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	<title>Kommentare zu: Feminism. und Antisemitism. (3.Teil): Feministische Politik als Wegbereiter struktureller Gewalt</title>
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	<description>Nachrichten zu Israel und Judentum</description>
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		<title>Von: jim</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7564</link>
		<dc:creator>jim</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 15:40:07 +0000</pubDate>
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		<description>Danke, mir gings, im Kontext zum vorliegenden Thema, hauptsächlich um diesen Satz:
 
&lt;em&gt;Was ausgewählt oder ausgelassen, betont oder vernachlässigt, gestützt oder widerlegt wird, all dies fordert die aktuellen Interessen des Historikers heraus und wie er die Gegenwart bewusst oder unbewusst wahrnimmt. Auch kann die ideologische Zugehörigkeit des Historikers, vielleicht am besten als theoretische und methodologische Loyalitäten verstanden, nicht ausgeklammert werden, wenn es um die Art seines Zugangs zur Vergangenheit geht.
 &lt;/em&gt;
 
Nun, prinzipiell ist allerdings zu sagen, dass sich die Sicht auf das psychodynamische Instrumentarium zur Angstabwehr, also Verdrängung, Verschiebung, Überdeckung sowie vor allem Projektion und Regression seit Freud grundsätzlich nicht geändert hat, wissenschaftlich falsifiziert und anerkannt ist.
 
Mithin ist dies Grundlage der Analyse und zwar bis heute. Natürlich auch für die Arbeit der Mitscherlichs zur Erforschung der menschlichen Destruktivität, insbesondere der intraspezifischen Aggression und damit auch des Antisemitismus.
 
Hierbei steht nun die Anpassung, der Zwang zur Konformität im Vordergrund. Wie sich dies, insbesondere auch in unserem Kulturkreis,  patriarchalisch determiniert, auf die Indiviuation, und zwar von Jungen und Mädchen gleichermaßen auswirkt, haben sie erforscht und nachgewiesen. Die moderne Psychoanalyse hat sehr vieles davon übernommen und arbeitet bis heute mit diesen Erkenntnissen.
 
Dass Antisemitismus aus einer Pathologie, eine seelischen Deformation hervorgent,  ist, denke ich, unbestritten. Dabei unterscheidet sich die spezifische Anamnese in Hinblick auf das jeweilige Geschlecht nur marginal. Hauptsächlich kommt es, so auch die Mitscherlichs, durch den autoritär geforderten Konformitätszwang zu Abspaltungen bestimmender Teile der Persönlichkeit, mangelnde Empathie- und Liebesfähigkeit sind darauf zurück zuführen, sowie Selbstverachtung bis hin zum Selbsthass aus dadurch bedingten Unterlegenheitsempfindungen.  Es kommt zum inneren Ungleichgewicht, zum schwachen Ich, dominaten Über-Ich, zur solcher Art deformierten Seele.
 
Zwingend daraus erwachsende Ängste sind, um innere Stabilität erreichen, bzw. überhaupt überleben zukönnen, natürlich abzuwehren. Dazu dient nun das oben erwähnte psychodynamische Instrumentarium, es entsteht, in einem ersten Schritt projektiv, der Rassismus, insbesondere der Antisemitismus, die Reggression wird damit, und wenn auch in Latenzen, angelegt.
 
Wenn nun die Mischterlichs feststellen, dass der innerhalb patriarchalischer Strukturen bestehende Antisemitismus, auch der der Frau, in erster Linie ein Produkt patriarchalischer Unterdrückung und Anpassungszwang sein muss, so liegen sie damit mit Sicherheit nicht falsch.
 
Nur eines, dass damit die Frau per se exculpiert werden soll, ist mit Sicherheit ein Fehlschluss - denn dieses gilt in jedem Fall geschlechtsübergreifend.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, mir gings, im Kontext zum vorliegenden Thema, hauptsächlich um diesen Satz:<br />
 <br />
<em>Was ausgewählt oder ausgelassen, betont oder vernachlässigt, gestützt oder widerlegt wird, all dies fordert die aktuellen Interessen des Historikers heraus und wie er die Gegenwart bewusst oder unbewusst wahrnimmt. Auch kann die ideologische Zugehörigkeit des Historikers, vielleicht am besten als theoretische und methodologische Loyalitäten verstanden, nicht ausgeklammert werden, wenn es um die Art seines Zugangs zur Vergangenheit geht.<br />
 </em><br />
 <br />
Nun, prinzipiell ist allerdings zu sagen, dass sich die Sicht auf das psychodynamische Instrumentarium zur Angstabwehr, also Verdrängung, Verschiebung, Überdeckung sowie vor allem Projektion und Regression seit Freud grundsätzlich nicht geändert hat, wissenschaftlich falsifiziert und anerkannt ist.<br />
 <br />
Mithin ist dies Grundlage der Analyse und zwar bis heute. Natürlich auch für die Arbeit der Mitscherlichs zur Erforschung der menschlichen Destruktivität, insbesondere der intraspezifischen Aggression und damit auch des Antisemitismus.<br />
 <br />
Hierbei steht nun die Anpassung, der Zwang zur Konformität im Vordergrund. Wie sich dies, insbesondere auch in unserem Kulturkreis,  patriarchalisch determiniert, auf die Indiviuation, und zwar von Jungen und Mädchen gleichermaßen auswirkt, haben sie erforscht und nachgewiesen. Die moderne Psychoanalyse hat sehr vieles davon übernommen und arbeitet bis heute mit diesen Erkenntnissen.<br />
 <br />
Dass Antisemitismus aus einer Pathologie, eine seelischen Deformation hervorgent,  ist, denke ich, unbestritten. Dabei unterscheidet sich die spezifische Anamnese in Hinblick auf das jeweilige Geschlecht nur marginal. Hauptsächlich kommt es, so auch die Mitscherlichs, durch den autoritär geforderten Konformitätszwang zu Abspaltungen bestimmender Teile der Persönlichkeit, mangelnde Empathie- und Liebesfähigkeit sind darauf zurück zuführen, sowie Selbstverachtung bis hin zum Selbsthass aus dadurch bedingten Unterlegenheitsempfindungen.  Es kommt zum inneren Ungleichgewicht, zum schwachen Ich, dominaten Über-Ich, zur solcher Art deformierten Seele.<br />
 <br />
Zwingend daraus erwachsende Ängste sind, um innere Stabilität erreichen, bzw. überhaupt überleben zukönnen, natürlich abzuwehren. Dazu dient nun das oben erwähnte psychodynamische Instrumentarium, es entsteht, in einem ersten Schritt projektiv, der Rassismus, insbesondere der Antisemitismus, die Reggression wird damit, und wenn auch in Latenzen, angelegt.<br />
 <br />
Wenn nun die Mischterlichs feststellen, dass der innerhalb patriarchalischer Strukturen bestehende Antisemitismus, auch der der Frau, in erster Linie ein Produkt patriarchalischer Unterdrückung und Anpassungszwang sein muss, so liegen sie damit mit Sicherheit nicht falsch.<br />
 <br />
Nur eines, dass damit die Frau per se exculpiert werden soll, ist mit Sicherheit ein Fehlschluss &#8211; denn dieses gilt in jedem Fall geschlechtsübergreifend.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: jim</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7560</link>
		<dc:creator>jim</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 22:51:01 +0000</pubDate>
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		<description>Nun, hoffentlich liest sie hier nicht mit, die Mitscherlich - peinlich - tschuldige.
 
A propos, wohin ist denn der fisher-artikel verschwunden?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun, hoffentlich liest sie hier nicht mit, die Mitscherlich &#8211; peinlich &#8211; tschuldige.<br />
 <br />
A propos, wohin ist denn der fisher-artikel verschwunden?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: jim</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7554</link>
		<dc:creator>jim</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 10:28:23 +0000</pubDate>
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		<description>Danke, Frau Dr. Kiesling, für Ihren im Grunde sehr ausgewogenen Beitrag. Im Gegensatz zu Ihnen allerdings, hat Margarete Mitscherlich nicht die Möglichkeit, hier &quot;Missverständnisse&quot; zurecht zu rücken, sich zur Wehr zu setzen, denn sie lebt nicht mehr.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke, Frau Dr. Kiesling, für Ihren im Grunde sehr ausgewogenen Beitrag. Im Gegensatz zu Ihnen allerdings, hat Margarete Mitscherlich nicht die Möglichkeit, hier &#8220;Missverständnisse&#8221; zurecht zu rücken, sich zur Wehr zu setzen, denn sie lebt nicht mehr.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dr. Barbara Kiesling</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7553</link>
		<dc:creator>Dr. Barbara Kiesling</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 08:59:45 +0000</pubDate>
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		<description>Dr. Barbara Kiesling auf den Vorwurf von Prof. Amendt, „das präventive Töten von Männern“ gefordert zu haben. 
 
 
Plädoyer für mehr Nachsicht 
 
Als ich zu Beginn dieses Jahres  in der Online-Version des Jüdischen Echo’ den Abschnitt las, in dem mir Prof. Amendt unterstellt, das „präventive Töten von Männern“ gefordert zu haben, war meine Bestürzung groß. Wie konnte, so fragte ich mich, ein namhafter Professor so etwas behaupten?
Schließlich kann eine Aussage von so großer Tragweite in Zeiten weltweiter Vernetzung enorme Konsequenzen nach sich ziehen. Der entsprechende Passus tauchte inzwischen tatsächlich auch schon auf verschiedenen Internetseiten auf. In der Folge erreichten mich E-Mails, in denen ich gefragt wurde, wie ich bei einer solchen Haltung überhaupt Paarberatung anbieten könne. Das heißt, die Rufschädigung hatte weitreichende Konsequenzen.
 
Im Zustand hochgradiger Erregung las ich den gesamten Text des Essays. Während der Lektüre wuchs meine Befremdung über den scharfen Unterton, mit dem hier über die Ansichten anderer Menschen, insbesondere der Feministinnen, hergezogen wird. Ich fand den Text kaum erträglich. 
 
Da ich jedoch für Nachsicht auch für die Menschen plädiere, die uns mit ihren Worten und Taten verletzen, musste ich dieser Vorgabe nun auch selbst gerecht werden. Das ist ja das Schwerste: Selbst das umzusetzen, was man von anderen fordert.
Es hat allerdings mehrere Monate gedauert, bis ich dazu in der Lage war, mich dem Text von Prof. Amendt – nunmehr mit halbwegs neutraler Haltung - erneut nähern zu können
Erst zu diesem Zeitpunkt ist mir bewusst geworden, dass ich zuvor infolge der durch den Angriff entstandenen Verletzung viel zu aufgebracht gewesen bin und den Text deshalb nur vor dem Hintergrund meiner Fassungslosigkeit aufgenommen hatte.
Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, welches in allen (kriegerischen) Auseinandersetzungen auftritt: Aussagen des anderen werden entstellt, indem etwas in dessen Aussagen hineininterpretiert oder ein wesentlicher Aspekt ausgelassen wird, so dass  Auslegungen zustande kommen, die mit dem Gesagten und Gemeinten nichts mehr zu tun haben. Blindlings werden dem anderen unlautere Motive unterstellt.  Eine solche – menschliche - Reaktion tritt unwillkürlich auf den Plan;  niemand ist davon gefeit. 
Nachdem diese Mechanismen nun keine nennenswerte Wirkung mehr entfaltet haben, bin ich zu einer völlig anderen Einschätzung gelangt. Heute kann ich erklären:
Ich gebe Prof. Amendt in vielen Punkten Recht. In seiner Kritik an der Polarisierung der Geschlechter stehe ich sogar auf seiner Seite.
Ich muss lediglich dem widersprechen, was er über mich geschrieben hat.
 
Das geschilderte Phänomen scheint auch bei ihm gleichermaßen wirksam geworden sein. Das lässt sich an den Behauptungen ablesen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Prof. Amendt hat zweifelsfrei in meinen Text etwas hineingelesen, was SO NICHT drinsteht. Ich habe zu keinem Zeitpunkt – auch nicht implizit - das „präventive Töten von Männern“ gefordert. Abgesehen davon, dass ich eine solche Forderung für völlig absurd halte, kommt der Terminus „präventiv“ – bzw. das deutsche Wort „vorbeugend“ – überhaupt nicht in meinen Aussagen vor. Es lässt sich auch keine „Forderung“ in meinem Text finden.
 
Darüber hinaus reiht mich Prof. Amendt in den Kreis der Feministinnen ein, und zwar in den der radikalen Feministinnen, die für häusliche Gewalt allein die Männer verantwortlich machen und die Frauen dazu auffordern, sich zu Wehr zu setzen – notfalls mit tödlicher Gewalt. 
Dieser Fehlschluss mag darauf zurückzuführen sein, dass ich meine Studie ausschließlich mit Frauen durchgeführt habe und somit offenbar von jedem Angehörigen der Männerbewegung automatisch dem „gegnerischen Lager“ zugeordnet werde.
Die von einem Sympathisanten Prof. Amendts als „höchst problematisch“ angesehene „Außerachtlassung des geschlechtlichen Aspektes“ ist aber lediglich auf eine äußere Notwendigkeit zurückzuführen: Um promovieren zu können gab es für mich als ehemalige Fachhochschulabsolventin seinerzeit zunächst nur die Möglichkeit des Quereinstiegs über ein Frauenforschungskolloquium. Voraussetzung war hier eben ein Frauenthema.
Die Ergebnisse meiner Studie lassen sich aber zweifelsfrei auch auf Männer übertragen. In meinen anderen Veröffentlichungen spreche ich stets von „Menschen“, das heißt, ich mache zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied. 
 
Schon von daher deckt sich mein Weltbild nicht mit dem von Feministinnen. Ich habe auch zu keiner Zeit &lt;strong&gt;&lt;em&gt;die Männer&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; für unannehmbare Zustände in unserer Gesellschaft als allein verantwortlich angesehen. Nach meinen Überzeugungen gibt es den aus feministischer Sicht bestehenden „Machtanspruch der Männer“ so gar nicht.
Als ehemalige Bewährungshelferin, die vornehmlich mit Männern gearbeitet hat, weiß ich, dass Menschen – und so eben auch Männer - oft nur dann dazu neigen, Macht ausüben zu wollen, wenn sie sich besonders &lt;strong&gt;&lt;em&gt;ohnmächtig&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; fühlen. In meinem Buch „&lt;strong&gt;Der andere ist nicht die Hölle&lt;/strong&gt;“ weise ich ausdrücklich darauf hin, dass an allen Paarkonflikten immer BEIDE, also Mann UND Frau, gleichermaßen beteiligt sind.
 
Da eine derartig eklatante Fehlinterpretation nicht zufällig geschieht, muss ich mich fragen, was ich dazu beigetragen haben könnte, dass es zu einer so bedeutsamen Entstellung meiner Ausführungen kommen konnte.  Schließlich müsste das oben Behauptete auch im vorliegenden Fall zutreffen: nämlich dass stets BEIDE Parteien einen Beitrag zur Entstehung eines Konfliktes geleistet haben.
Meiner Vermutung nach liegt es daran, dass ich auf Zusammenhänge hinweise, die bisher keine allgemeine Akzeptanz haben finden können. Gemeint sind die  schwerwiegenden Folgen psychischer Traumatisierungen. 
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben zu dem Ergebnis geführt, dass es sich bei denjenigen, die ihren Partner getötet haben, um schwer traumatisierte Menschen handelt. Vor der Tat geraten sie in einen Zustand, den sie als „existentielle Bedrohung“ (Rasch 1964) erleben. Der renommierte Forensiker Prof. Wilfried Rasch ist schon 1964 in seiner Studie, die unter dem Titel „Tötung des Intimpartners“ veröffentlicht wurde, zu diesem Ergebnis gekommen. Er sah in den psychischen Mechanismen, die solchen Taten vorausgehen, eine maßgebliche Einschränkung der Verantwortlichkeit des Einzelnen.
Diese Überzeugung deckt sich mit meinen Erfahrungen und den Ergebnissen meiner Studie. Außerdem wird diese Sichtweise inzwischen auch in vielen Fachbüchern vertreten.
 
Das gesellschaftliche Bewusstsein wehrt sich bisher noch gegen eine Anerkennung dieser Erkenntnisse. Es ist sicher auch sehr schwer für viele Menschen, sich auf Erklärungen einlassen zu können, die über die Grenzen der üblichen Vorstellungen hinausgehen. Die Widerstände sind aber vermutlich in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es viele Menschen gibt, die sich ihrer eigenen Traumatisierung nicht bewusst werden können. Doch gerade diese Menschen sprechen und handeln oft aus Motiven, die sich aus verborgenen Quellen speisen, welche ihnen nicht zugänglich sind.
 
In dieser Hinsicht ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Nur wenn wir die Ursachen für delinquentes Verhalten (er)kennen und anerkennen, können wirkungsvollere Therapieansätze konzipiert und vor allem gezieltere Präventionsmaßnahmen zur Anwendung gebracht werden.
Wenn aus meinem Bemühen, hierzu einen Beitrag zu leisten, der Vorwurf hergeleitet wird, ich würde „ein Recht auf Straftaten“ fordern, so macht das schon nachdenklich.
 
Es ist bedauerlich, dass sich manche Erkenntnisse nur schwer durchsetzen können; und es ist noch bedauerlicher, dass ich von Herrn Prof. Amendt so fundamental missverstanden worden bin.  
 
 
Dr. Barbara Kiesling
 
Paarberaterin und Autorin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Barbara Kiesling auf den Vorwurf von Prof. Amendt, „das präventive Töten von Männern“ gefordert zu haben.<br />
 <br />
 <br />
Plädoyer für mehr Nachsicht<br />
 <br />
Als ich zu Beginn dieses Jahres  in der Online-Version des Jüdischen Echo’ den Abschnitt las, in dem mir Prof. Amendt unterstellt, das „präventive Töten von Männern“ gefordert zu haben, war meine Bestürzung groß. Wie konnte, so fragte ich mich, ein namhafter Professor so etwas behaupten?<br />
Schließlich kann eine Aussage von so großer Tragweite in Zeiten weltweiter Vernetzung enorme Konsequenzen nach sich ziehen. Der entsprechende Passus tauchte inzwischen tatsächlich auch schon auf verschiedenen Internetseiten auf. In der Folge erreichten mich E-Mails, in denen ich gefragt wurde, wie ich bei einer solchen Haltung überhaupt Paarberatung anbieten könne. Das heißt, die Rufschädigung hatte weitreichende Konsequenzen.<br />
 <br />
Im Zustand hochgradiger Erregung las ich den gesamten Text des Essays. Während der Lektüre wuchs meine Befremdung über den scharfen Unterton, mit dem hier über die Ansichten anderer Menschen, insbesondere der Feministinnen, hergezogen wird. Ich fand den Text kaum erträglich.<br />
 <br />
Da ich jedoch für Nachsicht auch für die Menschen plädiere, die uns mit ihren Worten und Taten verletzen, musste ich dieser Vorgabe nun auch selbst gerecht werden. Das ist ja das Schwerste: Selbst das umzusetzen, was man von anderen fordert.<br />
Es hat allerdings mehrere Monate gedauert, bis ich dazu in der Lage war, mich dem Text von Prof. Amendt – nunmehr mit halbwegs neutraler Haltung &#8211; erneut nähern zu können<br />
Erst zu diesem Zeitpunkt ist mir bewusst geworden, dass ich zuvor infolge der durch den Angriff entstandenen Verletzung viel zu aufgebracht gewesen bin und den Text deshalb nur vor dem Hintergrund meiner Fassungslosigkeit aufgenommen hatte.<br />
Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, welches in allen (kriegerischen) Auseinandersetzungen auftritt: Aussagen des anderen werden entstellt, indem etwas in dessen Aussagen hineininterpretiert oder ein wesentlicher Aspekt ausgelassen wird, so dass  Auslegungen zustande kommen, die mit dem Gesagten und Gemeinten nichts mehr zu tun haben. Blindlings werden dem anderen unlautere Motive unterstellt.  Eine solche – menschliche &#8211; Reaktion tritt unwillkürlich auf den Plan;  niemand ist davon gefeit.<br />
Nachdem diese Mechanismen nun keine nennenswerte Wirkung mehr entfaltet haben, bin ich zu einer völlig anderen Einschätzung gelangt. Heute kann ich erklären:<br />
Ich gebe Prof. Amendt in vielen Punkten Recht. In seiner Kritik an der Polarisierung der Geschlechter stehe ich sogar auf seiner Seite.<br />
Ich muss lediglich dem widersprechen, was er über mich geschrieben hat.<br />
 <br />
Das geschilderte Phänomen scheint auch bei ihm gleichermaßen wirksam geworden sein. Das lässt sich an den Behauptungen ablesen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Prof. Amendt hat zweifelsfrei in meinen Text etwas hineingelesen, was SO NICHT drinsteht. Ich habe zu keinem Zeitpunkt – auch nicht implizit &#8211; das „präventive Töten von Männern“ gefordert. Abgesehen davon, dass ich eine solche Forderung für völlig absurd halte, kommt der Terminus „präventiv“ – bzw. das deutsche Wort „vorbeugend“ – überhaupt nicht in meinen Aussagen vor. Es lässt sich auch keine „Forderung“ in meinem Text finden.<br />
 <br />
Darüber hinaus reiht mich Prof. Amendt in den Kreis der Feministinnen ein, und zwar in den der radikalen Feministinnen, die für häusliche Gewalt allein die Männer verantwortlich machen und die Frauen dazu auffordern, sich zu Wehr zu setzen – notfalls mit tödlicher Gewalt.<br />
Dieser Fehlschluss mag darauf zurückzuführen sein, dass ich meine Studie ausschließlich mit Frauen durchgeführt habe und somit offenbar von jedem Angehörigen der Männerbewegung automatisch dem „gegnerischen Lager“ zugeordnet werde.<br />
Die von einem Sympathisanten Prof. Amendts als „höchst problematisch“ angesehene „Außerachtlassung des geschlechtlichen Aspektes“ ist aber lediglich auf eine äußere Notwendigkeit zurückzuführen: Um promovieren zu können gab es für mich als ehemalige Fachhochschulabsolventin seinerzeit zunächst nur die Möglichkeit des Quereinstiegs über ein Frauenforschungskolloquium. Voraussetzung war hier eben ein Frauenthema.<br />
Die Ergebnisse meiner Studie lassen sich aber zweifelsfrei auch auf Männer übertragen. In meinen anderen Veröffentlichungen spreche ich stets von „Menschen“, das heißt, ich mache zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied.<br />
 <br />
Schon von daher deckt sich mein Weltbild nicht mit dem von Feministinnen. Ich habe auch zu keiner Zeit <strong><em>die Männer</em></strong> für unannehmbare Zustände in unserer Gesellschaft als allein verantwortlich angesehen. Nach meinen Überzeugungen gibt es den aus feministischer Sicht bestehenden „Machtanspruch der Männer“ so gar nicht.<br />
Als ehemalige Bewährungshelferin, die vornehmlich mit Männern gearbeitet hat, weiß ich, dass Menschen – und so eben auch Männer &#8211; oft nur dann dazu neigen, Macht ausüben zu wollen, wenn sie sich besonders <strong><em>ohnmächtig</em></strong> fühlen. In meinem Buch „<strong>Der andere ist nicht die Hölle</strong>“ weise ich ausdrücklich darauf hin, dass an allen Paarkonflikten immer BEIDE, also Mann UND Frau, gleichermaßen beteiligt sind.<br />
 <br />
Da eine derartig eklatante Fehlinterpretation nicht zufällig geschieht, muss ich mich fragen, was ich dazu beigetragen haben könnte, dass es zu einer so bedeutsamen Entstellung meiner Ausführungen kommen konnte.  Schließlich müsste das oben Behauptete auch im vorliegenden Fall zutreffen: nämlich dass stets BEIDE Parteien einen Beitrag zur Entstehung eines Konfliktes geleistet haben.<br />
Meiner Vermutung nach liegt es daran, dass ich auf Zusammenhänge hinweise, die bisher keine allgemeine Akzeptanz haben finden können. Gemeint sind die  schwerwiegenden Folgen psychischer Traumatisierungen.<br />
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben zu dem Ergebnis geführt, dass es sich bei denjenigen, die ihren Partner getötet haben, um schwer traumatisierte Menschen handelt. Vor der Tat geraten sie in einen Zustand, den sie als „existentielle Bedrohung“ (Rasch 1964) erleben. Der renommierte Forensiker Prof. Wilfried Rasch ist schon 1964 in seiner Studie, die unter dem Titel „Tötung des Intimpartners“ veröffentlicht wurde, zu diesem Ergebnis gekommen. Er sah in den psychischen Mechanismen, die solchen Taten vorausgehen, eine maßgebliche Einschränkung der Verantwortlichkeit des Einzelnen.<br />
Diese Überzeugung deckt sich mit meinen Erfahrungen und den Ergebnissen meiner Studie. Außerdem wird diese Sichtweise inzwischen auch in vielen Fachbüchern vertreten.<br />
 <br />
Das gesellschaftliche Bewusstsein wehrt sich bisher noch gegen eine Anerkennung dieser Erkenntnisse. Es ist sicher auch sehr schwer für viele Menschen, sich auf Erklärungen einlassen zu können, die über die Grenzen der üblichen Vorstellungen hinausgehen. Die Widerstände sind aber vermutlich in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es viele Menschen gibt, die sich ihrer eigenen Traumatisierung nicht bewusst werden können. Doch gerade diese Menschen sprechen und handeln oft aus Motiven, die sich aus verborgenen Quellen speisen, welche ihnen nicht zugänglich sind.<br />
 <br />
In dieser Hinsicht ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Nur wenn wir die Ursachen für delinquentes Verhalten (er)kennen und anerkennen, können wirkungsvollere Therapieansätze konzipiert und vor allem gezieltere Präventionsmaßnahmen zur Anwendung gebracht werden.<br />
Wenn aus meinem Bemühen, hierzu einen Beitrag zu leisten, der Vorwurf hergeleitet wird, ich würde „ein Recht auf Straftaten“ fordern, so macht das schon nachdenklich.<br />
 <br />
Es ist bedauerlich, dass sich manche Erkenntnisse nur schwer durchsetzen können; und es ist noch bedauerlicher, dass ich von Herrn Prof. Amendt so fundamental missverstanden worden bin. <br />
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Dr. Barbara Kiesling<br />
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Paarberaterin und Autorin</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peter</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7413</link>
		<dc:creator>Peter</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 13:27:48 +0000</pubDate>
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		<description>@ Viktoria: &quot;Subjekt wie diesem Arend (wie auch immer, ist mir herzlich egal, sowas hat für mich normalerweise gar keinen Namen)&quot;
&quot;paranoid faschisitschem Mysogynistenwahn&quot;
Sie scheinen richtig genial zu sein! Ein Lob an ihre Ausdrucksweise. Das erste Zitat zeigt, dass sie das Zweite nur benutzen um ihren Müll auch noch irgendwie moralisch zu rechtfertigen. Wovon Sie auch immer zu sprechen glauben... Ihr Jargon ist, unabhängig davon worum es hier geht, faschistoid.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Viktoria: &#8220;Subjekt wie diesem Arend (wie auch immer, ist mir herzlich egal, sowas hat für mich normalerweise gar keinen Namen)&#8221;<br />
&#8220;paranoid faschisitschem Mysogynistenwahn&#8221;<br />
Sie scheinen richtig genial zu sein! Ein Lob an ihre Ausdrucksweise. Das erste Zitat zeigt, dass sie das Zweite nur benutzen um ihren Müll auch noch irgendwie moralisch zu rechtfertigen. Wovon Sie auch immer zu sprechen glauben&#8230; Ihr Jargon ist, unabhängig davon worum es hier geht, faschistoid.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Viktoria Toth</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7400</link>
		<dc:creator>Viktoria Toth</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 19:36:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.hagalil.com/archiv/?p=2000#comment-7400</guid>
		<description>Sehr GUT!
Gut dass ich Ihren  Blog ZUERST gelesen habe anstatt Sie sofort zu unterstützen.
Wer mit Subjekten wie diesem Arend (wie auch immer, ist mir herzlich egal, sowas hat für mich normalerweise gar keinen Namen) un d seinen paranoiden faschistischem Mysogynistenwahn konform geht erhält von mir mit Sicherheit keinerlei Beistand und Unterstützung.  Natürlich unterrichte ich auch pro- jüdische und pro-israelitische Frauen in meinem Umfeld (etliche!) und warne sie vor Ihnen. Und im übrigen: Was Neo-Nazis,  Antisemiten und Araber angeht?  Was soll`s?! Da wird nur Gleiches mit Gleichem bekämpft. NUR ZU!!
 </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr GUT!<br />
Gut dass ich Ihren  Blog ZUERST gelesen habe anstatt Sie sofort zu unterstützen.<br />
Wer mit Subjekten wie diesem Arend (wie auch immer, ist mir herzlich egal, sowas hat für mich normalerweise gar keinen Namen) un d seinen paranoiden faschistischem Mysogynistenwahn konform geht erhält von mir mit Sicherheit keinerlei Beistand und Unterstützung.  Natürlich unterrichte ich auch pro- jüdische und pro-israelitische Frauen in meinem Umfeld (etliche!) und warne sie vor Ihnen. Und im übrigen: Was Neo-Nazis,  Antisemiten und Araber angeht?  Was soll`s?! Da wird nur Gleiches mit Gleichem bekämpft. NUR ZU!!<br />
 </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Piet</title>
		<link>http://www.hagalil.com/archiv/2009/12/01/frauenbewegung-3/comment-page-1/#comment-7383</link>
		<dc:creator>Piet</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 23:25:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.hagalil.com/archiv/?p=2000#comment-7383</guid>
		<description>&lt;em&gt;auch ihr werdet nicht vergessen dürfen&lt;/em&gt;


Da stimme ich Ihnen vollkommen zu.


&lt;em&gt;auch wenn wir bereits solche Bastarde geworden sind- Vater Moslem und Mama jüdisch.&lt;/em&gt;


Verstehe ich Sie richtig, dass Sie jemanden mit einem nicht-jüdischem Elternteil ernsthaft als „Bastard“ bezeichnen? Ich möchte höflich nachfragen, denn ich könnte Sie immerhin, bei allem Entsetzen, falsch verstanden haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>auch ihr werdet nicht vergessen dürfen</em></p>
<p>Da stimme ich Ihnen vollkommen zu.</p>
<p><em>auch wenn wir bereits solche Bastarde geworden sind- Vater Moslem und Mama jüdisch.</em></p>
<p>Verstehe ich Sie richtig, dass Sie jemanden mit einem nicht-jüdischem Elternteil ernsthaft als „Bastard“ bezeichnen? Ich möchte höflich nachfragen, denn ich könnte Sie immerhin, bei allem Entsetzen, falsch verstanden haben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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