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Das „Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung“

Einblick bei zwei Initiativen und einem Arbeitstreffen des Netzwerks zum Thema Antisemitismus…

Von Gerhard K. Nagel

Im Januar 2017 erschien auf haGalil ein Artikel über das Nürnberger Antisalafismusnetzwerk und eine der beteiligten Strukturen, den Global Elternverein. In der Zwischenzeit hat sich das Netzwerk erweitert und konsolidiert, sowohl was die beteiligen Organisationen und Initiativen, als auch was die Aktivitäten betrifft. Dazu folgt ein Überblick über die Aktivitäten einer weiteren, sehr interessanten Initiative, deren Konzept erst seit Kurzem in Nürnberg eingesetzt wird, den Verein Ufuq e.V.  Der Autor hat zu diesem Zweck Gespräche mit Beteiligten geführt und Veranstaltungen besucht.

Die aktuelle Bestandsaufnahme wurde – wie vor zwei Jahren –  beim zentralen Knoten des Netzwerkes begonnen, durch ein Gespräch mit Frau Martina Mittenhuber, Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg und Koordinatorin des Netzwerks. Sie wird fortgesetzt mit dem Global Elternverein und Ufuq. Darauf folgt  eine kompakte Skizze vom Arbeitstreffen des Netzwerks zum Thema „Antisemitismus“, im Dezember 2018.

Der Name des Netzwerks hat sich inzwischen geändert. Das Netzwerk nennt sich nicht mehr  „Antisalafismusnetzwerk“, sondern „Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung“. Der Grund für die Umbenennung ist, dass man sich inzwischen nicht mehr nur mit dem gewaltbereiten Salafismus auseinandersetzt, sondern auch andere Phänomene des religiös begründeten Extremismus in den Blick nimmt.

Das Netzwerk besteht seit Sommer 2016 und ist inzwischen institutionalisiert. Das meint, es wurden für die mittlerweile 50 Partnerinnen und Partner funktionierende Arbeitsstrukturen geschaffen. Zu den Partnern zählen beispielsweise der Allgemeine Sozialdienst der Stadt Nürnberg oder die Asylsozialbetreuung bei der Arbeiterwohlfahrt und die Initiativen, die in diesem Artikel näher beschrieben sind.

Die Partner können bei Projekten oder auch anlassbezogen kontaktiert und in anstehende Themen/Aktivitäten eingeklinkt werden. Wie das jeweils aussieht kommt auf die Anforderungen an. Martina Mittenhuber führt aus: „Wir haben inzwischen auch schon teilweise fest institutionalisierte Kooperationen, z.B. mit dem Institut für Lehrerfortbildung, IPSN, in Nürnberg, wo wir als fester Bestandteil mit unseren Angeboten in deren Curriculum präsent sind oder z.B. mit der „Brücke“, einer Einrichtung der evangelischen Kirche, die für den muslimisch-christlichen Dialog zuständig sind, teilweise auch mit den Moscheegemeinden. Wir stellen Referenten für Bildungsveranstaltungen, erhalten aber auch umgekehrt bei Bedarf Expertise. Bei der Brücke gibt es zum Beispiel Personen, mit sehr guter Expertise zum Thema Islam, auf die wir immer wieder für Veranstaltungen zugreifen. Das ist ein Geben und Nehmen, wie es in einem guten Netzwerk wünschenswert ist.“

Die Sensibilisierungstrainings, die das Netzwerk anbietet, sind nach, wie vor ein Riesenthema, insbesondere in der Lehrerfortbildung. Martina Mittenhuber skizziert: „Da geht es oftmals um Wissensvermittlung, auch über den Islam und den Umgang mit religiöser Vielfalt. In diesen Bereichen existiert ganz viel Nicht-, Halb- und Falschwissen. Wir versuchen  vorhandene Vorurteile aufzubrechen und Stereotypen abzubauen. Diese Arbeit, auf der kognitiven Ebene, ist für uns ganz wichtig. Es geht dann aber weiter mit auf Jugendliche bezogenen Aktivitäten. Das sind unter anderem die Ufuq-Workshops, die über die Themen Islam, Islamismus, Djihadismus hinausgehen und sich ganz stark, mit Aufgabenstellungen, wie ‚religiöse Identität generell‘, ‚aus welchem Elternhaus komme ich‘, ‚bin ich religiös erzogen?‘ ‚Warum gehöre ich dieser Religion an und nicht der anderen?‘, aber auch mit der ‚Öffnung gegenüber anderen religiösen Identitäten‘ befassen. Ganz stark ist auch alles vertreten, was sich unter dem Stichwort ‚Religiöse Toleranz‘  zusammenfassen lässt. Der große Vorteil bei Ufuq ist, dass wir die Teamenden, überwiegend junge Studierende, Schülerinnen und Schüler, im Peer-to Peer Ansatz, also fast, nicht ganz gleichaltrig zu den Altersstrukturen der Zielgruppen, inzwischen selbst ausbilden.“

Je bekannter diese Projektstelle im Menschenrechtsbüro wird, desto öfter kommen auch Betroffene mit Einzelanfragen auf die Mitarbeiter zu, beispielsweise Eltern, die merken, dass sich ihr Kind verändert oder Lehrer, die feststellen, dass sich Schüler im Unterricht am Smartphone IS-Videos anschauen. Ein Kollege von Martina Mittenhuber versucht dann, möglichst professionell mit den Anfragen umzugehen, d.h. zu bewerten: Ist es möglicherweise einfach nur ein Ausdruck von Jugendprotest, ist das Provokation oder ist vielleicht wirklich schon ein Radikalisierungsprozess im Gange? Die Antwort auf diese Fragen beeinflusst die Auswahl der Methoden, wie damit umzugehen ist.

Wenn sich der Eindruck verfestigt, dass tatsächlich schon eine Radikalisierung stattfindet, wird zum Beispiel das Violence Prevention Network eingeschaltet.

In diesem Kontext ist auch die Idee entstanden, eine Art Clearingstelle einzurichten. Sie wird derzeit aufgebaut. Nicht als eine Extra-Organisationseinheit, sondern als integraler Bestandteil des Nürnberger Bedrohungsmanagements, das seit einigen Jahren besteht. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Vertreterinnen und Vertretern ganz vieler Behörden und Dienststellen. U.a. ist hier die Stadt Nürnberg engagiert, aber auch das Jobcenter der Bundesagentur für Arbeit, das Sozialamt, die Arbeitsagenturen der Bundesagentur für Arbeit und die Polizei. Es gibt bei den Beteiligten jeweils Ansprechpartner für das Thema „drohende Gewalt“. Drohende Gewalt kann möglicherweise ein Amoklauf sein, der sich ankündigt, ein erweiterter Suizid oder eine Gewalttat, die möglicherweise verhindert werden kann, wenn Experten, die Lösungswege aufzeigen, sich sehr schnell vernetzen. Die Präventionsstelle ist zur Zeit dabei, sogenannte Erstbewerter auszubilden. Das Ganze ist multiprofessionell aufgestellt und wird vom Krisendienst Mittelfranken administriert.

Martina Mittenhuber erläutert: „Die Erstbewerter führen ihre Expertise zusammen, d.h. psychologische, medizinische, auch kriminologische Expertise. Manchmal geschieht das auch aus einer Dienststelle heraus – Jobcenter, Stadt Nürnberg, Ausländerbehörde –  diese Erstbewerter finden sich sehr schnell – innerhalb von 24 Stunden – zusammen und schauen sich den jeweiligen Fall an. Zur Zeit sind wir dabei, den Bereich ‚Religiöser Extremismus‘  der Präventionsstelle in das Bedrohungsmanagement zu integrieren. Wir   bilden zur Zeit einen Kreis von Menschen aus, die nah am Thema dran sind und immer einen Psychologen aus dem Krisendienst hinzu ziehen können, wenn es Sinn macht. Das ist der Erfahrung geschuldet. Wir hatten schon Fälle, die unschön geendet haben. Beispielsweise bei einem Schüler, der sich in der Schule IS-Videos angeschaut hat. Die Lehrer waren hilflos, die Mitschüler zumindest leicht verängstigt. Es wurde sofort die Polizei eingeschaltet. Das hat dazu geführt, dass der Schüler von der Schule verwiesen wurde. Im Nachhinein hat sich dann herausgestellt, dass es überhaupt keine drohende Gefahr gab. Es handelte sich um einen jungen Mann, der von einem Kumpel diese Videos zugeschickt bekam und ein wenig provozieren wollte. Aber es gab noch keine Anzeichen für eine Radikalisierung. Durch die Überreaktion, wurde ein Stückweit die schulische Laufbahn des jungen Mannes zerstört. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch, dass Anzeichen ernst genommen und von Profis entsprechend bewertet werden.“

Derzeit wird in Nürnberg auch an der Etablierung sogenannten „Mother Schools“ gearbeitet. Das ist ein Projekt, das in Wien von einer NGO, die sich „Frauen ohne Grenzen“ nennt, entwickelt wurde. Diese Organisation hat inzwischen in 7 oder 8 Ländern der Welt Mütterschulen eingerichtet, die erfolgreich laufen. Das geschah aus der sozialwissenschaftlichen Empirie heraus, dass Mütter häufig die ersten Personen sind, die Veränderungen an ihren Kindern, Radikalisierungstendenzen, feststellen. Sie sind auch häufig diejenigen, die den größten Einfluss auf ihre Kinder haben, wenn es darum geht zu deradikalisieren oder möglicherweise noch rechtzeitig einzuschreiten, bevor der Radikalisierungsprozess beginnt.

Es ist dem Bayrischen Sozialministerium ein großes Anliegen, diese Initiative auch in Bayern zu etablieren. Dazu wurden im Vorlauf im Jahr 2016, mit guten Ergebnissen, Piloten in Würzburg, Aschaffenburg und Erlenbach (einer kleine Gemeinde in der Nähe von Würzburg) eingerichtet und erprobt. Derzeit wird als nächster Standort Nürnberg eröffnet und etwas zeitlich versetzt, Augsburg. Das Nürnberger Projekt ist dem Frauenbüro, das zum Menschenrechtsbüro gehört, zugeordnet. Martina Mittenhuber führt aus: „Wir glauben, dass das weniger ein Erziehungsprojekt, sondern mehr ein feministisches Projekt ist, weil es auch darum geht, Frauen in ihrer Rolle zu stärken, vor allem Frauen aus patriarchalischen gesellschaftlichen Strukturen. Wir werden sehr von „Frauen ohne Grenzen“ aus Wien unterstützt, die auch die gesamte Schulung der Mütter in diesen Mother Schools übernehmen. Das ist ein relativ elaboriertes Verfahren im zeitlichen Rahmen von 12 Wochenenden, also eine relativ lange Schulung und unsere Aufgabe im Projekt ist es, die Strukturen zu schaffen, aber auch die Frauen zu akquirieren, die bereit sind mitzuarbeiten. Wir suchen vor allem über die Mütter- und Frauentreffs hier in Nürnberg. Davon gibt’s ganz viele, darunter die Familienbildungsstätten, aber auch Treffs in den Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende und in der Asylsozialbetreuung, also immer da, wo ein sehr enger, naher Kontakt zu Müttern und zu Frauen besteht. Das ist natürlich ein hochsensibler Kontext. Die Frauen sollen sich ja öffnen, sollen auch ehrlich über die familiären Probleme sprechen, ohne aber gleichzeitig ihre Kinder, Söhne und Töchter zu denunzieren oder an den Pranger zu stellen. Wir haben uns schon mit den Würzburgern getroffen und die sagen, dass das funktioniert. Sie kommen tatsächlich an die Frauen ran, da ist ein Bedarf.“

Gespräch beim Global Elternverein mit Mehmet Yilmaz, Leiter des Antiradikalisierungsprojekts

Im Artikel auf haGalil vor zwei Jahren wurde auch über die Aktivitäten des Global-Elternvereins, der Teil des Nürnberger Netzwerks ist, im Bereich „Antiradikalisierung“ berichtet. In der Zwischenzeit haben sich auch hier etliche Veränderungen ergeben. Das Projekt wurde zudem überregional wesentlich bekannter, durch die Teilnahme beim Wettbewerb des Bayrischen Rundfunks, „Das gute Beispiel„, bei dem es von 440 eingereichten Projekten einen sehr respektablen 5. Platz belegte. Durch die Teilnahme und die gute Platzierung hat sich der Bekanntheitsgrad des Digitalisierungsprojekts deutlich erhöht. Die mediale Anerkennung – unter anderem waren auch Medienvertreter in den Räumen von Global – hat auch motivierend auf die am Projekt teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gewirkt.

Mehmet Yilmaz

Wesentliche Veränderungen gab es im organisatorischen Bereich des Vereins. Der damalige Vorsitzende Celalettin Avci wurde durch den Eddie Kayiira, der bislang für das Antiradikalisierungsprojekt verantwortlich war, als Vorsitzender abgelöst und der bisherige Tutor Mehmet Yilmaz übernahm die freigewordene Position als Projektleiter. Die Gesamtzahl der Schüler bei Global beträgt derzeit 90 – 100. Die Zahl der Schüler, die am Antiradikalisierungsprojekt teilnehmen, hat sich von 13 – 15 vor zwei Jahren, auf jetzt 60 erhöht. Inzwischen werden Samstags auch zwei neue Kurse angeboten: “Qualikurs“  und “Fit für den Übertritt“. Der Qualikurs dient der Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss und der Vorbereitung auf das Berufsleben oder die weiterführende Schule. Im Kurs „Fit für den Übertritt“ werden Vorschulkinder, Grundschüler und Realschüler schulisch bei vorhandenen Defiziten in Deutsch, Mathe oder oder einem anderen Fach unterstützt.

Das Spektrum der religiösen und nationalen Hintergründe ist deutlich größer geworden. Vor zwei Jahren hatten gab es bei Global Kinder aus Ghana, Togo und der Türkei. Vertretene Religionen waren Christentum und Islam. Inzwischen haben die Schüler mehr als zwanzig unterschiedliche nationale Hintergründe. Darunter finden sich Schüler aus Deutschland, den USA, Frankreich, Bosnien, Türkei, Syrien, Griechenland, Bulgarien, Philippinen, Uganda, Ghana, Togo, Eritrea, Benin. Die religiösen Hintergründe haben sich erweitert um Hinduismus, Agnostizismus und Atheismus. Die Kinder profitieren von dieser Entwicklung, weil sie Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen nationalen, kulturellen und religiösen Hintergründen entdecken können, was den Kindern leichter fällt, als Erwachsenen.

Mehmet Yilmaz erläutert: „Der Hauptgrund für den Zuwachs bei der Schülerzahl war, dass die Teilnehmer des Projektes immer mal wieder Mitschüler aus der Klasse oder dem Freundeskreis mitgebracht haben und die konnten sich gut mit mir bzw. Eddie identifizieren, weil wir ja nur überschaubar älter waren, als sie selbst und weil wir auch einen Migrationshintergrund haben. Darüber hinaus war unser schulischer Background ähnlich zu dem der Interessenten und späteren Schüler. Eddie und ich haben dann den Weg zu höher qualifizierten Schulen zum Studium zurückgelegt. Wir sind also Beispiele dafür, dass das geht und das motiviert. Eine verstärkende Wirkung hatte sicher auch der Peer-to-Peer Ansatz, den wir von Anfang an verfolgt haben. Die Jugendlichen haben gesehen, dass man bei Global auch Funktionen übernehmen kann, z.B. als Tutor oder Tutorin und damit im Projekt eine wichtige Aufgabe bekommen kann.“

Was das Thema „Antiradikalisierung“ angeht, gab es methodisch in den letzten zwei Jahren keine Änderungen. Es ging von Projektbeginn an darum, den Kindern und Jugendlichen zu verdeutlichen, was für ein Steinbruch das Internet ist und was für Arten von Steinen dort zu finden sind, darunter auch vieles, das unbrauchbar oder gar brisant ist. Man setzt sich nach wie vor mit den KIDs an den PC, um Informationen zurückzuverfolgen, mit dem Zweck, zu prüfen, ob es sich um Fakten, Fakes oder manipulierte Informationen handelt. Es wird auf die Bedeutung des „Impressum“ hingewiesen, auf die Aussagekraft von Namen und Adressen, über die man mittels einer Suchmaschine Informationen einholen kann. Was sich aber teilweise geändert hat, sind die Ansatzpunkte. Die Kinder und Jugendlichen sind nicht mehr so stark auf Suchmaschinen präsent, sondern eher in den sozialen Netzwerken. Sie verbringen nach den Erfahrungen von Global, im Schnitt fast 60% ihrer Freizeit im Netz, schauen sich Videos,  bzw. Seiten an, die sie als Vorschlagseiten empfohlen bekommen. Die radikalen Gruppen, die sich im Internet tummeln, haben auf diese Entwicklung reagiert  und fokussieren ebenfalls auf die sozialen Netzwerke. Global folgt hinsichtlich des Antiradikalisierungsprojekts dem Trend. Meistens kommen die Schüler, mit konkreten Hinweisen und Fragen auf Global zu. Aber Global verfügt auch über Beispiele aus den sozialen Netzwerken, die zu Aufklärungszwecken eingesetzt werden können. Mehmet Yilmaz führt aus: „Die radikalen Seiten werden oftmals sehr professionell betrieben. Es werden Themen angestoßen und ein offenes Ende gelassen. Man trifft dort auf gut bearbeitete Videos, welche die Kinder beeindrucken. Dem User werden Fragen der Art gestellt: „Wie Wie willst du ein Zeichen dagegen setzen oder traust Du Dich nicht, mal etwas zu sagen? Wir zeigen dann auf, dass viele der präsentierten Bilder mit dem angesprochenen Thema nichts zu tun haben, sondern aus einem anderen Zusammenhang genommen sind, zeigen, dass viele Berichte einfach via Copy and Paste von anderen Berichten übernommen wurden und die angeblichen Autoren real nicht existieren. Das führt dazu, dass die Kinder skeptisch werden. Und wenn sie sich die Kommentare anschauen, in denen radikale User ihren Hass rauslassen und hetzen, dann fühlen sie sich nicht wohl und merken, dass da einiges nicht stimmt. Aber die Hetze ist teilweise so stark, dass Fragen offen bleiben. Wir helfen dann weiter, gehen das gemeinsam mit den Kindern durch und Schritt für Schritt wird deutlicher, dass und wie manipuliert wird.“

Was den Abbau oder die Prävention gegen Vorurteile gegenüber Religionen oder Kulturen angeht, verwendet Global einen Topf, der mit Zettelchen gefüllt ist, die mit Begriffen aus den verschiedenen Kulturen und Religionen beschriftet sind. Die Schüler ziehen einen Zettel. Wenn darauf ein Begriff steht, der sich auf die je eigenen Religion oder Kultur bezieht, wird alternativ ein weiterer Zettel gezogen. Danach setzt sich jedes Kind oder jeder Jugendliche an einen Laptop und ist gefordert, im Internet nach Stichwörtern oder Texten, die mit dem Begriff zusammenhängen, zu recherchieren und daraus eine kleine Powerpoint-Präsentation von zwei bis drei Minuten zu erstellen. Anfänglich verbinden die Kinder und Jugendlichen in der Regel mit dem gelosten Begriff nicht viel, aber je mehr sie recherchieren, desto deutlicher wird, dass es auch Berührungen mit der eigenen Religion und/oder Kultur gibt. Dann später, während der Präsentation, die von den Anwesenden kommentiert wird, werden auch von diesen solche Berührungen festgestellt. Sie finden also Gemeinsamkeiten und merken, dass sie sich nicht über Differenzen ausgrenzen müssen, sondern profitieren davon, dass sie sich über Gemeinsamkeiten verbinden und Freundschaften verstärken können. Ein positiver Nebeneffekt dieser Methode ist, dass ihnen die erlernten Recherche- und Präsentationstechniken auch im schulischen Bereich weiter helfen.

Global trainiert die Kinder und Jugendlichen auch im Diskutieren. Das geschieht in den Schulferien in Form von Wettbewerben mit Vergabe von Preisen (Kinogutscheine). Die gewählten Themen haben mit Radikalisierung und/oder dem Internet zu tun. Dadurch wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Mehmet Yilmaz: „Viele Kinder und Jugendliche werden beispielsweise auf dem Weg in die Innenstadt oder anderswo angesprochen und es wird versucht, ihnen radikale Werte zu vermitteln. Da wird gesagt: Du fühlst dich hier auch nicht wohl, du wirst benachteiligt, weil du nicht aus Deutschland kommst. Dadurch, dass wir den Kindern und Jugendlichen beibringen, wie man debattiert, wie man mit ganz einfachen Argumenten, solchen Versuchen etwas entgegensetzen kann, werden sie immunisiert. Die Kinder schildern mir oft solche Situationen und sagen, die haben mich dann in Ruhe gelassen.“

Global geht inzwischen folgenden Weg, um die Erfahrungen im Bereich Antiradikalisierung gezielt weiterzugeben und damit auch die Öffentlichkeitsarbeit zu verstärken: Es werden für Schulklassen 90 minütige Workshops angeboten. Der Auslöser für diesen Ansatz war, dass Global in Gesprächen mit Lehrern und Sozialpädagogen oft erfahren hat, dass eine große Unsicherheit darüber vorhanden ist, wie sie z.B. zu dem Thema „Smartphone“, das bei ihren Schülern sehr relevant ist, aufklären können. Wenn sie da Versuche unternehmen, geht das meistens schief, weil das von den Schülern und Schülerinnen nicht akzeptiert wird. Global kommt mit seinem Peer-to-Peer Ansatz viel besser an. Mehmet: „Vor einigen Wochen war ich beispielsweise auf einer Veranstaltung von JAS (Jugendsozialarbeit an Schulen) Infolink: https://www.stmas.bayern.de/jugendsozialarbeit/jsa/index.php

Da waren Sozialpädagogen der Schulen anwesend und das Interesse an unseren Angeboten, auch am Antiradikalisierungsprojekt war sehr groß. Im Rahmen und im Nachklang dieser Veranstaltung wurden dann auch etliche Workshops bei uns gebucht. Über die Workshops bekommen die Schüler dann einen Vorgeschmack von unserem Projekt und werden motiviert daran teilzunehmen. Wenn die von sich aus, ohne eine solche Brücke kommen, landen die z.B. oft vor unserer Tür und trauen sich dann nicht rein. Das haben wir in der Vergangenheit öfter erfahren. Über die Brücke mit den Workshops wird Angst genommen.“

Überlegungen für die Zukunft

Global will sich zukünftig stärker in den sozialen Medien präsentieren, um Jugendliche anzusprechen. Es ist z.B. im Antiradikalisierungsprojekt in Planung, dass die Teilnehmer des Projekts einen Tag lang Zugang zur Internetpräsenz bekommen und dort aus ihrer Sicht Themen posten können. Wir hoffen so die Kinder und Jugendlichen noch besser zu erreichen. Man macht sich auch Gedanken darüber, wie es möglich wird, sich von den Raumkapazitäten her zu erweitern, weil die jetzige Situation sehr beengt ist, die Nachfrage nach den Angeboten und damit auch der Raumbedarf stetig weiter steigt.

Gespräch zu Ufuq

Das Gespräch wurde mit Michelle Fowinkel, die im Rahmen des Nürnberger Präventionsnetzwerkes gegen religiös begründete Radikalisierung in der Stabsstelle Menschenrechtsbüro & Frauenbeauftragte arbeitet, geführt. Das Netzwerk ist Kooperationspartner von Ufuq in Nürnberg und Träger der „Wie wollen wir leben?“ – Workshops in Nürnberg.

Der Name „Ufuq“ ist arabisch und heißt ins Deutsche übersetzt „Horizont“. Der Verein ist ein anerkannter Träger der Jugendhilfe und auch in der politischen Bildung tätig. Gegründet wurde er im Jahr 2006 in Berlin. Die Arbeit dreht sich um die Themen „Islam“, „Islamfeindlichkeit“ und „Islamismus“ und ist an der Schnittstelle zwischen politischer Bildung, Pädagogik, Wissenschaft und politischer Debatte angesiedelt. Die Leitfrage lautet: „wie wollen wir leben“. Für den Bereich der Jugendarbeit und der politischen Bildung werden Materialien für die pädagogische Praxis erarbeitet, Fortbildungen und Beratungen für Multiplikatoren oder Multiplikatorinnen, sowie verschiedene Projekte, z.B. Workshops.

Michelle Fowinkel erklärt die regionale Situation: „‚Die Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung‘ von Ufuq in Bayern hat ihren Sitz in Augsburg. Es gibt zwei Städte, die von kommunalen Partnern betreut werden, Würzburg und Nürnberg. In Augsburg bietet die Fachstelle von Ufuq selbst die Workshops an. In Nürnberg und Würzburg kooperiert Ufuq mit kommunalen Partnern, die als Träger vor Ort fungieren. Das Ziel des Engagements ist die Förderung von Demokratie und Pluralismus in der Migrationsgesellschaft. Die Ausgangssituation ist, dass religiöse Vielfalt und muslimisches Leben mittlerweile Alltag in den bayerischen Schulen ist. Für viele spielt religiöses Leben keine große Rolle, aber für manche ist Religion eine Ressource. Das Angebot von Ufuq, dessen Kooperationspartner in Nürnberg das ‚Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung‘ ist, richtet sich an Jugendliche in Schulen und Jugendeinrichtungen.Die Workshops leisten einen präventiven Beitrag gegen Ideologisierung. Die Frage „Wie wollen wir leben?“ zielt dabei auf eine kritische Auseinandersetzung mit freiheitsfeindlichen Ideologien und Verhaltensweisen ab.

Der Bezug auf ‚den‘ Islam kann beispielsweise dann zu Konflikten führen, wenn einige Jugendliche sich auf extremistische oder radikale Ansprachen beziehen, wenn auf dem Schulhof abfällige Bemerkungen wegen des Verhaltens oder des Kleidungsstils anderer fallen, oder wenn in einer Gruppe diskriminierende, muslimfeindliche Vorstellungen bestehen. Wenn Jugendliche bereits radikalisiert sind oder sich in einem Radikalisierungsprozess befinden, fällt das in der Regel Lehrkräften, oder zum Beispiel – in einem Workshop den Teamenden auf. In einem solchen Fall ist das ‚Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung‘ ein guter Ansprechpartner. Personell bietet mein Kollege Rainer Neußer die richtige Anlaufstelle. Er  vermittelt dann sachbezogen weiter, beispielsweise an das Violence Prevention Network oder andere Einrichtungen.“

Die Kooperation zwischen dem „Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung“ und Ufuq begann im Sommer 2017, indem man den Workshops den Weg ebnete. Die Workshops sind als Peer-to-Peer Projekt ausgelegt, d.h. der Altersunterschied zwischen den Jugendlichen und den Teamenden darf nicht allzu groß sein. Die Ausschreibungen für die zu besetzenden Teamenden-Stellen wurden schwerpunktmäßig über die Kanäle der Stadt und über soziale Netzwerke publiziert. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, sprach man Studierende in den Bereichen Pädagogik, Sozialpädagogik und Islamwissenschaft an. Im Herbst 2017 und im Januar 2018 fanden dann, unter inhaltlicher Leitung der Kolleg/innen von Ufuq Berlin, die ersten Schulungswochenenden statt. Dabei wurden 9 Teamerinnen und Teamer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren mit dem Konzept und den Methoden vertraut gemacht. Die Weiterbildung der Teamenden hat danach das Nürnberger Netzwerk eigenständig übernommen. Michelle Fowinkel über den derzeitigen Stand hinsichtlich des Angebots: „Wir haben im Zeitraum von März bis Ende November 2018 zwölf Workshops durchgeführt. Es ist aber noch Luft nach oben.“

Im Mittelpunkt der Workshops stehen kleine, diskursanregende Filmchen, die Ufuq in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg entwickelt. Sie zielen darauf ab, die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren. 

Michelle Fowinkel: „Die Workshops sind für Jugendliche ab der 5. Klasse geeignet. Es können verschiedene, nach Themen und Jahrgangsstufen untergliederte Module zum Einsatz kommen. Die Teamer/innen arbeiten zu zweit mit den Jugendlichen, zu Themen, wie Religion, Identität, Zugehörigkeit, Geschlechterrollen, Diskriminierungserfahrungen oder auch radikale Ansprachen und wie die Jugendlichen damit umgehen können, ohne sich macht- und hilflos zu fühlen. Die Teams sind bunt gemischt. Die jungen Teamer/innen haben selbst verschiedene religiöse Hintergründe sowie unterschiedliche Bezüge zur Religion. Wir versuchen, soweit die Organisation dies zulässt, stets heterogene Teams zu bilden. Die verschiedenen Module haben unterschiedliche thematische Schwerpunkte. Zusammen mit den Lehrkräften oder Betreuenden wählen wir ein Modul aus, das zu den aktuellen Themen innerhalb der Klassengemeinschaft oder der Jugendgruppe passt.

Manchmal entsteht der Eindruck, dass die Teamenden an die Schulen gehen und dort Input-Vorträge halten. Dieser Eindruck ist falsch. Ziel ist es, den Jugendlichen Signale von Anerkennung und Zugehörigkeit zu vermitteln, aber auch demokratische Werte, Partizipation und die Selbstwirksamkeitserfahrung zu fördern. Ganz wichtig ist: Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Wissensvermittlung – etwa in Fragen der Religion. Es geht darum Räume für den Dialog und Auseinandersetzungen unter den Jugendlichen zu schaffen.“ 

Michelle Fowinkel spricht ein Beispiel aus der Praxis an: „Wenn innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen immer wieder Aussagen fallen, wie ‚… Mädchen dürfen dies nicht …‘ oder ‚… Jungs müssen das tun…‘ und diese Aussagen religiös begründet werden, bietet sich beispielsweise an, mit der betreffenden Gruppe jenes Modul durchzuarbeiten, welches sich explizit mit Geschlechterrollen und Normkonstruktionen befasst.“

Im Rahmen der Workshops werden derzeit acht Module angeboten. Neben Geschlechterrollen und Normkonstruktionen geht es auch um Stereotypen und Diskriminierung, der Vielfalt von Islam und muslimischen Leben in Deutschland, der Auslegung religiöser Quellen im Alltag oder dem Wahrheitsanspruch radikaler Prediger.

Herauszudestillieren, welche Module in je konkretem Fall eingesetzt werden, geschieht folgendermaßen: Die Lehrkräfte oder Pädagogen und Pädagoginnen in Jugendeinrichtungen wenden sich an das Netzwerk oder den Kollegen von Michelle Fowinkel, Herrn Neußer, dann werden unter anderem organisatorische Fragen geklärt, darunter welches Format eingesetzt wird. Es gibt zwei Varianten: Die Workshops können entweder in Form eines Projekttages, bestehend aus vier Zeitstunden oder in Form von drei Einzelterminen á 90 Minuten durchgeführt werden. Danach wird zusammen eruiert, welches Modul zu den anstehenden Themen, zur Zusammensetzung und zum Alter der Jugendlichen passt. Kosten entstehen für die Schulen oder die Jugendeinrichtungen nicht. Die werden vom Bayrischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales übernommen.

Für die Zukunft ist geplant, verstärkt Werbung zu betreiben. Michelle Fowinkel: „Im Dezember 2018 waren wir zum Beispiel bei der ‚Berufsbildung‘, der Berufsbildungsmesse für Schülerinnen und Schüler auf dem Messegelände in Nürnberg vertreten. Dort haben wir einen Workshop  mit dem Modul: ‚Glaube Islam und Ich. Über Vielfalt von Islam und muslimischen Leben in Deutschland. Woran glaubst Du? Was ist Dir wichtig?‘ durchgeführt. Wir versuchen natürlich auch, über die Schulämter und über die kommunalen Strukturen mit Bezug zu den Schulen, Werbung zu machen und das Angebot an die Lehrkräfte zu bringen.“

Veranstaltung des „Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung“

Das „Nürnberger Präventionsnetzwerk gegen religiös begründete Radikalisierung“ führt regelmäßig Arbeitstreffen, die unter ein bestimmtes Schwerpunktthema gestellt sind, durch. Die Zielsetzung für diese Treffen besteht darin, einerseits ein Stückweit Wissen in Bezug auf Arbeitsfelder zu vermitteln, die für die Beteiligten am Netzwerk hilfreich sind, wo aber das Wissen noch gering ist. Zum anderen geht es auch darum, sehr praxisorientierte Anregungen zu geben, das heißt: Good Praktice vorzustellen, aus anderen Ländern, aus anderen Städten und zu sehen, was davon auf Nürnberg übertragbar ist und etabliert werden kann.

Das letzte Arbeitstreffen fand im Dezember 2018 statt und hatte „Antisemitismus“ zum Thema. Begrüßt und ins Thema eingeführt wurden die Mitglieder des Netzwerks und die Gäste durch Martina Mittenhuber. Im Plenum gab es dann verschiedene Vorträge. Anschließend teilten sich die Anwesenden in thematische Arbeitsgruppen.

Der Einstieg im Plenum unter dem Titel „Jüdisches Leben in Nürnberg“ erfolgte durch persönliche Beiträge von Diana Liberova (Stadträtin und Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, IKGN) und Jo-Achim Hamburger (Vorsitzender der IKGN).

Jocki Hamburger und Diana Liberova, (c) Heinrich Kolb

Diana Liberova schilderte u.a., wie sie als Jüdin ihr Umfeld erlebt: „Erfahrungen machte ich mit unterschiedlichen Formen von Antisemitismus von meinem ersten Tag in Deutschland an. Damals – neu in der Schule stellte ich mich vor und bekam von einer

Schulkommilitonin zu hören sie sähe zum ersten Mal einen lebendigen Juden. ‚Sah sie davor nur tote?‘ war mein damaliger Gedanke. Immer wieder wurde ich in den Folgejahren damit konfrontiert, dass man keine Normalität in Beziehung zu den Juden hat. Später – als Mitarbeiterin der Stadt kam ich auch mit israelbezogenem Antisemitismus in Berührung als ich von einem dienstlichen Termin in der Moschee ausgeladen wurde, weil Israel in Gaza was bombardierte. Und auch vor einigen Tagen hörte ich am Stand von Hadera (GKN: Hadera ist die israelische Partnerstadt von Nürnberg. Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit gibt es neben dem Christkindlesmarkt einen „Markt der Partnerstädte“ auf dem auch Hadera vertreten ist.), wie ein Mann im Vorbeigehen sagte: ‚da gehen wir nicht hin, wir trinken nicht bei Juden‘. Das ist Realität heute in Deutschland.“

Jo-Achim Hamburger stellte im Rahmen seines Beitrag die Frage: „Was kann man aus dem Holocaust lernen, was können wir ‚Deutsche‘ aus dem Holocaust lernen?“. Er antwortete: „Nichts. Haben wir die Schoa gebraucht, um zu wissen, dass man Millionen Menschen nicht berauben, entrechten und industriell ermorden darf? Haben wir den Angriffskrieg gebraucht, mit den mehr als 50 Millionen Toten, um zu wissen, dass dies Unrecht ist? Daraus lassen sich keine ‚Lehren‘ ziehen. Das weiß man vorher und hat es immer gewusst. Wir neigen dazu, uns zu moralischen Siegern zu erklären, die jetzt der ganzen Welt Moral und Ethik beibringen dürfen, weil wir ja ‚gelernt‘ haben. Die Deutschen als Weltfriedensstifter und Moralisten. Eine gewisse Bescheidenheit und Zurückhaltung wäre angebrachter. Was waren die Gründe für den fast totalen ethisch-moralischen Bankrott in unserem Lande und wie kann so etwas in Zukunft ein für alle Mal verhindert werden?“

Im Anschluss daran stellte Martina Heimann Oberstaatsanwältin und Antisemitismusbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg sich und ihre Arbeit vor. Martina Hausmann besitzt langjährige Erfahrung bei der Verfolgung extremistischer und antisemitischer Straftaten. Sie kümmert sich um eine einheitliche Rechtsprechung bei judenfeindlichen Straftaten, auch im Internet und ist Ansprechpartnerin für jüdische Einrichtungen.

Darauf folgte Kriminalkommissar Schug, Sachbearbeiter Deradikalisierung des Polizeipräsidium Mittelfranken, der ebenfalls seine Aufgaben erläuterte.

Rainer Neußer von Brücke Köprü präsentierte die Ergebnisse der aktuellen, DFG-geförderten Langzeitstudie „Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses“ von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Fiesel, TU Berlin.

Nach diesem sehr spannenden Vortrag wurde das Projekte „Respekt Coach“ der Jugendmigrationsdienste der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg und der Caritas präsentiert. 

Die Workshops griffen Themen wie „Politische Bildung gegen Antisemitismus“ und „Antisemitismus als Element des Rechtsextremismus“ auf und stellten verschiedene Projekte der Antisemitismusprävention vor.

© Gerhard K. Nagel

Bild oben: Der Global Elternverein mit einem Spendenscheck des Rotary Club Nürnberg-Reichswald