„Freundschaft, Freiheit, Ehre!“

Eine Dokumentation zu der inzwischen nicht mehr existierenden schlagenden Verbindung Budovisia im B.C. zu Wien (1894-1938)…

Von Israel Schwierz

Die Dokumentation beginnt mit einem Hinweis auf die Stadt, der die Verbindung ihren Namen verdankt – Budweis  (tschech. Budejovice) im südlichen Böhmen, danach werden Zirkel und Wappen sowie auch die Stammdaten der Akademischen Burschenschaft Budovisia zu Wien vorgestellt. Es folgt eine sehr übersichtliche Darstellung des Werdeganges der Budovisia, illustriert durch zahlreiche gute Photokopien von diversen Schriftstücken der Korrespondenz zwischen der Uni Wien, der TU Wien, der k.u.k.-Statthalterei, der niederösterreichischen Landesregierung,   sowie zahlreichen anderen Verbindungen und der Burschenschaft Budovisia ( ca. 176 Seiten). Nun folgen weitere Schriftstücke der Verbindung, wie Bundeslied, Farbenlied, jede Menge weitere Studentenlieder und Hinweise zu Stiftungsfesten, gefolgt von mehreren Dokumenten der Verbindung und der Universität. Traurig stimmen Schriftstücke aus dem Jahre 1938, in denen die Auflösung  der Burschenschaft gründlich vorbereitet und schließlich aus ausgeführt wird. Hier sind auch zahlreiche Bescheide der NSDAP zu finden! Zahlreiche Erinnerungen an verstorbene Bundesbrüder schließen sich auf ca. 30 Seiten an, auf denen auch das Paukbuch und die zahlreichen Partien sehr ausführlich und gut verständlich  auf 126 Seiten dargestellt  werden .

Eine sehr gut verständliche Geschichte des deutsch-freiheitlichen Korporationswesens schließt sich auf 16 Seiten an, gefolgt von äußerst gut zu verstehenden Berichten über die deutsch-nationalen, liberalen, deutsch-freiheitlichen und sonstigen an der Universität und an der TU Wien agierenden waffenstudentischen Verbindungen und ihre Aktivitäten und Weltanschauungen.

Eine Auflistung der ausgewerteten Literatur,  von ausgewerteten Zeitungen und Zeitschriften  und ein Literaturverzeichnis schließen diese sehr interessante Dokumentation, die ein Beispiel für enormen Fleiß und sehr große Liebe zum Thema aufzeigt, ab.

Wer die Dokumentation mit ganz großem Interesse und großer Aufmerksamkeit durcharbeitet wird feststellen, dass die Burschenschaft Budovisia im B.C. zu Wien eine ganz besondere Studentenvereinigung war, die wegen ihrer Einmaligkeit auch von vielen Seiten angegriffen und bekämpft wurde: Feindlich gesonnen waren ihr alle deutsch-nationalen Bünde, weil sie Juden in ihre Reihen aufnahm und damit dem deutschen Nationalismus widersprach. Nicht gut gesonnen waren ihr aber auch die rein jüdischen Verbindungen, weil sie Nichtjuden als Bundesbrüder hatte. So muss die Burschenschaft Budovisia wegen ihrer einmaligen, vom heutigen Standpunkt aus sehr zu lobenden Haltung, von allen geehrt und geachtet werden.

Die Burschenschaft Budovisia im B.C. ist 1938 untergegangen und existiert in keiner Form mehr. Professor Harald Seewann hat ihr durch das Erscheinen  seiner exzellenten Dokumentation ein bleibendes, ja ewiges Andenken gesetzt. Dafür gebührt ihm tiefster   Dank und höchste  Anerkennung aller, denen der ehrliche und auch ehrende Umgang mit der Geschichte aller deutschen Studentenverbindungen ein Herzensanliegen ist.

„FREUNDSCHAFT, FREIHEIT, EHRE!“  Die Burschenschaft Budovisia im B.C. zu Wien (1894 – 1938)   Ein Beitrag zur Geschichte des deutsch-freiheitlichen Verbindungswesens v. Harald  Seewann, Graz 2019, Broschur, Format DIN A-4, schwarz-weiß, 569 Seiten (m. Abb. u. Faksimiles), EUR 28.—(zzgl. Porto)

Bestellanschrift: Prof. Harald Seewann, A-8020 Graz, Resselgasse 26, E-Post: c.h.seewann@aon.at

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