Kategorien

Werbung

haGalil Shop

Film & Video


Watch videos at Vodpod and more of my videos

Termine, Veranstaltungen

Antisemitismus: Was hat sich in Europa verändert?

Wer von uns beklagt sich nicht hin und wieder über die Lage in unserem Land? Der israelische Jude wünscht sich immer heimlich, ein wenig im Ausland leben zu können. Ich habe leider einen Trost für die Jammerer: Die Teilnahme an einem Antisemitismus-Seminar im europäischen Parlament ließ mich zu dem Schluss gelangen, dass die Lage der Juden Europas nicht mehr dieselbe ist wie früher…

In Israel Hayom berichtet Boas Bismut von einem Antisemitismus-Seminar in Europa

In Jedioth achronoth fasste Itamar Eichner eine internationale Studie des israelischen Außenministeriums, damals noch unter Zipi Livni, zusammen. Man war der Frage nachgegangen, was man auf der Welt wirklich über Israel und die Israelis denkt. “Am beliebtesten sind wir in Indien” berichtet Eichner. Nach den Indern mag man Israelis in Amerika und Russland am liebsten. Weiters fand die Studie: Jeder Dritte Weltbürger glaubt, dass Israel aggressiv ist, und jeder Vierte meint, dass Israelis arrogant sind. Weniger als ein Drittel unterstützen Israels politische Position.

Zusammenfassung: Im Ländervergleich der „Unterstützung und Sympathie für Israel“ steht Indien mit 58% an 1. Stelle, die USA folgen mit 56%, Italien steht mit 48% an 6. Stelle der abgedruckten Liste, und Deutschland befindet sich mit 35% an 9. Stelle, zwischen Polen (36%) und Großbritannien (34%). Die Spanier bilden mit nur 23% das Schlusslicht.

Das Treffen in Brüssel, von dem Boas Bismut berichtete, war vom Jüdischen Kongress organisiert worden. Es lieferte den Juden eine Plattform, die sie vor allem dazu nützten, eine Warnung auszusprechen: Der ungelöste Nahost-Konflikt, kombiniert mit der weltweiten Wirtschaftskrise, prophezeit uns nichts Gutes.

Im ersten Quartal dieses Jahres waren mehr antisemitische Vorfälle zu verzeichnen als im ganzen Jahr 2008. Der Zusammenhang zwischen den Ereignissen in der Region und Vorfällen gegen Juden in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien wird immer klarer. Die Aktion „Gegossenes Blei“ hatte z.B. direkte Auswirkungen auf das Leben in der Pariser Peripherie. Ein Wissenschaftler berichtete bei dem Seminar über einen steilen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Westeuropa als Folge der Aktion in Gaza.

Die Juden sind besorgt und ängstlich, denn aus ihrer Sicht wird die Lage nur noch schlimmer. Die Durban Konferenz Nummer 2, bei der sich die Welt wieder einmal in ihrer ganzen Scheinheiligkeit präsentieren wird, rückt immer näher. Der Jude hat den alten Antisemitismus überlebt, den des Christentums und den des Islams.
Der neue Antisemitismus der Rechten, und der anti-kapitalistische der Linken, versteckt sich heute hinter Anti-Zionismus.

Im Mai 2003 fand in New York eine Antisemitismus-Konferenz unter dem Titel „Alte Geister, neue Beratungen“ statt. Jetzt, nach sechs Jahren, sollte man sich fragen, was sich geändert hat. Nicht viel. Die Aktion in Gaza lieferte den Kindern der nordafrikanischen Einwanderer in Europa, die nicht immer ihren Platz in der Gesellschaft finden, einen Grund, sich plötzlich effektiv und zugehörig zu fühlen. Der Anti-Zionismus machte antisemitische Aktivitäten moralisch.
Die Welt verändert sich, aber eines bleibt gleich. Der Jude kann stolz darauf sein, dass der Hass gegen ihn stets konsequent bleibt. „Wenn es den Juden nicht geben würde, würde der Antisemit ihn erfinden“, sagte Sartre.

Aber auch wenn hier vor allem vom Antisemitismus der Einwanderer die Rede ist, sollten wir nicht glauben, dass der alte Antisemitismus Europas, der des letzten Jahrhunderts, verschwunden ist. Eine belgische Journalistin sagte bei dem Seminar, dank des israelisch-palästinensischen Konflikts habe Europa einen Weg gefunden, sich von den Ereignissen der Vergangenheit zu säubern, da die Juden, nachdem sie einen Staat erhalten haben, ihr „unfreundliches Gesicht“ zeigen.

Aus Sicht der Juden Europas ist ihre Unterstützung Israels zwar klar, wenn auch problematisch.
Zwar beendete Israel das 20. Jahrhundert mit den Oslo-Verträgen, die Frieden bringen sollten, eröffnete das 21. Jahrhundert jedoch mit drei Konflikten: der zweiten Intifada, dem 2. Libanonkrieg und der Aktion in Gaza. Die Verbindung zwischen Israel und den Juden der Diaspora macht aus uns allen eine einheitliche Front. Die Karikatur in der NY Times, die einen israelischen Soldaten zeigt, der mit einem Davidstern eine Frau bedroht, die Gaza repräsentiert, zeigt genau, wie die Situation aussieht. Wie sagte einmal Golda Meir: „Für einen Juden ist selbst der Pessimismus Luxus.“ Wir sollten trotz allem unseren Optimismus bewahren.

Related posts:

  1. Netanyahu: Die Proteste haben unsere Prioritäten verändert
    In der gestrigen Kabinettssitzung hat Ministerpräsident Binyamin Netanyahu erneut zu den andauernden Protesten im Land Stellung genommen. Der...
  2. Zentralrat der Juden warnt: Der Antisemitismus globalisiert sich
    Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, hat vor einem sich weltweit ausbreitenden Antisemitismus gewarnt....
  3. Ahmadinejads Tod hätte nichts geändert
    Im iranischen Präsidialamt hat man gestern die Berichte über ein Attentat auf Präsident Mahmoud Ahmadinejad geleugnet und behauptet,...
  4. Veränderung: Gibt es Alternativen zur Zweistaatenlösung?
    Es wird keine Einheitsregierung entstehen, so wurde veröffentlicht, weil Zippi Livni der Meinung ist, Netanjahu sei der “Zweistaatenlösung”...

61 comments to Antisemitismus: Was hat sich in Europa verändert?

  • Carl

    Oh schau, ein freundlicher Antisemit.
    Der wünscht sogar noch nen schönen Tag.

  • karlheinz

    Weil sie ihre eigene Geschichte nicht kennen, nennen sie ehrliche Worte  der Kritik Antigermanismus.
    Schuld sind sie daran nur in zweiter Linie. Es ist ihre Regierung, die es versäumt hat auch vornazistische deutsche Schweinereien und vor allem die Kriminalgeschichte des Christentum bereits in den Schulgeschichtsbüchern zu verankern. Die Indoktrinierung mit Lügen und Klitterungen beginnt in der Universität.
    Wer in diesem Land ein Geschichtsstudium auf sich nimmt, bekommt bereits in den Einführungssemestern gesagt, dass ‘wir’ die Kirche und unser heiliges nationales Erbe nicht angreifen. Und alle ihre Historiker, mit wenigen Ausnahmen, halten sich an diesen inoffiziellen offiziellen Kodex. Denn sie wollen später ja in diesem Land einen Job.

    Es gäbe nur einen Ausweg aus dieser grotesk bizarren Lage: Das positive kulturelle nationale Erbe den Leuten stärker bewußt machen, eine Basis schaffen, auf die sie  als Deutsche wirklich und nicht nur scheinbar stolz sein können, ihre Kultur neu aufbauen, sozusagen.
    Um dann allmählich oder als Schocktherapie ehrlich auch über den unschönen Rest zu berichten. Weil ja, wer ein gestärktes Selbstbewußtsein hat,  auch Niederlagen leichter verkraftet.

    Auch einen schönen, besinnlichen Tag, noch!

  • Serdal

    @monika
    Ich finde es ganz schönnaiv zu denken, dass Israel alles in vergangenen 60Jahren richtig gemacht hat. Aber wenn sich diese Einstellung sich bei Ihnen in schon in kindesjahren gefestigt hat, und sich seither nichts daran geändert hat, erklärt sich ja dieser Umstand.

    Jeder hat eine eigene Meinung und jeder darf diese vertreten. Deine Ausführungen, von wegen wir seien doch alles Menschen und daher einzigartig und es würde nicht auf Religion etc. angekommen, werden jedoch durch deine Meinung (Vorurteil?) über Makabäer nicht schlüssig, dass dieser vermutlich ein Palästinenser oder fanatischer Moslem sei (aufgrund seiner Äußerungen).

    Aber was soll´s.

  • Monika

    Hallo, ich glaube ich bin da voll falsch verstanden worden. Es sollte nicht das internationale Judentum heißen, sondern eine Parodie darauf sein. Ich meine damit, das internationale, Juden , Christen, Moslem oder was immer für ein … tum. Ich halte die meisten Religionen für gefährlich, wobei das Judentum da nicht expansiv und eher in sich geschlossen noch die am wenigsten gefährliche Religion ist. Ich bin gerade in Israel und liebe dieses land schon nach ein paar Tagen .

  • karlheinz

    makkabäer drückt sich vielleicht nicht sehr diplomatisch aus,  hat aber mit vielem Recht; ich schließe mich besonders hier seiner Meinung an: die Deutschen in ihrer Mehrheit wissen zu wenig über ihre eigene Geschichte und Kultur und noch viel weniger über ihre Juden.
    Die Leistungen der deutschen Juden werden in deutschen Geschichtsbüchern eindeutig nicht ausreichend genug gewürdigt.
    Absoluter Quatsch, die Vermutung, dass sich hinter makkabäer ein fanatischer Moslem verbirgt. So einer würde wohl kaum jüdische kulturelle Errungenschaften so gut kennen und sie einem größeren Publikum andienen.
    Auch ist nichts gegen die von makkabäer den Deutschen vorgeworfenen Verbrechen an anderen Völkern zu sagen – sie sind, so weit ich abschätzen kann, alle belegbar, leider!
    Ansonsten, siehe oben.

  • pmn

    Wenn in dem Artikel steht, dass im ersten Quartal 2009 mehr antisemitische Vorfälle zu verzeichnen waren, als im ganzen Jahr 2008 dann stimmt das für Deutschland nicht. 
    Die Partei: Die Linke macht ja regelmässig Anfragen beim Bundesinnenministerium nach antisemitischen Vorfällen pro Quartal und Petra Pau veröffentlicht das auf ihrer Web-Site http://www.petrapau.de/16_bundestag/index.htm. Da kann man sich informieren, Fazit: Im ersten Quartal lagen die antisemitischen Straftaten mit über 300 sehr hoch, aber erreichen bei weitem nicht das Level eines Jahresergebnisses. Pro Jahr gibt es regelmässig über 1.000 Straftaten. 
    Die antisemitischen Gewalttaten lagen mit 2 aussergewöhnlich niedrig für ein Quartal.

  • Monika

    Hallo Makkabaer und alle anderen in diesem Forum. Ich habe während meiner Israelreise über vieles nachgedacht und meine positiven Vorurteile  gegenüber Israel durch die erlebte Realität bestätigt gefunden. Aber in diesem Chat geht es in erster Linie um die Tatsache, dass sich nichts an der antisemitischen Einstellung der meisten Deutschen geändert haben soll. Nun kenne ich nicht alle Deutschen, aber es ist ein ganz klarer Fakt, dass sehr viele die alten jüdischen Klischees aus dem FF beherrschen, wie das kleine  EinmalEins. Ich habe meine eigene , nicht repäsentative Feldstudie betrieben, indem ich meine Gespräche mit Patienten ( ich bin Physiotherapeutin) auf das Thema gebracht habe. Und  meist hörte ich negatives, nicht wirklich agressives aber die übllichen Klischees. Das hat mich sehr betroffen und auch sehr wütend gemacht und ich habe am Anfang so reagiert wie Makkabaer. Ich habe sogar einen Patienten nicht weiter behandelt ( Auch habe ich schon mal einen Job verloren, weil ich vehement die Juden und Israel verteidigt habe. )Jetzt reagiere ich anders. Ich haabe mir ein Buch ( Antisemitische Klischees, sehr zu empfehlen ) gekauft und argumentiere mit Fakten und historischem Hintergrundwissen. Ich gebe mich keiner Illusion hin, dass ich dadurch die Einstellung der Menschen ganzlich ändere, aber sie kommen zum Nachdenken. Dem ein oder anderen habe ich dann mein Buch geborgt. Es sind nur Kleinigkeiten, die der Einzelne verändern kann.. Tut mir Leid Makkabaer, dass ich so reagiert habe. Aber deine Reaktion hat sogar bei mir, die ich mich für eine Internationalistin halte, die Deutsche rausgekitzelt. Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber man sollte nie alle über einen Kamm scheren. Es gab im dritten Reich sehr mutige Deutsche, die für ihre Menschlichkeit ihr Leben verloren haben. Es war ein deutscher Polizist, der eine jüdische Synagoge vor der Zerstörung gerettet hat. 
    Mal was anderes. Wie steht ihr zu Obamas Rede und Verhalten? Spontan sage ich , er fällt Israel in den Rücken und provokativ sage ich Obama unterscheidet sich nur durch das “b” von  Osama. Also Obamafans antwortet !!!

  • Mael

    Obama hat noch nicht viel bewiesen ausser seinem Talent als Redner, der die Massen beeinflussen kann und, dass er nett und hübsch lächeln kann. Seinem so hochgepriesenen Motto „Change“ hat er noch keine Taten folgen lassen (im Gegenteil, Guantanamo wird jetzt trotzdem beibehalten, Militärgerichte werden nicht abgeschafft und die Verantwortlichen Folterer, Rassisten und Sadisten der US-Army kommen unbeschollten davon). Aber er wird auch nicht viel verändern können. Er ist ein Arrivist, von den Lobbys getragen; das lässt ihm nicht viel Spielraum. Deshalb klingt auch seine Kairo-Rede schön und gut, aber wird meiner Meinung nach wenig bewirken. Im Nahen Osten muss man knallhart politisieren, da nützen ein paar Worte zum Vertrauen etc. nicht viel.
    @monika: er fällt Israel überhaupt nicht in den Rücken, vielmehr war es Bush und seine Regierung (oder passt die Bezeichnung „Waffenfabrikanten“ besser?) der jahrelang der ganzen Welt und allen Friedensaktivisten im Nahen Osten in den Rücken gefallen ist.

  • willow

    @Mael
     
    Wen konkret meinst du mit “Friedensaktivisten”? Leute die meinen, von Israel weitere einseitige Zugeständnisse fordern zu müssen? Oder, härter formuliert, Leute, die glauben, auf Israels Kosten populärer werden zu können?
     

  • Mael

    Ich meinte damit keine Politiker, sondern mehr Leute vom Roten Kreuz (bzw. Halbmond und Davidstern) und solche die sich parteilos für den Frieden und gegen das menschliche Leid dort einsetzen.
    Das ist jetzt meine persönliche Meinung, aber ich behaupte, Bush hat auf der ganzen Linie dem Nahen Osten geschadet, Palästina auf der menschlichen Ebene und Israel auf der politischen (denn Bush war der beste Al-Quaida- und Hamas-Rekrutierer)

  • Monika

    Ich glaube, dass alle Politiker, Friedensaktivisten, uninformierte Faktenleugner … Israel in den Rücken fallen ( Obama ist ein Demagoge und Schwätzer mit durchaus humanistischen Ansichten ), die nicht erkennen, dass Israel im höchsten Maß in seiner Existenz gefährdet ist, wenn es nicht politisch wie militärisch stark ist. Der Islam in seiner radikalen Form( es steht so im Koran) ist nicht einfach eine Religion sondern eine Religion mit Staatsanspruch , also eigentlich eher eine politische Vereinigung. Ein islamischer Staat ist immer eine Diktatur und zwar eine, die mit Mitteln aus dem Vormittelalter agiert. Israel ist ein jüdischer Staat, allerdings ein säkulariesierter demokratischer kapitalistischer Sozialstaat. Die Religionen existieren in diesem Land mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander wie in Deutschland, wobei Katholizizmusund Evangelismus durchaus mehr Rechte geniesen als das Judentum, der Buddismus oder der Islam

  • Mael

    Es ist nicht zu übersehen, dass du offenbar nicht in Israel (oder sonst in keinem Kriesgs- und Krisengebiet) lebst, ansonsten wärst du nicht so an einer Fortsetzung des Krieges interessiert! Ich nehme an, du bist auch der Ansicht, Ahmadinetschad habe die Wahl im Iran legitim gewonnen, damit er an der Macht bleibt und es der israelischen Aussenpolitik nicht an Argumenten fehlt. Und übrigens, ich bin genauso überzeugt von der Legitimität des Staates Israel, aber es ist auch nicht schwierig zu erkennen, dass wenn Israel mit dieser kriegerischen und anti-islamischen Haltung weitermacht, es in 20 Jahren höchstwahrscheinlich nicht mehr exisiteren wird. Eine Haltung wie deine bekräftigt jeden Antizionisten und beschehrt den islamischen Terrorgruppen nur weitern Zulauf. Obama hat das erkennt und versucht den Israel-Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen, was aber vom rechtsradikalen (meiner Ansicht nach faschistoiden) Netanyahu immer wieder sabotiert wird. 
    Zum Koran, mich würde interessieren, wo genau, in welcher Sure denn das steht?! Ich habe schon manche heilige Schriften von dieser Welt von verschieden Religionen gelesen und studiert und noch nie habe ich solche Sachen gefunden, die in der öffentlichen (populistischen) Diskussion immer wieder behauptet werden (sei es über den Koran oder die Bibel). Indem man solche Konflikte immer wieder auf die Religion zurückführt, übersieht man, dass meistens nur herrschsüchtige, egoistische Politiker dahinter stecken, die nur  versuchen sich zu bereichern. 
    Und, dass in Deutschland Katholizismus und Evangelismus mehr Rechte geniessen ist ja auch nachvollziehbar oder nicht? Aber trotzdem ist Europa die säkularisierteste Gegend weltweit und nirgends herrscht solche Religionsfreiheit. Und, ich kenne genug Schicksale von Menschen die in Israel leben, aber nicht jüdischen Glaubens sind um dir widersprechen zu können, dass in Israel die Religionen gleichberechtigt nebeneinander leben. 
    Ich bin mir bewusst, dass jetzt auf mir herumgehackt wird, aber ich bekräftige nochmal, ich bin überhaupt kein Gegner Israels, aber die Diskussion muss offen und auf keinen Fall einseitig geführt werden, dazu gehört halt auch, eigene Fehler einzugestehen. 

  • willow

    @Mael
    Nach welcher Definition stufst du israelische Politiker als “rechtsradikal” oder “faschistoid” ein!? Meinst du nicht, daß du damit den tatsächlichen Faschismus trivialisierst, ja geradezu verharmlost?
    zum Koran: Informiere dich doch bitte über *die* heiligen Schriften des Islam … ebenso, wie es für Juden neben den zehn Geboten noch weitere Schriften gibt, werden große Teile dessen, was Islam in der Realität ausmacht in den sogenannten Hadithen festgelegt. Dabei handelt es sich um Berichte darüber, wie Mohamed (natürlich gestützt auf den Koran) Anweisungen für praktisch alle Lebensfragen erteilt – Hadithe sind sozusagen die verbindliche Anleitung und für den Koran… damit demonstrieren Äußerungen wie “aber das steht doch nicht im Koran” häufig nur ein erhebliches Informationsdefizit.
     

  • Mael

    Ich stufe ihn deshalb so ein, weil er ein sein Land völlig von der Aussenwelt abriegeln will und weil ein grosser Teil seiner “Legitimität” darauf basiert, Angst vor den Nachbarn zu schüren. Im Libanon hat die Wählerschaft bewiesen, dass sie nicht auf die faulen Tricks der Hezbollah reinfallen, indem sie massiv pro-westlich gestimmt haben; würde nun auch noch der Feind im Iran wegfallen, und durch die Rede Obamas auch noch die weiteren arabischen Nah-Ost Staaten pazifistischere Wege einschlagen, dann würde es knapp werden für Netanyahu, denn seine Haltung wäre nicht mehr der Situation angepasst.
    Es macht einen einfach traurig zu sehen, dass genau die wichtigsten Staaten, die durch Einwanderung entstanden sind(USA und Israel), heute eine Mauer um ihre Grenze bauen, und somit ihren Geist verraten.

    willow:
    Ich danke für die Info, ich habe nur einen Teil der Hadithen gelesen, und offenbar habe ich danke noch eine Lücke.

  • Koshiro

    Nach welcher Definition stufst du israelische Politiker als “rechtsradikal” oder “faschistoid” ein!? Meinst du nicht, daß du damit den tatsächlichen Faschismus trivialisierst, ja geradezu verharmlost?
    Bei dem, was hier an Vergleichen hin- und hergeworfen wird, sind wir über diesen Punkt schon hinaus.
    “The Big Lebowski” ist ja nun schon ein paar Jährchen alt, und schon in diesem Film taugte der Vorwurf  “Antisemit!” zur Parodie.

  • willow

    @Mael:
     
    Es ist also Bibis Schuld, daß die Israelis nicht so ohne weiteres auf dem Landweg ihr Land verlassen können, weil er es von der Außenwelt abriegeln will… !?
    Naja, warten wir einfach ab, ob sich tatsächlich in absehbarer Zeit wenigstens einige der “arabischen Nah-Ost Staaten” entschließen können, pazifistische Wege einzuschlagen – siehst du da irgendwelche konkreten Anzeichen?  Das ist ja zumindest eine der Ursachen des andauernden Nahost-Konfliktes, in Israel gibt es eine deutliche Mehrheit dafür, massive Zugeständnisse nicht ohne überprüfbare Gegenleistungen einzugehen – ist das faschistoid?
     

  • Mael

    Nein es ist nicht direkt seine Schuld, dass dieser Zustand herrscht, aber es stört ihn keineswegs, im Gegenteil, er nutzt es aus (und fördert es) um Stimmen zu erhalten und seine Macht zu sichern. Man hat ja aus der Geschichte gelernt, dass es immer verkehrt rauskommt, wenn man rechtsextreme (für linksextreme gilt das genauso) Politiker in so wichtige Ämter wählt…
    Und ja du hast Recht, die anderen Nahost Staaten werden wohl nicht pazifistische Wege einschlagen, genauso wenig wie Israel. Oder sollten zuerst alle anderen Länder und erst dann Israel, wenn es sich versichert hat, dass von denen keine Gefahr mehr ausgeht? Es müssen Zeichen gesetzt werden. Man sieht im Iran sehr gut, wie die Bevölkerung selten einer Meinung ist mit der Regierung. Ich bin der Ansicht, im Nahen Osten haben sehr viele Menschen, gerade Jugendliche, Lust auf Frieden, aber dafür müssen die Extreme gemeinsam bekämpft werden. Indem man Kriegsfalken wie N. wählt, zeigt man den Nachbarländer nur, “wir wollen weiterhin Krieg und einen sekuritären Premier, der den Gegner auf keinen Fall Zugeständnisse macht”…das israelische Volk selbst ist de beste Hamas-Rekrutierer.
    Als die Fatah noch an der Macht war und legitim gewählt wurde, hat Israel die Chance nicht genutzt, sondern die Glaubwürdigkeit und Stärke von Abbas und allgemein des Volkes und der Demokratie untergraben und unterdrückerisch weitergemacht wie vorhin…wenn wunderts da, dass die Hamas massiv an Befürworter gewinnt und jeder Palästinenser Raketen auf Israel schiessen will? jetzt ist halt die Hamas an der Macht, und somit wird der Krieg weitergehen und eines Tages wird eine Seite weichen müssen, und ich denke, der geopolitischen Situation nach, wird das Israel sein, so sehr ich es auch bedaure.

  • vox

    @makkabäer: “…. Der Primat des Intellekts liegt gewiss in weiter, weiter, aber wahrscheinlich doch nicht in unendlicher Ferne.” (Sigmund Freud)

  • willow

    @Mael
    Schau doch bitte mal in die Geschichte… wer hat denn die wenigen Friedensabkommen mit den arabischen Nachbarn incl. des Oslo-Abkommens ausgehandelt und umgesetzt? Stufst du Shamir und Rabin als linke Pazifisten ein? Hast du vergessen, daß ein Sharon den Abzug aus dem Gazastreifen durchgesetzt hat und Kadima eindeutig mit dem Ziel gewählt wurde, das Westjordanland zu übergeben? Es geht doch keineswegs darum, daß “die Israelis” keinen Frieden wollen, ganz im Gegenteil. Und für fast alle Israelis ist auch klar, daß sie dafür einen hohen Preis zahlen müssen. Aber sie wollen eben eine Gegenleistung für diesen Preis… verstehst du das nicht!? Israel hat auch bisher schon eine ganze Menge “gegeben” – und was hat es dafür bekommen?
    Und die Weltöffentlichkeit? Die kritisiert, wenn in besetehenden Siedlungen 50 Wohnungen gebaut werden, ignoriert aber, wenn Israel massiv Checkpoints abbaut, die Kontrolle über mehr und mehr Städte und Gebiete im Westjordanland an die Autonomiebehörden übergibt, sich zurückzieht – berichtet wird immer nur das, was sich gegen Israel instrumentieren läßt!
    PS: Es war übrigens die Fatah, die sich geweigert hat, einen Vertrag zu unterzeichnen, in dem Barak weitestgehende Zugeständnisse (incl. Übergabe der Altstadt!) angeboten hatte…
     

  • Monika

    Israel ist ein demokratisches Land und alle Parteien ob extrem Links oder extrem Rechts wollen mehr den Frieden als die Politiker  der Palästinenser. Die Palästinenser wollen ganz Israel für sich beanspruchen, und alle Juden vertreiben. Sie können ja nicht mal den Gedanken ertragen mit einer Handvoll Juden friedlich im Westjordanland zusammen  zu  leben, wohingegen 1.3 Millionen Araber  in Israel leben und von den dortigen Juden nicht  ermordet oder was auch immer werden. Klar ist, das irgendeine Form gefunden werden muß  sich gegenseitig zu tolerieren. So lange aber die arabische Welt in dogmatischen diktatorischen und weil einigen das Wort so gut gefällt, faschistoiden Systemen lebt, wird es ein schwerer Weg für Israel werden. Die ganze freie Welt sollte Israel im Kampf gegen, die Dummheit und Unterdrückung unterstützen.

  • Mael

    “Die ganze freie Welt sollte Israel im Kampf gegen die Dummheit und Unterdrückung unterstützen”
    Einverstanden! Dann muss Israel aber einen Haufen Panzer gegen sich selbst losschicken.