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Israel hat gewählt

Fast alle Stimmen sind ausgezählt. Nachdem die ersten Prognosen dem Wahlbündnis Blau-Weiß von Benny Gantz und Yair Lapid einen leichten Vorsprung zusprachen, sieht am Morgen alles anders aus. Israel rückt weiter nach rechts und Netanyahu wird seine fünfte Amtszeit antreten…

97% der Stimmen sind ausgezählt und damit steht fest, dass der neue Premier der alte Premier sein wird. Zwar werden der Likud und Blau-Weiß jeweils auf 35 Mandate kommen, doch nur Netanyahu wird eine Regierung bilden können. Das rechte Lager kann auf 65 Mandate bauen, im Gegensatz zu 55 Mandaten im linken Block.

Wie bereits erwartet fuhr die Arbeitspartei das schlechteste Ergebnis in ihrer 71jährigen Geschichte ein und wird nur mit sechs Mandaten vertreten sein. Die linke Meretz Partei erreichte vier Mandate, genau wie Moshe Kachlons Kulanu. Offensichtlich ist genau das eingetreten, was Unterstützer der linken Parteien befürchtet haben. Viele Wähler haben sich entschlossen, ihre Stimme diesmal Blau-Weiß zu geben. Das hat nicht nur nicht gereicht, sondern hat auch die wichtigen Oppositionsparteien in die Bredouille gebracht.

Gestärkt gehen die ultraorthodoxen Parteien aus der Wahl mit jeweils acht Mandaten für Shas und Jahadut haTora. Die beiden arabischen Parteien kommen auf insgesamt 10 Mandate.

Die „neue Rechte“, die neugegründete Partei von Erziehungsminister Benett und Justizministerin Shaked, liegt im Moment knapp unter der 3,25% Hürde und hofft auf die letzten Stimmen der Soldaten, die derzeit ausgezählt werden.

Erspart bleibt den Bürgern Israels der Extremist Moshe Feiglin mit seiner Partei „Sehut“, dem Netanyahu bereits einen Ministerposten versprochen hatte. Er hat den Einzug in die 21. Knesset verpasst.

Die Wahlbeteiligung war mit 67,9% etwas geringer als bei den Wahlen von 2015.