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Die neuen Fernsehtipps

Vom 1. bis 15. Mai 2019…

Mi, 1. Mai · 17:10-18:45 · One
Belle & Sebastian

Zweiter Weltkrieg, 1943: Frankreich ist fest in deutscher Hand. Sogar das entlegene Dorf in den Savoyer Alpen, in dem der siebenjährige Waisenjunge Sebastian (Félix Bossuet) bei dem alten Schäfer César (Tchéky Karyo) lebt, ist besetzt. Dort soll der deutsche Leutnant Peters (Andreas Pietschmann) verhindern, dass Juden bei der Flucht in die nahe Schweiz geholfen wird. Die Dorfbewohner unterstützen die Verfolgten heimlich, doch sie müssen sich nicht nur vor den Deutschen hüten: Fieberhaft suchen sie nach einer Bestie, die Nacht für Nacht ihre Schafe reißt. Als Sebastian eines Tages einem verwilderten Pyrenäenhund gegenübersteht, weiß er sofort: Diese Streunerin, die von ihrem früheren Besitzer gequält wurde, ist kein Monster. Weil ihr graues Fell nach einem Bad im Fluss schneeweiß glänzt, nennt er sie liebevoll „Belle“. Doch von seiner neuen Gefährtin darf niemand wissen, denn die Dorfbewohner wollen sie töten. Bei einer Treibjagd wird die Hündin angeschossen, nur mit knapper Not kann Sebastian ihr das Leben retten. Dabei werden die beiden in ein weiteres Abenteuer verstrickt: Eine jüdische Familie, die von deutschen Soldaten verfolgt wird, braucht ihre Hilfe. Mit Belles Spürsinn gilt es, einen Weg über den verschneiten Hochgebirgspass zu finden.

Mi, 1. Mai · 20:15-21:45 · PHOENIX
Unantastbar

Anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtserklärung machen Angela Andersen und Claus Kleber eine globale Bestandsaufnahme: Wohin steuert die Zivilisation? Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar? Lässt sich nicht jeden Tag beobachten, wie irgendwo in der Welt Menschen entwürdigt werden? Die Dokumentation zeigt nicht nur die Hürden im Kampf für die Menschenrechte, sondern erzählt auch Erfolgsgeschichten, die Mut machen. In ihrer Dokumentation zeigen Angela Andersen und Claus Kleber, wie es um die Grundwerte der menschlichen Zivilisation steht – denn als solche waren die 30 Artikel der UN-Menschenrechtserklärung gedacht. Diese umfassen nämlich mehr, als den meisten spontan einfällt, wie zum Beispiel Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, das Recht auf freie Wahlen oder das Verbot von Folter und Sklaverei. Zu den Menschenrechten zählt auch vieles, was im Streben nach Wohlstand und Sicherheit manchmal in Vergessenheit zu geraten droht – wie das Recht auf Arbeit oder Asyl. Die filmische globale Bestandsaufnahme wirft unbequeme Fragen auf. Zwar wurden 1948 angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkrieges die vermeintlich für alle Erdenbürger gültigen Menschenrechte formuliert, diese manifestierten aber eine rein westlich-abendländische Weltanschauung. Die Sitten und Wertevorstellungen der islamischen Welt sowie asiatische Gesellschaftsnormen wurden nicht gleichermaßen berücksichtigt. Liegt darin vielleicht ein Schlüssel zum Verständnis aktueller Konflikte und Krisen? Welche Nachbesserungen sind nötig? Es kommen Stimmen aus vielen Teilen der Welt zu Wort – Menschen, die an der Basis arbeiten, ebenso wie solche, die die Last politischer Verantwortung kennen. Biografisch stechen dabei zwei Protagonisten heraus: die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, die in Prag geboren wurde und als Kind die Schrecken des Naziterrors erlebte, und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Dieser stritt in verschiedenen Funktionen für die Einhaltung der Menschenrechte: als Pastor in der DDR, nach der Wende als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und schließlich als deutsches Staatsoberhaupt. Die Dokumentation belegt: 70 Jahre nach der UN-Deklaration ist die globale Einhaltung der Menschenrechte nach wie vor ein unerreichtes Ideal. Aber eines, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Mi, 1. Mai · 23:40-01:10 · arte
Francofonia

1940. Paris wird zur offenen Stadt erklärt und von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die französische Kunstszene lebt in Angst: Was, wenn die Schätze aus dem Louvre den Nationalsozialisten zum Opfer fallen? „Francofonia“ ist eine Dokufiktion über zwei Männer, die aus Leidenschaft für die Kunst ihre politische Feindschaft beiseitelegen. Der russische Regisseur und Kunstliebhaber Alexander Sokurow blickt zurück in jenes Jahr, als die französische Hauptstadt um ihre schönsten Kunstwerke bangte. Er entwirft ein erschütterndes Szenario dessen, was sich im besetzten Paris hätte abspielen können: die Zerstörung kompletter Sammlungen aus dem Louvre oder die Vereinnahmung berühmter Gemälde durch ranghohe Nazi-Funktionäre … Doch zwei Männer, die gegensätzlicher nicht sein könnten, haben dieses Desaster verhindert: Louvre-Direktor Jacques Jaujard und Franz Graf Wolff-Metternich, der von 1940 bis 1942 den Kunstschutz der Wehrmacht in Frankreich leitete, schlossen einen unausgesprochenen Pakt, der für den deutschen Vertreter einem Verrat gleichkam und doch die Rettung der wertvollen Sammlungen gewährleistete. Alexander Sokurow inszeniert fiktive Wortwechsel zwischen Wolff-Metternich und Jaujard und verwischt bewusst die Grenzen zwischen authentischem Archivmaterial und nachgedrehten Szenen. „Francofonia“ ist kein Historienfilm, sondern ein faszinierender Spaziergang durch den Louvre von damals und heute – und eine sehr persönliche Reflexion über die Schutzbedürftigkeit von Kunst und ihre Bedeutung im Leben aller Menschen.

Fr, 3. Mai · 01:50-02:45 · arte
Der Kindermörder von Bethlehem? Herodes der Große

Er ist berühmt und berüchtigt: Im Neuen Testament wird von Herodes dem Großen berichtet, er habe die Ermordung aller männlichen Säuglinge in Bethlehem befohlen. Doch ist das wahr? Viele Zeitgenossen hätten Herodes einen solchen Befehl durchaus zugetraut, denn obsessiver Ehrgeiz und rücksichtsloser Machterhalt gepaart mit heftiger Leidenschaft und einer wahnhaften Eifersucht wurden dem König Judäas schon zu Lebzeiten nachgesagt. Kaiser Augustus soll gesagt haben, er sei lieber des Herodes Schwein als des Herodes Sohn. Sein Aufstieg zur Macht war das Ergebnis kluger politischer Schachzüge in einer unruhigen Zeit, denn geboren wurde er in eine vornehme idumäische Familie, die zum Judentum erst zwangskonvertiert wurde. Seinen Untertanen war er somit „nicht jüdisch genug“. Seine Position versuchte Herodes durch die Heirat mit Mariamne, einer Prinzessin aus dem alten jüdischen Herrschergeschlecht, zu legitimieren. Populär wurde er bei seinen jüdischen Untertanen dennoch nicht. Seine offen zur Schau gestellte Freundschaft mit Rom, der damals bestimmenden Macht in der Region, nahmen sie ihm übel. Um sich Anerkennung zu verschaffen, startete Herodes ein großes Bauprogramm rund um das Mittelmeer. Sein bedeutendstes Projekt war der Neubau des Zweiten Tempels in Jerusalem, das absolute Zentrum jüdischen Glaubens. Jerusalem verhalf er so zu neuem Glanz. Seine lange Regierung wurde von ständigen Palastintrigen überschattet, die zu Morden und Hinrichtungen, selbst im allerengsten Familienkreis, führten. Und doch gelang es Herodes dem Großen im Gegensatz zu seinen Nachfolgern, den Frieden im Heiligen Land für viele Jahrzehnte zu bewahren.

Fr, 3. Mai · 09:30-10:25 · arte
1939/40, ein „Feldzug“ nach Frankreich, Der „Sitzkrieg“

Ausschließlich mit Hilfe von Material aus Kino-Wochenschauen der damaligen Zeit erzählt der zweiteilige Dokumentarfilm die Ereignisse, die sich in den zehn Monaten bis zum Sieg Hitlers – von der Kriegserklärung Englands und Frankreichs an Deutschland am 1. September 1939 bis zur vorläufigen Besiegelung des Schicksals Frankreichs im Juli 1940 – abspielten. Die Bilder zeigen, was die Menschen damals in diesen dramatischen Zeiten sahen, aber auch, was sie glauben sollten oder nicht wissen durften. In Deutschland war nicht nur die offizielle Propaganda, sondern praktisch auch jeder Wochenschaubericht – selbst zu unbedeutendsten Themen – von der Ideologie des Regimes geprägt. In Frankreich waren die Wochenschau-Produzenten wegen der gemeinsamen Grenze mit dem Deutschen Reich vorsichtiger. Außerdem wirkte das Trauma des Ersten Weltkriegs noch nach. Deshalb schlugen die Wochenschauen einen eher zurückhaltend-pazifistischen Ton an. Dagegen war in den englischen Wochenschauen – die Insel hatte seit fast tausend Jahren keine Invasion mehr erlebt – deutlich schärfere Töne zu hören, obwohl die Briten in Wirklichkeit sehr schlecht auf den Krieg vorbereitet waren. Für die Menschen, die die Kino-Wochenschauen in ihren Ländern sahen, bebilderten sie „die Wahrheit“. Dabei vermittelte jede nur ihre eigene Wahrheit und war Sprachrohr der Propaganda des jeweiligen Landes. Welche Bilder bekamen die Menschen damals zu sehen und mit welchen Bedeutungsinhalten? Und was wurde nicht gezeigt, was bewusst verheimlicht? Neben Aufnahmen von erfolgreichen Kämpfen und aktuellen Frontverläufen sollten auch die Bilder vom Leben hinter den Fronten Hoffnungen, Gedanken und Befindlichkeiten der Menschen offenbaren. Die Dokumentation von Jean-Christophe Rosé entschlüsselt die propagandistische Bildersprache des damaligen Nachrichtenmediums Film-Wochenschau.

Sa, 4. Mai · 19:20-20:00 · 3sat
Grand Prix in Israel – Kein bisschen Frieden

Die Vorbereitungen laufen, und der Eurovision Song Contest (ESC) gerät immer mehr zur Bewährungsprobe für Israel. Boykott oder Party? Durch die Musikszene geht ein tiefer Riss. Am 18. Mai findet der ESC in Tel Aviv statt – mit 42 teilnehmenden Ländern und Hunderten Millionen Zuschauern weltweit. Eine gute Gelegenheit für Israel, sich als weltoffenes, demokratisches und tolerantes Land zu präsentieren. Doch leicht ist das derzeit nicht. Erste Konflikte gab es gleich zu Beginn. Die israelische Regierung bestand darauf, die mediale Großveranstaltung in Jerusalem abzuhalten. Nach dem Umzug der US-Botschaft sollte dies ein weiteres Zeichen für Jerusalem als „unteilbare“ Hauptstadt Israels setzen. Allerdings hatte die Regierung die Rechnung ohne die Veranstalter gemacht. Die verweigerten sich und drohten, den kompletten ESC abzusagen. Man einigte sich schließlich auf Tel Aviv. Das Minenfeld aus politischen, religiösen und weltanschaulichen Konflikten ist damit aber keinesfalls entschärft. Die palästinensisch organisierte und international vernetzte Boykottbewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) droht mit Störungen. Omar Barghouti, einer der Gründer der Bewegung, sieht im ESC eine Form von „Art Washing“ und sagt, Israel wolle sich damit nur in gutes Licht rücken. Die orthodox-religiöse Bevölkerung des Landes fühlt sich dagegen vor allem durch den Zeitpunkt der Veranstaltung, einen Samstagabend, provoziert. In Tel Aviv haben die Religiösen inzwischen ein Fahrverbot am Schabbat durchgesetzt. Wie organsiert man die Sicherheit und den Transport von Teilnehmern und Gästen, wenn keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren? Mehr als 18 000 zusätzliche Besucher werden in Tel Aviv erwartet. Dort herrscht im Mai auch ohne ESC Touristenhochsaison. Ahnte die Popmusik-Ikone Netta Barzilai was da auf ihr Land zukommt, als sie 2018 in Lissabon den ESC gewann? 3sat begibt sich mitten hinein in die Vorbereitung und begleitet Veranstalter, Künstler, Befürworter und Gegner der Veranstaltung. Der linke Bürgermeister Tel Avivs, Ron Huldai, ein Kritiker der Regierung Netanjahu, will zeigen, dass Tel Aviv eine weltoffene und tolerante Stadt ist – passend zum ESC-Slogan „Celebrate Diversity“. Bunte Vielfalt, verschiedene Lebensstile, Toleranz, Offenheit gegenüber anderen, all das will der ESC sein. „Dare to Dream – Wage zu träumen“ ist das diesjährige Motto der Veranstaltung. Kann es Israel gelingen, ein guter Gastgeber zu sein? Oder wird der ESC wie ein Brennglas die inneren Konflikte und Widersprüche des Landes geradezu verstärken? Lässt sich in einem Land, das sich im Dauerkonflikt mit seinen arabischen Nachbarn und mit der palästinensischen sowie arabischen Bevölkerung befindet, tatsächlich unbeschwert die „Vielfalt“ feiern? Wer wagt es, nach mehr als 70 Jahren Krieg, Hass und Misstrauen noch, zu träumen und wovon eigentlich?

So, 5. Mai · 13:50-15:35 · One
Die Kinder der Villa Emma

Wien, im Frühjahr 1941: Die Nazis haben die Stadt besetzt, Juden sind nicht mehr sicher. Auf Veranlassung ihres besorgten Vaters findet sich die 14-jährige Betty (Sophie Stockinger) in einer Gruppe jüdischer Kinder wieder, die von einer Hilfsorganisation nach Palästina geschleust werden soll. Betty verliert alles: ihr Zuhause, ihre Familie und ihre beste Freundin. Auf dem beschwerlichen Weg findet die Gruppe in einem Landhaus bei Zagreb kurzzeitig Unterschlupf. Als ihr Begleiter Georg (August Zirner) erschossen wird, müssen die Kinder, nun angeführt vom jungen Josko (Ludwig Trepte) und dessen Helferin Helga (Nina Proll), ganz auf sich gestellt ihre Flucht fortsetzen. Schließlich erreichen sie das italienische Dorf Nonantola und beziehen dort eine leerstehende Villa. Für einen Moment können die Jungen und Mädchen wie andere Gleichaltrige sein: Freundschaften finden sich und romantische Gefühle kommen auf. Schon bald werden die Flüchtenden von der harten Realität des Kriegs eingeholt. Auf ihrer gefährlichen Reise ins Ungewisse müssen sie erneut weiterziehen.

So, 5. Mai · 20:15-22:45 · arte
Der Untergang

Berlin im April 1945. In den Straßen der deutschen Hauptstadt tobt der Häuserkampf. Der Diktator Adolf Hitler hat sich mit einigen Generälen und engsten Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt. Während draußen die Lage immer mehr eskaliert und die Rote Armee weiter vorrückt, erlebt Hitler den Untergang des Dritten Reiches in einer abgeschlossenen Welt hinter Bunkermauern. Die Anwesenden, unter ihnen die junge Sekretärin Traudl Junge, erleben den steten Verfall des „Führers“, der durch die fortschreitende Parkinsonerkrankung gezeichnet ist und zunehmend unter schwerem Realitätsverlust leidet. Obwohl Berlin nicht mehr zu halten ist, weigert sich Hitler, die Stadt zu verlassen. Während sich die Wucht des verlorenen Krieges mit aller Härte über den Deutschen entlädt, entzieht der Diktator sich der Verantwortung und begeht im Bunker gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Eva Braun, die er wenige Tage zuvor geheiratet hat, Selbstmord. Als szenisch zentrale Figur des Historienfilms „Der Untergang“ wurde Adolf Hitler erstmals in der deutschen Filmgeschichte dargestellt und der Film für seine Authentizität und die historisch verbürgten Zitate von der Kritik gelobt.

Mo, 6. Mai · 12:45-13:00 · 3sat
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Akko, Israel Hafen zum Paradies

Eine Bastion des Glaubens, maßgeblich von den Kreuzrittern im 12. Jahrhundert errichtet – und das Tor zum Heiligen Land: Akko im Norden Israels. Die Stadt kann sich mit großen Namen der Weltgeschichte schmücken – im Guten und im Schlechten: Von Herodes terrorisiert, von Pompeius und Julius Cäsar besetzt, von Alexander dem Großen überrannt. Apostel Paulus bringt schon früh das Christentum. Danach dringen die Araber in das Land, die Omajjaden bringen die kleine Halbinsel zur Blüte. Der englische König Richard Löwenherz erobert die Stadt zurück und macht sie zur Heimat der Kreuzritter. Die Johanniter bauen sie zu einer unterirdischen Festung des Christentums im Nahen Osten aus. Franz von Assisi gründet ein Nonnenkloster. Die Osmanen wandeln sie wieder in eine moslemisch-arabische Zitadelle, die Napoleon vergebens einzunehmen versucht. Eine Stadt, die für ihre Mauern berühmt ist. Mauern der Mächtigen, die sie nutzten, und Mauern der Gläubigen, die sie verteidigten. Eine Stadt, deren Geschichte so alt ist wie die kaum einer anderen urbanen Gemeinde: Sie beginnt vor 7000 Jahren, in der Bronzezeit.

Mo, 6. Mai · 15:00-15:25 · ARD-alpha
Willi wills wissen: Was glaubt man, wenn man jüdisch ist?

74. Folge: Was glaubt man, wenn man jüdisch ist? In Deutschland leben ungefähr 105.000 Menschen jüdischen Glaubens. Willi will heute herausfinden, was es bedeutet, jüdisch zu sein und ist dazu in München unterwegs. Christen gehen zum Gottesdienst in die Kirche – Juden in die Synagoge. Rabbi Diskin zeigt Willi die Tora, das wichtigste Schriftstück im jüdischen Glauben. Die Tora ist aber kein Buch, sondern eine Rolle aus Pergament, die mit zwei Holzstäben bewegt wird. Willi staunt nicht schlecht: Jeder der 304805 hebräischen Buchstaben ist handgeschrieben! 74. Folge: Was glaubt man, wenn man jüdisch ist? In Deutschland leben ungefähr 105.000 Menschen jüdischen Glaubens. Willi will heute herausfinden, was es bedeutet, jüdisch zu sein und ist dazu in München unterwegs. Christen gehen zum Gottesdienst in die Kirche – Juden in die Synagoge. Rabbi Diskin zeigt Willi die Tora, das wichtigste Schriftstück im jüdischen Glauben. Die Tora ist aber kein Buch, sondern eine Rolle aus Pergament, die mit zwei Holzstäben bewegt wird. Willi staunt nicht schlecht: Jeder der 304805 hebräischen Buchstaben ist handgeschrieben! Wer die 613 Ge- und Verbote, die in der Tora enthalten sind, befolgt, hält sich auch an bestimmte Speisegesetze. Gegessen und getrunken werden darf nur, was koscher ist. Was das genau bedeutet, erfährt Willi im Supermarkt von Zeef. Auch Schokoriegel tragen ein „Koscher-Siegel“. Dann trifft Willi Charlotte Knobloch. Seit 7.6.2006 ist sie Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Von ihr erfährt der Reporter, wie viele Menschen jüdischen Glaubens während des Dritten Reiches ermordet wurden und wie sie diese Zeit erlebt hat. Einer der wichtigsten Tage im Leben eines Jungen jüdischen Glaubens ist der Tag seiner Bar Mitzwah. Bar Mitzwah bedeutet so viel wie „Sohn des Gebotes“. Ab der Bar Mitzwah, die in der Synagoge gefeiert wird, ist ein Junge im religiösen Sinn volljährig. Für den 13jährigen Kevin ist es heute soweit, und Willi darf dabei sein. Was Willi noch nicht wusste: Im jüdischen Glauben ist nicht der Sonntag, sondern der Samstag, der Tag, an dem nicht gearbeitet werden soll. Was am Sabbat passiert (oder eben nicht), erfährt Willi von Robby und seiner Familie. Die Folge „Was glaubt man, wenn man jüdisch ist?“ bildet den Auftakt der Sonderstaffel (45 Folgen) „Willi wills wissen“ werktäglich um 15.25h im KiKa ab Montag, 02. Oktober 2006, das ist Yom Kippur (Versöhnungstag), der höchste jüdische Feiertag. „Willi wills wissen“ ist eine Produktion der megaherz film und fernsehen im Auftrag des Bayerischen Rundfunks mit dem FWU.

Mo, 6. Mai · 23:05-00:55 · MDR
Max Manus

Oslo, 1940. Nachdem er im Finnischen Winterkrieg gegen die sowjetischen Truppen gekämpft hat, kehrt der Abenteurer und Weltenbummler Max Manus (Aksel Hennie) in seine Heimat zurück – und findet sich in einem von den Nazis besetzten Land wieder. Manus schließt sich der Widerstandsbewegung an, wird aber bald von der Gestapo ins Visier genommen. Er kann den Deutschen entkommen und gelangt über abenteuerliche Umwege nach Großbritannien, wo er eine militärische Ausbildung erhält. Als Spezialist für Schiffssabotage kehrt er gemeinsam mit seinem Freund Gregers Gram (Nicolai Cleve Broch) nach Norwegen zurück. In mehreren spektakulären Aktionen gelingt es ihnen, deutsche Versorgungsschiffe im Hafen von Oslo zu versenken. Die immer dreisteren Attentate der sogenannten Oslobande machen den Nazis schwer zu schaffen. Manus wird einer der bekanntesten Köpfe des norwegischen Widerstands und avanciert zum Volkshelden. Unterdessen setzt der Gestapo-Offizier Siegfried Fehmer (Ken Duken) alles daran, die Saboteure dingfest zu machen. Um den Rückhalt der Widerständler zu schwächen, startet er grausame Vergeltungskationen und lässt Unschuldige foltern. Je mehr seiner Freunde den Nazis zum Opfer fallen, desto unerträglicher werden für Manus der Druck und die Gewissenskonflikte. Allein die Liebe zu seiner späteren Ehefrau Tikken (Agnes Kittelsen) und die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges lassen ihn durchhalten. Manus weiß um die Wichtigkeit seiner Aktionen. Ungeachtet aller Gefahren startet er im Januar 1945 noch einmal einen waghalsigen Sabotageakt. Sein Ziel: ein strategisch äußerst wichtiges Truppentransportschiff.

Mi, 8. Mai · 22:35-00:50 · kabel eins
American History X

Wegen der sehr explizierten Darstellung von Gewalt wurde der antifaschistische Film kontrovers dikutiert. Das Drama erzählt die Geschichte des verurteilten und geläuterten US-amerikanischen Neo-Nazis Derek Vinyard und seiner Familie.

Do, 9. Mai · 12:30-13:58 · MDR
Clara Immerwahr

„Clara Immerwahr“ erzählt die scheiternde Emanzipationsgeschichte der ersten promovierten Chemikerin Deutschlands und stellt gleichzeitig die Frage nach Moral in der Wissenschaft. Breslau, 1880er Jahre. Clara Immerwahr ist intelligent und wissbegierig und wird darin von ihrer weltoffenen jüdischen Familie unterstützt. Angeregt von ihrem Vater Philipp hat sie großes Interesse an chemischen Forschungen. Clara will unbedingt das Abitur machen, was im deutschen Reich für Mädchen nur auf mühseligen Umwegen möglich ist. Clara kann das nicht schrecken. Überglücklich ist sie, als es ihr gelingt, nach dem externen Abitur an der Universität Breslau als Hörerin der physikalischen Chemie aufgenommen zu werden. Kurz vor ihrem Studienbeginn lernt sie Fritz Haber kennen, der aus einer Breslauer Kaufmannsfamilie stammt. Fritz ist ebenfalls begeisterter Chemiker, studiert in Berlin und ist entschlossen, Karriere im Universitätsbetrieb zu machen. Aus der gemeinsamen Leidenschaft für die Forschung wird schnell eine Romanze. Der verliebte Fritz bittet Clara, ihn zu heiraten. Doch die junge Frau kann sich nicht dafür entscheiden. Sie will keinesfalls das Studium aufgeben und lehnt deshalb den enttäuschten Fritz ab. In der Universität muss sie zwar gegen das Misstrauen und die Ablehnung in der akademischen Männerwelt kämpfen, aber sie wird auch gefördert. Vor allem Professor Richard Abegg erkennt die Fähigkeiten seiner Studentin und unterstützt sie. Zehn Jahre später taucht Fritz Haber wieder in Claras Leben auf. Sie hat es inzwischen zur Doktorin der Chemie gebracht und arbeitet als Abeggs Assistentin. Fritz seinerseits hat die ersten Stufen einer erfolgreichen Hochschulkarriere erklommen. Er hat Clara nicht vergessen, wirbt um sie nicht mehr mit kleinen Experimenten, sondern mit seinem großen Plan: Er will das Nährstoffproblem der Landwirtschaft lösen, indem er Ammoniak als Grundlage für künstlichen Dünger synthetisiert. Brot aus Luft – für dieses Ziel und die schöne Vorstellung, gemeinsam daran zu forschen, begeistert sich auch Clara. Sie sagt ja. Die beiden heiraten und Fritz nimmt Clara stolz mit nach Karlsruhe. Dort erfüllt er den Wunsch seiner Frau, sie an der Arbeit im Labor zu beteiligen. Das ist mehr als außergewöhnlich, und Rektor Engler, Leiter des Instituts, verhält sich entsprechend ablehnend Clara gegenüber. Die ist nicht so abgehärtet, wie es in dieser frauenfeindlichen Umgebung notwendig wäre und leidet unter den Angriffen. Spätestens als sie schwanger wird und nach einer schweren Geburt den Sohn Herrmann zur Welt bringt, lässt auch Fritz‘ Enthusiasmus, seine Frau als Forscherin zu beteiligen, nach. Jetzt will er, dass Clara weniger auffällt und seinem mühsam erkämpften Aufstieg nicht im Wege steht. Ihre Ideen zu den Problemen bei der Ammoniaksynthese will er inzwischen gar nicht mehr hören. Die Situation spitzt sich zu, als der Rektor, während Fritz verreist ist, Clara sogar Hausverbot am Institut erteilt. Weil sie lautstark protestiert, wird sie vorübergehend in die Psychiatrie gesteckt. Eine Ehe wie die von Pierre und Marie Curie: das war Claras Traum. Der zerbröselt nun. Fritz hofft zwar, dass die Kluft zwischen ihnen wieder verschwindet, als ihm endlich der Durchbruch gelingt. Die Synthese von Wasserstoff und Stickstoff zu Ammoniak gelingt. Doch trotz aller Freude fühlt Clara sich neben ihrem genialischen Mann unausgefüllt und unbeachtet. Die beiden streiten oder gehen einander aus dem Weg, auch in Berlin, wo Fritz seinen Aufstieg fortsetzt. Während in Europa die Zeichen auf Krieg stehen, werden zwischen Clara und Fritz Haber die weltanschaulichen Unterschiede gravierender. Fritz arbeitet intensiv mit dem Militär zusammen, was die Pazifistin Clara ablehnt. Als sie zufällig mitbekommt, dass er dabei ist, Giftgas zu entwickeln, ist sie entsetzt und versucht, ihn mit allen Mitteln davon abzubringen. In ihren Augen ist das Perversion der Wissenschaft. Sie bleibt erfolglos…
Bild oben: © Bild: MDR/SWR/Petro Demenigg Die junge Clara (Katharina Schüttler) ist sehr gern mit Fritz (Maximilian Brückner) zusammen und freut sich auch für ihn, dass er im Studium weiterkommt – aber heiraten? Wo sie sich gerade den Studienplatz erkämpft hat? Clara wird ablehnen.

Fr, 10. Mai · 00:00-01:30 · HR
Der gute Göring

Zwei Brüder. Den einen kennt jeder – er war Reichsmarschall und die Nummer zwei nach Adolf Hitler: Hermann Göring. Der andere ist vergessen – zu Unrecht, denn er hat im „Dritten Reich“ zahlreiche Menschenleben gerettet, indem er ihnen etwa Pässe besorgte oder Geld für sie auf Konten in der Schweiz hinterlegte: Albert Göring. Im filmischen Teil des Dokumentarspiels begegnen sich Hermann – Francis Fulton-Smith – und Albert Göring – Barnaby Metschurat – in fünf Szenen, die historisch belegt sind. Bei einem dieser Treffen, das im Jahr 1935 spielt, Zwei Brüder. Den einen kennt jeder – er war Reichsmarschall und die Nummer zwei nach Adolf Hitler: Hermann Göring. Der andere ist vergessen – zu Unrecht, denn er hat im „Dritten Reich“ zahlreiche Menschenleben gerettet, indem er ihnen etwa Pässe besorgte oder Geld für sie auf Konten in der Schweiz hinterlegte: Albert Göring. Im filmischen Teil des Dokumentarspiels begegnen sich Hermann – Francis Fulton-Smith – und Albert Göring – Barnaby Metschurat – in fünf Szenen, die historisch belegt sind. Bei einem dieser Treffen, das im Jahr 1935 spielt, bittet Hermann seinen um zwei Jahre jüngeren Bruder um Hilfe für die Schauspielerin Henny Porten (Natalia Wörner), deren Mann Jude ist. Bei einer Begegnung im Dezember 1944 muss Hermann Göring seinen kleinen Bruder vor der Gestapo schützen, die ihn lange schon bespitzelt und mit dem Tode bedroht. Am 13. Mai 1945 sehen sich Hermann und Albert Göring zum letzten Mal in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Die Spielszenen ergänzen Interviews mit Albert Görings Tochter, seiner Stieftochter und den Kindern von Geretteten. Dazu kommt ein Interview mit Irena Steinfeldt, der Leiterin der Abteilung der Gerechten unter den Völkern in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Albert Göring ist heute vergessen, weil sein Name Göring ist. Sein Name war in der Nachkriegszeit vergiftet. Mit Gelegenheitsübersetzungen musste sich Albert Göring durchschlagen; er starb verarmt 1966. Die Menschen, die er gerettet hatte, unternahmen schon in den sechziger Jahren Versuche, ihn ins richtige Licht zu rücken. In Yad Vashem liegt seit etlichen Jahren ein Antrag vor, Albert Göring in die Reihe der „Gerechten unter den Völkern“ aufzunehmen. Mit dieser Auszeichnung ehrt der Staat Israel Nichtjuden, die in der Hitlerzeit Juden vor Verfolgung, Deportation und Ermordung retteten. Über den Antrag für Albert Göring ist bis heute noch immer nicht entschieden.

Fr, 10. Mai · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Gewaltfrieden

„Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt“ ruft Ministerpräsident Philipp Scheidemann empört. Mai 1919: Deutschland hat den Krieg verloren, seinen Kaiser gestürzt und die Alliierten stehen einmarschbereit am Rhein. Die „Schmachparagraphen“ des Friedensvertrages, die dem deutschen Reich u. a. sämtliche Kriegsschuld, zahlreiche Gebietsabtritte und beispiellose Reparationszahlungen aufbürden, spalten die politischen und militärischen Lager. Die Streitfrage: Angebot annehmen oder kämpfend untergehen? „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt“ ruft Ministerpräsident Philipp Scheidemann empört. Mai 1919: Deutschland hat den Krieg verloren, seinen Kaiser gestürzt und die Alliierten stehen einmarschbereit am Rhein. Die „Schmachparagraphen“ des Friedensvertrages, die dem deutschen Reich u. a. sämtliche Kriegsschuld, zahlreiche Gebietsabtritte und beispiellose Reparationszahlungen aufbürden, spalten die politischen und militärischen Lager. Die Streitfrage: Angebot annehmen oder kämpfend untergehen? Mit der schließlich am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Versailles unter den Vertrag gesetzten Unterschrift wird das monatelange Tauziehen beendet. War die Unterzeichnung des Friedensvertrages ein Fehler? Eines zumindest wird im Rückblick deutlich: Der „Gewaltfrieden“ von Versailles und dessen Instrumentalisierung trugen bereits den Keim des noch viel grausameren 2. Weltkriegs in sich. Basierend auf Originaldokumenten, in der Tradition von „Hitler vor Gericht“ und „Der Staat ist für den Menschen da“ erzählt Regisseur Bernd Fischerauer in dem zweiteiligen für BR-alpha produzierten Dokumentarspiel die bewegende Zeit nach dem 1. Weltkrieg zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag. Kieler Matrosenaufstand, Ausrufung der Republik, Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg… 180 Minuten Film, 40 Hauptrollen und 260 Seiten Drehbuch bringen den Zuschauer zurück in die dramatischen Jahre 1918 und 1919.

Sa, 11. Mai · 16:45-17:15 · HR
Weltweit speisen – ohne zu reisen

Kulinarische Streifzüge durch das Frankfurter Bahnhofsviertel: Wohl nirgendwo in Hessen findet man so viele authentische internationale Küchen auf so engem Raum, wie im Quartier vor dem Frankfurter Hauptbahnhof. Filmautor Mathias Münch besucht drei davon. Im „Bar Shuka“ gibt es „neue israelische Küche“. Starkoch Yossi Elad, der diese Küche einst mit erfunden hat, steht persönlich am Herd und demonstriert, wie er nahöstliche Gerichte mit Einflüssen aus aller Welt kombiniert. Drei junge Frankfurter Gründer bringen hawaiianische Poké-Bowls nach Hessen. Im „Trinitii“ kommt Exotisches aus der Südsee in die Schüssel: pikant als Hauptspeise und süß als Dessert. Die Brüder Karn und Kanwall präsentieren im „Eatdoori“ traditionelle nordindische Küche in einem neuen, modernen Look. Mutter Parmjit wacht in der Küche darüber, das alles auch wirklich so zubereitet wird wie in ihrer Heimat.

Sa, 11. Mai · 22:00-23:40 · One
Wenn aus Freunden Feinde werden – An Enemy to die for

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 startet der deutsche Geologe Friedrich Mann mit Kollegen aus England und Schweden eine Polarexpedition. Die Wissenschaftler wollen Beweise für die Theorie finden, dass die Kontinente der Erde vor Millionen Jahren alle miteinander verbunden waren. Doch der plötzliche Kriegsbeginn sorgt an Bord des Schiffes für Spannungen zumal der Kapitän Norweger ist und die Besatzung aus Russen besteht. Nur mühsam können die Feindseligkeiten in Zaum gehalten werden. Schließlich erhält Mann aus Deutschland den Befehl, das Kommando zu übernehmen und mit dem Schiff in den Krieg zu ziehen. Europa, 1939. Trotz der angespannten politischen Situation bricht eine deutsche Polarexpedition in Richtung Arktis auf. Der Geologe Friedrich Mann soll im Auftrag der Nazi-Regierung Beweise für eine bereits 1912 veröffentlichte Theorie sammeln: Der renommierte Wissenschaftler Alfred Wegener behauptete darin, dass alle Erdkontinente vor Millionen Jahren miteinander verbunden waren. Auf der Expedition wird Mann neben der kenntnisreichen Assistentin Leni Röhm auch von drei ausländischen Kollegen begleitet: Den beiden Briten Terrence und Martin sowie dem schwedischen Sprengstoffexperten Gustav. Aber auch sonst befindet Mann sich an Bord des Forschungsschiffs in eher feindlicher Umgebung: Der Kapitän ist Norweger, die Matrosen stammen überwiegend aus Russland. Trotz der politischen Spannungen zwischen ihren Heimatländern versuchen die Expeditionsteilnehmer, sich auf ihr gemeinsames Ziel zu konzentrieren. Doch als die Nachricht vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eintrifft, kann bald auch die Wissenschaft keine Brücke mehr bilden: Aus Kollegen und Partnern werden Feinde. Auf Befehl aus Berlin soll Mann den norwegischen Kapitän entmachten und mit dem gekaperten Schiff der deutschen Eismeerflotte zu Hilfe kommen. So entwickelt sich an Bord des Forschungsschiffs ein aufreibendes Psychoduell. Hass und Fanatismus brechen sich Bahn, aus der wissenschaftlichen Expedition wird ein Kampf ums Überleben. Loyalitäten bröckeln und nicht jeder an Bord ist das, was er zu sein vorgab. Vor allem Leni, die sich in Gustav verliebt hat, weiß nicht, auf welcher Seite sie stehen soll. Aber auch der linientreue Friedrich Mann beginnt, an den Befehlen aus Berlin zu zweifeln.

So, 12. Mai · 06:15-07:45 · HR
Georg Baselitz – Ein deutscher Maler

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz hat eine Weltkarriere hingelegt, gehört zu den ganz Großen in der zeitgenössischen Kunst. Von sich selbst behauptet er, ein typisch deutscher Künstler zu sein. Baselitz ist ein getriebener Künstler, ein eigenständiger Mensch, ein renitenter Typ, in dessen Werk die deutsche Geschichte tiefe Spuren hinterlassen hat. Georg Baselitz, am 23. Januar 1938 in dem kleinen sächsischen Dorf Deutschbaselitz als Hans-Georg Kern geboren, hat Krieg, Angst, Zerstörung und Armut erfahren. Er erlebte, wie der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Vater nach der Kriegsgefangenschaft als Nazi verurteilt ins Gefängnis gesperrt wird. Er studierte Kunst in Ostberlin. Doch wegen „gesellschaftlicher Unreife“ musste er die Kunsthochschule bald verlassen. Noch vor dem Bau der Mauer geht er in den Westen nach Berlin und studiert dort weiter. Kurz darauf heiratet er Elke, die ebenso wie er in Sachsen aufgewachsen ist. Die beiden bekommen zwei Söhne. Auch im Westen kann Baselitz sich nicht mit dem Vorgefundenen, dem Gängigen, dem Modischen abfinden. Er will sich nicht in den Mainstream einpassen, er will anecken, provozieren, was ihm auch gelingt. Er wütet künstlerisch, löst Skandale aus. Sein Programm ist das Hässliche. Er schöpft dabei aus seiner Biografie. Der Film ist eine Annäherung an diesen ungewöhnlichen Menschen und Künstler, der stets nur das tat, was er selbst für richtig hielt. Die Autorin Evelyn Schels zeichnet ein differenziertes Bild seiner Persönlichkeit und Geschichte und spürt der inneren Verbindung zwischen seiner Kunst und seinen persönlichen Erfahrungen nach, wobei sie als Erste in den beiden Ateliers des Künstlers in Deutschland und Italien drehen und dem Künstler dabei über die Schulter schauen durfte.

So, 12. Mai · 22:00-23:30 · RBB
Frühjahr ’48

Schon drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg steht Europa wieder vor einer Herausforderung: Kann der Kontinent endlich Frieden finden? Bei den Alliierten zeigt sich nach 1945 sehr schnell wieder die alte Feindschaft. Ost und West, Kommunismus und Kapitalismus trennen Europa und Deutschland. Im Frühjahr ’48 wird die Berlinkrise zur Machtprobe zwischen den beiden Weltmächten. Der Eiserne Vorhang teilt die Welt. Im Frühjahr ’48 wird in Prag ein Putsch gegen das Regime gewaltsam niedergeschlagen. Stalin festigt so seine Macht im Osten Europas. In Jugoslawien bricht Tito mit Stalin und so auch mit der Sowjetunion. Die Berlinkrise wird zur Machtprobe zwischen den beiden Weltmächten und schürt die Angst vor einem neuen Weltkrieg. Juden aus ganz Europa gehen in ihr gelobtes Land Israel. Das Frühjahr ’48 ist für viele Menschen ein Aufbruch. Zeitzeugen wie der Franzose Marc Ferro, der Deutsche Günter Lamprecht oder die Russin Maya Turovskaya erzählen von ihren Erlebnissen im krisengeschüttelten Nachkriegsfrankreich, von der Hoffnung auf einen demokratischen Aufbruch in der Tschechoslowakei, vom Stalinismus in Moskau. Der Film erzählt von der Euphorie in Jugoslawien über einen eigenen politischen Weg ohne die Sowjetmacht und er zeigt die Angst der Berliner, die gerade erst ihre Trümmer beiseite geschafft haben, vor den Drohgebärden der Großmächte. Texte von Anna Seghers und Simone de Beauvoir beleuchten diese Entwicklungen, die von Unsicherheit und Orientierungssuche geprägt sind. Selten gezeigtes Archivmaterial lässt den Zuschauer in die Zeit blicken, in der entscheidende Weichen für die Zukunft des Kontinents gestellt werden.

Mo, 13. Mai · 01:30-02:30 · HR
Café Nagler

Als kleines Mädchen hört die junge israelische Filmemacherin immer wieder vom legendären Café Nagler am Moritzplatz in Berlin. Vor allem ihre 88-jährige Großmutter schwärmt von dem Ort, an dem sich Künstler und Intellektuelle trafen, wo das Nachtleben blühte und sogar der Swingtanz erfunden worden sein soll. Sie selbst war allerdings nie dort: Die Familie ist 1925 nach Israel ausgewandert. Mor will vor Ort auf Spurensuche gehen. In Berlin angekommen, findet sie statt des Kaffeehauses aber nur einen verwilderten Park – das Gebäude ist im Krieg komplett zerstört worden. Und mit wem sie auch spricht, niemand weiß etwas über das Café. Das Dokumentarfilmprojekt steht vor dem Aus. Vor allem für ihre Großmutter wäre es eine riesige Enttäuschung – schließlich erkundigt sich die alte Dame regelmäßig nach den Rechercheergebnissen aus Berlin. Da hat Mor die rettende Idee: Sie erfindet kurzerhand die Geschichte des Cafés neu. Ihre fiktiven Zeitzeugen findet sie unter den jungen Berlinern, die sich für die zwanziger Jahre begeistern. Sie erzählen falsche Familiengeschichten vom Café Nagler als einem Ort wilder Partys oder erster Rendezvous. Bei der privaten Premiere des fertigen Films im Kreis der Familie ist Großmutter Naomi selig: Ihre Enkeltochter hat es tatsächlich geschafft, einen Film über das Café Nagler zu drehen und den Geist der vergangenen Jahre einzufangen. Der Dokumentarfilm lief auf zahlreichen Festivals, unter anderem auf der Berlinale 2016 in der Reihe „Kulinarisches Kino“, auf dem Haifa International Film Festival 2015, auf dem DOK.fest München 2016 und auf dem International Filmmor Women’s Film Festival in der Türkei. Es ist ein wunderbarer, persönlicher Film. Er lebt nicht nur von der spannenden Spurensuche und der Faszination für das Berlin der zwanziger Jahre, sondern auch von dieser besonderen Liebe zwischen Großmutter und Enkelin.

Mi, 15. Mai · 11:15-11:45 · 3sat
Uns hat der Krieg nicht getrennt – Christen, Juden und Muslime in Sarajewo

In Sarajewo existieren seit Jahrhunderten vier Religionen. Es gibt 90 Moscheen, 20 Kirchen und drei Synagogen auf engstem Raum. Leben und leben lassen – das große Geheimnis der Stadt? Till Rüger trifft vier Einwohner Sarajewos, von denen jeder eine ganz eigene Erklärung hat, warum das Zusammenleben der Religionen und der drei Ethnien trotz aller Spannungen funktioniert: eine Muslima, einen orthodoxen Christen, einen Katholiken und einen Juden. Alle vier stammen aus Sarajewo, leben hier nicht nebeneinander, sondern in echtem Miteinander. Nur ein paar Kilometer von Sarajewo entfernt beginnt das Gebiet der Republika Srpska. Regelmäßig drohen die bosnischen Serben mit einem Referendum und der Abspaltung ihres Landesteiles. Hier lebt man noch immer in der Vergangenheit, sieht eine Teilung Bosnien-Herzegowinas als unvermeidlich an. Aber auch muslimische Fundamentalisten sind auf dem Vormarsch. Sichtbares Zeichen: die von Saudi-Arabien finanzierte neue König-Fahd-Moschee. Mit ihr wuchs auch der Einfluss des Islam auf die Politik. Länder wie Saudi-Arabien oder die Türkei haben in Bosnien und Herzegowina Hunderte Millionen Euro investiert. Geld, das man im muslimischen Teil gerne angenommen hat, denn die Arbeitslosigkeit liegt noch immer bei mehr als 20 Prozent. Doch inzwischen wachsen auch bei den Bosniaken die Zweifel, ob diese religiös motivierten Investitionen dem Zusammenhalt im Land nicht mehr schaden als nutzen.

Mi, 15. Mai · 11:45-12:30 · 3sat
Die Regensburger Domspatzen im Heiligen Land

Der weltbekannte Knabenchor ist in seiner gut 1000-jährigen Geschichte weit gereist. 2018 waren die Regensburger Domspatzen aber erstmals auf Pilger- und Konzertreise im Heiligen Land. Eine Woche sind die 87 Sänger im Alter von elf bis 18 Jahren durch Israel und die palästinensischen Gebiete gefahren, begleitet vom Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und 150 Pilgern aus der Diözese. Eine ganz besondere Reise, betont Domkapellmeister Roland Büchner. Neben den Besuchen biblischer Stätten und Kirchen spielten vor allem auch Begegnungen mit Menschen eine wichtige Rolle. Viele der Gesänge der Domspatzen thematisieren Geschehnisse aus der Bibel. Erstmals konnten sie diese nun an Originalschauplätzen anstimmen. Besonders bewegend auch, als die Domspatzen nach dem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Psalm 51 sangen – den Psalm mit der Bitte um Vergebung.

Mi, 15. Mai · 21:15-21:45 · ARD-alpha
nacht:sicht: Von der Demokratie in schwierigen Zeiten

Es sind schwierige Zeiten für die Demokratie – viele Faktoren beeinflussen und bedrohen sie und wirken sich negativ auf sie aus. Aber wie wäre es ohne eine Demokratie, die uns Menschen in unseren Grundrechten schützt? Claus Günther und Shai Hoffmann befassen sich intensiv mit dem Thema und kämpfen je auf ihre Weise für den Erhalt des demokratischen Systems. Claus Günther ist einer der ältesten Poetry-Slammer Deutschlands, Buchautor und Zeitzeuge der NS-Zeit. Er erlebte als Kind in der Hitlerjugend den Faschismus hautnah und weiß, wie leicht der Faschismus Menschen verführen kann. Es sind schwierige Zeiten für die Demokratie – viele Faktoren beeinflussen und bedrohen sie und wirken sich negativ auf sie aus. Aber wie wäre es ohne eine Demokratie, die uns Menschen in unseren Grundrechten schützt? Claus Günther und Shai Hoffmann befassen sich intensiv mit dem Thema und kämpfen je auf ihre Weise für den Erhalt des demokratischen Systems. Claus Günther ist einer der ältesten Poetry-Slammer Deutschlands, Buchautor und Zeitzeuge der NS-Zeit. Er erlebte als Kind in der Hitlerjugend den Faschismus hautnah und weiß, wie leicht der Faschismus Menschen verführen kann. In seinem Buch „Heile, heile Hitler“ erzählt er aus seiner damaligen Sicht als Kind über Gedanken, Verwirrungen und den Versuchen, alles verstehen zu wollen. Shai Hoffmann ist Influencer in den Bereichen Nachhaltigkeit, Demokratie, Soziales Unternehmertum, Digitalisierung und deutsch-israelische Freundschaft. Er ist Enkel von Holocaustüberlebenden und Mitinitiator der Projekte „Integrationsbus“ und „Demokratiebus“. Mit dem Demokratiebus fuhr er durch Bayern. Unterwegs traf er Menschen mit unterschiedlichsten Anschauungen, denen er bedingungslos zuhörte und mit ihnen diskutierte. Das Ziel der Aktion Shai Hoffmanns und des Bayerischen Bündnis für Toleranz: Menschen sollen sich wieder als Mitglieder einer aktiv gelebten Demokratie wahrnehmen. Bei einer Begegnung mit einem aggressiven Holocaustleugner hat Shai Hoffmann sogar den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann eingeschaltet, den er zufällig am nächsten Tag auf der Bustour traf. In der nacht:sicht spricht Andreas Bönte mit Claus Günther und Shai Hoffmann über die Faktoren, die eine Demokratie bedrohen und fördern, über die Zukunft unserer Gesellschaft und mit welchen Ideen und Plänen sie für den Erhalt der Demokratie für die Zukunft kämpfen wollen. Andreas Bönte begrüßt in „nacht:sicht“ seine Gesprächsgäste bei Dunkelheit in einem Restaurant.

Mi, 15. Mai · 23:00-00:30 · BR
Kulenkampffs Schuhe

Hans Joachim Kulenkampff und Peter Alexander waren die großen Fernsehhelden der Familie von Regisseurin Regina Schilling. Und natürlich, etwas später, Hans Rosenthal mit „Dalli Dalli“. Die Quizshows verhießen leichte Unterhaltung, Entspannung, heile Welt. Entspannung hatte Schillings Vater nötig. Er arbeitete rund um die Uhr in seiner eigenen Drogerie. Eine Drogerie im Nachkriegs-Deutschland? Kaum etwas wurde mehr gebraucht: aufräumen, Wunden heilen, reparieren, saubermachen, Schädlinge bekämpfen. Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Hans Joachim Kulenkampff und Peter Alexander waren die großen Fernsehhelden der Familie von Regisseurin Regina Schilling. Und natürlich, etwas später, Hans Rosenthal mit „Dalli Dalli“. Die Quizshows verhießen leichte Unterhaltung, Entspannung, heile Welt. Entspannung hatte Schillings Vater nötig. Er arbeitete rund um die Uhr in seiner eigenen Drogerie. Eine Drogerie im Nachkriegs-Deutschland? Kaum etwas wurde mehr gebraucht: aufräumen, Wunden heilen, reparieren, saubermachen, Schädlinge bekämpfen. Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hatte? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend gewesen war? Bei der Wehrmacht, in Kriegsgefangenschaft? Wie die meisten jungen Männer dieser Generation? Hatten sie davon gehört, dass Hans Rosenthal jüdisch war, sich in den Kriegsjahren als Vollwaise in einer Berliner Laube versteckte und jeden Moment damit rechnen musste, deportiert zu werden? Die Showmaster gehörten wie Regina Schillings Vater einer sehr besonderen Generation an: Erst missbraucht vom Nationalsozialismus, dann eingespannt in das Hamsterrad der Nachkriegszeit, die von Traumatisierungen nichts wusste oder nichts wissen wollte.