Die neuen Fernsehtipps

Von 16. bis 31. Oktober 2019…

Mi., 16. Okt · 02:55-04:10 · MDR
Hart aber fair: Wieder da oder nie wirklich weg: Wie stark ist der Judenhass in Deutschland?

Öffentlich bekennt Deutschland: Nie wieder Antisemitismus. Warum werden Juden dann hierzulande beleidigt, bedroht, müssen um ihr Leben fürchten? Alles Einzeltäter wie in Halle? Oder wächst der alte Judenhass neu heran, wird wieder alltäglich? Zu Gast bei Frank Plasberg sind: • Boris Pistorius, SPD, Niedersächsischer Innenminister • Janine Wissler, Die Linke, Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag • Georg Mascolo, Journalist, Leiter des Investigativ-Rechercheteams von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung • Uwe Dziuballa, Gastronom; Besitzer eines jüdischen Restaurants in Chemnitz • Michel Friedman, Journalist und TV-Moderator

Fr., 18. Okt · 20:15-21:00 · 3sat
Mörder oder Held? – Der Fall des Elor Azaria

Hebron, Westjordanland: Ein 21 Jahre alter Palästinenser und sein Freund greifen mit Messern israelische Soldaten an. Ein Attentäter wird erschossen, der andere bleibt nach Schüssen verletzt und bewegungsunfähig am Boden – minutenlang. In wenigen Metern Entfernung heben Sanitäter einen Soldaten, den einer der Attentäter mit einem Messer verletzt hat, in einen Rettungswagen. Auch Elor Azaria, ein Sanitäter der Streitkräfte, hilft, seinen Kameraden zu versorgen. Plötzlich hebt Azaria sein Gewehr und schießt dem verletzten Palästinenser in den Kopf. Ein Menschenrechtler dreht den Vorfall verdeckt. Weil der damals 18 Jahre alte Azaria den Attentäter mit einem Kopfschuss tötet, obwohl dieser offenbar keine Bedrohung mehr darstellt, wird er vor einem Militärgericht wegen Totschlags verurteilt. Inzwischen, nach neun Monaten Haft, ist er wieder frei. Autor Korbinian Kalleder zeigt, wie die Tat eine Gesellschaft gespalten hat: Für die einen ist Azaria ein Mörder – für die meisten Israelis aber ein Held.

Sa., 19. Okt · 06:30-07:00 · SWR
Planet Schule: Spuren der NS-Zeit: Die Angst sprang mit

Gretel Bergmann, geboren und aufgewachsen in Laupheim, heißt heute Margret Lambert und lebt in New York. Ihre Karriere als Hochspringerin unterschied sich von der anderer deutscher Sportlerinnen – denn Gretel Bergmann war Jüdin. Wie sie als einzige Jüdin in die Olympiamannschaft des Deutschen Reiches gelangte und wie sie mit einem Trick eine Woche vor Beginn der Spiele in Berlin wieder ausgeschlossen wurde, schildert Margret Lambert sehr eindringlich. Ihr Schicksal beleuchtet ein dunkles Kapitel deutscher Sportgeschichte. Noch 1936 emigrierte Gretel Bergmann in die USA, wo sie sich ein neues Leben aufbaute. Deutschland hat sie niemals wieder betreten.

Sa., 19. Okt · 14:00-15:00 · ARD-alpha
Planet Wissen: NSU – das Umfeld der Rechtsterroristen

10 Morde, 3 Bombenanschläge, 15 Überfalle v.a. auf Bank- und Postfilialen – so die Liste der mutmaßlichen Taten des „NSU“, des selbst ernannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Mehr als 10 Jahre konnte das Neonazi-Terror-Netzwerk unerkannt morden und rauben. Bis zum 4. November 2011: In Eisenach brennt ein Wohnmobil, darin findet die Feuerwehr zwei tote Männer, die einige Stunden zuvor mutmaßlich eine Bank überfielen: Selbstmord, weil sie sich von der Polizei in die Enge getrieben fühlten. Die zwei Toten – Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt – sind Teil des Neonazi-Terror-Netzwerks „NSU“. Die dritte Terroristin – Beate Zschäpe – stellt sich drei Tage später der Polizei – nachdem sie ein gemeinsames Versteck und Waffenlager in Zwickau in die Luft sprengt. Ein Terror-Trio sei der NSU gewesen – so die offizielle Version bis heute. Eine Version voller Widersprüche: Es gibt große Zweifel an der Rolle der involvierten Verfassungsschutz-Ämter sowie nicht zuletzt an der Größe des Netzwerks. Planet Wissen geht diesen Zweifeln nach.

Sa., 19. Okt · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Holocaust, 2

Die bekannte vierteilige amerikanische Fernsehserie „Holocaust“ von Marvin J. Chomsky über das Schicksal der fiktiven, jüdischen Berliner Familie Weiss wurde erstmals 1979 auch in Deutschland ausgestrahlt und löste eine intensive gesellschaftliche Debatte über die eigene NS-Vergangenheit aus. In den Hauptrollen sind Meryl Streep, James Woods und Fritz Weaver zu sehen. „Holocaust“ wurde mit acht Emmys ausgezeichnet. Teil 2: 1941-1942 Die deutschen Truppen haben weite Teile Osteuropas besetzt und dort Lager errichtet, in denen vor allem die jüdische Bevölkerung kaserniert wird. Karl Weiss ist im KZ Buchenwald in die so genannte „Künstlerabteilung“ verlegt worden, seine Überlebenschancen sind dadurch zunächst gestiegen. Dr. Josef Weiss trifft im Warschauer Ghetto auf seine Frau Berta. Die beiden organisieren gemeinsam mit Moses Weiss eine Widerstandsgruppe. Rudi Weiss, dem sich auf der Flucht die junge Tschechin Helena angeschlossen hat, wird Zeuge der Massenerschießung von Babi Yar. Erik Dorf macht eine steile Karriere, weil er wirkungsvolle Methoden ausarbeitet, wie die in Europa lebenden Juden systematisch ermordet werden können. Als 1942 auf der Wannsee-Konferenz in Berlin die „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen wird, wird er zu einem wichtigen Ratgeber für Heydrich und Himmler.

So., 20. Okt · 22:50-00:20 · MDR
Das Oma-Projekt

Eine britische Spionin, eine deutsche Kriegswitwe mit Nazi-Vergangenheit und eine ungarische Kommunistin, die die Konzentrationslager überlebt hat. Drei Großmütter, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Zusammen mit ihren Enkelsöhnen begeben sich die Frauen auf eine aufwühlende Reise durch Vergangenheit und Gegenwart. Heraus kommt ein komplexes, ungewöhnlich lebendiges Roadmovie, das Antworten auf Fragen gibt, die man eigentlich nicht zu stellen wagt. Fragen über die Verständigung zwischen den verschiedenen Ländern und Lebensgeschichten, aber auch über das Verhältnis zwischen der Großeltern- und der Enkel-Generation.

So., 20. Okt · 23:40-00:35 · arte
Die Barenboim-Said Akademie – Jenseits der Musik

2019 ist es 20 Jahre her, dass Daniel Barenboim und der Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra gründeten, in dem junge Musiker aus dem Nahen Osten gemeinsam musizieren. Seitdem ist es nicht nur zu einem weltweit gefeierten Spitzenorchester geworden, sondern auch zu einem wichtigen Symbol für das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen. Mit der Eröffnung der Barenboim-Said Akademie in Berlin hat der Geist des Orchesters – rund 15 Jahre nach dem Tod Edward Saids – jetzt seine feste Heimat gefunden. Für Daniel Barenboim ist die Akademie ein Herzensprojekt. Selbst wenn verschiedene Kulturen und politische Ansichten aufeinanderprallen, schaffe Musik doch Verständigung, so Barenboim. Der Filmemacher David Bernet wirft in seiner Dokumentation einen Blick hinter die Kulissen und zeigt eine Hochschule, die höchste Ansprüche an die Kunst wie an die Lernenden und Lehrenden stellt und die dem Humanismus und der Aufklärung verpflichtet ist.

So., 20. Okt · 09:15-09:43 · ZDFinfo
plan b: Jede Sekunde zählt – Retter im Einsatz

Über zwei Millionen Einsätze hatten allein die Feuerwehren in Deutschland im Jahr 2016. Oft ging es um Leben und Tod. Wie ein Notfall ausgeht, hängt davon ab, ob Retter schnell genug sind. Für die 34-jährige Notfallsanitäterin Natascha Oberer gehört das zu ihrem Alltag: „Man muss eine gewisse Leidenschaft haben für den Beruf. Wenn man alles an sich heranlässt, kann es sehr schnell belastend werden.“ Für die Sanitäter vom Arbeiter-Samariter-Bund in Frankfurt am Main gehören lebensbedrohliche Situationen zum Berufsalltag. Flexibilität und ruhige Nerven sind Grundvoraussetzungen für den Job. Schnell den Verletzten zu erreichen, ist die große Herausforderung der Helfer. Vom Notruf bis zur Ankunft eines Rettungswagens am Unfallort sollen nicht mehr als zwölf Minuten vergehen. Um diese Zeit, die manchmal über Leben und Tod entscheidet, zu überbrücken, werden in Gütersloh freiwillige Ersthelfer per App alarmiert. Derjenige, der am dichtesten am Ort des Geschehens ist, leistet sofort Erste Hilfe und bleibt bis zur Ankunft der Rettungssanitäter am Unfallort. Das Smartphone als Lebensretter ist ein Modell, das auch im Ausland Schule macht. In Israel sind 5000 ehrenamtliche Erst-Retter registriert. Die Einsatzzentrale in Jerusalem koordiniert die landesweiten Einsätze, die überwiegend mit Motorrädern gefahren werden und komplett durch Spenden finanziert sind. So kommen die Helfer schnell durch den dichten Verkehr in Großstädten wie Tel Aviv. Doch was tun, wenn ein Notfall nicht an Land, sondern auf See stattfindet? An Spaniens Küsten greifen Rettungsschwimmer auf Hilfe aus der Luft zurück, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Per Fernsteuerung wird eine Drohne mit ausfahrbaren Rettungsarmen zu dem Ertrinkenden gesteuert. Gleichzeitig startet ein Rettungsboot. Bis es am Unfallort ankommt, kann sich der verunglückte Schwimmer an den Rettungsarmen festhalten.

Di., 22. Okt · 00:20-01:25 · ZDF
100 Millionen Views

Der israelische Videokünstler Itamar Rose hat auf YouTube keinen Erfolg. Er trifft virale Stars auf der ganzen Welt, um hinter das Geheimnis ihrer Errungenschaften zu kommen. Was er von ihnen lernt, testet Itamar im Selbstversuch – nicht immer mit dem gewünschten Ausgang. Auf der Jagd nach Views lernt er allmählich die dunkle Seite von YouTube kennen. Herrscht hier wirklich noch die globale Content-Demokratie, oder ist das nur Fassade?
Bild oben: © ZDF und Tomer Slutzky; Die satirisch-politischen Videos von Itamar Rose wollen auf YouTube nicht recht zünden. So greift der israelische Künstler zu ausgefallenen Maßnahmen, um sich ein Publikum zu sichern.

Di., 22. Okt · 02:10-03:40 · Das Erste (ARD)
Die Ungewollten – Die Irrfahrt der St. Louis

Voller Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazi-Deutschland hinter sich, die Freiheit vor sich. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise. Kapitän Schröder nimmt Kurs auf die USA. Auch Washington verwehrt der „St. Louis“, einen sicheren, US-amerikanischen Hafen anzulaufen. Als dann auch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik. An Bord machen die Worte Selbstmord und Meuterei die Runde. Knapp einen Monat nach Verlassen des Hamburger Hafens läuft die „St. Louis“ in Antwerpen ein. Nahezu ein Drittel der Passagiere ermorden die Nazis in den folgenden Jahren. Ein Grammophon, Briefe und ein Tagebuch lagerten jahrelang auf dem Dachboden einer Hamburger Villa in einer alten Seekiste. Der Nachlass von Gustav Schröder erinnert an die dramatischen Ereignisse an Bord der „St. Louis“. In Jad Vashem wird der Kapitän der St. Louis als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. 2019 jährt sich die Geschichte zum 80. Mal. Die großen Flüchtlingsströme der jüngsten Zeit und wachsender Antisemitismus lassen die Ereignisse an Bord der „St Louis“ erschreckend aktuell erscheinen. Die „Washington Post“ erinnerte daher noch einmal an die Ereignisse aus dem Jahr 1939, Kanadas Premier Justin Trudeau entschuldigte sich bei den Familien der jüdischen Flüchtlinge, die Kanada einst abwies.

Mi., 23. Okt · 05:00-06:15 · arte
Zubin Mehta – Dirigent und Weltbürger

Spricht man über Zubin Mehta, so ist seine überragende Leistung im klassischen Konzert und in der Oper nur ein Thema – das andere ist sein Engagement für eine bessere Welt. Immer wieder hat er politische Zeichen gesetzt, so als er 1967 im Sechstagekrieg nach Israel eilte und das in Gasmasken spielende Israel Philharmonic Orchestra dirigierte. Oder als er mit dem Bayerischen Staatsorchester in die Krisenregion Kaschmir reiste, als Versöhnungsappell an Indien und Pakistan. Dieses Verantwortungsbewusstsein teilt er mit Daniel Barenboim. Beide verbindet eine lebenslange Freundschaft. Die Dokumentation begleitet Zubin Mehta an Orte, die eng mit seinem Leben verbunden sind, Mumbai, Israel, Berlin und Florenz – und wirft einen Blick zurück auf eine große Karriere zwischen Europa und Nordamerika. Einer weiten Öffentlichkeit bekannt wurde Zubin Mehta 1990, als er anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien das erste Konzert der drei Tenöre Carreras, Domingo und Pavarotti dirigierte. Sein Gespür für publikumswirksame Großereignisse führte zu der Idee, Operndramen wie „Tosca“ oder „Turandot“ live an den Orten ihrer Handlung zu verfilmen – in Rom und Peking. Damit schrieb er Fernsehgeschichte. Zubin Mehta, 1936 in Indien geboren, ist besonders mit dem deutschsprachigen Raum verbunden: 1961 dirigierte er als damals jüngster Dirigent die Berliner Philharmoniker, ist Ehrendirigent des Bayerischen Staatsorchesters sowie der Münchner und der Wiener Philharmoniker.

Fr., 25. Okt · 00:00-01:30 · HR
Wildes Herz

Jan „Monchi“ Gorkow, 28 Jahre alt, 120 Kilogramm schwer, tätowiert an Armen und Beinen. Aufgewachsen in Jarmen, Mecklenburg-Vorpommern. Sänger und Frontmann der Punk-Band Feine Sahne Fischfilet, die im Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommerns bereits als staatsfeindlich eingestuft wurde. In seiner Jugend Fußballhooligan, mittlerweile engagierter Antifaschist. Warmherzig, aber wütend, überwacht und dennoch frei. Für sein Langfilm-Debüt hat der Schauspieler Charly Hübner – ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern – Jan „Monchi“ Gorkow drei Jahre lang mit der Kamera begleitet. Er hat mit der Band, mit Freunden, mit seinen Eltern und ehemaligen Lehrern gesprochen und Videomaterial aus der Vergangenheit gesichtet. Entstanden ist der Dokumentarfilm „Wildes Herz“, ein Film über einen jungen engagierten Antifaschisten aus dem äußersten Nord-Osten der Republik, der gemeinsam mit seinen Bandkollegen in Songs und mit Aktionen zeigt, wie Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus jeden Tag aufs Neue gelebt werden kann. „Wildes Herz“ zeigt außerdem den Konflikt zwischen dem Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern und dem Menschen Monchi. Denn neben dem linksradikalen Antifaschisten kann man in Monchi auch einen humanistischen, lebensfrohen, aber zeitkritischen Geist erkennen, der sich Zeit seines Lebens mit der Propaganda und Lebenskultur neonazistischer Gruppen und Parteien auseinandersetzen musste, einfach weil sie den Lebensalltag im Osten Mecklenburg-Vorpommerns prägend bestimmen. Natürlich geht es in „Wildes Herz“ auch um Musik, um Monchis steten kreativen Austausch mit seinen Bandkollegen. Außerdem um Monchi und seine Familie, die ihm in seinem Leben immer Rückhalt geboten hat. Es geht um seine Wut auf die Ungerechtigkeit, auf die Intoleranz und die Ausgrenzung von Andersdenkenden, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Und schließlich geht es auch um das Meer, für Monchi Symbol seiner Heimatverbundenheit. Wasser, Wellen, alles in Bewegung, alles korrespondiert und kommuniziert und lebt miteinander – demokratisch sozusagen: Diese Vision ist Monchis innerer Wegweiser. Im Verlauf des Films wird klar, dass Monchi im Herzen ein zutiefst demokratisch denkender Mensch ist, ein Freund des Miteinanders und des Gemeinsinns. Gleichzeitig lernen wir auch seine radikalen Seiten im Kampf gegen den Faschismus kennen, den er nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten führt. Am Ende steht Monchi als Beispiel da, als ein Mensch, der den bürgerlichen Schutzraum verlassen hat, um Haltung zu zeigen, der sich für eine freie und tolerante Welt engagiert und bereit ist, dafür zu kämpfen.

Fr., 25. Okt · 13:45-14:15 · ZDFinfo
Kippa, Kirchen und Koran – Konfliktherd Jerusalem

Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem das Zentrum ihres Glaubens. Doch das Zusammenleben der drei Religionen in der Heiligen Stadt ist alles andere als einfach. Seit Jahrhunderten leben sie mehr nebeneinander als miteinander. Eines der drängenden Probleme ist der Platz. Denn die Altstadt von Jerusalem ist nur ein Quadratkilometer groß. Hier befinden sich mit dem Tempelberg und der Klagemauer die heiligsten Orte der Juden. Doch auf dem Tempelberg stehen auch Moscheen. Der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee sind nach Mekka und Medina die beiden drittwichtigsten Pilgerstätten im Islam. Und auch für die eine Milliarde Christen auf der Welt ist die Grabeskirche, wo Jesus am Kreuz starb und wieder auferstand, der wichtigste Ort ihres Glaubens. Im Grunde berufen sich alle drei Religionen auf den gleichen Ursprung, das Alte Testament, und sie glauben auch alle an den gleichen Gott. Trotzdem schaffen sie es nicht, friedlich zusammenzuleben. Die Altstadt ist in Quartiere unterteilt, die sich nach den Religionen richten. Doch jüdische Siedler übernehmen immer mehr Häuser in den christlichen und muslimischen Vierteln. Im neueren Teil von Jerusalem symbolisieren zwei unabhängige Bus-Systeme, wie getrennt Juden und Muslime in der gleichen Stadt leben. Neutrale Orte, an denen sich die Religionen unvoreingenommen begegnen und austauschen können, gibt es nur wenige. Eine Gruppe von jüdischen, christlichen und muslimischen Köchen will die Gräben überwinden: Sie kochen gemeinsam und hoffen, damit auch die Menschen zusammenzubringen.

Fr., 25. Okt · 22:55-00:35 · BR
Die Brücke

Deutscher Antikriegsfilm von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1959. Er basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Gregor Dorfmeister. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erhält eine Gruppe deutscher Schüler den Auftrag, als Teil des „Volkssturms“ eine Brücke in ihrem Heimatort zu verteidigen. Von der Nazi-Ideologie verblendet, stellen sich die Kindersoldaten einem übermächtigen US-Panzerverband entgegen. Bald wird der erste der Jungen erschossen. Im April 1945 geht der Krieg in die letzte Phase. Während die alliierten Truppen immer weiter vorrücken, zieht das Nazi-Regime sein letztes Aufgebot zum sogenannten „Volkssturm“ ein. Darunter befinden sich auch sieben Gymnasiasten aus der bayerischen Provinz, deren bisheriges Leben von der NS-Propaganda bestimmt war. Ihr besonnener Lehrer Stern erreicht beim zuständigen Hauptmann, dass man seine Schüler nicht mehr in den Kampf schickt, sondern dass die Jugendlichen zur Bewachung einer Brücke in ihrer Heimatstadt abkommandiert werden. Ein gutmütiger Unteroffizier, der für ihr Überleben sorgen soll, wird jedoch bei einem Erkundungsgang als vermeintlicher Deserteur erschossen. Die unausgebildeten Rekruten sind nun ganz auf sich gestellt. Nachdem Sigi, der jüngste der Gruppe, bei einem Tieffliegerangriff stirbt, eröffnen seine Kameraden blindlings das Feuer auf heranrollende US-Panzer. Ein G.I., der nicht auf Kinder schießen will, bezahlt sein Friedensangebot mit dem Leben. Von der Gegenwehr überrascht, zieht der alliierte Verband sich zurück. Nur Hans und Albert überleben das blutige Scharmützel. Hilflos wenden diese schließlich ihre Waffen gegen ein deutsches Kommando, das die Brücke sprengen soll.

Sa., 26. Okt · 00:40-02:40 · BR
Morituri

US-amerikanischer Kriegsfilm von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1965. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Werner Jörg Lüddecke. 1942: Ein deutsches Frachtschiff soll kriegswichtigen Rohgummi durch die Blockade in das besetzte Bordeaux bringen. Ein vom britischen Geheimdienst als Standartenführer eingeschleuster deutscher Deserteur (Marlon Brando), genannt Keil, soll das Schiff kapern … 1942: Auf Befehl des Admirals soll das deutsche Frachtschiff Ingo kriegswichtigen Rohgummi durch die Blockade in das besetzte Bordeaux bringen. Das Reiseziel muss vor der Besatzung geheim gehalten werden, denn nur der Erste Offizier ist ein linientreuer Nazi, der Rest der Crew besteht aus Gefangenen des Deutschen Reiches. Der britische Geheimdienst erfährt von der Mission und beauftragt in Indien einen Sprengstoffexperten, der sich als Mr. Crain aus Zürich ausgibt, das Schiff zu kapern. Der kann nicht ablehnen, denn die Briten wissen, dass Crain in Wahrheit der deutsche Deserteur Schröder ist. Er wird als Standartenführer Keil auf das Schiff geschleust. Zuerst läuft es gut für ihn, der linientreue Erste Offizier versucht sich bei dem vermeintlichen SS-Mann einzuschmeicheln. Trotz der täglichen Konflikte zwischen der Mannschaft, dem Ersten Offizier und ihm kann er seine Sabotagearbeit beginnen. Doch als der befehlshabende Admiral an Bord kommt, kann der sich die Anwesenheit des vermeintlichen Standartenführers nicht erklären und fragt in Berlin an.

Sa., 26. Okt · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Holocaust, 3

Die bekannte vierteilige amerikanische Fernsehserie „Holocaust“ von Marvin J. Chomsky über das Schicksal der fiktiven, jüdischen Berliner Familie Weiss wurde erstmals 1979 auch in Deutschland ausgestrahlt und löste eine intensive gesellschaftliche Debatte über die eigene NS-Vergangenheit aus. In den Hauptrollen sind Meryl Streep, James Woods und Fritz Weaver zu sehen. „Holocaust“ wurde mit acht Emmys ausgezeichnet. Teil 3: 1942 – 1944 Karl Weiss wird von Buchenwald nach Theresienstadt verlegt, das als Modellkonzentrationslager ausländischen Besuchern vorgeführt wird. Die Zeichnungen, die er und andere Künstler von der brutalen Wahrheit des Lagers anfertigen, werden von der SS entdeckt, unter der Folter werden Karl die Hände gebrochen. Rudi und Helena haben sich in der Ukraine einer jüdischen Partisanengruppe angeschlossen. Im Warschauer Ghetto bereiten sich Josef und Moses Weiss auf den bewaffneten Aufstand vor; täglich werden 6.000 Menschen in Viehwaggons aus dem Ghetto in die Todeslager Treblinka und Auschwitz gebracht. Nachdem Heydrich bei einem Attentat ums Leben gekommen ist, fällt Erik Dorf bei dessen Nachfolger Kaltenbrunner in Ungnade; zuvor hatte er als Massenvernichtungsmittel Zyklon B in die Gaskammern von Auschwitz eingeführt.

Sa., 26. Okt · 21:00-00:00 · PHOENIX
POLEN 39 – Wie deutsche Soldaten zu Mördern wurden

Der Zweite Weltkrieg ist Anfang September 1939 nur wenige Stunden alt, da finden die ersten deutschen Verbrechen statt: Kampfflugzeuge machen Jagd auf Zivilisten, „ganz normale“ deutsche Soldaten brennen polnische Dörfer nieder und ermorden jüdische Polen, Kriegsgefangene und polnische Zivilisten. Die Bilanz des Polenfeldzugs: Über 15.000 polnische Bürger werden im September und Oktober 1939 von SS und Wehrmacht außerhalb von Kampfhandlungen getötet. Die Dokum entation in Kooperation von phoenix und arte geht der Frage nach, wie in kürzester Zeit aus „ganz normalen Männern“ Kriegsverbrecher werden konnten – und warum einige Wenige sich dem mörderischen Geschehen widersetzt haben. Mittels moderner Graphic-Novel-Illustrationen aus der Hand des deutsch-iranischen Animations-Künstlers Ali Soozandeh („Teheran Tabu“) portraitiert der Film drei „ganz normale“ deutsche Soldaten des Polenfeldzuges: Unteroffizier Walter K., 27 Jahre, aus Oberfranken; Feldwebel Wilhelm Hosenfeld, 44 Jahre aus dem Raum Fulda, sowie SS-Mann Erich Ehlers, 27 Jahre, aus Kiel, haben Tagebücher und Briefe hinterlassen, in denen sie ihre Eindrücke, Taten und Motive schildern. Wie unter einem Brennglas geben diese drei Geschichten Einblicke darin, wie wohl einige deutsche Soldaten im Vernichtungskrieg gegen Polen 1939 dachten und handelten. Daneben werden auch andere Akteure und Schlüsselsituationen dieses Krieges gezeigt. So rekonstruiert der Film das Verhalten von Regisseurin Leni Riefenstahl, die im September 1939 Augenzeugin eines Massakers von Wehrmachtssoldaten an polnischen Juden wird, worüber sie nach dem Krieg widersprüchliche Aussagen verbreitete. Der Film schildert die Kämpfe an der Front, geht auf die Mord-Aktionen der SS ein, erzählt aber auch von Gesten der Menschlichkeit, die es bei Soldaten wie Wilm Hosenfeld und anderen Wenigen gegeben hat. So berichtet der Zeitzeuge Jan Turnau, Jahrgang 1933, „wie ein deutscher Offizier, der bei uns einquartiert war, eine Gruppe polnischer Jugendlicher unter einem Tisch versteckt hat“. Doch einzelne Gesten der Hilfe und Humanität können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Feldzug einem Ziel dient: Die „lebendige Kraft“ des polnischen Staates solle zerstört werden, wie Adolf Hitler zuvor in einer Besprechung auf dem Obersalzberg am 22. August 1939 von der Wehrmachtsführung forderte. Auch präsentiert die Dokumentation jüngste Erkenntnisse über sexuelle Gewalttaten an polnischen Frauen, bei denen es laut Historikerin Maren Röger oftmals zu Gruppenvergewaltigungen durch deutsche Soldaten kam. Zu weiteren interviewten Historikern aus Deutschland und Polen zählen Dr. Jochen Böhler, Prof. Sybille Steinbacher, Prof. WIodzimierz Borodziej, Prof. Cezary Król und Dr. Dawid Golik. „Auch rund 80 Jahre nach den deutschen Verbrechen von 1939 sind wir heute in Europa leider immer wieder mit Phänomenen von rassistischer, antisemitischer Gewalt konfrontiert“, so phoenix-Redaktionsleiter und Co-Autor des Films Jean-Christoph Caron, „daher haben wir Experten auch um Antworten gebeten, was man aus der Geschichte für uns heute lernen kann, wie man die Ursachen von Gewalt bekämpfen und Zivilicourage fördern kann.“ Diese Aktualitätsbezüge werden in einer speziellen Social-Media-Begleitkampagne auf den phoenix-Digitalkanälen thematisiert, u.a. mit dem Sozialpsychologen Prof. Harald Welzer, dem Psychologen Prof. Detlef Fetchenhauer und der Anti-Gewalt-Trainerin Heike Leye. Die phoenix-arte-Dokumentation zei gt mit hintergründigen Interviews, historischen Erklärgrafiken und eindringlichen Graphic-Novel-Animationen, wie gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ganz normale Soldaten ihr Gewissen verloren und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Gleichzeitig vermittelt der filmische Blick auf jene Soldaten, die polnischen Bürgern geholfen haben, auch eine konstruktive Botschaft für Heute: nämlich, dass es selbst in diktatorischen Regimen und auch im Krieg gewisse Handlungsspielräume für Zivilität geben kann. „Insofern muss man sagen, haben viele deutsche Soldaten ihre Möglichkeiten da auch unterschätzt, was sie alles doch hätten tun können, um nicht selber zu Mördern zu werden“, formuliert der Kölner Psychologe Fetchenhauer diese Erkenntnis im Film.

So., 27. Okt · 11:50-12:20 · arte
Verschollene Filmschätze: 1944. Landung in der Normandie

England, 1944. Anfang Juni gehen 270.000 Soldaten an Bord. Sie stammen hauptsächlich aus den USA, Großbritannien und Kanada. Hunderte Schiffe warten auf General Eisenhowers Einsatzbefehl für den sogenannten D-Day, um nach Überquerung des Ärmelkanals den Kampf um die Küsten der Normandie aufzunehmen.Die Landung der Alliierten ist der bedeutendste Luft- und Seeangriff der Weltgeschichte. Er trägt den Decknamen Overlord. Wegen der schlechten Wetterverhältnisse wird der Einsatzbeginn vom 5. auf den 6. Juni verschoben.Insgesamt werden über drei Millionen Soldaten entsandt, um Frankreich und seine Nachbarn von der Nazityrannei zu befreien. Am D-Day begleiten nur wenige Kameraleute und Fotografen die Alliierten. Später jedoch werden es über 200 sein. Noch nie wurden so viele Berichterstatter für einen Militäreinsatz angeheuert. Unter ihnen ist der große Filmregisseur John Ford. Für wen arbeitete er? Die Bilder des D-Day wurden unter sehr gefährlichen Verhältnissen aufgenommen – doch was ist mit ihnen geschehen?

Mo., 28. Okt · 07:20-07:50 · WDR
Planet Schule: Glaube, Liebe, Lust – Sexualität in den Weltreligionen: Erste Liebe

Liebe, Lust und Sexualität sind schwer zu beherrschen – und haben weitreichende soziale Folgen. Wer verbindet sich mit wem? Wem gehören die Kinder? Welche Rechte hat der Mann, welche die Frau? Weil die Dynamik so stark und die Kontrolle darüber so wichtig ist, bestimmen in den meisten Kulturen die Religionen darüber, was richtig und falsch, was gut und böse ist. Welche Ordnungsmacht sollte größer und unbezweifelbarer sein als die göttliche? Schon in jungen Jahren sollen Gläubige mit zahlreichen Geboten und Verboten rund um die Entdeckung der eigenen Sexualität auf die richtige Bahn geleitet werden. Was bieten und verbieten Islam, Christentum, Judentum und Hinduismus den jungen Gläubigen, wenn für sie die aufregende Suche nach der eigenen Sexualität beginnt? In der ersten Folge des Dreiteilers im Ersten setzen sich junge Menschen aus vier Ländern mit der Frage nach Begehren und Leidenschaft in ihren unterschiedlichen religiösen Vorstellungswelten auseinander: Was empfinden ein junger Hindu und seine Braut in Delhi kurz vor der Hochzeitsnacht, in der sie sich zum ersten Mal nackt sehen werden? Warum hat es eine streng gläubige, noch jungfräuliche, aber äußerst selbstbewusste Muslima und Geschäftsfrau im modernen Istanbul schwer, einen Partner zu finden? Wie geht ein junges protestantisches Mädchen in Berlin mit der sexuellen Freiheit um und wie vereinbart ein jüdisches Paar in Tel Aviv die Ansprüche seiner Religion mit seinen unorthodoxen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft? Hülya, Elena, Shira und Avihu, Arpit und Ankita: Sechs junge Menschen, die vor der Ehe ihre Religion und ihre sexuellen Vorstellungen in Einklang bringen möchten, ihren Glauben und ihr Verlangen aufeinander abstimmen müssen – mal mehr mal weniger dogmatisch.

Mo., 28. Okt · 07:50-08:20 · WDR
Planet Schule: Glaube, Liebe, Lust – Sexualität in den Weltreligionen: Erfüllte Liebe

Liebe, Lust und Leidenschaft sind in fast allen Kulturen unberechenbare Größen, die es zu steuern und zu kontrollieren gilt. Auch innerhalb einer Ehe oder hinter den Mauern eines Klosters. In der zweiten Folge des Dreiteilers im Ersten fragen wir, wie sich die Vorschriften großer Weltreligionen in der heutigen Zeit auf Liebe, Ehe und Sexualverhalten auswirken. Das jüdische Paar Vered und Chanoch weiß genau, an welchen Tagen ihnen die Bibel Sexualität gestattet und nahelegt – und sie halten sich streng daran. Der Muslim Sa’ad hat für seinen Wunsch nach außerehelichem Geschlechtsverkehr eine von seinem Scheik abgesegnete Lösung gefunden und ist eine Zeitehe eingegangen. Noual hingegen hat als Zeitehefrau auf eine konventionelle Ehe kaum mehr eine Chance. Als sich Hede und Heiner, ein älteres katholisches Paar, in den 70er Jahren ineinander verliebten, war das Pillen-Verbot durch Papst Paul VI. erst wenige Jahre alt. Trotzdem haben sie sich bewusst darüber hinweg gesetzt – und es nicht bereut.

Mo., 28. Okt · 20:15-21:50 · arte
Der Staat gegen Fritz Bauer

Im Nachkriegsdeutschland ermittelt der hessische Staatsanwalt Fritz Bauer gegen flüchtige NS-Verbrecher, um sie im eigenen Land vor Gericht zu stellen. Ein Ansinnen, dem ein Großteil der Bevölkerung ablehnend gegenübersteht. Und auch die Behörden sind durchsetzt von ehemaligen Nationalsozialisten. Als Bauer einen Hinweis darauf erhält, dass Adolf Eichmann sich in Argentinien aufhält, ist ihm zunächst nicht klar, wie er den SS-Offizier dingfest machen und vor Gericht stellen soll. Zu groß sind die Befürchtungen, dass Eichmann gewarnt wird und erneut untertaucht. Intern versucht der BND die Ermittlungen an sich zu ziehen. Bauer beschließt, sich an den Mossad, den israelischen Geheimdienst, zu wenden. Allerdings nur unter der Bedingung, dass Eichmann später nach Deutschland ausgeliefert wird, um hier vor Gericht gestellt zu werden. Bauer will eine öffentliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen – in der Bundesrepublik. Der Mossad ist nach einer oberflächlichen Untersuchung zunächst skeptisch, besteht auf einer zweiten Quelle, bevor er Ermittlungen einleiten will. Bauer ist doch überzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein. In seinem jüngeren Kollegen Karl Angermann findet Bauer wider Erwarten einen Verbündeten. Als er von dessen ungewöhnlich geringem Strafmaß in einem § 175-Fall, einem Verstoß gegen das Verbot von Homosexualität, erfährt, fasst er Vertrauen zu dem jungen Mann. Doch es formiert sich Widerstand bis in die höchsten Kreise: In seiner eigenen Behörde verschwinden immer wieder Akten und auch Oberstaatsanwalt Kreidler und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt behindern den unliebsamen Bauer in seinen Ermittlungen. Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen unsichtbare Gegner beginnt, doch Bauer und Angermann geben nicht auf, wohl wissend, dass ihnen die Jagd auf Eichmann beruflich wie privat einiges abverlangen wird. Die Rolle des hessischen Staatsanwalts Fritz Bauer beim Zustandekommen der Auschwitzprozesse Anfang der 60er Jahre ist umstritten, sein Verdienst bei der Ergreifung von Adolf Eichmann nicht. Der Öffentlichkeit wurde seine Rolle aber erst nach seinem Tod bekannt.

Mi., 30. Okt · 23:25-00:15 · WDR
Krieg der Träume 1918-1939, Crash (5/8)

Während eine kleine Oberschicht die „goldenen Zwanziger“ genießt, leben in den Armenvierteln Millionen Menschen im Elend. Ende 1927 kommt ein neues Finanzprodukt aus Amerika nach Europa: der Konsumentenkredit. Die Menschen kaufen massenhaft auf Pump und spekulieren mit Aktien. Mit dem Schwarzen Freitag 1929 zerplatzt der Traum vom Aufschwung für alle. Die US-Banken ziehen ihr Geld ab und verlangen die Kredite zurück. Banken brechen zusammen, es folgen Warenhäuser und Betriebe. Während eine kleine Oberschicht die „goldenen Zwanziger“ genießt, leben in den Armenvierteln Millionen Menschen im Elend. Nach dem Schwarzen Freitag 1929 brechen Banken zusammen, es folgen Warenhäuser und Betriebe. Der Geschäftsmann Marcel Jamet eröffnet in Paris das Edelbordell „OneTwoTwo“, das zum Treffpunkt von Politikern, Militärs und internationalen Stars wird. Als sich einer seiner Geldgeber das Leben nimmt, muss er mit dem Geheimdienst kooperieren, um sein Bordell durch die Wirtschaftskrise zu bringen. Hans Beimler kommt aus dem Gefängnis und engagiert sich erneut für den Kommunismus. Er verliebt sich in eine junge Genossin. Beimlers Frau Magdalena begeht Selbstmord, die Partei nimmt ihm daraufhin beide Kinder weg. Elise Ottesen ist inzwischen Schwedens bekannteste Kämpferin für sexuelle Aufklärung und Frauenrechte. Sie hält landesweit Vorträge über Sexualität und Empfängnisverhütung. Sie hat Erfolg! Doch dann beginnt ihr langjähriger Lebensgefährte eine Affäre mit der 18-jährigen Alfa. Silvio Crespi ist es gelungen, sein Firmenimperium weiter auszubauen – mit Hilfe hoher Kredite. Infolge der massiven Aufwertung der Lira durch Mussolini brechen aber die Exporte ein. Ein Großauftrag der Regierung bringt noch einmal Hoffnung. Doch dann fordern die Banken den Kredit zurück. Die Österreicherin Edith Wellspacher wird als eine der ersten Frauen in Wien zum Medizinstudium zugelassen. Sie erträgt die Anfeindungen durch Mitstudenten und Professoren und hungert oft tagelang, um das Studium finanzieren zu können. Da begegnet sie dem jüdischen Assistenzarzt Max Wachstein.

Do., 31. Okt · 00:15-01:10 · WDR
Krieg der Träume 1918-1939, Versprechen (6/8)

Die Massenarbeitslosigkeit infolge der Weltwirtschaftskrise erreicht 1932 ihren Höhepunkt. In Deutschland kämpft die Weimarer Republik ums Überleben. Ständig wechselnde Regierungen werden zwischen Extremisten von Links und Rechts zerrieben. Kommunisten und Nationalsozialisten liefern sich blutige Straßenschlachten. Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Der Reichstagsbrand Ende Februar 1933 dient dem Regime als Vorwand für die Zerschlagung der KPD und die Verfolgung ihrer Mitglieder. Jüdische Bürger sehen sich massiven Repressalien ausgesetzt. Die Massenarbeitslosigkeit infolge der Weltwirtschaftskrise erreicht 1932 ihren Höhepunkt. In Deutschland kämpft die Weimarer Republik ums Überleben. Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Der Reichstagsbrand Ende Februar 1933 dient dem Regime als Vorwand für die Zerschlagung der KPD. Jüdische Bürger sehen sich massiven Repressalien ausgesetzt. Hans Beimler ist 1932 für die KPD in den Reichstag eingezogen. Doch nach dem Reichstagsbrand muss er abtauchen. Beimler wird verraten und in das KZ Dachau verschleppt. Dort wird er brutal gefoltert. Die Lage scheint aussichtslos, doch dann bietet sich eine Chance zur Flucht. Rudolf Höß hat geheiratet, eine Familie gegründet und lebt als Landarbeiter in Pommern. Er übernimmt die Führung des völkischen Artamanen-Bundes vor Ort. Da begegnet er Heinrich Himmler, der ihn für die SS-Totenkopfverbände gewinnt. Wenig später tritt Höß eine Stelle als Aufseher im KZ Dachau an. Nach erfolgreichen Jahren in Hollywood hat Pola Negri in der Weltwirtschaftskrise ihr Vermögen verloren. Auch ihr erster Tonfilm ist ein Flop. Die deutsche Filmindustrie will den ehemaligen Superstar für deutsche Produktionen gewinnen. Trotz Warnungen ihres Vertrauten Ernst Lubitsch lässt sich Pola Negri auf das Geschäft ein. Unity Mitford, Tochter einer britischen Adelsfamilie, schwärmt für Adolf Hitler. Sie gehört zu der wachsenden Gruppe von Briten, die sich für den Faschismus begeistern – im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Jessica, die eine überzeugte Kommunistin ist. Ihr Vater, Lord Redesdale, erlaubt Unity eine Reise nach Deutschland.

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