Antisemitische Schmierereien im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben und in der Großen Synagoge

Ende Mai 2019 haben Mitarbeiter*innen des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben in der Dauerausstellung rechtsextremistische Schmierereien entdeckt. Auf ein Plakat in der Mitmach-Station in der aktuellen Installation zum Pessach-Fest wurde ein Hakenkreuz gezeichnet, zudem finden sich dort die Worte „Arbeit macht Frei“…

Zudem sind in der Vergangenheit rechtsextremistische und antisemitische Ritzungen im Gestühl der Frauenempore in der denkmalgeschützten Synagoge in der Halderstraße entdeckt wurden. Sie stellen eine unvorstellbare Respektlosigkeit und einen Angriff auf die Gefühle der Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde dar, die hier Gottesdienste feiert und Veranstaltungen abhält.

Die Frauenempore ist nur über die Dauerausstellung des Museums erreichbar und ermöglicht Einzelbesucher*innen sowie Gruppen bei Führungen einen Blick in die 1917 eingeweihte und in der NS-Zeit geschändete Synagoge. Damit trägt das Jüdische Museum Augsburg Schwaben eine besondere Verantwortung für die Unversehrtheit Gestühls. Museumsdirektorin Dr. Barbara Staudinger und das Museumsteam sind zutiefst erschüttert von diesen Vorfällen.

Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben hat sich dazu entschieden, diese Vorfälle öffentlich zu machen und hat in Absprache mit der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg die Schmierereien und die Ritzungen sowohl der Polizei als auch der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) gemeldet. Wir hoffen, dass dies dazu beiträgt, die Öffentlichkeit gegenüber Rechtsextremismus und Antisemitismus zu sensibilisieren.

Das beschmierte Plakat wurde von der Polizei als Beweismittel mitgenommen und vom Museum durch ein neues Plakat ersetzt. Die antisemitischen Ritzungen im Synagogengestühl werden im Juni 2019 durch einen Restaurator entfernt. In enger Rücksprache mit der IKG Schwaben-Augsburg entwickelt das Jüdische Museum Augsburg Schwaben neue Strategien im Umgang mit solchen Vorfällen sowie Maßnahmen zur Prävention.

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