In Jerusalem fand vergangene Woche zum zehnten Mal die jährliche Gay-Pride-Parade statt. Sie stand unter dem Motto „Drachim shluvot – Intertwining Paths“…
Traditionell ist die Jerusalemer Parade ernsthafter und politischer als die Parade in Tel Aviv, die eher Party-Charakter trägt.
So wurde in diesem Jahr der zweite Jahrestag der bis heute nicht aufgeklärten Morde in der schwul-lesbischen Jugendbar „Bar Noar“ in Tel Aviv als Termin für die Parade ausgewählt.
4.000 Teilnehmer kamen in diesem Jahr nach Jerusalem. Damit waren es doppelt so viele wie im letzten Jahr. Die Parade verlief ohne größere Zwischenfälle.
Haaretz, 28.07.11, Newsletter der Botschaft des Staates Israel
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Aus Fenstern wurden Urinbeutel geworfen. Fromme standen in Sack und Asche gehüllt am Straßenrand und riefen “Buße, Buße”, “Umkehr, Umkehr”, “Ihr seid weniger als der Dreck in der Gosse”, aber sonst verlief alles ruhig. Hundertschaften der Polizei stand Spalier und da die Demo abgesperrt war und sich alle Teilnehmer nur im engen Rahmen der Polizeigasse bewegen durften, gab es auch keine Messerstechereien. Zahlreiche Chabadanhänger versammelten sich trotzdem und riefen zur Staatstrauer. Es wurden aber keine Granaten auf die Demo geschleudert. Keine Toten, keine Verletzten.
Man sieht, Jerusalem ist die Hauptstadt eines demokratischen und liberalen Landes. Zahlreiche Israelfreunde kündigten dagegen bereits Protest an und wollen Israel jetzt nicht mehr unterstützen, da es die Wege des “zürnenden Herrn Zebaot” verlassen hat.
Israel ist eben nicht der Iran, wo Menschen aufgehängt werden, wenn sie nicht so wollen, wie die dortigen “Frommen” wollen.
Am Israel chai
Den Nächsten lieben heisst die Liebe des Nächsten achten. Magnus Hirschfeld.