Virtual Memory Initiative gegen das Vergessen

Eine neue Initiative erschafft eine Erinnerungskultur mit neusten Technologien im öffentlichen Raum…

Anlässlich der Einweihung des Benno Elkan Mahnmals in Dortmund am 10.01.2020 gründet sich unter dem Dach des Deutschen Instituts für virtuelle Realitäten die Virtual Memory Initiative (VMI).

„Die Virtual Memory Initiative (VMI) will durch den Einsatz von VR- und AR-Technologien Erinnerung innovativ gestalten. Virtuelle Rekonstruktionen im öffentlichen Raum ermöglichen eine bedarfsgerechte, virtuell unterstützte Erinnerungskultur, die sich am verändernden Medienkonsum- und Lernverhalten junger Menschen orientiert. So können auch Jugendliche besser auf historische Ereignisse aufmerksam gemacht werden”, so Markus Rall, Vorsitzender des DIVR e.V..

Als erstes Projekt wurde am 10.01.2020 das modernste Denkmal Deutschlands, das ‚Mahnmal für die Toten des Bombenkrieges‘ des jüdischen Bildhauers Benno Elkan (*1877 in Dortmund ✡ 1960 in London), mit Augmented Reality Technologie eingeweiht.

Das Werk galt als verloren. Es waren nur sieben schwarz-weiß Fotos des Prototypen erhalten, die Elkans Enkelin im Nachlass des Künstlers zufällig fand. Daraus wurde 2018 mit modernster Technik ein 3D-Modell rekonstruiert, das mit einer Augmented-Reality-Brille bisher im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund zu sehen war (Website: www.benno-elkan.de).

Jetzt findet das Mahnmal endlich wie vom Künstler vorgesehen seinen Platz im öffentlichen Raum: Ab dem 10.01.2020 kann jeder nur mit seinem Smartphone die Skulptur am Dortmunder „U“ an der Benno-Elkan-Allee sichtbar machen und umrunden.

Für Markus Rall ist das Benno Elkan Mahnmal der Anfang einer neuen virtuellen Erinnerungskultur: “Virtuelle und digitale Technologien ermöglichen es Archiv-Schätze zu heben. So lassen sich Gebäude auf Basis von Fotos und Bauplänen rekonstruieren. Diese virtuellen Gebäude könnten virtuell betreten oder mit Berichten von Zeitzeugen verknüpft werden.”

„Unsere Vision ist es, Gebäude virtuell zu rekonstruieren, um uns allen einen spannenden Blick in die Vergangenheit zu ermöglichen, der Lücken schließt. Unser Ziel ist eine innovative neue, virtuelle, digitale Erinnerungskultur für den öffentlichen Raum für die Generation Smartphone. Die Zukunft der Erinnerungskultur ist digital verknüpft”, sagt Tobias Raschke, Co-Gründer der Virtual Memory Initiative (VMI) aus Kiel.

„Die Zeit der Erstzeugen, also der Zeitzeugen, die Shoah und Krieg selbst überlebt haben, ist fast vorbei”, so Raschke, der zahlreiche Auschwitz-Überlebende kennenlernte. „Eine virtuelle Rekonstruktion mit AR oder VR ermöglicht nicht nur eine innovative Erinnerung im öffentlichen Raum einer Stadt, sondern zusätzlich eine weltweite, digitale, netzbasierte Erinnerung.”

Die Initiatoren der Virtual Memory Initiative (VMI) wollen die Zukunft der Erinnerungskultur im öffentlichen Raum innovativ mitgestalten. Die Initiative lädt alle Akteure ein, gemeinsam virtuelle Projekte zu gestalten.

https://www.divr.de/vmi/

Bild oben: viality.de 

Kommentar verfassen