200 Jahre Synagoge Arnstein

In Arnstein im heutigen Landkreis Main-Spessart existierte vom Mittelalter bis zum Jahre 1935 eine Jüdische Gemeinde. Sie besaß eine 1819 erbaute und in den Jahren 1869, 1905 und 1934 renovierte Synagoge in der Goldgasse 28, ein Schulhaus und eine Mikwe…

Von Israel Schwierz

Nachdem die Synagoge 1935 profaniert worden war wurde sie bis 1979 als Wohnhaus in Privatbesitz und danach bis 1990 als Lagerhaus verwendet. 1990 erwarb die Stadt Arnstein das ehemalige Synagogengebäude, in dem noch einige Spuren der jüdischen Vergangenheit sehr gut zu sehen waren (z.B. die beiden Wappen – eines des Deutschen Reiches in den Farben Schwarz-Weiß-Rot und eines des Königreiches Bayern in den Farben Weiß und Blau – die beide die große Vaterlandsliebe die Juden in Arnstein bis heute dokumentieren.) Für die baulichen Aufwand ist die Stadt Arnstein zuständig, für Schönheitsreparaturen der Förderverein „Alte Synagoge Arnstein“ e.V. , dessen 1. Vorsitzender Altbürgermeister Roland Metz ist, unterstützt von der 2. Vorsitzenden Aurelia Lammens.

Der Förderverein ist auch für die zahlreichen Veranstaltungen in der Alten Synagoge verantwortlich: so besuchten im vergangenen Jahr 400 Menschen in 9 Führungen die ehemalige jüdische Gebetsstätte; zu den dort stattfindenden Vernissagen kamen 320 Besucher, die Konzertveranstaltungen und Lesungen wurden von 243 Zuhörern besucht.

Seit der Eröffnung der Alten Synagoge als „Kultur- und Lernort“ im Jahre 2012 wurden von Altbürgermeister Roland Metz und dem Vorstandsteam, dem u.a. auch Aurelia Lammens, Konrektor Josef Grodel und andere Persönlichkeiten angehören 130 Führungen mit 9000 Besuchern durchgeführt. Außerdem organsierte der KunstKreis Arnstein mit Klaus Schwarz und Elmar Größmann an der Spitze und weiteren Künstlern aus Deutschland und aus afrikanischen Ländern 28 exzellente Ausstellungen in der Alten Synagoge.

Bei der letzten Jahreshauptversammlung des Fördervereins informierte dessen Vorsitzender Altbürgermeister Roland Metz über die zahlreichen Veranstaltungen. Erfreut gab er bekannt, dass durch die Spende der Sparkasse Mainfranken eine Medienbox angeschafft werden konnte. Er dankte allen, die dazu ständig beitragen, dass die Alte Synagoge durch alle ihre Veranstaltungen zu einer wesentlichen Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt beiträgt.

Einen sehr herzlichen Dank richtete der Vereinsvorsitzende an alle Helfer, die sich bereit erklärt haben, in den Sommermonaten, in denen die Synagoge geöffnet ist (April bis Oktober), die Sonntagsdienste zu übernehmen. Ein ganz besonderer Dank ging an seine Vertreterin Aurelia Lammens, die nicht nur Führungen und Aufsichtsdienste übernimmt, sondern sogar für die Sauberkeit sorgt und für alle Fragen rund um die Synagoge ansprechbar ist. Symbolisch überreichte er ihr ein kleines Präsent als Anerkennung.

Worte der Anerkennung kamen auch vom Bürgermeister der Stadt Arnstein, Franz-Josef Sauer. Er zeigte sich von dem exzellenten Programmangebot begeistert, das vom Förderverein organsiert wurde und das die Synagoge Arnstein zu einem lebendigen und vielgenutzten Gebäude mache, das im Kultur- und Gemeindeleben eine sehr wichtige Position einnehme. Er dankte seinem Vorgänger im Amt Roland Metz für sein unermüdliches Schaffen und gab die Zusage, dass die Stadt Arnstein die Arbeit des Vereins auch weiterhin wohlwollend unterstützen werde. Er regte ferner an, gerade zum 200-jährigen Bestehen der Synagoge die Schulen der Stadt verstärkt zu involvieren und durch Exkursionen auf die Geschichte der ehemals in Arnstein lebenden Juden hinzuweisen. Bei den sich anschließenden Neuwahlen des Fördervereins wurden alle alten Amtsinhaber in ihren Ämtern bestätigt.

Mehr unter: www.alte-synagoge-arnstein.de