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Die neue Fernsehtipps

Vom 01. bis 15.03.2019…

Fr, 1. Mär · 06:45-07:30 · PHOENIX
Die Geschichte der Lilli Jahn

Der Briefwechsel der jüdischen Ärztin Lilli Jahn ist weltweit ein Bucherfolg. Für „ZDF-History“ erzählen ihre Kinder und Enkel vom bewegenden Schicksal, das aus den Briefen spricht. An der Seite ihres christlichen Ehemanns wird Lilli Jahn im „Dritten Reich“ nach und nach ausgegrenzt. Doch sie bleibt unbehelligt, bis sich ihr Mann 1942 von ihr scheiden lässt. Lilli Jahn kommt als Jüdin ins Arbeitslager, später nach Auschwitz, wo sie stirbt. Über 500 Briefe zeugen von dem engen Band zwischen der inhaftierten jüdischen Ärztin Lilli Jahn und ihren fünf Kindern. Aus dem La ger kann die Mutter ihrem Sohn und den vier Töchtern immer wieder heimlich und offiziell Nachrichten zukommen lassen. Die Kinder schicken Briefe und Pakete mit Lebensmitteln zurück, die der Mutter das Überleben in der harten Lagerzeit ermöglichen. Kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz im März 1944 schickt Lilli Jahn die Briefe ihrer Kinder an ihren ältesten Sohn Gerhard Jahn zurück. Der spätere Justizminister unter Bundeskanzler Willy Brandt verwahrt sie ohne Wissen seiner Schwestern. Erst nach seinem Tod entdecken die Töchter Lilli Jahns die liebevollen Zeilen an ihr „liebstes Muttileinchen“ in seinem Nachlass. Lange war der Tod der Mutter in Auschwitz in der Familie ein Tabu. Jetzt bricht der Damm. Der Journalist Martin Doerry, Enkel von Lilli Jahn, veröffentlicht den Briefwechsel. Das Buch wird in 20 Sprachen übersetzt: ein herausragendes Dokument der Menschlichkeit in Zeiten der NS-Barbarei. „ZDF-History“ zeigt die bewegende Geschichte, aus der die Briefe entstanden sind.

Fr, 1. Mär · 14:15-15:45 · One
Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners

Nach einem rätselhaften Mordfall in der Synagoge von Potsdam wird ausgerechnet der Rabbiner Seelig verdächtigt. Pfarrer Braun, der hier gerade seine neue Wirkungsstätte bezogen hat, leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe und ermittelt in der jüdischen Gemeinde. Nebenbei müssen Braun und Seelig gemeinsam eine jüdisch-katholische Liebesheirat ermöglichen. Ein schwieriges Problem, denn die Familien des jungen Paares sind sich nicht grün: Ihre Gärtnereien konkurrieren erbittert. Bischof Hemmelrath und sein Adlatus Mühlich wollen Pfarrer Braun versetzen. Ostgrönland oder Potsdam stehen zur Auswahl. Und so fügt Braun sich in sein Schicksal und reist mit der Roßhauptnerin und Armin nach Potsdam. Ein Novum für den katholischen Pfarrer: Seine neue Wirkungsstätte liegt in der Nachbarschaft einer jüdischen Gemeinde. Braun gewöhnt sich jedoch schnell ein, denn kurz nach seiner Ankunft geschieht ein Mord – ausgerechnet in der Synagoge: Ein Geselle aus der hiesigen Gärtnerei Grün wurde mit einem Blumendraht erwürgt. Kommissar Geiger, aufgrund seiner hohen Aufklärungsquote zum LKA berufen, verdächtigt ausgerechnet Rabbi Seelig. Braun ist diese Verdächtigung nicht ganz koscher. Er nimmt erst einmal eine Prise Schnupftabak und leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe. Dabei kommt er einer jüdisch-katholischen Familienfehde auf die Spur. Die Gärtnerei Grün und die Gärtnerei Kruschke kämpfen mit harten Bandagen um lukrative Marktanteile bei der Bepflanzung des weltberühmten Schlossparks Sanssouci. Trotz der Feindschaft verbindet Adam Grüns Tochter Alisha und Egon Kruschkes Sohn Gerd eine heimliche Zuneigung. Gemeinsam mit Rabbi Seelig will Braun eine Liebesheirat durch Familienversöhnung ermöglichen. Bei der Frage, wer dabei zu welchem Glauben konvertiert, treten die beiden Gottesmänner in einen temperamentvollen Wettstreit. Nebenbei findet Braun heraus, dass der Ermordete ein begnadeter Botaniker war. Er hat eine neue Tulpenzwiebel gezüchtet, die mit Gold aufgewogen wird.

Fr, 1. Mär · 21:00-22:25 · One
Herbe Mischung

Zahra und Benni sind seit einem Jahr ein glückliches Paar. Gerade haben sie in München eine gemeinsame Wohnung bezogen. Während Benni seinen Doktor in Botanik macht, hat Zahra einen kleinen Teeladen. Alles ist möglich, alles ist gut. Doch als Bennis Opa stirbt, wird das junge Glück auf eine harte Probe gestellt. Denn Benni ist Jude, seine Familie lebt in Tel Aviv, Zahra ist Halb-Araberin – zumindest der Herkunft nach – aber eigentlich hat sie sich damit nie wirklich auseinandergesetzt. Warum auch? Sie ist in München geboren und durch und durch deutsch, im Geburtsort ihres Vaters war sie gerade zwei Mal und das ist Jahrzehnte her. Jetzt muss sie sich wohl oder übel damit befassen. Denn als sie mit Benni zur Beerdigung des Opas nach Tel Aviv reist, steht plötzlich im Mittelpunkt, was in München keine Rolle spielte. Bei der Beerdigung bekreuzigt sich Zahra am Grab, woraufhin Bennis Familie, die durch ein Missverständnis annahm, Zahra sei Jüdin, schockiert ist. Und es wird nur allzu deutlich: Bennis Vater Ephraim, ein General a.D., ist in den Jahren seiner Pension regelrecht zum Araberhasser mutiert und hat sein Haus in ein Fort Knox verwandelt. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Araber den Großvater quasi auf dem Gewissen hat, denn der Opa bekam den tödlichen Herzinfarkt nach der Detonation einer Rakete nahe seines Hauses. Wohl kaum der richtige Zeitpunkt, entscheiden Zahra und Benni, jetzt mit Zahras pikantem Halbblut herauszurücken. Denn beide wollen nur zwei Tage bleiben und Bennis Familie hat Zahra dann doch schnell ins Herz geschlossen. Bis auf eine: Tante Edna, eine alte Jungfer, die nicht tolerieren kann, dass eine „Schickse“ sich ihr geliebtes „Bubbele“ geangelt hat. Sie ist es auch, die belauscht, dass Zahra mit Nachnamen Abdullah heißt – nur leider kann sie das nicht mehr beweisen, denn Bennis Oma hat Zahras Pass verschwinden lassen. So müssen Zahra und Benni gezwungenermaßen übers Wochenende bleiben, an dem Edna nichts unversucht lässt, Zahra zu überführen. Vater Ephraim versucht ungelenk, sich seinem Sohn anzunähern, der vor drei Jahren nach einem Streit mit ihm die Familie und Israel verließ. Zwischen Zahra und Benni beginnt es zu kriseln, denn Zahra erkennt langsam ihren Freund nicht mehr wieder. Die Situation eskaliert.

Sa, 2. Mär · 19:20-20:00 · 3sat
Gelbe Wut Frankreichs Intellektuelle und die Gelbwesten

Seit Mitte November erschüttert der Aufstand der Gelbwesten Frankreich in seinen Grundfesten. Wie konnte es soweit kommen? Und welche Auswege gibt es? Mit einem klassisch roten Peugeot 205 fahren Daniel Böhm und sein Kamerateam quer durch Frankreich, sprechen mit wütenden Demonstranten, befragen Intellektuelle zu ihrer Haltung und begleiten Präsident Macron bei dem Versuch, mit Bürgern in den Dialog zu kommen. Die geballte Wut, die Frankreichs Straßen erfasst hat, spaltet auch Frankreichs Künstler und Intellektuelle wie nie zuvor. Während sich renommierte Autoren wie Annie Ernaux mit den Gelbwesten solidarisieren, warnen Ex-68er wie Daniel Cohn-Bendit vor einer reaktionären und gefährlichen Bewegung. Die antisemitischen Ausfälle gegen den jüdischen Philosophen Alain Finkielkraut scheinen den Politiker und Publizisten Cohn-Bendit zu bestätigen, wenn er sagt: „Sie spüren das ja schon in gewissen Aussagen wie ‚Wir sind Franzosen, wir sind hier zu Hause‘ – da kann man hören, was da dahintersteckt.“ Doch die Grand-Dame der französischen Arbeiterliteratur Annie Ernaux will das nicht gelten lassen, gibt aber zu: „Es gibt hässliche Szenen und antisemitische Slogans, das stimmt. Aber man fragt sich, ob das nicht auch dazu dient, um die ganze Bewegung zu diskreditieren“ Keiner hat die Spaltung Frankreichs so pointiert dargestellt, wie der Rapper D.Ace, der in einem millionenfach geklickten Song beide Positionen gegenüberstellt. Der Musiker mit malischen Wurzeln erklärt aber auch, warum vor allem in den Banlieues, wo die wirklich Armen der Gesellschaft wohnen, die Gelbwestenbewegung nur wenig Zulauf bekommt. Um zu verstehen, warum die chaotische Protestbewegung dennoch so eine Durchschlagskraft hat, begibt sich der Film dorthin, wo der Aufstand begonnen hat: an den Rand des Landes. In Lothringen trifft das Team den Schriftsteller Nicolas Mathieu. Sein Roman „Leurs enfants après eux“ erhielt im November den ältesten und wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt. Mathieu beschreibt darin den Niedergang der Industriestadt Hayange – mit Landflucht, De-Industrialisierung und Verarmung. Doch auch hier geht es den Gelbwesten, den Gilets Jaunes, nicht nur um fehlende Jobs. Ihre Wut richtet sich gegen die Elite. Und die rätselt im fernen Paris noch immer über die Gründe des Aufstands. Für den Geographen Christophe Guilluy ist er das Resultat einer schon lange gespaltenen Gesellschaft. Auch die ehemalige linke Kulturministerin und Autorin Aurélie Filippetti glaubt, Frankreich fehle es an Demokratie. Sie, die sich selbst als Arbeiterkind bezeichnet, beklagt die Arroganz der politischen Kaste. An der Universität SciencesPo, wo viele Präsidenten und Minister einst ihre Karrieren begannen, schwanken Schüler und Professoren zwischen Selbstkritik und Verständnis. Welche Auswege aus der andauernden Gewalt gibt es? Kann Präsident Emmanuel Macron die Gemüter mit seinem nationalen Dialog beruhigen? Oder geht den Gelbwesten irgendwann die Luft aus? Viele wollen weiter demonstrieren. Andere suchen Wege in die Politik, so wie Jacline Mouraud, die den Aufstand mit einem Facebook-Video losgetreten hatte. In Orléans gründet sie jetzt ihre eigene Partei. Auch hier ist das Kamerateam für diesen Film mit vor Ort. Am Ende dieser spannenden Drehreise ist noch immer offen, wohin Frankreich letztendlich steuert. Klar aber ist, der Aufstand hat das Land in seinen Grundfesten erschüttert – und wird die Republik verändern.

So, 3. Mär · 13:10-15:05 · One
Taking Woodstock – Der Beginn einer Legende

Der jüdische Einwanderersohn Elliot Teichberg (Demetri Martin) will eigentlich in New York Karriere als Dekorateur machen. Das vor der Zwangsversteigerung stehende Motel seiner kauzigen Eltern zwingt ihn jedoch im Sommer 1969 zur Rückkehr in sein Heimatdorf Bethel. In der Hoffnung, ein paar zahlende Besucher in das verschlafene Provinznest zu locken, organisiert er ein lokales Theaterfestival. Durch Zufall erfährt er, dass im Nachbarort Wallkill ein groß angekündigtes Open-Air-Konzert wegen Anwohnerprotesten untersagt wurde. Als Vorsitzender der lokalen Handelskammer besitzt Elliot eine selbst ausgestellte Lizenz zur Durchführung eines Kulturfestivals, die plötzlich Gold wert ist. So vermittelt er dem Woodstock-Veranstalter Michael Lang (Jonathan Groff) die Rinderweide seines verschuldeten Nachbarn Max Yasgur (Eugene Levy), nicht ahnend, welches Megaereignis er dadurch ermöglicht. Überfallartig zieht nicht nur ein Bataillon von Organisatoren, Technikern und schrillen Musikern in die aus allen Nähten platzende Gemeinde ein. Auf den Weg machen sich auch mehrere hunderttausend Musikfans und zugedröhnte Hippies, um ein einzigartiges Happening zu feiern. Selbst Elliots Eltern lassen sich von dieser Stimmung anstecken.

Mo, 4. Mär · 00:05-01:35 · NDR
Der Medicus (1/2)

England, im frühen elften Jahrhundert. Trotz seiner magischen Vorahnung muss der junge Halbwaise Rob Cole hilflos mit ansehen, wie seine Mutter an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Das Erlebnis prägt ihn nachhaltig. Rob schließt sich einem fahrenden Bader an, der ihn in das medizinische Halbwissen des Mittelalters einweiht. Da der Wanderheiler allmählich sein Augenlicht verliert, übernimmt sein Zauberlehrling bald die „Behandlungen“ – für die Patienten eher schmerzhafte als heilsame Prozeduren. Von einem jüdischen Medicus, der dem fast Erblindeten durch einen kunstvollen Eingriff das Augenlicht wiedergibt, erfährt Rob, dass es außer seinem bescheidenen Wissen eine sehr viel weiter entwickelte Heilkunst gibt. Elektrisiert macht er sich auf den Weg in die persische Stadt Isfahan, wo der sagenumwobene Ibn Sina (Ben Kingsley) Medizin lehrt. Dank seiner erstaunlichen Fähigkeiten avanciert Rob bald zum Meisterschüler des Universalgelehrten. Doch dadurch begibt er sich auch in große Gefahr.

Di, 5. Mär · 19:40-20:10 · arte
Re: Eine Klinik in Jerusalem – Ärzte überwinden politische Schranken

Zehn Kilometer westlich von Jerusalem liegt die größte Klinik des Nahen Ostens: das Hadassah-Hospital. Vor über hundert Jahren wurde es von amerikanischen Hebammen gegründet. Ihr Credo: Bedürftigen helfen, unabhängig von Herkunft oder Religion. Das gilt hier bis heute und wird jeden Tag gelebt – so etwa vom israelisch-palästinensischen Ärzteteam auf der Kinder-Herz-Station.Die Kindersterblichkeit in Palästina ist fast fünfmal höher als in Europa. Die meisten der Kinder, die noch im Säuglingsalter sterben, haben einen angeborenen Herzfehler. Rund 300 lebensrettende Operationen führen die Kinderherzchirurgen jedes Jahr durch, 50 davon an Kindern aus den besetzten Gebieten, deren Eltern die Operation nicht bezahlen könnten – wäre da nicht die Organisation „Ein Herz für den Frieden“.Muriel Haim, französische Ärztin und Gründerin der Initiative, hat vor 13 Jahren beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen, dass herzkranke palästinensische Kinder sterben müssen „nur weil sie auf der falschen Seite des Grenzzauns geboren sind“. Der Verein unterstützt auch die Ausbildung palästinensischer Ärzte. Einer von ihnen ist Ibrahim Abu Zahira. Neben seiner Arbeit im Hadassah betreibt er eine Praxis in Hebron, wo er als eines von acht Kindern aufwuchs. Während er vielen seiner Patienten helfen kann – nicht zuletzt mit dem Zugang zur Erste-Klasse-Medizin des Hadassah – gibt es in anderen Teilen der besetzten Gebiete noch immer Kinder, die sterben müssen, weil sie nicht oder nicht rechtzeitig im Hadassah ankommen.Nirit Sommerfeld, Jüdin und Künstlerin, streitet für deren Rechte und für die Aufhebung der Besetzung.

Di, 5. Mär · 23:05-00:00 · arte
Golda Meir – Ministerpräsidentin

Sie war die erste und bisher einzige Frau an der Spitze Israels. Golda Meir polarisiert, und das bis heute. Einerseits wird sie als Mutter des Zionistischen Staates und als Ikone Israels gefeiert. Ihre Kritiker beschreiben sie jedoch als engstirnige, vorurteilsbeladene Hardlinerin, die wesentlich für die Verschärfung des Nahostkonfliktes verantwortlich ist. Und in Israel gilt sie für viele gar als das schlechteste Staatsoberhaupt aller Zeiten. Die Dokumentation erzählt den Zeitraum vom Tag ihres Amtsantrittes im März 1969 bis zu ihrem Rücktritt im April 1974. Fünf entscheidende Jahre, in denen die Weichen für den Verlauf des Nahostkonfliktes gestellt wurden. Den roten Faden für die Erzählung bildet zum Teil unveröffentlichtes Interviewmaterial, das einen neuen und unverfälschten Blick auf Golda Meir ermöglicht. Interviews mit Zeitzeugen wie ihrem Pressesprecher Meron Medzini, dem Journalisten und ehemaligen Knesset-Abgeordneten Uri Avnery – ihrem wohl härtesten Kritiker – sowie mit Parteifreunden und politischen Gegnern bieten eine vielschichtige Perspektive auf eine komplexe Persönlichkeit und auf eine turbulente und bisher wenig beachteten Epoche der jüngeren Zeitgeschichte. Eine Schlüsselszene im Film und in der Amtszeit von Golda Meir ist zweifelsohne das Münchner Olympia-Attentat 1972. Erstaunlich offen erzählt der ehemaligen Mossad-Chef Zvi Zamir, wie im Anschluss an die tragischen Ereignisse in enger Abstimmung mit Golda Meir die Liquidierung palästinensischer Terroristen beschlossen wurde.

Mi, 6. Mär · 01:30-02:20 · arte
Es war einmal … Get – Der Prozess der Viviane Amsalem

Der Film „Get – Der Prozess der Viviane Amsalem” aus dem Jahr 2014 bildet den Abschluss der Familientrilogie von Ronit und Shlomi Elkabetz. Schon im ersten Film „Getrennte Wege” sehnt sich Viviane danach, ein neues Leben zu beginnen und ihren Mann Elisha zu verlassen. Im Anschluss an den zweiten Film „Shiva” beschreibt der letzte Teil mit kafkaesker Genauigkeit den unermüdlichen Gerichtsmarathon, den Viviane Amsalem erdulden muss, um ihre Scheidung durchzusetzen. Er spiegelt so das Leben vieler Frauen wider, die zwischen Tradition und Freiheitsdrang hin- und hergerissen sind. Denn auch zwei Jahre nach dem Erscheinen des Films ist es in Israel für verheiratete Frauen nicht leicht, ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. Scheidungen und Hochzeiten werden ausschließlich religiös geschlossen, die Zivilehe gibt es nicht. Und selbst wenn der rabbinische Gerichtshof der Scheidung zustimmt, tritt diese erst mit der Einverständniserklärung des Ehemanns in Kraft. Fehlt dieser „Get” genannte Scheidungsbrief, bleibt die Frau an ihren Gatten gekettet – die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen, wird ihr verwehrt. Viviane Amsalem ist eine dieser „Agunot”, dieser Angeketteten. Die packende Handlung beschränkt sich fast ausschließlich auf die Gerichtsräume und zeigt die Entwicklung des Prozesses in seinem ganzen Ausmaß. Ronit Elkabetz will einen Anstoß geben: „Wir müssen der Sache heute in die Augen schauen. Und uns muss klar sein, dass sich hier etwas ändern muss.” Der Film prangert den Missstand schonungslos an und würdigt den mutigen Widerstand der Frauen, mit dem diese der verzweifelten Lage zu entrinnen versuchen.

Sa, 9. Mär · 01:40-01:58 · MDR
Compartments

Netta ist eine junge Frau aus Israel, die auswandern möchte – ausgerechnet nach Berlin. Ihr Vater, Sohn von Holocaust-Überlebenden, ist entsetzt. Hin-und hergerissen zwischen quälenden Erinnerungen und den Schatten der Vergangenheit, gefangen in kollektiven Erinnerungen, die sich über Jahre eingeprägt haben, müssen sich Netta und ihr Vater ihren Dämonen stellen, um ihre einst enge Beziehung zu retten. Was beide bewegt, bewahren sie in Erinnerungskästen auf.
Bild oben: © Bild: MDR/Daniella Koffler & Uli Seis, Netta, eine junge Frau aus Israel, möchte ausgerechnet nach Berlin auswandern.

So, 10. Mär · 23:35-00:05 · Das Erste (ARD)
„Mensch, wo bist du?“ – Eröffnungsfeier zur Woche der Brüderlichkeit

„Mensch, wo bist du?“ – mit dieser biblischen Frage will die diesjährige „Woche der Brüderlichkeit“ daran erinnern, dass immer auch der Einzelne gefordert ist, gegen Judenfeindschaft aufzustehen. Die Woche mit ihren vielen Veranstaltungen in der gesamten Republik wird in diesem Jahr am 10. März im Staatstheater Nürnberg eröffnet. Im Rahmen der Feier verleiht der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit alljährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille. In diesem Jahr geht sie an das Netzwerk für Demokratie und Courage, in dem sich junge Menschen für eine demokratische Kultur und gegen menschenverachtendes Denken engagieren, sowie an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, die innovative Konzepte für die kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft entwickelt. Die Feier wird moderiert von Amelie Fried, es sprechen u.a. Sawsan Chebli als Laudatorin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Das Erste zeigt eine Zusammenfassung der Feier.

Fr, 15. Mär · 23:25-00:45 · arte
Yael Naim & David Donatien – Konzert mit dem Quatuor Debussy

Die musikalische Welt von Yael Naim, der Sängerin mit der glockenklaren Stimme, besteht aus Klassik, Pop, Soul, Jazz und auch Folk. Die Tochter zweier jüdischer Tunesier wuchs in Paris und Israel auf. Sie lernt als Kind Klavierspielen und fängt an, Lieder zu komponieren. Yael Naim beginnt ihre Karriere als Songwriterin und bekommt einen ersten Plattenvertrag. Ihr Debütalbum ist allerdings wenig erfolgreich. In der Phase des Selbstzweifels nach ihrem ersten Album trifft sie David Donatien, der sie wieder inspiriert. Die Zusammenarbeit von Yael Naim und dem Multiinstrumentalisten David Donatien wird zu Erfolgsgeschichte. Mit dem Lied „New Soul“ gelingt 2008 der Sprung in die Charts. Auch 2016 war ein erfolgreiches Jahr für Yael Naim und David Donatien: Auftritte überall auf der Welt, ein Konzert im vollen Pariser Olympia, eine Auszeichnung bei den Victoires de la Musique und eine goldene Schallplatte. Die Darbietung mit dem Quatuor Debussy in der Oper in Nancy bildet einen weiteren Höhepunkt. Im Juni 2015 gaben Yael Naim und David Donatien spontan ein gemeinsames Konzert; beim Festival Nancy Jazz Pulsation 2016 interpretieren sie das scheinbar unerschöpfliche Repertoire der Sängerin neu, von ihren ersten Liedern bis zum Album „Older“, das 2015 herauskam. Allen Künstlern des Konzerts gemein sind hohe musikalische Ansprüche und große Aufgeschlossenheit. Die Streichinstrumente und Naims unvergleichliche Stimme spinnen einen einzigartigen Dialog. Die Streicher erzeugen einen intensiven Klangteppich, der die Stimme der Sängerin trägt. Beim Aufeinandertreffen beider Musikwelten entsteht ein mitreißendes und überraschendes Klangerlebnis, das für Gänsehaut sorgt.