Aaron Hirsch (i. J. 1781- 19.01.1832) Nekrolog

Der nächste Text, den wir in Kooperation mit dem Lexikus Verlag vorstellen, ist ein Nachruf über einen Kaufmann und Bankier mit dem Namen Hirsch aus dem Jahr 1832 von Friedrich L. C. Brüssow, Theologe und Prediger in Schwerin, im Nekrolog der Deutschen. Aaron Hirsch, geb. 1781, war Jude und lebte mit seiner Familie als angesehener Teil der Teterower Geschäftswelt seit Jahrzehnten hoch geachtet und beliebt. Er war ordentliches Mitglied des Mecklenburgischen Patriotischen Vereins und zeichnete sich durch verschiedene ehrenvolle Taten und Gaben aus…

Eine Recherche im Jahr 2015 im Stadtarchiv Teterow ergab, dass Aaron Hirsch‘ Vorfahr Abraham Hirsch seit 1760 als Schutzjude in Teterow ansässig war. Am 11. November 1942 wurden die letzten bis dahin in Teterow verbliebenen Juden nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

Aaron Hirsch (1781-1832) Jüdischer Kaufmann und Bankier zu Teterow im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, ordentl. Mitglied des mecklenburg. patriotischen Vereins; geb. i. J. 1781, gest. d. 19. Januar 1832 Aus: Neuer Nekrolog der Deutschen. Zehnter Jahrgang, 1832. Erster Teil. Ilmenau 1834. Druck und Verlag von Bernh. Fr. Voigt.

Von Dr. Friedrich Ludwig Carl Brüssow (?), Theologe und Prediger (Schwerin)

Teterow im Großherzogtum Mecklenburg Schwerin war sein Geburtsort. Nach einer sehr sorgfältigen Erziehung und Bildung durch geschickte Privatlehrer wurde er für seine Bestimmung, den Kaufmannsstand, vorbereitet.

Nach überstandenen Lehrjahren übernahm er in der Folge zu Teterow die sehr wohleingerichtete und blühende Manufakturhandlung seines verstorbenen Vaters H. A. Hirsch, und suchte dieselbe durch seine vielseitigen Handlungskenntnisse und seine unverdrossene Tätigkeit, besonders durch Betreibung großer Wollgeschäfte nach England und Frankreich, eben so wie auch als Bankier durch seinen Geldverkehr noch immer mehr zu erweitern.

Dabei sah er sowohl durch Pünktlichkeit in den Geschäften seinen Ruf als zuverlässiger und rechtlicher Mann sich fest begründen, als auch bei kluger Benutzung der Zeitumstände seine Habe mehren.

Verschiedene gemeinnützige Institute zur Belebung und Aufhilfe des Landesverkehrs und unter diesen auch der mecklenb. patriotische Verein, dessen ordentliches Mitglied er war, hatten ihm inzwischen nicht minder ihr Zutrauen geschenkt und ihm oft sehr ehrende Aufträge zukommen lassen.

Dabei zeigte er sich in allen Verhältnissen höchst treu und uneigennützig und tat überall wohl, so viel er nur konnte, besonders den wirklichen Armen. – Seit dem Jahre 1811 war er übrigens verheiratet mit einer Verwandtin seines Stammes, welche ihm 4 Söhne und 5 Töchter gebar; diese setzen nunmehr die Handlung des Vaters gemeinschaftlich fort. – Als Schriftsteller hat der Verewigte mehrere Beiträge zu verschiedenen Zeitschriften, besonders auch zu Heinemanns Jedidjah, geliefert. Auch steht in Flörckes Annalen des mecklenb. patriotischen Vereins 1831, S. 490. folg., ein Aufsatz von ihm.

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