilegierter sind als die armen ausgebeuteten “Nutztiere” wie Rind, Schwein, Geflügel, etc.

  • an Martina Münch

    ich möchte wissen, ob man überhaupt verbittert sein muss, um richtig festzustellen, dass das Kupieren von Hundeschwänzen, das Brandzeichen für Pferde und das Schlagen von Kindern zum Glück – verboten ist.
    Muss man verbittert sein, um richtig zu stellen, dass ALLE Kinder einen höherwertigen Rang als Tiere haben?
    Etwas anderes haben Sie meines Wissens auch nicht behauptet.

    Im Gegenteil, ich interpretiere Ihre Aussage eher so, als ob Sie für alle Lebewesen Empathie und Schutz fordern.

    Ich habe auch verstanden, dass wir nicht in das finstere Mittelalter mit Hexenverbrennungen zurück wollen.

    Mit der Marker-Dingsda hat jemand anderes in diesem Forum lange vor Ihnen thematisch damit angefangen. Aber damit kenne ich mich nicht aus.

  • Uri Degania

    Aus der aktuellen Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen:
    PORTRÄT DER WOCHE – Die Enkelin
    Channah Trzebiner beschäftigt sich mit der dritten Generation nach der Schoa

    “Als ich von dem Kölner Beschneidungsurteil hörte, war ich gerade auf dem Rückflug von einer Reise nach Israel. Ich schlug die Zeitung auf und sah einen Artikel darüber. Im ersten Moment dachte ich nur: Du fliegst in die falsche Richtung. Ich fühlte mich dermaßen verletzt. Aber ich war froh, dass mein Opa, der in Auschwitz war, das nicht mehr erleben musste…”

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14331

    • jim

      Berührend.

      Gleichzeitig aber zeigt dieser Artikel auch überdeutlich auf, wie widerlich und abstoßend der Kommentarbereich dieser Seite hier streckenweise ist! Und aber auch, wie eigentlich unfähig wir sind, darauf zu reagieren, und deshalb ist es auch nicht möglich, hier her zu schreiben, warum und wie sehr gerade dieser Artikel so sehr berührt, leider.

  • Jaku

    Circumcision Doesn’t Reduce Sexual Satisfaction And Performance, Says Study Of 4,500 Men

    http://www.sciencedaily.com/releases/2008/01/080107101013.htm

  • jim

    Im Grunde wollte er möglichweise nur das sagen:
    Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten, sich wissenschaftlich dem Thema zu nähern; die hier vorgetragene ist eine reine Behauptung, eine angestellte Vermutung.

    Denke, jeder der zu diesem Thema hier sich berufen fühlt, das Maul aufzureissen, sollte zumindest über ein gewisses Grundwissen verfügen, empfehle daher zu diesem Behufe zum Einen ein Standardwerk: “Bruno Bettelheim, Die symbolischen Wunden, Pubertätsriten und der Neid des Mannes”, und möchte zum Anderen bei dieser Gelegenheit aus diesem Werk das Folgende zitieren, S 27f: “Unser Verlangen, vom Menschen Gutes zu denken, hat der wissenschaftlichen Genauigkeit viele Streiche gespielt, und diese Studie wurde nicht begonnen, um die Würde der Menschen zu verteidigen. Doch bei meiner Arbeit mit Kindern habe ich erfahren, daß zwar wenig Gutes von einer ungerechtfertigt hohen Meinung von Personen und Motiven herrührt, häufiger und schwerer Schaden jedoch von einer ungerechtfertigt niedriger Meinung verursacht wird. …”