Die USA sollen mit anderen Nationen zusammenarbeiten, um international gültige Regeln für den Cyberkrieg zu schaffen. Das hat der ehemalige CIA-Chef Michael Hayden im Rahmen der Sicherheitskonferenz Black Hat gefordert. Denn während in der realen Welt das Genfer Protokoll bestimmte verheerende Waffen verbietet, gibt es für Gefechte im Cyberspace bislang keine klaren Spielregeln…
Verheerende Cyberattacken sollten geächtet werden
blackhat.com - pte – Der pensionierte Vier-Sterne-General Hayden schlägt daher vor, dass auch bestimmte virtuelle Angriffsmethoden wie Denial-of-Service (DoS) geächtet werden. Ebenso wäre es seiner Ansicht nach sinnvoll, Cyber-Attacken auf bestimmte Systeme wie beispielsweise das Stromnetz zu verbieten.
Stigmatisierte Angriffe: Auch Cyberspace braucht Waffenverbote
DoS-Attacken sind so einfach durchzuführen, dass sie auch schon von Aktivisten als Pornosperren-Protest genutzt wurden. Dabei ist es eine effiziente Methode, einen Rechner von außen zu überlasten. Daher ist Hayden der Ansicht, dass die Nutzung von DoS-Angriffen außerhalb eines tatsächlichen bewaffneten Konflikts international “stigmatisiert” werden sollte.
Noch weiter geht er bei Attacken, die sich gegen bestimmte kritische Systeme richten und daher besonders verheerende Konsequenzen hätten. Dabei nennt der Ex-CIA-Chef neben Stromnetzen auch Netzwerke der Finanzbranche, da Angriffe dort weitreichende internationale Auswirkungen haben können. “Wir sollten übereinkommen, dass das chemischen Waffen gleichkommt”, meint Hayden. Dementsprechend spricht er sich für ein internationales Verbot aus.
Rüsten auf neuen Schlachtfeldern
Fest steht dem General zufolge, dass die Umlegung klassischer Angriffs- und Verteidigungsstrategien auf die neuen Cyber-Schlachtfelder eine enorme Herausforderung bedeutet. Unglücklicher Weise gilt das wohl nicht für das Prinzip, die größten Geschütze auffahren zu wollen. Jedenfalls hat McAfee schon im Herbst vor dem Wettrüsten im Rahmen eines “Kalten Cyberkriegs” gewarnt.
Related posts:
- Virtual Criminology Report: Warnung vor “Kaltem Cyberkrieg”
McAfee hat die fünfte Auflage seines jährlichen Virtual Criminology Report veröffentlicht. Den Schwerpunkt bildet dabei das Thema Cyberkriegsführung.... - CIA-Chef: Iranische Atomanlage war seit drei Jahren bekannt
Der US-Geheimdienst CIA wusste bereits vor drei Jahren von der geheimen Atomanlage im Iran. Zu den Informationen habe... - Schin Beit-Chef: Waffenschmuggel geht weiter
Seit Ende des dreiwöchigen israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen wurden rund 70 Tonnen an Sprengstoff und anderem Material zum... - Israel hat keine klare Führung mehr
Israels Innenpolitik muss auf Arabisch mit „Bardak“ rechnen, oder gemäß dem persischen Lehnwort auf Hebräisch mit „Balagan“. Auf...




![[Druckerfreundliche Version] [Druckerfreundliche Version]](http://www.hagalil.com/archiv/wp-content/plugins/wp-print/images/printer_famfamfam.gif)
Leserbriefe