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Mehr als Klüngel und Korruption: Die verschroben antisemitische Weltsicht von Werner Rügemer

Der Autor Werner Rügemer befasst sich nach seinen eigenen Angaben mit „Klüngel“ und Korruption sowohl in deutschen Kommunen als auch in der Weltwirtschaft. Einen Schwerpunkt seiner Untersuchungen stellen die Unterwerfung kommunaler und öffentlicher Interessen durch Akteure der Wirtschaft dar, die sich seiner Ansicht nach in der Epoche des Neoliberalismus dramatisch zugespitzt habe. Hierbei legt Rügemer sein besonderes Augenmerk auf die Privatbank Sal. Oppenheim…

Von Adriana Stern

Ich kenne Werner Rügemer nur aus der Ferne, weil wir beide dem „Verband Deutscher Schriftsteller“ angehören. Als er aber das Buch „Der Bankier“ herausgegeben hat, begann mich zu interessieren, wieso er sich so leidenschaftlich gerade auf die von ihm beschriebenen (angeblichen) Machenschaften des Bankiers Oppenheim stürzt. Vor allem interessierte mich, warum er zu betonen nicht nachlässt, dass dieser ja eigentlich jüdisch sei, was auch seine zentrale Aussage auf der ersten Veranstaltung Anfang 2008 war, die ich besuchte.

Dort, wie an vielen anderen Orten und Gelegenheiten, legte er dem daraufhin empörten Publikum nahe, der jüdische Oppenheim habe sich aktiv an der Wegnahme jüdischen Eigentums beteiligt. Ihm wie vielen anderen „Elite – Juden“ habe der Nationalsozialismus nicht geschadet. Im Gegenteil, er und sie seien im Nationalsozialismus reich geworden. Und dies bewahre der jüdische Bankier und auch die anderen Juden bis heute als gut gehütetes Geheimnis.

Nach dieser Veranstaltung begann ich zu recherchieren. Die Söhne der Familie Oppenheim, spätere Besitzer der Bank Oppenheim, konvertierten beide bereits 1858 zum Christentum. Aber das stört Werner Rügemer nicht. Für ihn sind und bleiben die Oppenheims Juden. Warum ist gerade das so wichtig für ihn?

Ich denke, die Antwort ist in einem Artikel zum „Besuch der Kölner Synagoge“ zu finden, der in der Onlinezeitung NRhZ unter Anfang Juli 2009 erschien. Die NRhZ ist mir vor allem in den beiden letzten Jahren durch extrem israelfeindliche, antiamerikanische und einen deutschen Nationalismus fördernde Berichterstattung aufgefallen. Auf den Artikel „Ein Besuch der Kölner Synagoge“ bin ich deshalb erst fast zwei Monate nach Erscheinen in der NRhZ aufmerksam geworden. Dieser Artikel war für mich Anlass, die Veröffentlichungen von Werner Rügemer insgesamt unter die Lupe zu nehmen.

Antisemitismus im Artikel „Besuch der Kölner Synagoge“

Der Antisemitismus im Artikel „Ein Besuch der Kölner Synagoge äußert sich nach meiner Ansicht an mehreren Punkten.
Abgesehen von dem Bild, das Rügemer vom Juden zeichnet (glatzköpfig, frauenfeindlich und paranoid) geht er schnell zum direkten Angriff über: „König David gründet das Königreich Israel damals vor vielleicht 3.000 Jahren, geht einen Bund mit Gott ein, alle Andersgläubigen sollen vernichtet werden, so etwa lautet bekanntlich die Legende.“ Schreibt Rügemer, dem es auch nicht schwer fällt, den Namen des Literaturkritikers Marcel Reich Ranicki in antisemitischer Manier zu verändern. Da wird dann aus Reich Ranicki ein „Reicher Ranitzki“, was nicht mehr fern ist vom Begriff „Reicher Itzig“, einem Schimpfwort, das bereits im Mittelalter gegen Juden verwendet wurde und gleich zwei antisemitische Einstellungen bedient.

Die Legende, die sich Rügemer zur Gründung Israels ausgedacht hat, braucht er dann wohl im Folgenden, um dem Staat Israel sozusagen in der logischen Folge dieser langen Zeit feindlicher Gesinnung zum Unrechtsstaat erklären zu können. Wenn die Gründung des Staates Israel schon so begonnen hat… „…dass der Nationalismus… (hier noch etwas Antiamerikanismus eingestreut, bekanntermaßen auch ein Merkmal eher antisemitischer Gesinnung) … mit der neuen Regierung Netanjahu/Liberman einen besonders aggressiven Ausdruck finde.“

Von dem, was Rügemer da meint, in der Tora gelesen zu haben, steht in der Tora rein gar nichts. Die Geschichte König Davids ist nicht einmal Bestandteil der Tora, sondern findet sich in den Büchern der Könige und dort auch nicht in der beschriebenen Form. Richtig heißt es in der Tora im 5. Buch Moses Kapitel 10, 17-19 zur Gesetzgebung: „Denn der Ewige, euer Gott… der kein Ansehen achtet und keine Bestechung nimmt, der Recht der Waise und der Witwe schafft, und den Fremdling liebt, ihm Brot und Kleidung zu geben. Liebet denn den Fremdling; denn Fremdlinge waret ihr im Lande Mizrajim.“

Antisemitismus in der Korruptionsrecherche

Wer im Internet recherchiert und Werner Rügemer zuhört (seine Stadtführungen sind bei youtube zu sehen) erfährt, dass sich seine Berichte auf die Bank Sal. Oppenheim und ihre „kriminellen Machenschaften“ beziehen. Er nimmt auch die Bank Goldman / Sachs (schon am Namen wird klar, dass es sich um eine jüdische Bank handelt) mit dazu, die er sich nicht scheut für die Weltwirtschaftkrise hauptverantwortlich zu machen! Und Rügemer geht noch weiter: In seinen Recherchen wird Karstadt zu einem jüdischen Warenhaus, das heute skrupellos handelt und massenhaft Arbeitnehmer entlässt. Ausgerechnet Karstadt, das Warenhaus, das sich in der Nazizeit schwerwiegender Verbrechen durch Arisierung der jüdischen Kaufhauskette Wertheim und Tietz schuldig gemacht hat. Um antisemitische Ressentiments zu befördern, ist Rügemer offenbar auch das Mittel der Umkehr von “Opfern” und “Tätern” recht.

Doch damit nicht genug. Für Rügemer ist nicht nur Karstadt jüdisch, auch die Kölner Stadtsparkasse ist es. Die ersten deutschen Sparkassen wurden ursprünglich auf Initiative von Landesherrschaften oder Privatleuten gegründet, um ärmeren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu eröffnen, eine langfristige, sichere und verzinsliche Rücklage für die Bewältigung der Widrigkeiten des Lebens (Krankheit, Alter etc.) zu bilden. Dann wäre dies ja ein Kompliment, mag der Leser denken. Rügemer aber schafft es, den Eindruck zu erwecken, die Sparkasse in Köln sei jüdisch unterwandert und habe eben durch diese jüdischen Machenschaften Köln extrem geschadet.

Der „moderne Antisemitismus“ von Werner Rügemer

Das Ziel Rügemers ist offenbar, mit seinen Publikationen und Vorträgen, nachzuweisen, dass es der jüdische Einfluss ist, der zu groß ist:

1. Der jüdische Oppenheim hat Köln zugrunde gerichtet
2. Goldman /Sachs ist der Hauptverursacher der weltweiten Wirtschaftskrise.

Der zu große jüdische Einfluss ist bekanntermaßen eines der gängigsten antisemitischen Vorurteile. Ein weiteres, immer wieder zitiertes antisemitische Vorurteil ist, Juden seien selbst schuld an ihrer Verfolgung. Dieser Antisemitismus hängt eng zusammen mit der Behauptung: „Viele Juden versuchen aus der Vergangenheit des Dritten Reiches heute ihren Vorteil zu ziehen.”

Beide antisemitischen Haltungen finden sich bei Rügemer. Er schreibt: „Der Gründer Salomon Oppenheim begann als »Hofjude« des Kölner Erzbischofs, der zugleich weltlicher Herrscher war. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts konvertierte man zum Christentum, heiratete deutsch-patriotisch. Mit allen Regimen stellte man sich gut, auch mit den Nazis.“ Und weiter: Die Bank galt Hitler als kriegswichtig. Nach dem 2. Weltkrieg war sie nicht ärmer als vorher. Der Chefarisierer der Dresdner Bank, Harald Kühnen, stieg zum Miteigentümer bei Oppenheim auf und blieb bis zu seinem Tod 2002″.

Dass das Regime Hitlers besiegt wurde, Oppenheim aus einem Gestapogefängnis befreit wurde, all dies ist für Rügemer nicht der Erwähnung wert. Was wäre gewesen, wäre Hitler nicht 1945 besiegt worden? Wie lange wohl hätte die Familie Oppenheim noch überleben können? Wie hätte Rügemer alles dann erklärt?

Die Schuld der Juden im Nationalsozialismus bei Rügemer

Rügemer geht weiter als die meisten Antisemiten, indem er aufzeigt, dass viele Juden sogar im Nationalsozialismus selbst einen Vorteil aus dem Regime zogen und sich entweder bereicherten, eine Karriere machten oder gar zu Verfolgern wurden, wie Milch zum Beispiel. Er plädiert vehement dafür, dass solch lang gehüteten Geheimnisse und solche Tabus nun endlich einmal offen ausgesprochen werden müssten. Und darin sieht er seine Aufgabe. Und seine Berufung darin, darüber aufzuklären, dass auch Juden im Naziregime Verbrechen begingen. Dass zumindest die Elitejuden, wie er sie nennt, sich selbst am Regime beteiligt und dafür gesorgt haben, dass Juden ermordet und enteignet wurden.

Juden als die Kriegsgewinnler der Nazis. Dass ist das Bild, das Rügemer hier zeichnet. Und alles, was nicht in dieses Bild passt, die Gefangennahme Oppenheims, die Flucht Silverbergs, lässt Rügemer draußen oder verdreht es solange, bis aus einer Flucht ein angenehmes, selbst gewähltes Leben wird und es eine Gestapohaft nicht gab.

Um seine Aussage von der Täterschaft der Juden im dritten Reich weiter zu untermauern, führt er als Beispiel den Luftwaffengeneral Milch an, dessen Vater Jude war und der nach jüdischem Glauben damit als nichtjüdisch galt. Dazu aus der Homepage von „ghetto Theresienstadt“: … Die als ‚Viertel-’ oder ‚Halbjuden’ klassifizierten Personen sahen sich einer differenzierten Diskriminierung ausgesetzt. Sie gehörten in der Regel nicht der jüdischen Gemeinde an noch waren sie deren Mitgliedern rechtlich gleichgestellt. Einen Bezug zur Religion hatten die wenigsten der von Rigg interviewten 220 ‚Mischlinge’. Viele von ihnen distanzierten sich vom Glauben ihrer Vorväter, um dem sozialem Stigma zu entgehen: „Ich bin kein Jude.”  So ‚arisierte’ Hitler auf Betreiben Görings bereits 1935 den späteren Luftwaffengeneral Erhard Milch, der 1947 von den Amerikanern als Kriegsverbrecher verurteilt wurde.“ Milch selbst hat sich nicht als Jude gesehen, die Jüdische Gemeinde sah ihn nicht als Juden, nicht einmal Hitler sah ihn als solchen…

Rügemer nimmt sein Wissen aus dem umstrittenen Buch “Hitlers jüdische Soldaten” des Autors Bryan Mark Rigg. Das sagt er natürlich nicht, sondern stellt die Aussagen des Autors als Fakten hin. Dazu noch einmal von der Homepage ghetto Teresienstadt: “Riggs Arbeit wird von den meisten Historikern als unseriös eingestuft. Teilweise sind es spekulative Behauptungen, denn die Zahl der ‚Mischlinge’ im NS-Staat ist deswegen nicht klar festzulegen, weil umstritten war, wer überhaupt unter den Begriff ‚Mischling’ fiel.”

Um seine These der sich am Nationalsozialismus bereichernden Juden weiter zu untermauern, führt Rügemer in der NRhZ den Industriellen Paul Silverberg an. In diesem Artikel argumentiert Rügemer in meinen Augen genauso perfide.

Zunächst einige Fakten aus der Biografie Paul Silverbergs. Er war Sohn praktizierender Juden, wird 1876 geboren und evangelisch getauft. Alle Taufen der „Elitejuden“ führt Rügemer darauf zurück, dass Juden sich nur zu diesem Schritt entschlossen haben, um weiter an der Macht bleiben und natürlich mehr davon bekommen zu können. Im Frühjahr 1903 wird er als Rechtsanwalt beim Oberlandesgericht zu Köln zugelassen. In seiner Freizeit arbeitet Paul Silverberg an kirchenrechtlichen Themen, was zeigt, dass er ein zutiefst christlich gläubiger Mensch war. Am 25. September 1903 wurde der noch recht junge und unerfahrene Paul Silverberg in der Nachfolge seines verstorbenen Vaters, Kommerzienrat Adolf Silverberg, Generaldirektor der Fortuna AG für Braunkohlebergbau und Brikettfabrikation, aus der später die Rheinische AG für Braunkohle und Brikettfabrikation (Rheinbraun) entstand. Seinen Traum, Anwalt zu werden, musste er damals schweren Herzens aufgeben. Aufgrund seiner fürsorglichen Art gegenüber allen Mitarbeitern war er sehr schnell außerordentlich beliebt. Dies galt vor allem für die Bewohner der zu Oberaußem gehörenden Kolonie Fortuna. So hatte er maßgeblichen Anteil an der Einrichtung einiger für den kleinen Ort so wichtiger Instutitionen wie z. B. Schule, Kindergarten und Kirche. Besonders bei der Einrichtung eines Pfarrrektorates und beim Bau der St. Barbarakirche hat sich Paul Silverberg verdient gemacht. Als Dank für diesen Einsatz erhielt er ein Bild des Papstes mit persönlicher Widmung und eine silberne Papst-Medaille.

Bei Rügemer liest sich Silverbergs Biografie folgendermaßen: „Der Konvertit bemühte sich wie andere jüdische Aufsteiger in Wirtschafts- und Finanzkreisen um Integration in die „bürgerliche Gesellschaft. Er tat dies erfolgreich und ohne auf Widerstände zu treffen“. Beklagt Rügemer hier, dass Antisemitismus Juden damals noch nicht im Weg stand?

Weiter Rügemer: „Zahlreiche Juden stiegen während der Weimarer Republik in die Vorstände von Unternehmen und Banken auf, nicht nur im traditionellen jüdischen Bereich der Privatbanken, sondern auch etwa in der „urdeutschen“ Deutschen Bank.“ Legt Rügemer dem Leser damit nahe, Juden seien keine Deutschen und als solche auch nicht berechtigt, sich in „urdeutsche“ Geschäfte einzumischen? Diese Vermutung bestätigt sich, wenn man weiter liest, denn hier sagt Rügemer: „Auch in der Kölner High Society war Silverberg umfassend integriert, man könnte sogar von einer gewissen „Über-Integration“ sprechen“ Weiter schreibt Rügemer: „Eine ähnliche selbstverständliche Integrationsleistung vollbrachte er in politischer Hinsicht.“ Was für eine Frechheit aber auch, dass Juden es wagen, sich integrieren zu wollen!

Rügemer zeichnet in diesem Artikel das Bild des „übereifrigen Juden“, der sich bemühte, den Makel seiner Herkunft zu verbergen, indem er konvertierte, nur um danach besonders rücksichtslos nach Machtfunktionen streben zu können und auch nicht davor zurückzuschrecken, in urdeutsche Sphären einzubrechen. Was auch immer für Rügemer urdeutsch sein mag, jüdisches jedenfalls gehört offenbar nicht dazu.

Weiter schreibt Rügemer: „Schon früh für Hitler eingesetzt. Er gehörte mit Fritz Thyssen zu den ersten führenden Unternehmern, die sich schon frühzeitig in der Weimarer Republik für Hitler einsetzten. Schon während der Weltwirtschaftskrise unterstützte der Rheinbraun-Chef die NSDAP finanziell.” Das ist eine glatte Lüge. Richtig ist: „Am 4. September 1926 hielt Silverberg eine berühmt gewordene Rede vor den Mitgliedern des RDI, in der er für einen “staatsbejahenden Standpunkt” der Unternehmer, für Zustimmung zur Weimarer Republik und für eine Zusammenarbeit mit SPD und Gewerkschaften eintrat. Dies trug ihm herbe Kritik von Industriellen ein, die wie Fritz Thyssen, Emil Kirdorf und Albert Vögler der Republik weiterhin feindlich gegenüberstanden.“

Das stört Rügemer aber nicht, er behauptet weiter, Silverbergs Einstellung sei gewesen: Das wirtschaftliche Bürgertum könne sich nicht allein an der Macht halten, es müsse nun eben den Nationalsozialismus zur seiner Stütze umgestalten, so seine nunmehrige Überzeugung. Es wird auch berichtet, dass von Papen nach dem Geheimtreffen mit Hitler am 4.1.1933 in der Kölner Villa des Bankiers Kurt Freiherr von Schröder unmittelbar anschließend den in Köln wohnenden Silverberg aufgesucht habe. Wer das angeblich berichtet hat, darüber schweigt Rügemer. Hat er dies erfunden, weil Silverberg sonst nicht ins Bild des sich am Nationalsozialismus bereichernden Juden passt?

Es ist ein bisschen viel der angeblich bekanten Legenden und angeblich stattgefundenen Treffen, die er nicht nachweisen kann und wohl auch gar nicht will. Geht es hier doch gerade eben nicht um „historische Tatsachen“, wie Rügemer nicht müde wird zu versichern, die er doch nur endlich einmal offen machen will, als vielmehr um die Zeichnung eines bestimmten Bildes vom „machthungrigen Juden“, dem jedes Mittel Recht ist.

Paul Silverberg spürte den Antisemitismus des Naziregimes unmittelbar nach der Machtergtreifung. 1932/33 war Silverberg der letzte frei gewählte Präsident der Industrie- und Handelskammer Köln. Im April 1933 konnte der Bankier Kurt Freiherr von Schröder ihn trickreich ablösen, nachdem Silverberg seine Verbands- und Vorstandsposten in Berlin verloren hatte. Nach der Gleichschaltung des Reichsverbandes der Industrie (RDI) am 1. April 1933 musste er als dessen stellvertretender Vorsitzender aus dem Verband ausscheiden. 1934 musste der protestantische Silverberg aufgrund seiner jüdischen Herkunft in die Schweiz emigrieren. Trotz Bitten Konrad Adenauers und der Verleihung der Ehrenpräsidentschaft der IHK-Köln lehnte er nach 1945 eine Rückkehr nach Deutschland ab.

Bei Rügemer liest sich das so: “Der tief Enttäuschte erkaufte sich 1936 die teure Staatsbürgerschaft des Fürstentums Liechtenstein, weil er ein immer noch erhebliches Vermögen nachweisen konnte. Die Nazis nahmen ihm zwar wesentliche Teile seines Eigentums weg, aber er konnte trotzdem unter komfortablen Umständen nach Lugano (Schweiz) ins Exil gehen. Dort blieb er bis zu seinem Tode 1959, und er blieb unbelehrbar. Er kehrte nach dem Ende des NS trotz vieler Bitten etwa seiner engen Freunde Robert Pferdmenges von der Bank Oppenheim und von Bundeskanzler Konrad Adenauer nicht nach Deutschland bzw. in die Bundesrepublik zurück.”

Laut Rügemer hat der Nationalsozialismus Paul Silverberg also nicht geschadet, er wurde zwar enteignet, lebte aber sehr komfortabel. Und dass er nach den Schrecken der Naziherrschaft nicht zurückwollte, darin sieht Rügemer welche Unbelehrbarkeit?

Rügemer und die „Prosemiten“ oder Der Motor für den Antisemitismus in der Linken

Dass das Naziregime besiegt wurde ist ein Fakt, den Rügemer einfach ausblendet, als sei dies alles von vorneherein so klar und kalkuliert gewesen. Deshalb nimmt er sich die Freiheit, die jüdische Elite, wie er sich ausdrückt, als Kriegsgewinnler zu bezeichnen. Wie pervers muss man sein, um die Geschichte derart verdrehen zu können?

Oppenheim landete 1944 im Gestapo – Gefängnis. Silverberg rettete sich bereits 1934 durch Auswanderung. An keiner Stelle erwähnt Rügemer die Gestapohaft und Befreiung der Oppenheims. Warum nicht? Weil es nicht ins Bild des bösen Juden passt, der sich an jüdischem Eigentum vergriffen hat? Das Hitlerregime konnte bis 45 nicht alle Juden töten, auch wenn das in seiner Absicht lag. Es wurde besiegt, bevor das Regime Oppenheim oder Silverberg töten konnte. Das sind die Fakten der Geschichte. Dem Himmel sei Dank. Und daraus macht Rügemer ihm Nachhinein 60 Jahre später die bewusste Teilnahme dieser Juden an der Naziherrschaft? Interessant!

Was will Rügemer wirklich mit seiner Recherche erreichen? Was ist sein Motiv? Will er sagen können, dass Juden im Naziregime doch genauso schlimm waren wie nichtjüdische Deutsche? Und damit die Schuldfrage endlich vom Tisch wischen?

Angefangen hat diese Entwicklung für mich mit der Rede von Martin Walser 1998, in der er sagte “Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung.” Danach fühlten sich auch Linke legitimiert, nun endlich Schluss machen zu können mit den vielen Tabus. Einer von ihnen ist Werner Rügemer. Ist Rügemers Ziel also in Wirklichkeit die Erinnerungsabwehr? Will er auf diese Weise vermeiden, sich der möglichen Beteiligung seiner eigenen Eltern / seiner Familie an dem Massenmord stellen zu müssen? Stellt er deshalb das Volk Israel als rachdürstig hin und behauptet, König David habe tatsächlich gefordert, das Volk Israel solle alle Andersgläubigen vernichten? Dass jedenfalls legt Rügemer mit seiner ach so bekannten Legende nahe, die außer ihm merkwürdigerweise niemand zu kennen scheint.

Ist diese Erinnerungsabwehr vielleicht überhaupt dass Motiv der Linken, die antisemitische Haltungen in die Öffentlichkeit tragen und Kritik daran abwehren, indem sie gleichzeitig einen „Prosemitismus“ bei Kritikern erfinden? Kreieren sie diesen „Prosemitismus“, um sich in Wirklichkeit genau diesen Fragen nicht stellen zu müssen?

Prosemiten, den Begriff kannte ich noch nicht. Auf meine Nachfrage erklärt mir Rügemer, dass Prosemiten Leute wie Henryk M. Broder seien, und mit ihm alle Verfechter der Achse des Guten und natürlich Leute wie ich, die Rügemer antisemitische Haltungen vorwerfen. Prosemiten sind kurz gesagt alle die, die Antisemitismusvorwürfe nur deshalb erheben, damit sie die Schuld der Juden heute in Israel und damals im Naziregime nicht sehen müssen und die sich massiv dafür einsetzen, dass diese auch nicht öffentlich gemacht werden können. Rügemer versteht sich hier ganz offen und ausdrücklich als Aufklärer. Als zur Mission des Tabubrechers berufener, der endlich nach so vielen Jahren die Schuld der Juden im Nationalsozialismus und in Israel öffentlich diskutiert wissen will.

Der Antisemitismus bei Rügemer anhand der Kriterien der Bundeszentrale für politische Bildung

Auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung heißt es: Mit der bloßen Nennung der jüdischen Herkunft wird absichtlich oder auch nur aufgrund tradierter antisemitischer latenter Vorurteile intendiert, ihr Reichtum basiere auf unlauteren Mitteln und sei eine logische Konsequenz seines Jüdischseins. Genau das macht Rügemer, wenn er davon spricht, Oppenheim habe sich die Konversion nur zunutze gemacht, um seine Macht zu erhalten und habe sich als solcher „falsche Jude“ sozusagen bereichert, ebenso wie Goldman/Sachs, Paul Silverberg oder der NS – Verbrecher Milch, neben allen anderen „Elitejuden“, die sich ebenfalls das unlautere Mittel der Konversion zunutze machten und die Arisierung und und und…

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den Neuen Antisemitismus, der sich aus alten antisemitischen Mythen ableitet anhand von fünf Kriterien.

1) Konspiration / Verschwörung
hier sieht Rügemer zum Beispiel die enge Verflechtung von Oppenheim mit Goldman/Sachs und dem Kölner Klüngel, angeführt von Oppenheim / den Verflechtungen Silverbergs mit Oppenheim und Pferdmenges / den Verflechtungen der Deutschen Bank, Dresdner Bank mit der Bank Oppenheim etc.

2)Verrat:
Oppenheim beteiligte sich in der Nazizeit laut Rügemer an Arisierungen und profitierte vom Nationalsozialismus und der Verfolgung der Juden und auch Silverberg habe vom Nationalsozialismus profitiert und trotz der Enteignung komfortabel gelebt. Rügemer geht sogar so weit zu behaupten: Silverberg war zudem kein Einzelfall. Zur Integration von Juden in die „bürgerliche Gesellschaft“ gehörten Patriotismus und Nationalismus. Das begann spätestens im Wilhelminischen Kaiserreich. Insbesondere aufgestiegene Juden verstanden sich meist nicht in erster Linie als Juden, sondern als Deutsche sowie als Unternehmer und Bankiers, die wie andere deutsche Unternehmer und Bankiers um ihre Privilegien besorgt waren. Den Antisemitismus Hitlers blendeten sie entweder aus oder nahmen ihn nicht für so wichtig. Vielmehr schätzten sie zunehmend, dass Hitler, abweichend von der ursprünglichen Programmatik der NSDAP, das bürgerliche Eigentum sichern und Gewerkschaften und Marxismus „mit Stumpf und Stiel ausrotten“ wollte.

3)Weltherrschaftstreben
dazu Rügemer: Die adligen und nichtadligen Banker erwiesen sich im Dienste ihrer Gewinne als gnadenlos opportunistisch. Nach den Nazi-Jahren tendierte man konservativ-christlich. Danach erschloß man sich die Sozialdemokratie. Mit dem ehemaligen Präsidenten der Bundesbank, Karl-Otto Pöhl (SPD), der 1993 Bankchef wurde, begann die neoliberale Neuorientierung. Pöhl hatte internationale Beziehungen, er saß im Aufsichtsrat von General Electric, Royal Dutch, Unilever und Bertelsmann. Die alten Beteiligungen an Versicherungen wie Colonia wurden verkauft, man stieg in die Verwaltung großer Vermögen, in das Investmentbanking, ins Immobiliengeschäft und in den globalen Derivatehandel ein.

4)werden dabei in der Kritik aktueller israelischer Politik transportiert.
Dazu Rügemer: „Gleichzeitig wickelte die Bank mit dem Image eines verfolgten jüdischen Unternehmens und wegen ihrer engen Beziehungen zu Adenauer einen großen Teil der Wiedergutmachungsgeschäfte mit Israel ab. Bis heute gehören Stiftungen der Bank zu den großen Sponsoren im jüdischen Staat.“ Und: Ich wollte schon dazwischenrufen, dass der Nationalismus eine besonders verstärkte Ausprägung nach jenem geheimnisvollen elften September gerade in den USA gefunden habe und von Anfang an in Israel sogar Staatsdoktrin sei. Und mit der neuen Regierung Netanjahu/Liberman einen besonders aggressiven Ausdruck finde. Paul Silverberg wirft er ernsthaft vor „er gehörte wie andere führende Unternehmer mehreren rechten und auch ultrarechten Organisationen an:.. Als Beispiel nennt Rügemer das Deutsche Palästina-Komittee zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung“

5) So findet sich der Konspirationsverdacht sowohl in seiner klassischen Variante eines unterstellten großen Einflusses in Wirtschaft und Politik generell wie spezifisch von amerikanischen Ostküsten-Juden auf die Nah-Ost-Politik bis hin zum gerade in der Arabischen Welt populären Gerücht einer Mitwirkung des Mossad am Terroranschlag vom 11/9.
Dazu Rügemer: „Der Vorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit beklagte dann, dass spätestens „seit dem Elften September“ – damit meinte er offensichtlich den ungeklärten Anschlag auf die Gebäude des World Trade Center in New York – „Multikulti“ infrage gestellt werde, ja sogar gescheitert sei, möglicherweise. Er beklagte sehr den sich verstärkenden Nationalismus, der sich zuletzt bei den Europawahlen wieder gezeigt habe, in den Niederlanden und vielen anderen Ländern. Ich wollte schon dazwischenrufen, dass der Nationalismus eine besonders verstärkte Ausprägung nach jenem geheimnisvollen elften September gerade in den USA gefunden habe und von Anfang an in Israel sogar Staatsdoktrin sei. Und mit der neuen Regierung Netanjahu/Liberman einen besonders aggressiven Ausdruck finde. Ich verkniff mir das aber, wobei ich nicht weiß, ob ich wieder mal zu furchtsam war. Warum sollte man eine solche banale und weltbekannte Tatsache nicht sagen dürfen“?

Ja, die bekannten Legenden, ominösen Berichte und weltbekannten Tatsachen des Werner Rügemer, die er nicht so offen sagen kann, wie er gern möchte…

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60 comments to Mehr als Klüngel und Korruption: Die verschroben antisemitische Weltsicht von Werner Rügemer

  • Karl Pfeifer

    Danke Adriana Stern für diese gründliche Arbeit.

  • abc

    Hallo Adriana Stern
     
    danke für die Ausführungen.
     
    Herrn Rügemer kenne ich natürlich nicht persönlich. Aber man sollte bedenken, dass einige seiner Punkte zutreffen. Selbst “Die Welt” ( http://www.nomen-verlag.de/admin/bilder_nomen/29_internetPresse.pdf  der letzte Artikel) gibt in einer Rezension, die ansonsten sehr kritisch mit Rügemer umgeht,  zu, dass Sal. Oppenheim an Arisierungen beteiligt war und nach 1945 einen  Arisierer von der Dresdner Bank übernommen hat. Muss man auch mal sagen. Es gibt Punkte bei Sal. Oppenheim, die man wirklich kitisieren kann.

    Gruß

  • jim

    Was will Rügemer wirklich mit seiner Recherche erreichen? Was ist sein Motiv? Will er sagen können, dass Juden im Naziregime doch genauso schlimm waren wie nichtjüdische Deutsche? Und damit die Schuldfrage endlich vom Tisch wischen?
     
    Das ist die entscheidene Frage: Was ist es denn nun wirklich, was zu solcher, im Wesentlichen ja doch ungeheurer Monströsität führt?
     
    Die hier implizierte Antwort wäre relativ einfach, sogar verahrmlosend in gewisser Weise, wenn es sich dabei um den bekannten “sekundären Antisemitismus”,  also “nur” um Schuldabwehr handeln würde, die Angelegenheit damit als begriffen, als verstanden abgehakt sein könnte.
     
    Ich denke aber, es liegt wesentlich tiefer: Der “Sekundäre Antisemitismus” und der “moderne Antisemitismus” weisen strukturell phänomenologisch keinerlei trennende, einer eventuellen Unterscheidung dienen könnende Merkmale auf.
     
    Dieser Mensch auf der Suche nach Stabilität beginnt erst zu leben, wenn er endlich in die Lage kommt, es schafft, das eigene neurotische Unterlegenheitsempfinden gegenüber dem Außenseiter argumentativ umzukehren, das zu begründen und damit diesen, zumindest, bzw. vorerst einmal intellektuell  – zu vernichten.
     
    Das daraus zu ziehende Fazit ist ernüchternd und erschreckend zugleich.
     
    Und ja, seit Walser drängt solches, und zwar ungemein facettenreich, immer drängender an die Oberfläche, …
     
     

  • Karl Pfeifer

    abc
    All das widerspricht nicht dem gründlichen Artikel der Adriana Stern.
     

  • Degania

    Eine gründliche, abgewogene Studie über einen ehemaligen (?) Stalinisten, dessen jahrzehntelange Identifikation mit der DKP und deren schlichten Antisemitismus erkennbar nicht ohne Spuren geblieben ist.
    Degania

  • Degania

    Noch ein Nachtrag zu Rügemers Recherchemethoden, der mit Adriana Sterns verdienstvollen Analysen und Interpretationen übereinstimmt: Die Journalistin Gisela Sonnenburg, die regelmäßig für verschiedene linke Zeitungen und Zeitschriften schreibt, hatte früher mehrere Bücher Rügemers sehr wohlwollend rezensiert. Als sie nun zu Rügemers Buch „Der Bankier“ umfangreiche Recherchen anstellte kam sie – wie nun auch Adriana Stern – zu einem niederschmetternden Ergebnis, was die Seriosität seiner Belege betrifft. Nach der Veröffentlichung ihrer Buchrezension zu „Der Bankier“ im Sommer 2006 in der Mitgliederzeitschrift der von der Gewerkschaft Verdi herausgegebenen Zeitschrift „M“ beleidigte Rügemer diese erfahrene und ihm bisher sehr gewogene kritische Journalistin öffentlich in primitiver Weise. Diese bat ihn daraufhin schriftlich, ihre früheren, sehr wohlwollenden Rezensionen seiner Bücher von seiner Website herunterzunehmen. Rügemer ignorierte ihr berechtigtes Anliegen in der ihm eigenen Weise. Am 30.6.2006 schickte sie an die Verdi – Zeitschrift „M“ den nachfolgenden Brief, der dort auch publiziert wurde:
    „Mit Werner Rügemer kann man schon fast Mitleid haben. Im Internet macht er sich wie ein Berserker über den Kollegen Sven Felix Kellerhoff von der „Welt“ her, weil der ein Buch von ihm verriss. Meiner ebenfalls aus Kritik geborenen Bitte, Texte von mir von seiner Homepage zu nehmen, kam Rügemer indes innerhalb der gesetzten Frist nicht nach – die Wünsche und Rechte anderer interessieren ihn nicht sonderlich. Als Frührentner zunehmend egozentrisch unterstellt Herr Rügemer mir außerdem dreist, ich könnte Schwärzungen und tatsächliche Fehler nicht unterscheiden. Dabei recherchierte ich in der ihn betreffenden Sache wochenlang, was er weiß.
    Mein Fazit: Rügemer ist unfähig, Kritik anzunehmen. Was er auch noch lernen sollte: Pressefreiheit bedeutet nicht, die Rechte anderer beliebig zu missachten.
    Gisela Sonnenburg, per Mail

  • Schalom abc,
    die Bank Sal. Oppenheim war währnd des Nationalsozialismus nicht in der Hand von Oppenheim, der die Bank in dieser Zeit nicht führen durfte,  sondern in der Hand eines  Nichtjuden mit dem Namen Pferdmenges.  Mit der Geschichtsschreibung sollte man schon sehr genau umgehen, denke ich.
    Schalom Jim,
    Vielen Dank für Ihre Gedanken. Sie schreiben: “Die hier implizierte Antwort wäre relativ einfach, sogar verahrmlosend in gewisser Weise, wenn es sich dabei um den bekannten “sekundären Antisemitismus”,  also “nur” um Schuldabwehr handeln würde, die Angelegenheit damit als begriffen, als verstanden abgehakt sein könnte.”
    Und ich kann Ihnen nur Recht geben. Die Antwort klingt beinahe wie eine Entschuldigung / Rechtfertigung/ Verständnis für sein Handeln. Und keineswegs darf sie das sein. Auch ich habe trotz dieser “Erklärung” nicht wirklich verstanden, was Rügemer treibt. Aber das muss ich vielleicht auch nicht! Danke für die Richtigstellung!
    Schalom Degania,
    Danke für Ihre Ergänzungen, die das Bilder noch runder machen!
    Schalom, Karl Pfeiffer!
    Es war mir ein wirkliches Anliegen, diese Recherche zu machen!
    Adriana Stern
     

  • Dr. Nikolaus Gatter

    Für ihre Kritik an Werner Rügemer mag Adriana Stern gute Gründe haben. Allerdings ist ihr erster Satz eine Richtigstellung wert: “Ich kenne Werner Rügemer nur aus der Ferne, weil wir beide dem ‘Verband Deutscher Schriftsteller’ angehören.” Richtig ist vielmehr, daß Adriana Stern gemeinsam mit Werner Rügemer und anderen am 15. Mai 2009 selbst einen Verein gegründet hat. Dieser Verein hört auf den wunderlichen Namen “AURA 09″ und wurde als Konkurrenzunternehmen zum “Verband deutscher Schriftsteller” aufgezogen. Vorsitzende von AURA 09 ist die ehemalige Spitzenkandidatin der PDS in der vorletzten Kölner Kommunalwahl. Heute lässt sie keine Gelegenheit aus, den Bezirksvorstand zu verleumden und den VS-Bezirk in eine ‘rechte’ Ecke zu stellen. Mitglieder, das sich nicht zur politischen Linie der Ex-DKP-Mitglieder und PDS-Anhänger bekennen, die in AURA 09 den Ton angeben, werden ebenfalls verleumdet. Der Name der Vorsitzenden: Dr. Eva Weissweiler. Sie ist bekannt für ihre Konjunkturbiographien. Wo ein prominenter Gedenktag in die Nähe rückt, ist auch bald mit einem Weissweiler-Buch zu rechnen. Ganz besonders gern widmet sich Dr. Weissweiler problematischen Vaterfiguren (vielleicht, um mit der Vergangenheit des eigenen  Elternhauses fertigzuwerden?). Allerdings hat sie es auch auf jüdische Vaterfiguren abgesehen, mit denen sie ins Gericht geht. So beschuldigt sie z. B. den greisen Sigmund Freud, er habe bei seiner Fluchtaus Wien nur an seine Kunstsammlung gedacht, anstatt seine Schwestern zu retten (denen er freilich eine Rente ausgesetzt hatte und von deren Schicksal er 1938 noch nichts ahnen konnte). Somit sei Freud im Grunde verantwortlich für ihre Deportation und Ermordung. Man lese einmal die Rezensionen, die dieses Buch erhielt; z. B.: http://www.agpt.de/download/weissweiler.pdf oder http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=9361&ausgabe=200605 oder http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/495935/ – Seiten, die sich mit den haarsträubenden Freud-Thesen auseinandersetzen. Man darf gespannt sein auf Dr. Weissweilers nächsten biographischen Roman – er soll von Otto Klemperer handeln, dessen Sohn bekanntlich einen politisch wenig korrekten Deutschen in einer US-Comedyserie mimte. Adriana Stern muss sich fragen lassen, weshalb sie zu Beginn ihres Artikels verschweigt, mit Werner Rügemer gegen den VS-Bezirk verbündet zu sein – und vielleicht sollte sie auch mal bei Eva Weissweiler ein wenig genauer recherchieren.

  • Schalom,
    da Nikolaus Gatter nun an die Öffentlichkeit geht, um in erster Linie die verdienstvolle Autorin Eva Weissweiler einmal mehr aufs Übelste zu diskreditieren, möchte ich nun doch zu den Vorgängen der letzten 1,5 Jahre im Kölner VS ( Schreiftstellerverband ) etwas sagen, obgleich es vielleicht nicht notwendig ist, da der Leser beim aufmersamen Lesen sicher selbst bemerkt, wie, ich kann es nicht anderes ausdrücken, dummdreist dieser Text ist.
    Bei den Auseinandersetzungen im VS Köln ging es einzig und allein um den Schriftsteller Rolf Stolz, der sich in so umfassendem Maße rassistisch und islamfeindlich äußert, dass nur durch einen langen, harten Kampf, insbesondere gegen den erbitterten Widerstand des jetzigen Kölner VS Vorstandes und Nikolaus Gatter ein Ausschlussverfahren gegen Rolf Stolz angestrengt werden konnte.
    Ohne den unerschrockenen, mutigen Einsatz und Widerstandsgeist von Eva Weissweiler wäre es wahrscheinlich immer noch nicht soweit, dass endlich geprüft wird, ob ein Mitglied des VS wegen seines Rassismus, seiner extremen Islamfeindlichkeit und seiner rechten Gesinnung nicht zurecht aus dem VS ausgeschlossen werden muss und werden kann.
    Nikolaus Gatter unterstützt, schützt und kämpft für Rolf Stolz. Und zwar mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen.  Er ist derjenige, der durch  Manipulation, verbale Gewalt, scheinbar juristische Finessen, üble Tricks wie dem Verfälschen von Wikipedia- Einträgen über Eva Weissweiler und andere Autoren  etc. aktiv verhindert hat, dass die Mitglieder des Kölner VS über die Schriften von Rolf Stolz aufgeklärt werden konnten.
    Gatter hat diesen Kampf verloren. Und hatte und hat sicher niemals ernsthaft vor, einen solchen gegen Werner Rügemer anzustrengen, der in der Tat ebenfalls Mitglied im VS ist.  Ihm geht es offensichtlich ausschließlich darum, verdienstvolle Autoren wie Weissweiler zu schikanieren, warum auch immer das seine Passion ist.
    Der Verein AURA 09  hat sich gegründet, damit es endlich wieder möglich wird, politische und gesellschaftlich relevante literarische Veranstaltungen durchführen zu können, die der Kölner VS seit der Auseinandersetzung um den Ausschluß von Rolf Stolz schmerzlich vermissen lässt. Ich gehöre dem Verein AURA 09 nicht an, weil ich in der Tat nicht mit Rügemer gemeinsam in einem Verein sein will, der sich in meinen Augen gegründet hat, um gerade auch  jene Themen aufzugreifen, wegen derer ich diesen Artikel über Rügemer bei hagalil veröffentlicht habe!
    Gatter verhält sich in seinem  Kommentar hier, wie er sich immer und grundsätzlich verhält. Eine Autorin persönlich beleidigend, unter der Gürtellinie argumentierend, fernab jeglichen Sachverstandes und erschreckend niveaulos.
    Sein Engagement für rechtsgerichtete, rassistische Autoren passt nur zu gut dazu.
    Adriana Stern
     

  • Gegen unsachliche Einlassungen im Stil der obigen brauche ich mich nicht zu verteidigen. Sie sprechen für sich.  Daß Adriana Stern kein Problem hatte, gemeinsam mit Werner Rügemer und Eva Weissweiler mit allen, auch den undemokratischsten Mitteln gegen den (auch von Eva Weissweiler gewählten) Bezirksvorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), Bezirk Köln zu agitieren, spricht ebenso für sich. Dabei half schon im Herbst 2008 besonders das heute von Adriana Stern attackierte online-Portal http://www.nrhz.de durch Verbreitung von propagandistischen Falschmeldungen. Wer sich ein eigenes Urteil bilden will, lese den Fall hier (mit weiterführenden Links, so dass jede Seite zu Wort kommt) nach:

    http://www.lesefrucht.de/WILLI_VOGT.pdf

  • Schalom,
    ich denke, es ist vielleicht sinnvoll, zum Fall Stolz ebenfalls etwas bei hagalil zu veröffentlichen. Wer immer sich jetzt schon die Zeit nehmen möchte, braucht den Namen Rolf Stolz nur bei google einzugeben und kann sich selbst ein Bild zu diesem rassistischen, islamfeindlichen und extrem rechtsgerichteten Autoren machen, den Gatter hier in Schutz nimmt.
    Die NRhZ ist, wie Gatter richtig sagt,  extrem israelfeindlich. Und etliches, anderes mehr…  Auch hier ist eine gute Recherche wichtig, die ich von Gatter allerdings nicht erwarte, weil es ihm offensichtlich gar nicht darum geht, wirklich Klartext zu reden.
    Ich habe zu keinem Zeitpunkt inhaltlich mit Rügemer zusammen gearbeitet. Wie sollte das auch gehen?
    Ja, ich attackiere die NrhZ aus oben genannten Gründen. Und werde dies noch in ausformulierter Form tun, wie es bei Rügemer schon geschehen ist.
    Rügemer und Kleinert ( von ihm wusste ich es bislang nicht) sind beide Autoren im VS, wenn wir Gatter an dieser Stelle  Glauben schenken wollen. Von Rügemer weiß ich es definitiv.
    Ich habe nicht gegen den Kölner VS  “agitiert”, wie Gatter behauptet, sondern lediglich und ausschließlich klare Position gegen Rolf Stolz bezogen. Und dazu stehe ich auch, genauso, wie ich Position gegen Werner Rügemer beziehe und alle Autoren, die sich in rassistischer, faschistischer, islamfeindlicher, antisemitischer Form äußern.
    Der jetzige Kölner VS – Vorstand stellt sich nach wie vor geschlossen hinter “Rolf Stolz”, was ich weder verstehen und noch viel weniger akzeptieren kann. Ein solcher Vorstand gehört nach meiner Ansicht abgewählt, und auch diese Meinung vertrete ich offen.
    Wir leben in einer Demokratie, wo ich meine Meinung offen und frei äußern kann. Und das werde ich und  werde es auch weiterhin tun.
    Dr. Gatter soll doch einen eigenen Beitrag schreiben, falls er sich dazu überhaupt in der Lage fühlt. Mit diesem Mischmasch an Informationen, die er hier unfertig,  selektiv und in keinster Weise transparent ins Netz streut, kann niemand etwas anfangen, denke ich. Da fehlt einfach der Background, den Dr. Gatter nicht mitliefert. Will er überhaupt verstanden werden? Und zu irgendeiner Klarheit beitragen?
    Ich bin Willi Vogt dankbar für sein Engagement in bezug auf Rolf Stolz.
    Und Eva Weissweiler ebenso. Es war zur Klärung wichtig.
    Ich erwarte von Dr. Gatter keinen inhaltlich fundierten Beitrag zu den Themen Rügemer und NRhZ.  Dazu halte ich ihn weder für willens noch  für fähig.
    Und auf weitere seiner Platitüden werde ich nicht antworten!
    Adriana Stern
     
     
     

  • jim

    Sehr geehrter Herr Doktor Gatter,
     
    Sie haben aber nicht wirklich die Absicht, jetzt und hier mit Schmutz um sich zu werfen?
     
    Wenn ja doch, dann möchte ich Ihnen sagen – es interessiert nicht!
     
    Das wars, mfG.

  • Ottmar Lattorf

    Hallo!
    Ich habe den Artikel von Frau Stern gelesen.
    Danach kam mir die Frage, Wer seit ihr denn? Wer ist denn Frau Stern?
    Der wahreste Satz in ihrem Artikel ist wohl der erste: Ich kenne Rügemer nur aus der Ferne. Ich hingegen kenne Rügemer aus der Nähe und vor allem kenne ich seine Bücher,  also zum Beispiel “Colonia Corrupta, Globalisierung, Privatisierung  und Korruption im Schatten des Kölner Klüngel” oder Privatisierung in Deutschland. Eine Bilanz” und andere.
    Mir ist bei allen, ausnahmslos allen Begegnungen mit Werner Rügemer niemals irgend eine Spur antisemitismus aufgefallen.  Was mir sehr wohl aufgefallen ist, dass man von Werner Rügemer lernen können, wie der Mikroprozess der sogenannten Privatisierungen und Deregulierungen konkret in unseren Städten und Kommunen abläuft. Es gibt kaum einen anderen Autor von dem man diesbezüglich so viel nützliches lernen kann, wie von ihm.  Wenn ich dann lese <!– @page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>
    “wieso er sich so leidenschaftlich gerade auf die von ihm beschriebenen (angeblichen) Machenschaften des Bankiers Oppenheim stürzt. Vor allem interessierte mich, warum er zu betonen nicht nachlässt, dass dieser ja eigentlich jüdisch sei”
    kann ich mich nur wundern. Haben Sie das nicht mitgekriegt in Köln? Der Bau der Messehallen? Das ging ja soweit das selbst der Europäische Gerichtshof den Vertrag zwischen STadt Köln und Esch/Oppenheim aufgelöst sehen will. Oder sind solche Machenschaften einfach egal? Es spielt keine Rolle ob Oppenheims Buddisten sind oder Hindus. Bei den Rescherchen von Rügemer ging es immer um die Prinzipien, um die konkreten Funktionsweisen diese spät-kapitalistischen globalisierten Systems und nicht um das Judentum oder um einen verkappten Judenhass, den man irgendwie identifizieren muss. Das sich Esch/Oppenheim hier besonders hervortun, hat nichts mit irgendeinem Judenproblem zu tun, sondern mit Prinzipien des kapitalistischen Systems. Die Kapital-stärksten Teile der herrschenden Klasse setzen sich hier durch. Und wenn die dann Oppenheim heißen, dann kann man das untersuchen und benennen. Wenn es faktische Fehler geben sollte, dann kann man mit Werner Rügemer darüber reden und er wird Fehler korrigieren, aber so, die Totschlagkeule Antisemitismus heruauszuholen und das Kind mit dem Bade auskippen, ist totaler Unsinn und spielt nur denen in die Hände die Rügemers Analysen stören und zwar nicht stören wegen des angeblichen Antisemitismus, sondern weil dann gewissen Geschäfte und gewisse Abläufe den Konzernen und Banken lieber inḿ Dunkeln halten wollen. Oder ist dies eine Internetseite die genau das will?
     
    fragt sich
     
    Ottmar Lattorf

  • florian

    herr dr. rügemer ist keinesfalls antisemit. in keinster weise. da ist was falsch angekommen. er hat jedoch etwas gegen kriminalität und ist mutig genug, dies kundzutun.
    hier noch sein neuestes interview: http://www.gulli.com/news/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-2009-12-18
    liebe grüße
     
    florian

  • Dr. Nikolaus Gatter

    “Was ihnen subjektiv radikal dünkt, gehorcht objektiv so durchaus einer für ihresgleichen reservierten Sparte des Schemas, daß der Radikalismus aufs abstrakte Prestige hinunterkommt, Legitimation dessen, der weiß, wofür und wogegen ein Intellektueller heutzutage zu sein hat.  Die Güter, für die sie optieren, sind längst ebenso anerkannt, der Zahl nach ebenso beschränkt, in der Werthierarchie ebenso fixiert wie die der Studentenbrüderschaften. (…) Der Ehrgeiz geht allein darauf, im akzeptierten Vorrat sich auszukennen, die korrekte Parole zu treffen. (..) Die subjektive Vorbedingung zur Opposition, ungenormtes Urteil, stirbt ab, während ihr Gehabe als Gruppenritual weiter vollführt wird. Stalin braucht sich nur zu räuspern, und sie werfen Kafka und van Gogh auf den Müllhaufen.”

    - Theodor W. Adorno, Minima Moralia
    Darüber dürfen jetzt alle Lobredner Rügemers, Weissweilers und Adriana Sterns ein wenig nachdenken. Den Rügemer-Fans empfehle ich zusätzlich, sich einmal den Artikel „Ein Besuch der Kölner Synagoge“ und dazu den <a href="http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=9998&quot; rel="nofollow"; Leserbrief von Thomas Geduhn durchzulesen.

  • Degania

    Schalom,
    soll man auf jeden Quatsch von Narzissten, die ihr Seelenheil durch die Beleidigung und Verächtlichmachung von Menschen suchen, die sie nicht kennen – nämlich von Juden – reagieren? Sind sie es wert? Dies wird sich Adriana Stern wohl auch gefragt haben, als sie sich der unzweifelhafte wenig erbaulichen Mühe unterzog, in sehr angemessener, kenntnisreicher Weise den im Alter verstärkt hervorbrechenden vulgären Antisemitismus eines braven Deutschen wie Werner Rügemer zu analysieren.
    Nun, da Rügemer einige seiner Fans wohl veranlasst, unterstützende Leserbriefe – ausgerechnet bei haGalil (!) – zu publizieren: Überwinden wir den Ekel und fügen also noch einige Details hinzu, die das Bild abrunden: H. Gremliza, langjähriger Herausgeber der linksdogmatischen, aber erfreulicherweise Israel zugeneigten Zeitschrift konkret, verschlug es nach der Lektüre des vulgär antisemitischen Pamphlets „Wenn Kipa-Brüder die Woche der Brüderlichkeit feiern. Ein Besuch in der Kölner Synagoge“ seines langjährigen Autors Rügemer die Sprache – und strich ihn aus seinem Autorenregister. Gremliza zitiert aus dem „antisemitisch verkrampfte Pointenkrampf“ (Leserbrief Sepp Bierbichlers an konkret 9/2009) Rügemers:
    “Das Quartett spielte wieder etwas deutsch-Klassisches, bevor die etwas dickliche Professorin, die ihren Mantel anbehielt und keine Kipa trug, ohne jegliche Begrüßung ihr Honorar abarbeitete und ohne Umschweife auf den ‚Migranten als Leitfigur der Moderne’ zu sprechen kam. Die Referentin soll eine sehr bekannte Person sein. Ich blickte fragend meinen Nachbarn zur Linken an. Er raunte mir zu: ‚Literarisches Quartett!’ Als ich immer noch ratlos blickte, raunte er mir heftiger etwas zu, das wie ‚Reicher Ranitzki’ klang. Das schien er für eine definitive Erklärung zu halten” – und fügte lakonisch hinzu: „Dieser Dreck läßt sich nicht mehr kommentieren.“ (Konkret 8/2009). Dabei könnte man es bewenden lassen.
    Rügemer suchte Verbündete – die zu finden sich erkennbar als schwierig erwies. Zwei Kölner raffen sich auf und schreiben in angemessener Weise Protestbriefe an die NRhZ. Der Kölner Schriftsteller Thomas Geduhn bemerkt zu Rügemers antisemitischen Ausfällen: „Der ganze Rest ist wider besseres Wissen geschrieben und nicht würdig, kommentiert zu werden“
    Hajo Leib, Vorstandsmitglied des renommierten Kölner El-De Hauses, hatte bereits ein Jahr zuvor auf das ebenfalls in der NRhZ publizierte Rügemer-„Portrait“: „Jüdischer Unternehmer für Hitler: Paul Silverberg“ reagiert.Einige Zeilen aus Leibs Stellungnahme seien zitiert: „ Rügemer packt sich einen „jüdischen Unternehmer“ (!), der preußisch-reaktionärer Protestant war, als Zentralfigur des Köln-Kapitalismus heraus – interessant. Als Leser aber ist man fassungslos. (…) Bis hierhin schüttelt man den Kopf und weiß nicht so recht, was Rügemer bezweckt.
    Dann aber der Satz: „Zudem spielte der Antisemitismus vor 1933 für Hitler nicht die zentrale und eindimensionale Rolle, wie es heute meist ungeprüft angenommen wird.“ Ich lese ihn nochmals, ob sich da jemand vertippt, vertan hat – nein, Rügemer erläutert und begründet ihn noch, Hitler hätte sich bei öffentlichen Treffs mit Unternehmern „mit dem Antisemitismus zurück“ gehalten und verweist weiter auf Hitlers Rede vor dem Industrieclub am 27. Januar 1932, mit „keinerlei antisemitische(n) Äußerungen“. Folgt man dieser kruden Logik, wären Industrielle, Banker, Wirtschaftsverbände – und überhaupt die gesamte Elite im Hitlerdeutschland – postum fein raus, denn sie hätten (und mit ihnen die vom „totalen Krieg“ besoffenen Massen) ja nicht wissen können, was Hitler, Himmler, Heydrich & Co. wirklich an Verbrechen planten. – Das darf doch nicht wahr sein!
    Auch wenn man nicht böswillig ist und Werner Rügemer nichts unterstellen will, muss gleichwohl festgehalten werden: Der „korrekten Geschichtsdarstellung“ über die Verstrickung der Kölner Wirtschaftselite bei der Unterstützung für Hitlers Machtübernahme und –festigung hat Rügemer einen – gelinde ausgedrückt – Bärendienst erwiesen.
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=9998

                Rügemer findet „Freunde“ – nun ja: einen: Ein „Thomas Immanuel Steinberg“, der eine vulgär antisemitische, sich irrtümlicherweise als „links“ gerierende Website betreibt, greift Adriana Sterns haGalil – Beitrag auf – und bezeichnet hagalil, ganz in der antisemitischen Diktion Rügemers, als „deutsch-zionistischen Internetseite“ – dabei wollen wir es dann auch mal belassen.
     
    Rügemers antisemitischen Ausfälle sind, wie Adriana Stern nachweist, keineswegs eine singuläre Angelegenheit gewesen. Bereits 2005 hatte er in der von der IG Metall herausgegebenen Mitgliederzeitschrift „metall“ einen Beitrag publiziert, in dem sich die Beschreibung findet:
    “Sie haben unscheinbare Namen: Blackstone, KKR, Carlyle, Lone Star, Terra Firma, Apax, Cinven, Investcorp, Permira. So nennen sich “Finanzinvestoren” in New York, Houston und London. Man kennt sie kaum, aber sie haben eines gemeinsam: viel, viel Geld. Und mit diesem Geld krempeln sie die deutsche Wirtschaft um.“
    Bereits seinerzeit hat Ingo Seidel auf haGalil hierzu eine Analyse unter dem Titel „Müntefering, metall und Co.: Völkischer Antisemitismus von Links“ verfasst, die mit Adriana Sterns Analyse in ihrem Ergebnis übereinstimmt:
    http://www.hagalil.com/archiv/2005/05/kapitalismus.htm
    In der antisemitisch-linksdogmatischen Zeitschrift „Junge Welt“ – eines der wenigen Blätter, welches Rügemer noch schreiben lässt – was nicht verwundert – publizierte Rügemer 2006 dann einen mit „Geschichtsklitterung für neue Kriege. DuMont Schauberg kauft sich in die israelische Verlagsgruppe Schocken ein“ überschriebenen Beitrag – der Rest lässt sich denken…
    Kommen wir nun zu unserem Leserbriefschreiber Ottmar Lattorf. „Wer seit ihr denn? Wer ist denn Frau Stern?“, weiß er, ganz in der Diktion von Verschwörungstheoretikern, seinen Leserbrief einzuleiten. Ja, mein Gott: Wer ist Ottmar Lattorf? – fragt sich der Leser. Nun, wer länger in Köln lebt und politisch interessiert ist, weiß es vielleicht: Ein aufrechter, linksesoterisch durchdrungener, patriarchalischer Verschwörungstheoretiker, der seit über 20 Jahren Vorträge hält, die man auf der – eindeutig nicht verschwörungstheoretisch durchdrungenen Website – „http://www.was-die-massenmedien-verschweigen.de/“ findet.
    Ottmar – eigentlich ein nicht unsympathischer, wenn auch ein wenig impertinenter Freak mit einem, dies ist nicht ironisch gemeint, beeindruckenden politischen Engagement – kennt sich gut aus: Er weiß alles über “Die Hexenverfolgung oder: Zur Durchsetzung sexualfeindlicher Moral in Europa”, über die Verfolgung der „Hexen-Hebammen“ und, Gott sei´s gedankt, über die „Mogelpackung Vogelgrippe“. Dass AIDS keineswegs eine gefähliche ansteckende, häufig tödliche Krankheit ist, der wohl schon Millionen i.d.R. arme Menschen zum Opfer gefallen sind – auch darüber referiert Ottmar seid Jahren: „Warum Aids keine ansteckende Krankheit ist“ (Reader).
    Wen wundert es da, dass Ottmar auch selbstgeschriebene Reader über den 11. September und über den Libanonkrieg vertreibt – und hier nähert er sich nun in rasendem Tempo seinem ihm ansonsten eigentlich recht wesensfremden (ehemaligem?) Stalinisten Rügemer: Nun, der Leser ahnt es, kommt die ganze Wahrheit heraus: Der imperiale Israeli (neben dem imperialen Amerikaner) ist an allem Bösen Schuld, einschließlich des 11. September. Unsere Großväter hatten dies bekanntlich in vergleichbarer Weise formuliert: Der Jude ist an allem schuld…
    Ergo, die neueren Reader Ottmars lauten:„Terrorismus, Öl und die geheime Außenpolitik der USA, Oder Der 11. September“ wie auch: „US-israelische Kolonialpolitik: Der israelische Überfall auf den Libanon als Vorläufer zum US amerikanischen Krieg“.
    Dass unser fleißiger Ottmar, dies sei noch hinzugefügt, im März 2002 den Verschwörungstheoretiker (und früheren SPD – Minister Andreas) Andreas von Bülow zu einem Vortrag eingeladen hat, verwundert da nicht: Das Kölner Friedensforum hatte diese Veranstaltung abgesagt, als es von Bülows krude Thesen über den 11.9. zur Kenntnis nehmen musste – die Chance für unseren Ottmar. Andreas von Bülow, der bekanntlich alle Hintergründe über den 11.9. kennt und nichts für unmöglich hält (warum haben alle Juden den Tower verlassen, bevor die Flugzeuge in ihn hineinflogen…), meinte seinerzeit ganz treuherzig, als er auf sein Interview in der rechtsradikalen Postille „Junge Freiheit“ angesprochen wurde, dass er diese Zeitschrift doch gar nicht kenne… Und als Horst Mahler, bei einer anderen Veranstaltung, unter seinem Publikum saß, fügte er ebenfalls treudoof hinzu, dass er Mahler nicht kenne…
       Was schreibt unser Ottmar nun in seinem obigen Leserbrief zu Adriana Sterns verdienstvoller Analyse:
    “…  „Vor allem interessierte mich, warum er zu betonen nicht nachlässt, dass dieser ja eigentlich jüdisch sei” kann ich mich nur wundern. Haben Sie das nicht mitgekriegt in Köln? Der Bau der Messehallen?…“
    Achso, nun fällt der Groschen, nun habe ich es verstanden: All die Kölner SPD- und CDU-Skandale der letzten 25 Jahre sind von den beiden Kölner jüdischen Gemeinden inszeniert worden, wie auch von Kölner jüdischen Schriftstellern, da war mal wieder das raffende Kapital am Werke. Dass mir das entgangen ist…
    Rügemer, der sich im Alter verstärkt bemüht, brav das Erbe seiner Nazi-Eltern fortzusetzen, sei für seine “antikapitalistische” Volksaufklärung gedankt. 

  • jim

    Sagt mal, was wollt Ihr denn hier mit diesem – Rügemer. Ist ja ekelhaft. Soll das vielleicht wer sein? Hat der irgendeine Bedeutung oder was? Interessiert der überhaupt jemanden???
     
    Wenn ja, könnte man da nicht mal Richtung Volksverhetzung schauen?
     
     
    Hallo liebe Adriana Stern;
     
    Auch ich habe trotz dieser “Erklärung” nicht wirklich verstanden, was Rügemer treibt. Aber das muss ich vielleicht auch nicht!
     
    Jetzt aber, hast Du es verstanden!

  • Hannah A.

    Also ich verstehe diese ganze Aufregung auch nicht.
    Habe ein anderes Buch von Rügemer gelesen und keine Spur von antisemitismua feststellen können, Das Buch heisst : Die Berater , und ich kann es auch an dieser Stelle nur weiterempfehlen.

    Kann jedoch sein , dass wenn er Über das Bankhaus Sal. Oppenheim recherchiert und ein Buch dazu herausgibt
    die Reaktionen erwartungsgemäss vorhersagbar sind.

  • shalom
    also nochmal: der herr rügemer ist kein antisemit. ich bin mit ihm in kontakt. er hat gerade wirklich schlechte laune wegen dieser vorwürfe. ich denk mal, er wird da noch was zu sagen. er hat achtung und respekt vor den anhängern dieser religion und es tut ihm leid, wenn nun manche denken er wäre antisemit.  das ist ein trauriger und schlimmer vorwurf.
    mir tut es leid, dass das so aufgekommen ist. mein bester freund ist ein gläubiger new yorker jude. sein grossvater wurde im kz vergast. was soll ich noch mehr sagen um mich zu entlasten? wenn der new yorker ein mädel wär würd ich ihn heiraten, das hab ich ihm bereits gesagt.
    sorry, aber sie wissen nicht, welche vorwürfe sie da gerade machen. es geht um kritik an wirtschaftskriminalität und nicht um sonstwas. ich bin gerne bereit, mich mit ihnen persönlich zu treffen, um ihnen zu schildern, wie die interviews und artikel gemeint sind. dr. rügemer bestimmt auch. kritik an wirtschaftsverbrechen ist nicht gleich antisemitismus. vielleicht muss man diese grenze noch viel stärker ziehen.
    mit gesenktem kopf und sorry in den augen :(

    florian

  • jim

    mein bester freund ist ein gläubiger new yorker jude. sein grossvater wurde im kz vergast. was soll ich noch mehr sagen um mich zu entlasten?
     
    Nichts!

  • ente

    Also mich würde jetzt am meisten interessieren, wie es endlich möglich war diese jüdische, Kölner Krake endlich in die Hände der Deutschen Bank zu lavieren.
    Jahundertelang konnten sich die, für praktisch jedes Verbrechen verantwortlichen, Bankiers  durch diverse Missetaten wie Glaubenswechsel  ect. an derMacht halten. Und jetzt – versagt!  Kämpften mit allen, der jüdischen Rasse eigenen Mitteln, unterstützt durch die reichsten und mächtigsten Geheimbünde der Welt. Aber endlich, durch die preisverdächtige Recherche eines Mannes aus Köln, der alle Verbindungen aufdeckte, konnte die weitere Verelendung der  Bewohner gestoppt werden.

    Ich glaube ja, dies ist alles nur ein Trick. Die Schweizer haben gegen Minarette gestimmt, der Chef der Deutschen Bank ist ein Schweizer und Oppenheim lebte frecherweise offensichtlich viele Jahre fast freiwillig in Lugano, na, da muß man doch nicht mehr lange überlegen.

    Aber darauf wird er schon noch kommen!

  • florian

    ok dann geh ich jetzt mal davon aus, dass mir so etwas nicht vorgeworfen wird. das ist nun wirklich einer der widerwärtigsten vorwürfe, die man jemandem machen kann. die vergangenheit war schon schlimm genug. nun gilt es, aktiv eine gute und schöne zukunft zu machen. lg flo

  • florian

    ich möcht das ungern noch mehr anheizen… das ist eine ziemlich unschöne geschichte. vielleicht haben sie mir einen rat, wie ich mich nun verhalten soll. ich bin noch recht jung, hab vielleicht im vorpost nicht die richtigen worte gewählt. das tut mir leid. ich hab keine ahnung, wie man aus so einer geschichte wieder rauskommt. ich bin ein sehr moralischer mensch und habe etwas gegen ungerechtigkeit, wozu natürlich auch jegliche form von antisemitismus zählt. 

    liebe grüsse

    flo

  • Degania

    Hallo Florian,
    prima, dass Sie sich so engagieren und sich solche Gedanken machen. Ich glaube nicht, dass Ihnen irgendjemand irgendetwas vorwirft; ich glaube auch nicht, dass Jim Ihnen etwas wirklich übel nimmt. Es geht um Rügemer, ansonsten um niemanden!
    Rügemers zitierten Beiträge sind derart mehnschenverachtend und ekelhaft, wenn man genauer hinsieht, dass mir die Äußerungen und Handlungen der Kölner Sorte des Antisemitismus, die sich”Pro Köln” nennt, beinahe schon sympathischer sind. Bei ihnen weiß man – wenn man ihnen den Mantel des Biedermannis (http://www.biedermanni-verliert.blogspot.com) abstreift – , dass sie Nazis sind und die deutschen Verbrechen fortführen möchten. Damit ist alles geklärt. Wir wissen, dass sie unsere “Feinde” sind und dass wir sie bekämpfen müssen. Mit ihnen kann es keine Diskussion geben.
    Im Ergebnis unterscheiden sich Rügemers, von tiefen antisemitischen Klischees und Projektionen angefüllten Äußerungen der letzten 30 Jahre aus meiner Sicht nur graduell von “Pro Köln”. Sie sind jedoch gefährlicher, weil sie sich ein ideologisches Deckmäntelchen geben. So wie es mit “Pro Köln” keine Diskussion geben kann so liegen inzwischen auch Rügemer (wie auch große Teile der selbsternannten “Arbeiterfotografie” und der NRhZ) mit ihrer hasserfüllten Feindschaft gegenüber dem demokratischen Staat Israel und gegenüber jüdischen Menschen in Köln und Deutschland außerhalb einer humanen Diskussionskultur. Dies gilt es auch zu benennen.
    Insofern bin ich, wie ich mehrfach dargestellt habe, der Schriftstellerin Adriana Stern für ihre Bemühungen sehr dankbar. Sie hat einen wichtigen, nüchternen, aufklärenden Diskussionsbeitrag zum Antisemitismus geliefert. Es ist bedauerlich, dass ihre Studie, bezogen auf Köln, bisher ein singuläres Engagement ist.
    Also, Sie brauchen ”aus dieser Geschichte nicht rauszukommen” - Sie sind nicht in ihr drinnen. 
    Beste Grüße
    Degania

  • florian

    hallo degania, vielen dank für die nette antwort. meine situation ist folgende: auf der einen seite herr rügemer, welcher aus meiner sicht gegen wirtschaftskriminalität vorgeht, auf der anderen seite schlimme vorwürfe wegen antisemitismus von frau stern. das stellt mich nun vor eine aufgabe. was mich interessieren würde ist, welche dinge z.b. in diesem neuesten interview mit herrn rügemer antisemitisch sind. http://www.gulli.com/news/interview-die-wahren-ursachen-der-finanzkrise-2009-12-18. das interview hat 2 teile, der zweite teil hat die leserschaft auf gulli eher beschäftigt. auch dort gibt es eine diskussion. doch dort geht es weniger um antisemitismus denn eher den vorwürfen, es wären verschwörungstheorien, die da verbreitet werden. ich bin nicht sehr gut informiert in sachen antisemitismus, jedoch denke ich dass ich bei “verschwörungstheorien” die spreu vom weizen trennen kann.
    aus meiner sicht geht herr rügemer gegen wirtschaftsverbrecher vor. er macht dabei keinen unterschied, welcher religion diese angehören. dass goldman sachs und oppenheim natürlich jüdische banken sind, ist klar. jedoch spricht er ebenfalls von warburg, morgan stanley, rockefeller etc. die kommen aus anderen oder keinen religionen. so wie ich das ganze verstehe geht herr rügemer gegen die verbrecher vor, welche uns allen z.b. die finanzkrise sowie die staatsschulden beschert haben. es ist kritik am geldsystem, welches wohl eigentlich ein riesiger fast schon automatisierungsprozess von vielen in wenige hände ist.

    es gibt noch mehr interviews aug gulli mit weiteren wirtschaftsexperten. die erzählen das gleiche wie herr rügemer. z.b. http://www.gulli.com/news/die-weltfinanzkrise-ein-blitz-2009-08-29
    sowie
    http://www.gulli.com/news/ren-zeyer-insider-entzaubert-2009-08-18

    auf gulli besteht reges interesse an den hintergründen der finanzkrise. die interviews werden gemacht, um den wissensdurst der leser zu bedienen. es geht nicht um religion. und antisemitismus gilt als schlimmes verbrechen, wie es überall sein sollte.
    um mich also nochmal zu erklären, ich habe bei herrn rügemer bislang nix antisemitisches entdeckt. es wäre nett, könnten sie es mir zeigen. ich hoff mal dass ich nicht wieder mist geschrieben habe (lg auch @ jim) und denke dass ein vernünftiger dialog so manchen ärger vermeidet.  nochmal vielen dank für ihr verständnis. lg florian

  • Gerrit

    Lieber Florian,
    es geht mir hier an dieser Stelle weniger um geschmäcklerische Reaktionen auf bestimmte Meinungen, die sich als „Kritik“ gerieren, obwohl sie nichts anderes als ein Verbrechen an der Wahrheit und am Menschen sind. Es kann von daher eben nicht genügen, den Antisemitismus als widerlich oder sonst wie ästhetisch zu klassifizieren, und auch private Treueschwüre mögen von dem, der sie spricht, verdienstvoll gemeint sein, sie sind aber eben nichts weiter als das: privat.
    Vor diesem Hintergrund kann es nur darum gehen, den Antisemitismus als solchen zu erkennen: in seinen Äußerungen, d.h. in seinen Taten und Worten. Seine Protagonisten sind erst in zweiter Linie interessant, und manchmal – so im vorliegenden Fall – nicht einmal das. Zunächst fällt der Befund eindeutig aus: Was Frau Stern so wortreich zu beanstanden versteht, das beanstandet sie völlig zu recht und ihr Anspruch auf Richtigkeit ist ausschließlich. Der Antisemitismus dieser Äußerungen ist unübersehbar und er kann nicht für etwas anderes ausgegeben werden, als das, was er ist.
    Wenn Ihnen, lieber Florian, es nun so vorkommen mag, dass über einen Menschen wie den von Ihnen aus Gründen, die ich nicht kenne, anscheinend sonst Hochgeachteten ein Urteil gefällt werden muss, das Ihnen nicht gefallen mag, so lassen Sie sich von mir bitte sagen, dass der Charakter des vom Antisemitismus betroffenen Menschen am Befund meist das Allernebensächlichste ist. Ja, dass der Antisemitismus dann am erfolgreichsten ist, wenn der Betroffene selbst gar nicht weiß, dass er von ihm befallen ist, scheint offensichtlich. Es gibt natürlich die Unbelehrbaren und die Überzeugungstäter, aber es ist nicht zwangsläufig so, dass der Ihnen bekannte Herr aus Köln in die Kategorie der Volksverhetzer gehört, also dass es ihm vielmehr gar nicht bewusst sein muss, was er von sich gibt. Ich will Ihnen nun sagen, warum.
    Es gibt eine Sicht auf die Dinge, die sich selbst als anti-kapitalistisch ausgibt und deshalb auch in der Linken dafür sorgt, dass Menschen meinen, sich für dazugehörig halten zu dürfen, indem sie bestimmte Dogmen reproduzieren, auch wenn sie – ohne es zu verstehen – damit und dabei nur einem schnöden Wahn aufsitzen. Zur Entstehung dieser Ideologie, die ich als falsches Bewusstsein ansehe, ist zu sagen, dass sie aus einer verkürzten Kapitalismuskritik entsteht: Aus einer sich selbst für Kritik haltenden Denkbewegung, der ihre eigenen Begriffe fremd sind und die deshalb unterhalb der Höhe einer von ihr nicht etwa bereicherten, sondern vielmehr missbrauchten, Theorie verharren muss.
    Für die Genese dieses falschen Bewusstsein ist es auf der theoretischen Ebene bezeichnend, dass bestimmte Widersprüche des kapitalistischen Systems nicht auf die innere Widersprüchlichkeit eines prozessierenden Selbstwiderspruchs hin analysiert, aufgelöst und dadurch überwunden werden sollen, sondern dass die als objektiv gedachten, sich als sogenannter Sachzwang reproduzierenden Widersprüche analytisch letztlich unverstanden bleiben, deshalb nur externalisiert und projiziert werden können. Kurz: Das, was dem Kapitalismus an sich selbst fremd ist, der Bereich, in dem er sich nach Art seiner Analyse selbst nicht erkennen kann und sich darum selbst unverstanden bleiben muss, bleibt auch in dieser verkürzten Kapitalismuskritik unerkannt und unverstanden. Mit einer ebenso symptomatischen wie zwangsläufigen Folge: Es erscheinen der antikapitalistischen, auch der antiimperialistischen, Ideologie bestimmte gesellschaftliche Zumutungen und Widernisse (Krieg, Armut, Hunger, usw.) mit der fatalen Banalität des Folgefalschen als Ergebnis böser, weltverschwörerischer Machenschaften; das ist die logische Folge fehlender analytischer Tiefe. Derlei muss nicht immer und unbedingt in böser Absicht geschehen, sondern es kann auch mangels fachlich-sachlicher Qualifikation so geschehen, oder durch mangelnde Neigung zum Denken. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Heuschrecken in den Köpfen der Gewerkschaft. Aber ganz einerlei, warum es geschieht: Dass derlei Pseudo-Kritik sich nahtlos an die bekannten antisemitischen oder anti-US-amerikanischen Klischees andient, und sie mit größerer oder kleinerer Sublimität reproduziert (im vorliegenden Fall trifft eindeutig letzteres zu), versteht sich von selbst.
    Soviel zur Genese des Befundes, lieber Florian. Die Kritik, die sich an den Kapitalismus ebenso wie an den Antikapitalismus richtet, muss sich deshalb zu allen Zeiten und an allen Orten die Frage gefallen lassen, ob ihre Analyse den Selbstwiderspruch des Gesellschaftssystems begrifflich durchdringt, und zwar zum Zwecke seiner Aufhebung, oder ob sie das „automatische Subjekt“ lediglich reproduziert und seine missliebigen Folgeerscheinungen externalisiert und projiziert – auf die, die anders sind; und auf irgendeine Art anders ist nun mal jeder und jede, auch Sie, lieber Florian. Insofern, aber auch nur insofern, es um das Verhältnis vom Allgemeinen zum Besonderen geht, ist es verdienstvoll, an dieser Stelle aus den Minima Moralia zu zitieren: um klar zu machen, dass Herr Rügemer und die seinen nicht nur dabei sind, menschenverachtenden Unsinn in den öffentlichen Verkehr der Gedanken und Meinungen einzubringen, sondern darüber hinaus die Theorie selber nicht verstehen, die sie versuchen, vor ihren braunroten Karren zu spannen. Im selben Maß, indem sie selbst nicht auf der Höhe einer Kritik sind, die von ihnen nicht verstanden, wohl aber missbraucht werden kann, sind die von ihnen gemachten und von Frau Stern hier völlig zu recht beanstandeten Äußerungen von höchster Peinlichkeit für jedes wahrhaft progressive Projekt einer Gesellschaft, die dem Menschen gerecht wird; dessen größte Gefahr sind derlei Äußerungen sowieso.
    Wenn Sie, werter Florian, sich für polit-ökonomische Aspekte der Wirklichkeit auf guter theoretischer Ebene interessieren, sehen Sie sich bitte in den Schriften von Robert Kurz um (es muss nicht gleich Adorno sein). Herr Kurz nimmt den hier von mir nur angerissenen Zusammenhang einer verkürzten Kapitalismuskritik, die zwangsläufig in den Antisemitismus führt, in aller zu Gebote stehenden Gründlichkeit und bei weitem kenntnisreicher, als ich es könnte, auseinander. Ich verspreche Ihnen erhellende Lektüre – Sie werden die Zeit nicht bereuen. Wenn Sie kein Mann vieler Worte sind, ist das auch nicht schlimm, bedenken Sie aber bei der Suche nach ihrer subjektiv passenden Weltanschauung bitte stets, dass auch der NS-Staat sich als antikapitalistisch verstand in dem Maße, in dem er den „raffenden Manchester-Kapitalismus“ in der von ihm herbei halluzinierten Gestalt aller Juden abschaffen (d.h. ausrotten, also physisch vernichten) und durch den „schaffenden Blut-und-Boden-Kapitalismus“ deutsch-nationaler Prägung ersetzen wollte. Ersteres, die physische Vernichtung der europäischen Juden, ist dem NS-Staat beinah gelungen, letzteres konnte vom Personal seines Nachfolge-Staates, das maßgeblich aus dem seines Vorgänger-Staates bestand, lediglich in einer Stutzform, in Gestalt des rheinischen Kapitalismus (inklusive Mitbestimmung), umgesetzt werden. Der Versuch, beides nun im Nachhinein, zudem im akuten Verlauf einer chronischen Krise, den Juden anzulasten, ist nur um den Preis des Verbrechens an der Wahrheit zu haben. Zu hoffen bleibt allein, dass diesem Verbrechen keine weiteren folgen, womöglich an den Menschen.
    Soweit zu den thematischen Aspekten der Angelegenheit. Die personalen scheinen mir für die Welt außerhalb der Kölner Stadtgrenzen weit weniger relevant, als das manche hier offenbar zu denken scheinen. Wenn Sie, lieber Florian, jetzt etwas Sinnvolles tun wollen, dann werfen Sie sich bitte nicht wieder so ostentativ in Sack und Asche, sondern schützen Sie Ihren Idealismus durch das, was Ihnen am teuersten sein sollte: durch Ihre Vernunft.
    PS: Wenn Sie sich nicht auskennen, dann informieren Sie sich bitte! Warburg z.B. wurde 1798 von Moshe und Gerson Warburg in Hamburg gegründet – ein Mangel an Wissen ist keine Entschuldigung mehr in Zeiten des Internets!

  • jim

    Apropos “raffendes Kapital”, apropos “Reicher Itzig”, fällt mir da doch sofort der coole Spruch des coolen Sammy Davis jr. ein:
     
    “Erst als ich mich entschlossen hatte, Jude zu werden, erfuhr ich, dass Juden gar nicht das ganze Geld haben. Als ich hörte, dass Rockefeller und Ford Gojim sind, wäre ich beinahe wieder ausgetreten.”

  • Gerrit

    Apropos Jim:
    1932 erschien im Verlag der KPD der Titel “Juden ohne Geld” – eine Reportage aus Amerika, von der Lower East Side, und man sah: Da gab es Armut bei Judens! Das fand man ganz unerhört reizend, fast so sensationell wie heute den Wallraff.

  • Crass Spektakel

    Wenn man Rügemers Traktate auf gulli.com neulich mitgelesen hat stellt man sich die Frage:

    Wodurch unterscheided sich die FA von der AntiFA?

    Durch nichts.

  • Gerrit

    naja, der arme herr rügemer, man muss ihn nicht verstehen, aber ein bißchen bemitleiden sollte man ihn doch. nun ist er jahrzehnte lang auf nur einem theoretischen bein durchs leben gehumpelt (aber bitte: das war seine eine entscheidung, auf das andere bein zu verzichten), und nachdem ihn keiner mehr richtig ernst nimmt und keiner mehr mit ihm spielen will und wohl auch die jobs im journalismus für ihn nicht mehr so richtig cool sind, ist er jetzt eben im gulli gelandet – zusammen mit dem braunen quark, den er anrührt, und dem auch die rote sauce, die er darüber schüttet, geschmacklich nicht recht aufhelfen mag.
    such is life!

  • Degania

    Danke Gerrit, Jim und Adriana Stern,
    Gerrit, das ist ein wunderbarer Epilog auf unseren tapferen deutschen Populisten, der braune Sosse und roten Quark heftig miteinander mischt.
    Ein Nachtrag: Apropos Verschwörungstheorien und Suche nach Spielpartnern für den Lehrbeauftragten an der Universität Köln und kritischen Experten für Crossboarder-Leasing und Privatisierung“ (Selbstbeschreibung Dr. Rügemer):
     
    Ich bringe mal einige Aufsatzüberschriften – und Ihr dürft raten, vom wem sie sind:
     
    Aus der Rubrik „Iran news“:
    21.7.2009: Der verräterische Tod der `jungen hübschen Neda´ (zur Erklärung: dass diese dumme iranische Studentin Neda sich auch an einer Demonstration beteiligen muss – selbst schuld, wenn man da von feindlichen Kräften, die eindeutig nicht aus dem Iran stammen, erschossen wird…)
    3.8.2009: Atomwaffenprogramm-Unterstellung und Zitat-Fälschung sind Bestandteile einer Verteufelungskampagne (zur Erklärung: Die iranischen Mullahs sind die größten Freunde Israels, sie forschen nicht an der Atombombe, und wer etwas anderes behauptet ist ein hinterhältiger, kriegstreibender Zionist.)
    22.9.2009: 81 Prozent der IranerInnen sehen in Ahmadinedschad den legitimen Präsidenten
    19.12.2009: Am 18.12.2009 gehen im ganzen Land Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen das Zerreißen von Bildern des Staatsgründers Imam Chomeini und für die Islamische Republik
     
    Aus der Rubrik „Israel news“:
    27.12.2009: „Die USA sind kein Land, sie sind eine Kolonie Israels
    29.12.2009: Barack Obamas Friedenspreisrede: Die USA: Zyniker der Macht oder gar Schurkenstaat?
     
    Aus der Rubrik „Politische Morde und Fälle, bei denen ein politischer Mord nicht auszuschließen ist“: „Feindbild Haider zerstört“ (zur Erklärung: Volksaufklärung über unseren tapferen Demokraten Jörgl Haider, der offenkundig wegen seiner kritischen Stellungnahmen gegen das imperialistische Verhalten Israels ermordet worden ist):
    31.7.2006: „Ein solcher (israelischer) Botschafter hat in Österreich nichts verloren und gehört sofort ausgewiesen“
    Herbst 2009: „Die eigentlichen `Rechten´ sind diejenigen, die Haider als `rechts´ gebrandmarkt haben.“
    27.10.2009: Der Fall Jörg Haider: Unfall oder gezielte Tötung? Am 11.10.2008 unter ungeklärten Umständen mit seinem Dienstwagen zu Tode gekommen…
     
    Habt Ihr es erraten? Stammt all dies aus der Website einer iranischen Botschaft? Sind dies Verlautbarungen der NPD oder der DVU? Nein, Irrtum: Alles aus der Website der „internationalistischen“, super linken Kölner Arbeiterfotografie – bei der man auch zahlreiche Fotos, Vortragshinweise und Lobpreisungen von und über unseren Dr. Werner Rügemer findet. Wer´s nicht glaubt schaue auf deren Website nach. Prima, dass unser Dr. Rügemer doch noch so zahlreiche kritische und linke Spielpartner in Köln hat, in deren Nähe er sich wohlig fühlt…

  • jim

    Ich denke, langsam ist es genug, jeder kennt sich so weit aus. Die Vorhaltungen sind sehr schwerwiegend und man kann sich vorstellen – für den Betroffenen kaum zu ertragen.
     
    Herr Rügemer liest hier mit. Florian schreibt:
     
    shalom
    also nochmal: der herr rügemer ist kein antisemit. ich bin mit ihm in kontakt. er hat gerade wirklich schlechte laune wegen dieser vorwürfe. ich denk mal, er wird da noch was zu sagen.

     
    Die ausstehende Reaktion ist das einzige, was mich an dieser Geschichte noch interessieren würde.
     
     
     

  • hanna a.

    @crass spektakel

    Wenn man Rügemers Traktate auf gulli.com neulich mitgelesen hat stellt man sich die Frage:

    Wodurch unterscheided sich die FA von der AntiFA?

    Mir stellt sich die gleiche Frage wenn ich hier die Apologeten des gegenwärtigen zionistischen Staatswesens anschaue, die mit viel Fleiss überall den antisemitismus aufdecken, aber zu den Verbrechen dieses Staates : Vertreibung, Willkür, Brutalität gegenüber den Bewohnern des besetzten Landes merkwürdig einsilbig sind, ja dieses Vorgehen meist auch noch rechtfertigen.

  • [...] Quark mit roter Soße Ein Artikel von Adriana Stern über den Autor Werner Rügemer und seine Weltsicht hat kontroverse und teilweise heftige Reaktionen hervor gerufen. Der vorliegende Text möchte den [...]

  • florian

    wie wäre es mit einem real life treffen? herr rügemer wäre dabei. ich hoffe, die fronten sind für ein persönliches gespräch noch nicht zu verhärtet. es gibt einigen klärungsbedarf. so wie es ist kann es nicht weitergehen.

  • Degania

    Hallo Florian,
    sorry, Sie sind, soweit mir erkennbar,  kein Vormund von Herrn Dr. Rügemer. Antisemitismus hat i.d.R. stark unbewusste Anteile, ist gekennzeichnet, durch Abwehrmechanismen wie Projektionen, Verleugnungen, Verschiebungen etc; vgl. die Studien von Wolfgang Benz. Da helfen freundliche Gespräche beim Kaffee nicht weiter. Sie sind auch unangemessen und entbehren jeglicher Grundlage. Florian, Sie sind gewiss ein freundlicher Mensch – aber es verwundert mich schon ein wenig, dass Sie noch in keinster Weise auf Rügemers vulgär-antisemitischen “Beitrag” über seinen “Besuch” in der Kölner Synagoge bzw. bei der jüdischen Gemeinde eingegangen sind. Sorry, wer einen solchen ekelhaften Dreck schreibt und dieses menschenverachtende Gebräu auch noch zwanghaft einer “linken” Öffentlichkeit aufdrängt kann kein Gesprächspartner sein. Gremliza hat hierfür die treffenden Worte gefunden, Gerrit ebenfalls: “Brauner Quark mit roter Sosse.” Insofern können wir Gerrit dankbar dafür sein, dass er seine Analyse soeben in einem weiteren, theoretisierenden Beitrag zum Zusammenhang zwischen plattem “Antikapitalismus” und Antisemitismus vertieft hat.
    Wenn Rügemer auch nur über einen Rest von “Anstand” verfügen würde so würde er sich unverzüglich öffentlich und glaubwürdig bei der Synagogengemeinde Köln, Roonstraße sowie bei Frau Adriana Stern entschuldigen.
    Das war´s.

  • Marie

    Ist jede Kritik an Juden gleich schon Antisemitismus?

    Wow, dann müssten Muslime und Christen(!) ja schon mächtig beleidigt sein, da sie schlimmeren Vorwürfen zu teil wurden als einfach nur, wie in diesem Fall,”einflussreiche Bankiers” zu sein…

  • ty1

    Hagalil zensiert!
    das ist das oft beschworene Demokratieverständnis von Hagalil.

    Ihr seid ein armseliges Völkchen verbohrter extrem-Zionisten.
    Kritik vertragt ihr nicht.
    Ich weiß, dass ihr mich für diese mail als sekundären Antisemiten bezeichnet.

    was ihr seid?

    Ihr seid Tertiäre Antisemiten, weil ihr der judenheit in aller welt schadet, indem ihr die Menschenrechtswidrigen Maßnahmen der Isra. Regierung in Palästina zu rechtfertigen versucht, und damit alle juden dieser Welt für diese kriminelle Strategie als Geiseln nehmt.

  • ty1

    Sollte diese mail wieder zensiert werden: Ich kopiere sie diesmal und werde sie – falls sie eben wieder zensiert wird, – an passenden Stellen veröffentlichen.

    @ Gerrit

    Wenn Sie schreiben:
    “Zunächst fällt der Befund eindeutig aus: Was Frau Stern so wortreich zu beanstanden versteht, das beanstandet sie völlig zu recht und ihr Anspruch auf Richtigkeit ist ausschließlich. Der Antisemitismus dieser Äußerungen ist unübersehbar und er kann nicht für etwas anderes ausgegeben werden, als das, was er ist.”

    So, wie sie das schreiben, ist das nicht mehr, als eine – dazunoch unwahre – unbelegte Behauptung.

    Sie sagen nicht, was denn nun genau an den Aussagen Rügemers antisemitisch ist. Sie zitieren nicht einmal – und das ist schäbig.

    Sie maßen sich die Definitionshoheit über das an, was als Antisemitismus zu gelten hat – und arbeiten dabei mit dem Konstrukt des sekundären Antisemitismus. Nur sollten sie, wie ich, wissen, dass der Sekundäre Antisemitismus – wie auch der Antisemitismus selbst – nicht definiert sind.
    - und das wollen Leute wie sie auch gar nicht, weil man dann ihre Behauptungen – siehe das Zitat oben – an solchen Definitionen messen könnte.
    Die Antisemitismuskeule würde einen großen Teil ihrer Schlagkraft einbüßen.

    Was sie Rügemer anlasten, hat er nicht gesagt – er hat nicht von juden gesprochen, sondern von Bankern. Deshalb zitieren sie ihn ja auch nicht.

    Indem SIE – wie Frau Stern – den Zusammenhang zwischen Bankern und Juden selbst konstruieren, sind es in Wahrheit sie, der erst aus Rügemers Aussagen antisemitische – macht – und das ist mit Verlaub gesagt, perfide.

    Sollten sie sich über meinen Namen – “ty1″ – auslassen wollen, wer sich hinter “Gerrit” verbirgt, wissen wir ja auch nicht. Mit wirtschaftswissenschaftlichen Darlegen brauchen sie mir nicht zu kommen, ich weiß dass sie ein Ablenkungsmanöver sind.

    Ich wäre allerdings bereit, mit ihnen auf diesem Podium hier über tertiären Antisemitismus zu diskutieren; darunter verstehe ich die Judenheit insgesamt als Geisel zu nehem, für ihr Bemühen, das Großkapital und menschenrechtswidrige Maßnahmen der Israelischen Regierung in Palästina in Schutz zu nehmen,indem sie unliebsame Kritiker als Antisemiten diffamieren.

    Vielleicht haben sie schon bemerkt, dass Diffamierungen als Antisemit, wenn sie von Extrem-Zionisten kommen, von mir eher als Lob empfunden werden, weil mir das zeigt, dass meine Kritik getroffen hat.

    Btew.: Sie erwarten sicher nicht von mir, dass ich den Begriff Extremzionist definiere, ich handhabe das in dem Stil, wie Extremzionisten die Definition von Antisemitismus verweigern.

    p.s. Kopie erstellt und gespeichert. ty

  • ty1

    hallo ihr armseligen zensierer,

    einen schönen Nachtdienst wünsche ich euch, ihr Menschenrechtsverächter, oder solltet ihr inzwischen auch die Israelische Regierung für ihre Menschenrechtsverletzungen im Gazasteifen kritisieren, wie sie im Goldstone-Bericht stehen.
    Was macht ihr eigentlich, wenn sich niemand mehr vor eurer Antisemitismuskeule fürchtet? mordet ihr dann, wie die IDF im gazastreifen?
    Bevor ich vergesse ihnen zu erzählen: Für mich sind sie tertiäre Antisemiten.
    ty
    auch diese mail habe ich kopiert.