Tel Aviv on Fire

Der Nahost-Konflikt als Seifenoper? In „Tel Aviv on Fire“ fügt sich das wunderbar zusammen. Im vergangenen Sommer war die Komödie im Kino zu sehen, jetzt ist sie auf DVD erhältlich…

Salam, ein junger Palästinenser aus Ramallah, hilft bei Dreharbeiten am Set seines Onkels aus. Der produziert die erfolgreiche Soap Opera „Tel Aviv on Fire“, die jeden Abend über die TV-Bildschirme flimmert und Israelis wie Palästinenser vor der Glotze vereint. Als Salam die Chance erhält, zum Drehbuch etwas beizusteuern und später sogar zum Autor befördert wird, muss er seine Kreativität unter Beweis stellen. Um die ist es nicht sehr gut bestellt, aber Salam bekommt Hilfe von ungewöhnlicher Seite. Der israelische Kommandeur am Checkpoint, den Salam jeden Tag passieren muss, sieht seine Chance, seiner Frau, die die Seifenoper jeden Tag sieht, zu imponieren und „hilft“ Salam mit den Dialogen.

So entsteht ein absurde Situation aus Abhängigkeiten und Einflussnahme auf die eigentlich antizionistische Sendung, die Salam auch dazu nutzen will, sein eigenes Leben in den Griff zu kriegen.

In der mittlerweile besten Tradition von Filmen wie „Das Schwein von Gaza“ oder der Mocumentary „90 Minuten“ zeigt Regisseur Sameh Zoabi den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern aus einem anderen Blickwinkel. Der Film erhielt in Israel den Ophir-Preis für das beste Drehbuch, nicht jedoch für den besten Film, der traditionell an ein Drama vergeben wird. So wird die Komödie auch nicht als Israels Beitrag für den nächsten Oscar laufen, wohl aber für Luxemburg, wo der Film auch entstanden ist. Zoabi, der in der Nähe von Nazareth geboren wurde und mittlerweile in New York lebt, zeigte sich erfreut, „dass Kultur und Kunst keine Grenzen hat“.

Die brilliant besetzte Komödie ist tatsächlich ein wunderbar unterhaltsames Beispiel dafür, wie Kunst Grenzen überwinden kann, ohne Partei zu ergreifen und dabei trotzdem ehrlich bleibt.

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