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Schmerzkiller Nurofen kann töten

Shirly Merder konnte nach fast drei Wochen das Beilinson-Krankenhaus in Ramat Gan verlassen, wo sie fast drei Wochen lang zwischen Tod und Leben gehangen hatte… 

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 13. April 2011

Wegen Zahnschmerzen hatte sie ein paar Tage lang Pillen des populären Schmerztöters „Nurofen“ eingenommen. Plötzlich verschlechterte sich ihr Zustand. Sie wurde eilig ins Hospital eingeliefert. Ihre Leber drohte wegen dem Medikament auszusetzen. Während die 27 Jahre alte Frau bewusstlos in der Intensivstation lag, überlegten ihre Ärzte schon, sie nach Frankreich auszufliegen, um ihr eine Spenderleber einpflanzen zu lassen.  Sie war schon im Flugzeug nach Paris, als ein Anruf kam, dass man in Israel eine geeignete Leber gefunden habe. Doch während die Ärzte Merder schon für die Transplantation vorbereiteten, zeigte ihre Leber plötzlich Anzeichen einer Besserung. Die israelischen Medien begleiteten intensiv den ungewöhnlichen Krankheitsfall, zumal das Medikament ohne Rezept in Apotheken erworben werden kann und einer der populärsten Schmerzkiller nicht nur in Israel ist.

„Sowie ich aus dem Koma wieder aufwachte, habe ich beschlossen, die Adi-Karte zu unterzeichnen“, erzählte die inzwischen wieder genesene Merder, als sie das Hospital in Begleitung ihrer Eltern verließt. „Adi“ ist eine Karte, mit der man im Todesfall seine Organe für Transplantationen freigibt. „Ich will das Bewusstsein  für Organspenden erhöhen“, sagte sie.

Ihr Arzt, Professor Ben Ari, erklärte, dass ein lebensgefährdender Schaden für die Leber durch die Einnahme von Nurofen „extrem selten“ sei. Merder sei der fünfte bekannte Fall weltweit. „Es besteht kein Grund zur Panik, aber man sollte nur die vorgeschriebenen Mengen einnehmen.“

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

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