Wirrwarr um Spiegelberg

Zu Schillers 260. Geburtstag. Für die Freunde von Nebenschauplätzen…

Von Judith Kessler

„Die Komplexität des Charakters, den er geschaffen hatte, seine verworrenen und verzerrten Ideen und die andersartige Mentalität verblüfften selbst den Dichter in einem solchen Maße, dass er sich gezwungen fühlte, ihn etwas vorzeitig in sein eigenes Fegefeuer zu befördern“, schreibt Veit (S.290) über die Figur des Moritz Spiegelberg in Schillers erstem Drama Die Räuber. Wer ist dieser Spiegelberg: außer Kontrolle geratene Schöpfung des Dichters, Realitätsabbild oder überflüssiger Ballast?

Seine Rolle – mal zusammengestrichen, mal hervorgehoben – bleibt in der Rezeption oft gänzlich unerwähnt oder sie ist mit dem Stigma des Meuchelmörders behaftet. Für die Entwicklung der Haupthandlung scheint Spiegelberg – laut Personenregister „Libertiner, nachher Bandit“ – nicht unbedingt erforderlich. Er, der einzige Räuber, der auch einen Vornamen hat, tritt nur in vier von 15 Szenen auf; sein Textanteil beträgt weniger als zehn Prozent, im Vergleich mit den anderen Räubern ist er allerdings ein Vielredner, zumal früher abtretend als diese. Versuchen wir, das „Wirrwarr“ um Spiegelberg ein wenig aufzulösen: Schiller gibt Moritz Spiegelberg gewisse jüdische Merkmale, ohne ihn je explizit als Juden zu benennen.

In der Forschung überwiegt heute der Standpunkt, Spiegelberg sei als Jude konzipiert; bei Wikipedia ist die Begründung dafür allerdings dürftig: sein Name weise daraufhin. Andernorts gelten sein Wunsch nach Neugründung eines jüdischen Staates (I/2), die jiddisch klingende Diktion des Ausrufes „Oh, warum bin ich nicht geblieben in Jerusalem“ (II/3) und der Umstand, dass er beschnitten ist (I/2) als Indizien für eine jüdische Herkunft. Als Einwand gegen dagegen wird seine Äußerung „Wie wärs, wenn wir Juden würden und das Königreich wieder auf’s Tapet brächten“ (I/2) gelesen, wenngleich wir sofort darauf erfahren, dass Spiegelberg bereits beschnitten ist – eine Textstelle, die verschiedentlich jedoch für irrelevant erklärt wird: sie sei eine Anspielung Spiegelbergs auf den Mythos, nach dem der Messias vorgeburtlich beschnitten sei; und messianische Anwandlungen hat Spiegelberg zweifellos.

Unabhängig davon, ob Schiller den erwähnten midraschischen Mythos kannte oder nicht, wirkt die Antwort Spiegelbergs auf den Einwurf, er sei doch schon beschnitten, als ob hier ein für ihn unangenehmes Thema berührt wird. Er flucht und lenkt schnell ab: „Dass dich Bärenhäuter! Ich bin freilich wunderbarerweise im voraus beschnitten“ (I/2). Zudem lässt sich die Formulierung im voraus auch als „vor dem Königreich“ (das Spiegelberg gründen will) lesen, und wunderbarerweise im Sinne von „Gott sei Dank“. „Oh, warum bin ich nicht geblieben in Jerusalem“ ist nicht nur wegen seiner jiddisch anmutenden Syntax bemerkenswert. Selbst als pathetisch-rhetorischer Ausruf formuliert, gibt er – im Augenblick größter Angst – Auskunft über Spiegelbergs Wurzeln, die Reste seiner Erziehung. Kein Christ würde, zudem im Affekt, einen solchen Satz äußern, während jeder Diasporajude mit der Sehnsucht “Leschana habaa b-Jeruschalajim ha’benuja!”, „Nächstes Jahr im wiederaufgebauten Jerusalem!“ aufwächst. Und sogar um den Wiederaufbau geht es bei Spiegelberg: „Das wird ein Viktoria abgeben… wenn sie… Jerusalem wieder aufbauen dorfen“ (I/2).

Ein anderes Indiz ist (im Zusammenhang mit der geplanten Neugründung Palästinas) der Satz: „Da beweis ich nun durch triftige Dokumente, Herodes der Vierfürst sei mein Ahnherr gewesen“ (2, S.21). Herodes ist mit David verwandt und nur jemand aus dem Haus Davids kann zum Messias werden. Dieser Beweis gilt den Juden. Spiegelberg ist zwar ein findiger Gauner, aber ohne eine wirkliche jüdische Herkunft wäre er kaum in der Lage, Juden davon zu überzeugen. Der Name Spiegelberg kann, muss aber nicht jüdisch sein. Sicher ist, dass Moritz ein beliebter Assimilationsname ist und auch bei den Gaunern in Abwandlung der Namen Mausche, Moses, Mosche als Deckname üblich war, wie bei Ave-Lallement nachzulesen ist (l., II, S.60).

Blicken wir auf das historische Umfeld. Schiller lässt seine Figuren die Erscheinungen ihrer Zeit nur sparsam kommentieren, doch könnte der gesellschaftliche Kontext zu seinen Lebzeiten Aufschluss über die Figurengestaltung geben. Ave-Lallement schreibt über die Elemente des deutschen Gaunertums im 18./19. Jahrhundert, dass in der „Vagantenmasse… jüdische und zigeunerische Typen sehr bemerkbar“ hervortraten (1,I, S.21). Warum aber muss Spiegelberg Jude sein? In den “Räubern” wird (neben der Realität) offenbar ein älteres Klischee bedient. Einige Autoren vermuten allerdings, dass sich Schiller auf die Geschichte des Christen Friedrich Schwan bezieht, der in der Jugendzeit Schillers in Schwaben sein Unwesen trieb. Barczyk z.B. schreibt, dass sich im 18. Jahrhundert gerade in Oberschwaben der Höhepunkt des Räuberunwesens findet (S.54), dies also Schillers „Alltagserfahrung“ war, und er erwähnt den Bayrischen Hiesl, der 1770 bei einem Rathausüberfall unmaskiert vorging, da er es für rechtens hielt, den Staat zu erleichtern (ebd., S.61) sowie den damals gängigen Aberglauben: „noch immer muß ein dem ,Teufel verfallener Jude‘ bei einem Kirchendiebstahl zugegen sein, damit der Diebstahl unentdeckt bleibe“ (ebd., S.29).

Dies könnte Schiller ebenfalls inspiriert haben. Informationen kann er auch aus Veröffentlichungen des 18. Jahrhunderts gezogen haben, auf die Ave-Lallement verweist. Sie beschreiben die Zusammensetzung und Praktiken der Banden genau. Erwähnenswert dabei, dass jede „Art“ ihren rotwelschen Namen hat. Ein Merkmal der Räubersprache sind die überwiegend Jiddischen und hebräischen, meist verballhornten Ausdrücke. Sie wurden von den Räubern regelrecht gelernt. Schillers Räubern ist dagegen eine Mischung aus pathetischer Sprache und rüdem Umgangston eigen, die so romantisierend und aufrührerisch ist, wie es der junge Karlsschüler Schiller wohl selbst war.

Zur Erklärung kann auch herangezogen werden, dass das Bandenwesen im 18. Jahrhundert eine beachtliche Qualität der Organisationsformen aufweist, die maßgeblich jüdischen Banditen zu verdanken waren. Es zeichnete sich durch straffe Hierarchie und die hervorragende Stellung des Anführers aus, der in großen Banden als König bezeichnet wurde. Küther zitiert den Banditen Hesse zum Selbstverständnis und zur Handlungsbegründung der Räuber: „Wir sind notwendig… Gott erweckt und sendet uns, um die Geizigen und Reichen zu züchtigen“ (Küther, S.59), und stellt fest: „Im Rahmen ihrer ‚Gegengesellschaft‘ verfolgten die Banditen jedoch Prinzipien, denen ein hoher moralischer Wert eigen war. Hier dokumentierten sie ihre Begriffe von sozialer Verantwortung“ (ebd., S. 87). In Ansätzen sind diese Prinzipien bei Schiller wiederzufinden, ebenso wie die Zusammensetzung der Bande realitätsnah scheint, schreibt doch Küther: „Es waren viele Sektenangehörige, oftmals Glieder einer intellektuellen Elite, auch Teile des Adels“ (ebd., S.59).

Warum Spiegelberg als Jude konzipiert worden ist, wissen wir nicht mit Sicherheit. Wie die Realität deutscher Juden im 18. Jahrhundert aussah, fasst Hans Mayer zusammen: „Das Bild vom Juden als einer gesellschaftlichen Realität war geprägt durch die gesellschaftliche Dreiteilung: Hofjuden, Kleinbürgertum im Getto, undurchdringlich jüdische Unterwelt“ (S. 256). Was erstere betrifft, dürfte Schiller der Jude Süß Oppenheimer bekannt gewesen sein. Nachdem er 1738 hingerichtet worden war, wurden alle Juden aus Württemberg – Schillers Heimat – vertrieben. Das Kleinbürgertum wurde mehr oder weniger grausam verfolgt und lebte teilweise in bitterster Armut. Seine fremde Lebensweise war immer wieder Anstoß zu Misstrauen und Diskriminierung. Juden waren Außenseiter und sie „waren gerade in ihrer Verworfenheit Teil der christlichen Heilserwartung. Ihre Bekehrung würde Bestätigung sein, ihr Festhalten am Glauben der Väter dagegen nur Verstocktheit“ (Strauss, S.10). Die Unterdrückung der Juden hatte Folgen, einige schlossen sich Sekten an, andere waren gezwungen, ihr Dasein auf der Straße zu fristen. Ein kleiner Teil dieser Vaganten wurde zu Gaunern. Aber auch allerlei jüdische (und nichtjüdische) Abenteurer könnten Schiller in der Zeichnung des Spiegelberg beeinflusst haben: Sabbatai Zwi, der behauptete, der Messias zu sein und einen jüdischen Staat schaffen wollte, oder auch Jakob Frank, der nach Aufhebung aller Gesetze, inklusive der Sexualnormen verlangte.

Schiller nennt die Mitglieder der Bande zunächst ja auch als Libertiner. Calvin beschreibt die Libertiner als Rasende, die jede Ordnung zum Einsturz brächten und die ganze Welt zu einem Räuberwalde machten, wo jeder als sein eigen nehmen soll, was er kann (Best, S.293). Das klingt nach Sturm und Drang. Interessant auch, dass nach Küther nur bei den Libertinern Hinweise auf eine Art politische Programmatik zu finden sind (S. 99). Möglicherweise ist also die Einführung der Räuber als Libertiner, nachher Banditen ein Hinweis Schillers auf eine politische Intention ist, die dann zurückgenommen wird. Schließlich erwähnt Best, dass „Libertiner“ auch als Bezeichnung für politische Aufständische gilt, genauer für die jüdischen Rebellen im Kampf gegen die Römer (S.293). Damit ist wiederum eine Verbindung zu Moritz Spiegelberg geschaffen.

Betrachten wir die Figur des Spiegelberg als Klischee vom Juden näher: Sie ist „mit ihren Kennzeichen der intellektuellen Wühlarbeit, den soziologischen Stigmata des verluderten Studenten und des Juden noch dazu durchaus einem Steckbrief vergleichbar, mit dem die Obrigkeit nach Räuberhauptleuten jagen ließ“ (Scherpe, S.200). Kars zählt als Charakteristika Spiegelbergs auf: Tierquäler, Beutelschneider, Verleumder, Sadist und meint: „Diese feindselige Darstellung eines Juden ist schwerwiegend, denn Spiegelberg ist kein gewöhnlicher Gauner – wie etwa Schufterle, sondern ein Anstifter und Verführer (S. 29). In der Tat, Spiegelberg ist der Initiator der Bande (I/2), Spiegelberg trägt sich mit Mordplänen an Karl Moor (IV/5). Offenbar dient der Jude hier traditionell als Unglücksbringer und Verschwörer. So fordert Schiller zwar in seiner Schrift „Die Sendung Moses“ zur Gerechtigkeit gegenüber dem Volk der Hebräer auf, meint jedoch weiter, in Bezug auf den wahren Glauben: „als ein unreines gemeines Gefäß, worin aber etwas sehr kostbares aufbewahrt worden, müssen wir sie schätzen.. „(zit.n.Kars, S.30). In den Räubern ist dieses „Gefäß“ übervoll mit antisemitischen Klischees: wir finden den gestikulierenden ‚Luftmenschen‘, der „sich als Projektmacher abarbeitet”, „Gestus wie beim Sankt-Veits-Tanz“ macht, der Regieanweisungen erhält, wie: „springt wild auf, giftig, geschmeidig, sachte herbeischleichend“ usw. (1/2).

Die Bezeichnungen der anderen Räuber für ihn sind nicht minder hart – auf einen Feigheitsausbruch „Können wir denn nicht mehr entwischen“ (II/3) bekommt er zu hören: „Dreckseele… Memme“. Nach Äußerung seines Mordplans an Moor heißt es: „Satan. Bestie… giftig“ (V/5). Ein intriganter Feigling also, ein Heuchler, der jammernd – wieder ein bekanntes Klischee – vor der Gefahr davonläuft, aber großmäulig ist: „Hasen, Krüppel, lahme Hunde seid ihr alle, wenn ihr das Herz nicht habt, etwas großes zu wagen“ (I/2). Zur Großmäuligkeit gehören die vermeintliche Selbstüberschätzung und das Elitäre der Juden „sagt ich’s nicht, ich müßt am Ende für euch alle denken?“ (I/2), und leicht jiddelnd “und das muß ein erleuchteter Kopf sein… ein feiner Politischer Kopf muß das sein“ (ebd.). Dem nicht genug: Spiegelberg ist auch Werber und berichtet dem Räuber Razmann (II/3) von seinen diversen Gaunerpraktiken – auch das ein Vorurteil über Juden: der heimtückische, trickreiche Jude, der im geplanten Staat nichts anderes zu tun hat als zu “schachern” (I/2). Dennoch wird dieses klischeebehaftete “Jüdische” der Figur auch bestimmte Helferfunktionen für die Konstellation Spiegelberg–Moor haben, denn Schiller hat Spiegelberg auch als Juden so diffus und abtrünnig gezeichnet, dass er selbst als Jude (und für Juden) kein wahrer Gläubiger sein kann.

Spiegelberg muß aber nicht nur als antisemitische Klischeefigur gesehen werden. Karl Moor ist durch die Intrigen seines Bruders aus der Familie verstoßen worden, Spiegelberg steht allein schon als Jude außerhalb der Gesellschaft. Er ist stärkerer Unterdrückung ausgesetzt als seine Kumpanen. In der Bande ist er jedoch Gleicher unter Gleichen. Selbst die Bemerkung, dass er beschnitten sei, kann nicht diskriminierend aufgefasst werden, sondern als einer der groben Witze, die in der Bande üblich sind. Er wird anfänglich geachtet, man zeigt sich beeindruckt von seinen Ideen. Die Räuberbande ist ihm Ersatz für eine funktionierende Gemeinschaft, in ihr emanzipiert er sich und entwickelt “seine” Gesellschaft, die ihm einen exponierten Platz sichern soll. Er meint es ernst, wenn er „das Königreich wieder aufs Tapet“ bringen will. Er will Großes wagen, will Freiheit. Spiegelberg sieht seine Stunde gekommen, als Moor sagt: „Stelle mich vor ein Heer Kerls wie ich, und aus Deutschland soll eine Republik werden, gegen die Rom und Sparta Nonnenklöster sein sollen“ (I/2). Das kommt Spiegelbergs Ideen nah, er hakt sofort ein mit seinem Plan: „Wir lassen ein Manifest ausgehen, in alle vier Enden der Weit und zitieren nach Palästina, was kein Schweinefleisch ißt… Das wird ein Viktoria abgeben, Kerl, wenn sie wieder ins Trockene kommen und Jerusalem wieder aufbauen dörfen.“ (I/2). Moor disqualifiziert die Idee als „Narrenstreich“. Es gelingt Spiegelberg nicht, ihn zu überzeugen. Für Spiegelberg hätte der Plan gleich zwei Funktionen erfüllt: er würde zurückkehren können in eine Art jüdische Gemeinschaft und er würde die Kumpanen zu Juden machen, um seine Heldenrolle ausfüllen zu können.

“Aus keinem ersichtlichen Grund nötigt er Karl, seine Lektüre des Plutarch aufzugeben, um sich statt dessen mit den Werken des jüdischen Historikers Flavius Josephus zu befassen”, schreibt Veit (S.276). Ich meine: im Gegenteil. Es dürfte sich um einen wesentlichen Hinweis für die Wurzeln der Ideen Spiegelbergs handeln. Als gebildeter Deutscher hat Moor seinen Plutarch. Spiegelbergs jüdische „Schulbildung“ ist dagegen der Josephus. Er ist stolz auf die Geschichte seines Volkes, sie imponiert ihm. Der Wunsch, das Königreich wieder aufzubauen, bezieht sich bei ihm eher auf die Jüdische Geschichte in Verbindung mit dem „Himmlischen Reich“, als nur auf das „Himmlische Reich“, wie vermutet werden könnte. Als (falscher) Messias könnte Spiegelberg den Anspruch geltend machen, das „Himmlische Reich“ neu zu erschaffen, das in der jüdischen Religion in eine ferne Zukunft verschoben wurde. Aber dieses Reich ist im Gegensatz zur christlichen Vision konkreter und weltlicher. Es impliziert die Monarchie der israelitischen Gesellschaft und den Messias als König in Menschengestalt, als Befreier von der Unterdrückung. Diese Verbindung kann über Josephus hergestellt werden. Er beschreibt den Judäischen Krieg, in dem Tagelöhner, Sklaven, ruinierte Kleinbauern und Handwerker gegen die Römer und die jüdische Oberschicht kämpften. Mit dem späteren Anschluss etablierter Bürger, Landbesitzer und Händler wuchs sich der zunächst soziale Aufstand zu einem nationalen aus. Und diese Aufständischen wurden von ihren Gegnern, wie auch von Josephus selbst, als “Räuber” bezeichnet.

Auf ein mögliches Vorbild bei Josephus machte so Alfred Bassermann aufmerksam: für ihn ist Schillers Prototyp für Spiegelberg Johannes von Gischala, „ein jüdischer Patriot und militärischer Führer während des jüdischen Aufstands gegen Rom“. Veit verwirft diese These mit dem Argument, Schiller wäre nicht so weit in die Geschichte zurückgegangen. Warum aber erwähnt er dann Plutarch oder die Sadduzäer, könnte die Gegenfrage lauten. Aber noch aus einem anderen Grund kann man sich Bassermann nicht anschließen: Gischala war weder Patriot noch Führer (und wird als solcher auch weder bei Josephus noch in der jüdischen Geschichte erwähnt), sondern ein gewöhnlicher Straßendieb.

Die Spiegelberg-Figur viel näher steht m. E. ein anderer: Der bedeutendste „Räuber“ im Jerusalemer Abwehrkampf war Simon bar Giora. Bei ihm finden wir das große Vorbild für einen Teil von Moritz Spiegelberg, denn erst bei ihm verbindet sich das Räuberische mit dem Aufruhr und dem Machtanspruch. Flavius Josephus schreibt in der „Geschichte des Judäischen Krieges“ über den kühnen Simon, dass sich den Räubern anschloss, die ihm anfangs misstrauten. Später durfte er an den Beutezügen teilnehmen, aber er wollte mehr: die Herrschaft. Er trennte sich von der Gruppe, scharte Leute um sich, ließ Sklaven frei und hatte Erfolg, überfiel ganze Städte, machte reiche Beute, wurde endlich auch König von Jerusalem und herrschte über Jahre, bevor ihn die Römer gefangen nahmen und hinrichteten (ebd., S.338ff). Die Parallelen zu Spiegelbergs Wunschvorstellungen sind offenkundig. U.a. sagt er – ein Mose-Zitat karikierend – zum Räuber Razmann: “…war dir ein armer Tropf, hatte nichts als diesen Stab, da ich über den Jordan ging, und itzt sind unserer achtundsiebenzig, meistens ruinierte Krämer, rejizierte Magister und Schreiber aus den schwäbischen Provinzen“ (II/3). Das erinnert an den Beginn der Karriere Simon bar Gioras, zudem spielte die Überschreitung des Jordans immer eine große Rolle in den jüdischen Kriegen.

Auch die Verklärung des Räuberdaseins, die Rebellion gegen die Obrigkeit, der Traum von einer gerechteren Welt spiegeln sich in Spiegelbergs Worten wider, als er versucht die Räuber von seinem Plan zu überzeugen: „Was heißt du ehrlich? Reichen Filzen ein Dritteil ihrer Sorgen vom Hals schaffen, die ihnen nur den goldenen Schlaf verscheuchen, das stockende Geld in Umlauf bringen, das Gleichgewicht der Güter wiederherstellen (I/2). Später sagt er zum Räuber Razmann: Ich weiß nicht, was du oder ich für Begriffe von Freiheit haben, dass wir an einem Karrn ziehen wie Stiere…baden darum alle Milzsuchten des Schicksals aus, dass wir am End noch von Glück sagen, die Leibeigenen eines Sklaven zu sein? – Leibeigene, da wir Fürsten sein könnten?… – das hat mir nie gefallen“ (IV/5). Spiegelberg will Unabhängigkeit, Emanzipation – das, was ein Karl Moor mit „seiner Republik“ nicht aussprechen darf oder will.

Schiller schrieb sein erstes Drama noch vor Ausbruch der Französischen Revolution. Denkbar ist, dass ein Deutscher vor einem deutschen Oberschichtpublikum solche aufrührerischen Ideen nicht ausbreiten „durfte“. Vielleicht musste für den ketzerischen Part – anstelle des adligen Christen – ein Jude herhalten. Spiegelberg gibt sich aber mit Emanzipation allein nicht zufrieden, er will auch Ruhm und Einzigartigkeit. Er ist der Getretene, der endlich zu seinem Recht kommen will, akzeptiert, besser sein will als die anderen. Ein Wunsch, der zu Zeiten der Unterdrückung in vielen jüdischen Köpfen steckte. Spiegelberg ist selbstbewusst genug, dem Moor seine Talente auszumalen: „Spiegelberg wird es heißen, kannst du hexen, Spiegelberg? Es ist schade, dass du kein General geworden bist… Ja, hör ich die Doktores jammern, es ist unverantwortlich, dass der Mann nicht Medizin studiert hat, … und das er das Kamerale nicht zum Fach genommen hat … er hätte aus Steinen Louisdore hervorqezaubert“ (I/2). Fast hört man die jiddische Mame phantasieren, die ihrem Sohn alles zutraut und möchte, dass er mindestens ein großer Arzt oder Bankier wird, wenn es ihm schon verboten ist, einen anderen Beruf zu ergreifen.

Spiegelberg ist zerrissen zwischen der erzwungenen Zurückgezogenheit der Juden bzw. der Anonymität des Räuberdaseins und dem Wunsch nach Ruhm und Akzeptanz. Nicht zuletzt appelliert er an die Kumpanen: „Wenn noch ein Tropfen deutsches Heldenblut in euren Adern rinnt – kommt!“ (I/2). Nun spricht er nicht mehr vom Königreich der Juden, er strebt die Assimilation an, um wenigstens die Bandengründung und seine exponierte Stellung durchzusetzen. Er schafft auch das nicht: Hauptmann wird Karl Moor.

Karl Moor ist nur am Anfang der Kraftkerl. Sein späteres Handeln und der Sieg des Gesetzes fordern das Mitgefühl heraus. Das gilt jedoch nicht für Franz, nicht für die anderen Räuber und vor allem nicht für Spiegelberg. Dieser wird nicht zuletzt auch als Karikatur von Karl Moor und als Fortsetzer der „Wühlarbeit“ dessen Bruders Franz in der Bande dargestellt. Er ist der verantwortungslose Akteur, der Verführer Karls, des „Edlen“. Eigentlich aber ist er der Kraftkerl, der Spontane, der Egozentrische, hin- und hergerissen zwischen Draufgängertum und Angst, zwischen Selbstverwirklichung und Außenseiterrolle. Die Gefahren des Individuums sind in ihm am deutlichsten, und dem Sturm und Drang am nächsten, gezeichnet. Spiegelberg wird getötet, er darf nicht weiter leben. Auch Karl stirbt, aber er strebt – obwohl innerlich von Rachegedanken zerrissen – nach Harmonie, will seine Liebste und seinen Vater zurück, will letztlich Frieden mit der Welt und findet den „rechten“ Weg. Sein Tod ist die Endkonsequenz seiner Einsicht in Gesetz und Sittlichkeit. Schiller lässt das Individuum des Sturm und Drang, personifiziert durch Karl Moor, aber mehr noch durch Spiegelberg, scheitern. Die erzieherische Intention in der Darstellung des Scheiterns seiner Genies verweist auf die Nähe zu den Aufklärern. Schiller ist konsequent in der Zeichnung seiner Protagonisten, ihres asozialen Außenseitertums. Karl bleibt der Gute, da er seinen Irrweg erkennt, so wie Spiegelberg der Böse bleibt. Er wird, ohne die Chance einer Rehabilitierung, geopfert, wird zum „Denunzianten“ des Sturm und Drang.

„Schiller bringt noch einmal Genies auf die Bühne, um sie für immer zu verabschieden“ (Schmiedt, S.80). Welche Konsequenzen dies für die Spiegelberg-Figur hat, lässt sich an der Bühnenrezeption und den Meinungen in der Literaturwissenschaft ablesen. Spiegelberg ist eine „widerwärtige Gestalt“, ein „Verderber“, „Schwärmer“ (Best, S.279ff); „Revolutionär aus Gesinnung“(Grawe, S.198ff); „widerwärtiger Possenreißer“ und „Andersartiger“ (Veit, S. 276ff). Die NS-Autorin Frenzel schreibt: „Das Rollenfach Jude im 18. Jahrhundert war eine Aufgabe des Komikers, das Publikum lachte, wenn der Jude mit seinen typischen Gesten, seiner verstümmelten Sprache, seiner Geldgier und seinem Hasenherz die Bühne betrat“ (S.48). Wer Spiegelberg so interpretieren will, findet in Schillers Figuren-Gestaltung alle Unterstützung. In einem Brief zur Gründgens-Inszenierung der „Räuber“ 1944 in Berlin, ist zu lesen: „den Charakter dieses jüdischen Gauners hat Schiller überaus rasseecht dargestellt“ (Grawe, S.202); später moniert der Schreiber die Streichung einiger Steilen, die auf Spiegelbergs Herkunft zielen, da das deutsche Publikum „im 5. Jahr unseres Krieges gegen das Weltjudentum“ ein Anrecht darauf hätte (ebd.).

Es geht aber auch anders: Piscator steckt Spiegelberg 1926 als politischen Agitator in die Maske (des Juden) Leo Trotzki, um so den „schwachen ideologischen Hintergrund Schillers“ zu entlarven (Piscator, zit.n. Grawe, S.198). Frenzel meint dazu: Piscator wagte „die ,Räuber‘ mit Verherrlichung des ,konsequenten Revo­lutionärs‘ Spiegelberg zu inszenieren, … in die Worte des sterbenden ,Freiheitshelden‘ klingt die Internationale … Der Protest von bürgerlicher Seite im Landtag half nichts“ (S.242). Für Frenzel ist Spiegelberg der zügellose jüdische Mätzchenmacher und Sadist, dem das „Verbrechen nicht Mittel zum Zweck, sondern Zweck an sich“ (ebd., S.52) ist. Bei solcher Interpretation ist wahrlich von Sturm und Drang nicht mehr viel zu spüren.

Dennoch oder andererseits ist Spiegelberg ein echter „Propagandist“ des Sturm und Drang. Während die Aufklärung ‚Freiheit‘ durch die Vermittlung der Regeln, nach denen das Weltgeschehen im großen und kleinen abläuft, erzielen will, legt der Sturm und Drang dem Menschen suggestiv nahe, sich auf die eigene Individualität und Originalität zu stützen. Das betrifft Karl Moor, aber mehr noch Spiegelberg, der sich anders als Moor nicht zurücknimmt, sondern auslebt. Spiegelberg will „seins“, folgt seinem Inneren, ist Ideengeber, Individualist. Er hat eine Sonderstellung unter den Räubern und erst nach seinem Abgang treten die eigentlichen Handlungsstränge und Protagonisten wieder in den Vordergrund.

Otto Best zitiert den Theologen Bossuet, der über die Libertiner schreibt, sie wollten das Joch der Vorsehung abschütteln, „um in völliger Unabhängigkeit eine ungehörige Freiheit zu bewahren, die sie dann treibt, nach ihrer Phantasie, ohne Furcht, ohne Zurückhaltung und ohne Disziplin zu leben“ (S.178). Das entspricht den Ideen des Sturm und Drang und findet sich in Spiegelberg wieder. In diesem Sinne ist er sich ganz seiner Fähigkeiten bewusst und er ist emotional, wild, keinem Gesetz verpflichtet.

Karl Moor dagegen wird schnell moralisch und nimmt seinen anfänglichen Entschluss – „Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit, – Mörder, Räuber! – mit diesen Worten war das Gesetz unter meine Füße gerollt… oh ich will mir eine furchtbare Zerstreuung machen“ (I/2) – bald zurück. Das kann kaum erstaunen, von seinen späteren Bedenken abgesehen, ist es ja Spiegelbergs Idee, derer Moor sich bedient, als er sich von der „Welt“ enttäuscht sieht. Die Räuberei hat keine Moral, abgesehen von der „Robin-Hood-Manier“, die Spiegelberg kurz – „das Gleichgewicht der Güter wiederherstellen“ (I/21) – und Karl Moor zunehmend – der sich zuletzt zugunsten eines armen Mannes dem Gesetz ausliefert (IV/2) – befällt. Je mehr Spiegelberg dann wütet, umso mehr erhebt er Karl und schafft Distanz zu ihm, der sich abwendet und geläutert sein Dasein beendet. Die Gültigkeit der bürgerlichen Normen – die der Sturm und Drang ablehnt – holt Moor ein, nicht aber Spiegelberg, der unabhängig, eigenständig und einzigartig bleibt, wenn auch negativ gezeichnet. Aber nicht nur negativ, beweist er doch auch Mut, wie in der Geschichte aus seiner Kindheit, mit der er Moor beweisen will, „wie die Kräfte wachsen in der Not“ (I/2).

Sein Vokabular ist das eines Stürmers und Drängers: volkstümlich, bildhaft und grob. Die Sprache Karl Moors ist pathetisch. Sein Handeln folgt nicht aus Selbstverwirklichungswillen, sondern aus einer momentanen Wut heraus, aus Rachegefühl, aus Enttäuschung: „Menschen haben Menschheit vor mir verborgen, da ich an Menschheit appellierte, weg darum von mir Sympathie und menschliche Schonung“ (I/2). Die sittlichen Kriterien, die er hier schon anlegt, haben wenig mit dem Sturm und Drang zu tun. Dessen niemandem verpflichtete Individualität treffen wir eher bei Spiegelberg an. Seine Wut und Eifersucht auf Karl Moor ist konkret und verständlich, denn wenn der sagt: „Nun, und bei dieser männlichen Rechte! schwör ich euch hier, treu und standhaft euer Hauptmann zu bleiben bis in den Tod“ (I/2), muss sich Spiegelberg all seiner Träume beraubt sehen, seines Kampfes um Eigenständigkeit und Selbstwert. Dein Register hat ein Loch. Du hast das Gift weggelassen (ebd.), reagiert er, zunächst nur verbal. Das ist nicht entschuldbar, jedoch nachzuvollziehen, ist doch Spiegelberg und nicht Moor der Unterdrückte, der sich emanzipieren will.

Idealtypisch gesehen steht im Sturm und Drang ein introvertierter Typus einem extravertierten entgegen. Moor verkörpert so den ersten und Spiegelberg den zweiten Typus. Spiegelberg ist spontan und übersprudelnd vor Ideen und Vergleichen, als er versucht, seinen Bandenplan an den „Räuber“ zu bringen (I/2). Spiegelberg muss laut werden, muss seinen Plan verteidigen und die Isolation seines Seins durchbrechen. Auf dieses Ziel bezogen ist er gradlinig und konsequent. Auch in der Beschreibung seiner „Kunstgriffe“ (II/3) zeigt sich ein phantasievoller, ideenreicher Mann, der seinen Intellekt für ausgefallene kriminelle Taten missbraucht, jedoch nicht für Mord. Erst als er sich, schon um den Anführer-Posten betrogen, auch noch seiner Eigenbestimmung, seiner Unabhängigkeit beraubt fühlt, rückt die Realisierung des Mordplanes in unmittelbare Nähe. Schließlich fühlt er sich wieder als „Leibeigener“, da er „Fürst“ sein könnte (IV/5). Seine drastischen Methoden, um das Ziel doch noch zu erreichen: „Zwei Pistolen fehlen selten, und dann – so sind wir die ersten, die den Säugling erdrosseln“ (ebd.) – sind dem Sturm und Drang verpflichtet, wenn auch im negativen Sinne. Denn die Stürmer und Dränger wollten „dem Gesamt aller intellektuellen, emotionalen und sinnlichen Kräfte Raum geben „(Schmiedt, S.69). So lässt sich auch Spiegelberg nicht a priori und pauschal aburteilen; Verfehlung, Amoralität und Hass müssen als zum Menschen gehörig mit einbezogen werden. Jedoch gilt für Spiegelberg genauso wie für Karl Moor: sie können nicht gleichzeitig Räuber/Mörder und Kraftgenies/Gerechte sein.

Zusammenfassend: Spiegelbergs Abgang ist sicher weniger der Verblüffung des Dichters über den von ihm geschaffenen Charakter zu verdanken, wie Veit behauptet, als seiner Funktion im Stück. Er ist das notwendige Exempel, das der siegreichen Ordnung und Moral geopfert wird. Darauf bezogen ist seine Gestaltung in sich stimmig und seine Existenz berechtigt, und nicht überflüssig, wie ihm hier und dort in der Literatur attestiert wird. Spiegelberg ist Schillers ‚Bauernopfer‘ für die moralische Läuterung Karl Moors und die Verabschiedung des Sturm und Drang.

Zudem ist Spiegelberg nicht nur ein negativer Gegenpol zu Karl Moor, er ergänzt auch dessen recht ‚unräuberisches‘ Bild als Räuber. Schiller stellt mit Spiegelberg ein recht glaubwürdiges, wenn auch abgeflachtes Abbild der damaligen Räuberrealität her. Allerdings verknüpft er auch zeitgenössische jüdisch-messianische Erwartungen und Emanzipationshoffnungen mit alten antisemitischen Klischees. In Gestalt von Spiegelberg bringt er die Figur des Juden als teuflischen Bösewicht in einen Kontext mit dem Sturm und Drang und dem Vorabend der Französischen Revolution. Er wiederholt das alte Klischee nicht nur, sondern erweitert es auch, denn er macht den Juden zum Initiator und Motor, der in all seiner Ambivalenz potenziert Eigenschaften aufweist, die den Figuren des Sturm und Drang eigen sind. Schiller betreibt gewissermaßen Aufklärung mit anti-aufklärerischen Vorurteilen und fällt so in Bezug auf Spiegelberg hinter Lessing zurück.

Nichtsdestotrotz ist Schiller mit Moritz Spiegelberg eine eindrucksvolle Gestalt gelungen, die in all ihrer Widersprüchlichkeit und Verruchtheit eine Kraft besitzt, die weder Karl noch Franz Moor in dieser Form aufweisen und die ihn schon deshalb, trotz ihrer Randständigkeit, zu einer Figur macht, die bemerkenswert ist – und vielleicht auch verblüffend.

Literatur: 
Schiller, Friedrich: Die Räuber, Stuttgart 1991 (Reclam)
Avellallement, Friedrich Christian Benedict: Das deutsche Gaunertum in seiner sozialpolitischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande. München 1914
Barczyk, Michael: Die Spitzbubenchronik. Ravensburg 1982
Best, Otto: Gerechtigkeit für Spiegelberg. in Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 22, Stuttgart 1978
Frenzel, Elisabeth: Judengestalten auf der deutschen Bühne. München 1942
Grawe, Christian (Hg) Erläuterungen & Dokumente – Friedrich Schiller – Die Räuber, Stuttgart 1976
Josephus, Flavius: Geschichte des Judäischen Krieges. Leipzig 1985
Kars, Gustav: Das Bild des deutschen Juden in der deutschen Literatur des 18. und 19.Jahrhunderts. Freiburg 1988
Kreissig, Heinz: Einleitung zur Josephus-Ausgabe – Geschichte des Judäischen Krieges, Leipzig 1985
Küther, Carsten: Räuber und Gauner in Deutschland. Göttingen 1976
Mayer, Hans: Der weise Nathan und der Räuber Spiegelberg. in: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 17, Stuttgart 1973
Scherpe, Klaus: Die Räuber. in: Interpretationen – Dramen des Sturm und Drang, Stuttgart 1987 Strauss, Herbert A,: Akkulturation als Schicksal. in: Juden und Judentum in der Literatur, München 1985
Veit, Philipp F.: Moritz Spiegelberg. in: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 17, Stuttgart 1973

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