„Schockzustand darf nicht Normalzustand werden“

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg konnte die „Alternative für Deutschland“ gegenüber der Wahl vor fünf Jahren deutliche Stimmenzuwächse verzeichnen…

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und ehemalige Präsidentin des Zentralrats, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, erklärt hierzu:

„Die Ergebnisse der heutigen Landtagswahlen sind erschreckend. Es ist schockierend, dass eine so offen rechtsradikal, antidemokratisch und oft genug auch antisemitisch auftretende Partei wie die AfD in beiden Ländern derart stark abschneiden konnte.“

Knobloch weiter: „Ein erheblicher Teil der Wähler in Sachsen und Brandenburg hat, bis weit in die Mitte hinein, mit seiner souveränen Entscheidung eine Partei gestärkt, die unsere parlamentarische Demokratie erklärtermaßen geringschätzt. Das ist nicht mehr nur bedenklich, sondern als Ausweis mangelnden Vertrauens in unser politisches System insgesamt bedrohlich.“

Knobloch abschließend: „Gerade deshalb aber dürfen CDU und SPD sich nicht darauf ausruhen, ihre Spitzenpositionen doch noch knapp verteidigt zu haben. Alle demokratischen Parteien stehen nun vor einer schwierigen Aufgabe: Sie müssen in Dresden und Potsdam stabile Regierungen ohne eine wie auch immer geartete Beteiligung der AfD bilden. Langfristig müssen sie aber vor allem Wege finden, um denjenigen, die der AfD ihre Stimme gegeben haben, wieder ein überzeugendes Angebot zu machen und sie so ins demokratische Lager zurückzuholen. Der Schockzustand am Abend der Wahl darf nicht der Normalzustand werden.“

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