Rassismus im Rabbinat: Die wahre Aussage des RaMBaM verschwiegen

3
50

Ran haCohen widerspricht Rabbinern, wie Raw Elijahu aus Zfat, die sich in ihren rassistischen Statements ausgerechnet auf den Maimonides (Rabbi Moses Ben Maimon, RaMBaM, 1135-1204) beriefen, der in seiner Torahzusammenfassung das Verbot formuliert hatte, Häuser und Felder im Lande Israel an „Götzendiener“ zu verkaufen (Mishne Torah, Hilkhot avodat kokhavim). Der RamBaM habe ausdrücklich erklärt, dass Muslime keine Götzendiener sind…

Doch natürlich, wie fast alles im jüdischen Gesetz sind die Dinge verhandelbar; Maimonides’ Autorität ist verhandelbar, seine Interpretation des Gesetzes ist verhandelbar und seine eigene Intension ist auch verhandelbar. Die Rassisten unter den Rabbinern repräsentieren eher ihren eigenen, als einen dem Judentum per se innewohnenden Rassismus.

Ran haCohen

Der orthodoxe Fehler

Es war der zionistisch orthodoxe Intellektuelle Yeshayahu Leibowitz ( 1903 – 1994), der das israelische, rabbinische Establishment drängte, nicht nur sich selbst vom Staat frei zu machen (Die RR sind alles Staatsbeamte), sondern auch eine gründliche Reform zu machen, um das Judentum der Realität des modernen jüdischen Staates anzupassen. Das rabbinische Establishment ignorierte Leibowitz’ Aufruf. Die heutige jüdische Orthodoxie, besonders die zionistische Orthodoxie ist deshalb in einem ganzen Netzwerk von lächerlichen Widersprüchen gefangen. Die Ursache liegt in der Tatsache, dass die Halakhah, das jüdische Gesetz, im Exil entwickelt wurde, als jüdische nationale Unabhängigkeit – geschweige denn ein moderner Staat – bestenfalls eine messianische Phantasie war.

Die jüdische Orthodoxie hatte versäumt , sich mit der Tatsache abzufinden, dass die Juden in Israel nicht mehr eine Minderheit, sondern eine souveräne Mehrheit sind. Viele der rassistischen Seiten des Judentums sind auf diesen ungeklärten Wandel zurückzuführen. Eine Mehrheit in einem modernen Staat hat sehr verschiedene moralische Rechte und Pflichten als eine kleine religiöse Gemeinschaft im Exil.

Der führende ultra-orthodoxe israelische Rabbiner Yosef Shalom Elyashif hat sich über die rassistischen Rabbiner um Elija lustig gemacht, indem er sie daran erinnerte, dass sie es doch waren, die die umstrittene Umgehung eines biblischen Gebots, nämlich dem, dem Land alle sieben Jahre ein Sabbatjahr zu geben, in welchem das Land ruhen, also brachliegen soll, durchzusetzen, indem sie empfahlen das Land alle sieben Jahre, symbolisch, für ein Jahr an einen Nichtjuden zu verkaufen, damit es dann doch bestellt werden könne.
Diese Rabbiner sind also nicht nur Rassisten, sie sind auch Heuchler. Ihr politisches Engagement zum chauvinistischen Rassismus ist tiefer als ihre religiöse Integrität.

Wenn die Rassisten schon darauf bestehen, die Araber wie Götzendiener zu behandeln, warum erinnern sie uns dann nicht an die übrigen Worte von Maimonides? Im selben Kapitel steht: Maimonides verbietet alles, was das Leben von Götzendienern rettet: wenn ein Götzendiener am Ertrinken ist, soll ihn ein Jude nicht retten; wenn ein Götzendiener am Sterben ist, sollte ein Jude sein Leben nicht retten; und ein jüdischer Arzt soll einen Götzendiener nicht heilen, wenn er nicht dazu gezwungen wird.

Andrerseits stellt Maimonides im selben Kapitel fest, dass all diese Regeln nur dann gelten, wenn die Juden im Exil sind und die Götzendiener die Überlegeneren sind (Anm.: man also durchaus von einer Zwangslage sprechen könnte, die das Gebot gerade im Exil aufhebt). Und wenn die Juden die Oberhand haben? Dann sollte das biblische Gebot ( Deuteronomium 7) befolgt werden: „Wenn Israel die Macht über sie hat, dann ist es für uns verboten, dass ein Götzendiener unter uns weilt… Sogar ein vorübergehender Bewohner oder ein Händler, der von Ort zu Ort reist, sollte es nicht erlaubt werden, durch unser Land zu reisen“ – wenn er nicht die Sieben Gesetze des Noah akzeptiert. In diesem Fall wird er „fremder Bewohner“, eine Kategorie, die sich fast aller Rechte der Juden erfreut. Es gibt kaum Zweifel, dass die Muslime den Sieben Geboten des Noah gehorchen, und deshalb …

Die Rassisten unter den Rabbinern verheimlichen diese Ansichten. Sie verheimlichen die angefochtene Gültigkeit der rassistischen Regulierungen, weil sie selbst unnachgiebig rassistisch sind. Sie verheimlichen die schlimmsten rassistischen Regeln, weil sie fürchten, dass viele ihrer Nachfolger nicht so weit gehen würden. Wenigstens nicht jetzt, wenigstens nicht öffentlich.

Und sie kennen ihre Nachfolger. Ihre Forderung, Besitz nicht an Araber zu vermieten oder zu verkaufen, wird von 55% der israelischen Juden unterstützt, wenn man einer kürzlichen Ynet-Volksbefragung vertrauen kann, einschließlich einer großen Minderheit von 41% nicht religiöser Juden und 88% von Orthodoxen und Ultra-Orthodoxen Juden. Ich fordere die Alan Dershowitzers der Welt auf, ein anderes (westliches oder anderes) Land zu finden, in dem eine Mehrheit gegen den Verkauf von Land an eine ethnische Minderheit von Mitbürgern ist.

Der säkulare zionistische Fehler

Der lautstärkste unter den rassistischen Rabbinern (RR) ist Shmuel Eliyahu von Safed. Es ist nicht zufällig in seiner Stadt, wo arabische Studenten regelmäßig schikaniert und gedemütigt, ihr Besitz mutwillig beschädigt wird und Juden, die ihnen eine Wohnung vermieten, angepöbelt und bedroht werden.

In einer hebräischen Zeitungsspalte verleumdet ein rassistischer Rabbiner fast jeden: die „Linken“, die Umweltschützer, die Araber, das Gericht, den Staat – sie alle verschwören sich alle gegen das Wort Gottes, auf das er und seine Nachfolger ein Monopol hätten.

Eines der Ziele der RR verdient besondere Beachtung: es gäbe nichts Illegales am Aufruf zum Verbot, Arabern Land zu verkaufen, sagt Eliyahu, weil der Jüdische National Fond (JNF) dies seit Jahrzehnten getan habe und zwar unter der Schirmherrschaft des Staates.

Hier trifft der rassistische Rabbi den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich besitzt der JNF 13 % des Landes von Israel und weist eindeutig Land nur Juden zu. Der Fond wurde lange vor der Staatsgründung Israels geschaffen und sammelte Geld, um jüdische Siedlungen in Palästina zu kaufen. Er ist ein großer Mitarbeiter im zionistischen Bewusstsein in aller Welt. In früheren Dekaden gab es kein zionistisches Klassenzimmer in der jüdischen Welt, in der es nicht die blaue Büchse für Spenden gab. Diese Institution, die die Kolonisation fördern sollte, wurde auch noch lange nach der Gründung des Staates lebendig gehalten. Doch ein souveräner Staat hat sehr andere moralische Rechte und Pflichten als eine vorstaatliche Unabhängigkeitsbewegung. Aber Israel hält den Stock an beiden Enden.

Die diskriminierende Politik der JNF wurde Jahrzehnte lang ausgeführt und ist jetzt unter der Aufsicht von Israels Obersten Gerichtshof. Erst letztes Jahr unterzeichnete Israel einen massiven Landtausch mit dem JNF, bei dem der JNF dem Staat Land im bevölkerten Zentrum Israels gab. Er bekam dafür vor allem unbewohntes Land im Norden und im Süden, damit er Araber daran hindern kann, dort zu siedeln. Der Staat benützt den JNF als Subunternehmer, um das Prinzip der Gleichheit und das Diskriminieren von Nichtjuden zu umgehen, wenn es sich um Zugang zu freiem Land handelt – oder noch öfter um Land, das schon von Arabern bewohnt ist, die Israel zu vertreiben vorhat. Der JNF ist der Hauptenteigner der Beduinen im Süden Israels. Er pflanzt Bäume auf Hunderten von Hektar Land, die Beduinendörfern gehören, um die nicht-jüdische Bevölkerungas aus dem Gebiet zu entfernen. Der JNF steht auch hinter der Zerstörung von Arakib, einem Beduinendorf, das jetzt zum 8. Mal in den letzten Monaten durch Bulldozer der JNF zerstört wurde.

Wenn also Präsident Shimon Peres und andere zionistische Politiker die RR verurteilten, sollte man dies nicht alzu ernst zu nehmen. Es ist immer israelische Politik gewesen – linker genau so wie rechter Regierungen – an Araber kein Land zu verkaufen oder zu verpachten. Eine ergänzende Maßnahme zur massiven Konfiszierung von Land in arabischen Besitz. Die jüdische Orthodoxie hat versagt, den Status der jüdischen Mehrheit zu erklären. Der Zionismus hat sich geweigert, sich mit seinen vorstaatlichen kolonialistischen Wurzeln abzufinden, selbst innerhalb des „kleineren Israel“, geschweige denn in den besetzten Gebieten. Elijahu mag weniger eloquent sein als Shimon Peres, aber beide vertreten ein Ethos, das ethnische Diskriminierung duldet bzw. fördert.

Ran HaCohen, 1964 in den Niederlanden geboren, wuchs in Israel auf. Er studierte Computer-Wissenschaften, vergleichende Literaturwissenschaften und Jüdische Studien und lehrt an der Universität von Beer Sheva. Er arbeitet auch als literarischer Übersetzer (vom Deutschen, Englischen und Niederländischen) und lehrt in der Abteilung für vergleichende Literaturwissenschaft an der Tel Aviv Universität. Außerdem ist er Literaturkritiker für die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth, Israels verbreitetste Tageszeitung.

Nach einer Übersetzung von Ellen Rohlfs

3 Kommentare

  1. Götzendiener sollte man weder in sein Haus noch in sein Land lassen,es sei denn sie wären bereit von ihren Religionen Abstand zu nehmen.Wer unbedingt an seiner „Religion“festhalten will,kann da bleiben wo er hingehört.Sonst hat man das Land irgendwann proppevoll mit denen und sie beginnen damit ihre Gastrechte zu missbrauchen und werden zu Besatzern,schlimmer noch sie verführen dein Volk zum Baalsdienst,fangen damit an es ihnen aufzuzwingen.Wer sich das nicht gefallen lassen will ist wohl ein Rassist….bis es soweit kommt muss ein Volk aber vermutlich längst alles was Gerechtigkeit bedeutet hinter sich gelassen haben und das ist in Europa der Fall.Kaum befreit von der katholischen Kirche,wendet sich das Protestantentum den Götzen und Göttern ihrer Väter zu.nein,sie treiben es schlimmer als diese.Alles was zählt ist ein dickes Auto und Geld Geld und nochmal Geld.Da haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht,sie haben einfach vergessen wer sie befreit hat.Aber der vergisst nicht.
    Was mich wundert bei der ganzen Sache ist das doch schon einer der ersten „aufgeklärten“Absolutherrscher in Deutschland vor vielen hundert Jahren sagte das die Existenz des Islams im Land doch kein Problem darstellen würde.allerdings hat man damals wohl ganz schnell festgestellt,das die Islamisierungsabsichten und der Hass auf alles was nicht Islam ist sehr wohl zu schwerwiegenden Problemen führt.
     
    Ich würde (hoffe ich jedenfalls)niemandem ertrinken lassen,wenn ich ihn denn retten kann.Vor allen Dingen sollte man aber niemanden verdursten lassen.Aber wer nicht leben will,der muss halt sterben.Und einem Moslem zu erklären das es nicht gerecht ist,jemanden zu decken der Unrecht tut nur weil dieser auch Moslem ist,oder das man Taube nicht verhöhnt,oder das man niemanden egal wen beschuldigen sollte wenn er nichts getan hat,und,und,und…ist vermutlich das berühmte werfen von Perlen vor die Säue,ne Lebensaufgabe die man nicht bewältigen kann.Die erzählen einem Kackfrech das Jesus ihr Prophet gewesen wäre.Da fällt mir nix zu ein.Allah ist nicht mein Gott.Egal wieviele Lügen sie erzählen um ihre Religion voranzubringen,nichts davon kommt bei mir an,keiner von denen betritt mein Königreich.Nicht das der Herr davon höhrt und sein Zorn über mir erbricht.Die Zehn Gebote sind nicht verhandelbar,auch wenn rambam oder der Papst oder wer auch immer solches sagt.Alle Gesetze so zu biegen wie man das gerne will muss Sache derer bleiben die denken irgendwann käme Elia um sie gerecht zu sprechen.Vergesst es.Rettet euch selbst wenn der Eifer des Elia den Zorn Gottes über Israel bringt.Viele achso stolze Völker müssen heutzutage vor Mekka im Staub kriechen,vom ewigen verlassen im geistigen Ägypten hausen,und dürfen nen miesen Kinderschänder nicht beleidigen,wenn sie keinen Bock auf Mo und seinen Islam mehr haben müssen sie um ihr Leben fürchten.Ist ja ne echt tolle Religion,ganz besonders schräg sind natürlich die linken Menschenfreunde die solches unterstützen.Nazis,Religionen,linke Kommunisten,Demokraten,auf euch falle ich nicht rein.Ihr seid tödliches Gift für die Freiheit,die man nur ohne euch hat und haben kann.
     
    Nem Baalsdiener sein Land zu verkaufen,wenn es soweit gekommen ist,ist vermutlich längst alles zu spät.
     

Kommentarfunktion ist geschlossen.