Jüdische Gemeinschaft schockiert über Attentat in Halle

Mit Entsetzen und tiefer Erschütterung hat der Zentralrat der Juden in Deutschland die Nachrichten vom Anschlag und der Schießerei in Halle vernommen…

Dazu erklärt der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster:

„Die Tat von Halle am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hat unsere Gemeinschaft auf das Tiefste in Sorge versetzt und verängstigt. Zuallererst sind wir jedoch erschüttert, dass zwei Menschen von dem skrupellosen Täter umgebracht wurden. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Ebenso sorgen wir uns um die Verletzten und wünschen ihnen rasche und vollständige Genesung.

Der Täter hat versucht, in die Synagoge einzudringen, und auch der benachbarte jüdische Friedhof wurde angegriffen, so dass von einem antisemitischen Tatmotiv auszugehen ist. Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock. Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös. Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt. Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen.“

Berlin, 9. Oktober 2019 / 10. Tischri 5780

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärte: „Dieses schreckliche Attentat macht deutlich, wie schnell aus den Worten von politischen Extremisten Taten werden können. Der demokratische Staat und die freiheitliche Gesellschaft stehen gemeinsam in der Pflicht, einzuschreiten und die weitere Ausbreitung von Extremismus jetzt zu stoppen, um noch Schlimmeres zu verhindern. Mich würde in dieser Situation interessieren, was die AfD zu solchen Exzessen sagt, für die sie mit ihrer Unkultur von Hass und Aufhetzung den Boden bereitet hat.“

Bild oben: Synagoge in Halle (Saale), Jüdischer Friedhof, Humboldtstraße, (c) Allexkoch

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