Die neuen Fernsehtipps

Vom 1. bis 15. Dezember 2018…

Sa, 1. Dez · 04:05-05:35 · PHOENIX
Das radikal Böse

Wie werden aus ganz normalen jungen Männern Massenmörder? Warum töten ehrbare Familienväter Frauen und Kinder? Warum verweigerten so wenige den Befehl, obwohl es ihnen freigestellt war? Wie konnten systematische Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa möglich sein? Das Nonfiction-Drama von Stefan Ruzowitzky sucht die Ursache des Bösen in einer stilistisch innovativen Herangehensweise. Der vergessene Holocaust: Rund zwei Millionen jüdische Zivilisten sind von den sogenannten Einsatzgruppen und Polizeibataillonen ab 1941 ermordet worden. Dies ges chah am helllichten Tag, öffentlich, zum Teil vor Zuschauern, mit Gewehren und Pistolen, von Angesicht zu Angesicht. Bis heute verbinden die meisten Menschen mit dem Holocaust vor allem Gaskammern und Konzentrationslager, die grauenhaften „Neuerungen“ der Nazimörder. Dass dem ein konventioneller, aber um nichts weniger grausamer Genozid vorangegangen war, mit unglaublichen zwei Millionen Opfern, ist kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen. Ein Grund für die geringe Bekanntheit dieser Verbrechen war die Gründlichkeit der Mörder. In dem kleinen Städtchen Bibrka, das Stefan Ruzowitzky und sein Team als einen beispielhaften Ort besuchten, sagte der ehemalige Bürgermeister auf die Frage, wie viele Juden von den Nazis ermordet worden seien: „Genau so viele, wie laut Aufzeichnungen hier gelebt hatten.“ Keine Überlebenden, keine Zeugen, niemand der der Opfer gedenkt.

Sa, 1. Dez · 05:35-07:05 · PHOENIX
10 Prozent Helden

Der preisgekrönte Regisseur Yoav Shamir begibt sich auf eine unterhaltsame Reise, um zu ergründen, was unter einem Helden zu verstehen ist. Fünf Jahre lang ist er mit der Kamera unterwegs, um die unterschiedlichsten Charaktere zu treffen. Er traf die, deren Arbeit sich ganz um die Helden dreht, er sprach mit Primatologen, Biologen, Neurologen und Genetikern. Er lernte Egoisten kennen, aufrechte Kämpfer, Alltagshelden und Freiheitskämpfer. „Es ist wirklich eine der spannendsten Fragen der Menschheit: ‚Was macht einen Helden aus?‘, denn wenn wir das wüssten, könnten wir mehr von ihnen produzieren!“ – Professor Philip Zimbardo, Stanford Prison Experiment, Verhaltenspsychologe – Stanford University. Was macht einen Helden aus? Was ist Heldentum? Was zwingt jemanden, allen Widrigkeiten zum Trotz, integer zu sein, auch mal gegen den Strich zu agieren und für das zu kämpfen, was als gerecht empfunden wird? Der preisgekrönte Regisseur Yoav Shamir („Defamation“, „Checkpoint“) begibt sich auf eine unterhaltsame und aufschlussreiche Erkundungsreise, um den Begriff „Heldentum“ zu ergründen – und enthüllt dabei auch grundlegende Wahrheiten über die menschliche Natur. Fünf Jahre lang ist Yoav Shamir mit der Kamera unterwegs gewesen, ist von San Francisco nach New York, in den Kongo, über Deutschland nach Südafrika und zurück nach Israel und Palästina gereist, um die unterschiedlichsten Charaktere zu treffen und diesen Fragen nachzugehen: er traf die, deren Arbeit sich ganz um die Helden dreht, die die Helden und ihre Geschichten verwalten; er sprach mit Primatologen, Biologen, Neurologen und Genetikern. Er lernte Egoisten kennen, aufrechte Kämpfer, Alltagshelden, Freiheitskämpfer und zu guter Letzt auch einen gewandelten Helden. Und dann bekam er exklusiven Zugang zu einer revolutionären Verhaltensstudie, durchgeführt von zwei führenden Psychologen: Professor Philip G. Zimbardo (Stanford) und Professor Rony Berger (Tel-Aviv). Wie schon in seinen früheren Filmen führen Yoav Shamirs Fragen und seine Suche nach Antworten zu lustigen, dramatischen und überraschenden Situationen und an Orte, die ihn auch mit harten und verwirrenden Tatsachen konfrontieren. „10% Helden“ wird jeden von uns auf seine Weise erreichen; denn der Film regt an, nachzudenken, wie wir uns selbst verhalten – oder verhalten würden: in unseren Beziehungen, Gemeinden und in der jeweiligen Rolle, die wir im öffentlichen Leben spielen. Der Blick aufs Heldentum lohnt sich, auch Dank faszinierender Einblicke in die menschliche Natur.

Mo, 3. Dez · 13:55-15:50 · arte
Napola – Elite für den Führer

Berlin im Spätsommer 1942. Noch glaubt man im Reich an den Gewinn des Krieges. Bei einem Kampf seines Boxvereins wird das 17-jährige Boxtalent Friedrich Weimer entdeckt. Heinrich Vogler, Lehrer an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) Allenstein, lädt Friedrich zur Aufnahmeprüfung ein, die dieser erfolgreich absolviert. Entgegen dem Verbot seiner Eltern erschleicht Friedrich sich so den Eintritt in eine der Eliteschulen des Dritten Reichs. In der Napola staunt Friedrich über den militärischen Drill und die Hierarchien, die Ausstattung und das reichliche Essen. Mit Albrecht Stein kommt ein weiterer Neuzugang in seine Stube: Albrecht ist der Sohn des neuen Gauleiters Heinrich Stein, der keinen Zweifel daran lässt, dass er von seinem Sohn Großes erwartet. Zucht und Ordnung bestimmen den Schulalltag. Vor allem Josef Peiner, zuständig für Leibeserziehung, macht seinem Spitznamen „Peiniger“ alle Ehre. Nicht alle halten dem sadistischen Druck stand. Obwohl Friedrich und Albrecht ganz unterschiedlich sind, wächst zwischen ihnen eine intensive Freundschaft. Albrechts Vater, der die sanfte Art seines Sohnes verachtet, ist von Friedrichs Draufgängertum begeistert. Bei seiner Geburtstagsfeier fordert er die Freunde auf, gegeneinander zu kämpfen, und ermuntert Friedrich, den schwächeren Albrecht nicht zu schonen… In der Napola wird die Lage ernst, als die Jungmannen zu den Waffen gerufen werden, um einen Trupp geflohener Kriegsgefangener aufzuspüren. Langsam öffnen sich Friedrich die Augen.

Di, 4. Dez · 20:15-21:45 · ZDF
UNANTASTBAR – Der Kampf für Menschenrechte

Anlässlich des 70. Jahrestages der UN-Menschenrechtserklärung machen Angela Andersen und Claus Kleber eine globale Bestandsaufnahme. Wohin steuert unsere Zivilisation? Gibt es Hoffnung? Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wirklich? Erleben wir nicht jeden Tag, wie irgendwo in der Welt Menschen entwürdigt werden? Die Dokumentation zeigt nicht nur die Hürden im Kampf für die Menschenrechte, sondern erzählt auch Erfolgsgeschichten, die Mut machen. In ihrer Dokumentation zeigen Angela Andersen und Claus Kleber, wie es um die Grundwerte der menschlichen Zivilisation steht – denn als solche waren die 30 Artikel der UN-Menschenrechtserklärung gedacht. Diese umfassen nämlich mehr, als den meisten spontan einfällt, wie zum Beispiel Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, das Recht auf freie Wahlen oder das Verbot von Folter und Sklaverei. Doch zu den Menschenrechten zählt auch vieles, was im Streben nach Wohlstand und Sicherheit manchmal in Vergessenheit zu geraten droht – wie das Recht auf Arbeit oder Asyl. Die filmische globale Bestandsaufnahme wirft deshalb unbequeme Fragen an uns alle auf. Zwar wurden 1948 angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkrieges die vermeintlich für alle Erdenbürger gültigen Menschenrechte formuliert, diese manifestierten aber eine rein westlich-abendländische Weltanschauung. Die Sitten und Wertevorstellungen der islamischen Welt sowie asiatische Gesellschaftsnormen wurden nicht gleichermaßen berücksichtigt. Liegt hier vielleicht ein Schlüssel zum Verständnis aktueller Konflikte und Krisen? Welche Nachbesserungen sind nötig? Es kommen Stimmen aus vielen Teilen der Welt zu Wort – Menschen, die an der Basis arbeiten, ebenso wie solche, die die Last politischer Verantwortung kennen. Biografisch stechen dabei zwei Protagonisten heraus: die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, die in Prag geboren ist und als Kind die Schrecken des Naziterrors erlebte, und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Dieser stritt in verschiedenen Funktionen für die Einhaltung der Menschenrechte: als Pastor in der DDR, nach der Wende als Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen und schließlich als deutsches Staatsoberhaupt. Die Dokumentation belegt: 70 Jahre nach der UN-Deklaration ist die globale Einhaltung der Menschenrechte nach wie vor ein unerreichtes Ideal. Aber eines, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Bild oben: © ZDF und Nikolaus Winter, Flüchtlingsjunge im Lager Moria (Lesbos, Griechenland).

Do, 6. Dez · 15:50-16:45 · arte
Wasser ist Zukunft: Der Jordan – Fluss des Friedens?

Der Jordan ist die wichtigste Wasserquelle für Jordanier, Israelis und Palästinenser – und sowohl eine Wiege der Kulturen als auch Grenzfluss zwischen den drei Bevölkerungsgruppen. Immer wieder birgt sein Wasser Grund für Konflikte – aber auch für Verhandlungen und Verträge zwischen Israelis und Arabern.Der letzte Teil der Dokumentationsreihe taucht ein in das Jordantal – die Kornkammer und den Gemüsegarten Israels und Jordaniens, wo die intensive Landwirtschaft dem Fluss das Wasser abgräbt. Am Toten Meer kommt nur noch ein Rinnsal an. Doch in Israel, Jordanien und Palästina gibt es heute Menschen, die den Jordan retten wollen.Als Israel und Jordanien 1994 Frieden schließen, gründet der israelische Umweltschützer Gidon Bromberg gemeinsam mit jordanischen und palästinensischen Partnern die Umweltorganisation EcoPeace. Über alle Grenzen hinweg arbeiten ihre Aktivisten heute nicht nur für den Schutz der Natur, sondern auch daran, das Vertrauen zwischen den Menschen aufzubauen.In Jordanien reaktiviert EcoPeace einen Regenwasserspeicher, um in der Wüste einen Wald wachsen zu lassen. Im palästinensischen Jericho lernen Schüler, wie man mit einfachen Mitteln Haushaltswasser recycelt. In Israel beweisen Fischfarmer, dass sich mit neuen Technologien viele Millionen Liter wertvolles Jordan-Wasser sparen lassen. Zukunftsperspektiven in noch größeren Dimensionen eröffnen moderne israelische Meerwasserentsalzungsanlagen, die mehr Trinkwasser produzieren als zur Versorgung der Bevölkerung nötig ist. Je weniger Wasser dem heiligen Jordan entnommen werden muss, desto eher kann er wieder werden, was er früher war: die Lebensader des Nahen Ostens.

Fr, 7. Dez · 13:50-15:25 · arte
Akte Grüninger

1938 herrscht in Europa noch Frieden. Doch die Judenverfolgung und die Aggression von Nazi-Deutschland werfen ihre Schatten über den Kontinent. Im August versammeln sich im Schweizerischen Bundeshaus in Bern die zuständigen Minister und Polizeidirektoren aus 23 Kantonen auf Einladung des Chefs der Eidgenössischen Fremdenpolizei Heinrich Rothmund, um alarmierende Berichte von der Grenze zu diskutieren: Täglich überschreiten zahlreiche jüdische Ankömmlinge die Schweizer Grenze. Nach der Versammlung schließt die Schweiz ihre Grenze für jüdische Flüchtlinge. Von diesem Moment an darf niemand ohne gültiges Visum über die Grenze. Zur Überprüfung der bisherigen illegalen Grenzübertritte leitet Rothmund eine Untersuchung ein. Polizeiinspektor Robert Frei, ein junger, ehrgeiziger und obrigkeitsgläubiger Beamter, wird in den Kanton Sankt Gallen beordert. Doch weiterhin gelangen Hunderte von Menschen ohne gültiges Visum über die Grenze. In Sankt Gallen kommt Frei einem Hilfssystem auf die Schliche, das von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und vom Kommandanten der Schweizer Grenzpolizei Paul Grüninger ermöglicht wird. Die jüdischen Einreisenden werden in einem Lager in Diepoldsau untergebracht, das Grüninger mithilfe des Vorstehers der Israelitischen Gemeinschaft Sidney Dreifuss in Betrieb hält. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass Grüninger Dokumente fälscht und Flüchtlinge ohne gültige Visa einreisen lässt. Der Sankt Galler Polizeihauptmann gesteht Frei zwar seinen Gesetzesbuch: Doch er tue dies aus reiner Menschlichkeit und könne nicht anders. Grüningers Uneinsichtigkeit und der Anblick der hilfesuchenden Flüchtlinge lassen bei Frei Zweifel an der Richtigkeit seines Auftrags aufkommen. Soll er seinen Vorgesetzten seinen Bericht vorlegen? Oder Paul Grüninger decken?

So, 9. Dez · 17:40-18:25 · arte
Yehudi Menuhin und Herbert von Karajan: Mozart: Konzert für Violine und Orchester Nr. 5

In einem Konzertfilm des legendären französischen Filmregisseurs Henri-Georges Clouzot spielen Yehudi Menuhin und die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan. Herbert von Karajan, dessen Technikbegeisterung ihn in den 80er Jahren zu einer Schlüsselfigur bei der Etablierung des CD-Standards machte, war wie kein anderer Dirigent seiner Zeit vom Potenzial audiovisueller Medien bei der Verbreitung klassischer Musik überzeugt. Sein Bestreben, das eigene Repertoire auch mittels bildlicher Medien festzuhalten, entwickelte sich bereits in den späten 50er Jahren und gipfelte 1982 in der Gründung seiner eigenen Produktionsfirma Telemondial. Am Anfang dieser Entwicklung stand die Zusammenarbeit mit einem Filmemacher, der als Regisseur dieselbe Kompetenz und Bedeutung besaß wie Karajan als Dirigent: Henri-Georges Clouzot, der „französische Hitchcock“. Karajan trat Mitte der 60er Jahre auf der Suche nach einem geeigneten Regisseur an Clouzot heran, nachdem er dessen Dokumentation über Picasso („Le Mystère Picasso“, 1955) gesehen hatte. Die beiden Ausnahmekünstler Herbert von Karajan und Henri-Georges Clouzot verstanden es meisterhaft, die Dramaturgie einer musikalischen Partitur in eine adäquate Filmsprache zu übersetzen. Aufgrund des filmischen Ideenreichtums und der inszenatorischen Qualität avancierten die fünf Konzertfilme, die Karajan und Clouzot gemeinsam realisierten, zu Klassikern ihres Genres. Schon das erste Werk von Karajan und Clouzot, Mozarts Violinkonzert Nr. 5, bei Kerzenschein im Ambiente eines Barocksalons gedreht, setzte für die Verfilmung klassischer Musik neue Maßstäbe. Zugleich ist dieser Mozart-Film auch deshalb ein besonderes historisches Dokument, weil er das einzige Zeugnis der Zusammenarbeit von Herbert von Karajan und Yehudi Menuhin ist. Mozarts letztes Konzert in A-Dur ist das beliebteste und meistgespielte von Mozarts Violinkonzerten. Es besticht durch das herrliche Adagio-Thema, das im Kopfsatz vom Solisten eingeführt wird, und durch das mitreißende „Allegro alla turca“ im abschließenden Rondo. Yehudi Menuhin, 1916 als Kind jüdischer Einwanderer in New York geboren, war nicht nur einer der bedeutendsten Geiger des vergangenen
Jahrhunderts, sondern auch ein großer Botschafter der Musik in der ganzen Welt. Sieben Jahrzehnte lang reiste er um den Erdball – als Geiger, Lehrer und Dirigent. Der engagierte Humanist und Kosmopolit war einer der ersten ausländischen Solisten, die nach 1945 in Deutschland auftraten. Für seine Verdienste um die Musik und um die Völkerverständigung erhielt Yehudi Menuhin zahlreiche Auszeichnungen. Im April 2016 wäre er 100 Jahre alt geworden.

Mo, 10. Dez · 18:00-18:30 · PHOENIX
Hass aus der Moschee

Beschreibung
Der Verfassungsschutz beobachtet mittlerweile viele radikale Moscheen in Deutschland. „ZDFzoom“ kann belegen: Imame rufen in ihren Predigten zu Hass auf und hetzen gegen Juden und Christen. Die „ZDFzoom“-Reporter Susana Santina und Shams Ul-Haq konfrontieren die Imame der Moscheen mit ihren Recherchen. Sie fragen auch die Sicherheitsbehörden, warum sie nur so wenig gegen islamistische Hassprediger unternehmen. Denn nur selten werden Moscheen verboten, in denen Extremisten predigten. Islamismus-Expertin Susanne Schröter vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam warnt vor radikalen Imamen. So sei beispielsweise der Berliner Imam Abul Baraa ihrer Ansicht nach einer der gefährlichsten islamistischen Hetzer, der als Wanderprediger durch viele Moscheen in Deutschland tingele. Der sogenannte Hassprediger sei jedoch nicht dumm, sagt sie, „er weiß, wenn er sagt, tötet die Ungläubigen, landet er im Gefängnis. Wenn er aber nur zum Hass aufruft und jemand anders tötet, dann ist er nicht mehr verantwortlich“. Als Haupt-Imam predigt Abul Baraa in der As-Sahaba-Moschee in Berlin-Wedding, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries fordert deshalb, dass islamische Theologen, die in Moscheen in Deutschland predigen wollen, künftig an deutschen Hochschulen ausgebildet werden müssten. Laut Burkhard Freier, dem Präsidenten des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, seien in NRW in den vergangenen Jahren fünf Moscheevereine verboten worden.

Mo, 10. Dez · 19:40-20:15 · arte
Re: Der koschere Cop – Ein Polizist kämpft gegen Judenhass

Antisemitische Straftaten in Frankreich nehmen zu. Nach Angaben der französischen Regierung ist die Anzahl antisemitischer Übergriffe in den ersten neun Monaten des Jahres um fast 70 Prozent gestiegen. Samy Ghozlan, den in Frankreich alle nur den koscheren Cop nennen, will nicht mehr länger tatenlos zusehen. Der ehemalige Polizist ist selbst Jude und wurde mehrfach attackiert. Aus Angst um seine Familie ist er vor fast vier Jahren nach Israel ausgewandert. Aber der Kampf gegen den Antisemitismus in seiner Heimat lässt ihn nicht los. Immer wieder kommt er zurück nach Paris. Hier hat er eine Organisation gegründet, die Antisemitismus erkennen und verfolgen will. Und er hilft den Opfern, wenn ihnen sonst keiner hilft.Wie zum Beispiel Stella: Sie wurde in ihrer Wohnung überfallen, ihr Auto mit Davidsternen beschmiert. Aus Angst hat sie ihr zu Hause am Rand von Paris Hals über Kopf verlassen und ist in einen anderen Stadtbezirk gezogen. Ghozlan hat ihr dabei geholfen. Für den 76-jährigen ist die Geschichte von Stella kein Einzelfall. Er kennt viele Juden, die die Vorstädte verlassen, weil sie sich dort nicht mehr sicher fühlen. Er spricht von einem „neuen Antisemitismus.“ Früher seien es vor allem rechtsextreme Täter gewesen, heute hätten viele Attacken einen muslimischen Hintergrund.Unterstützung bekommt Ghozlan von seinem Freund Hassen Chalghoumi. Der Pariser Imam spricht offen wie kaum ein anderer islamischer Geistlicher über Antisemitismus unter Frankreichs Muslimen. Gemeinsam kämpfen die beiden gegen antisemitische Vorurteile und für ein friedliches Zusammenleben.

Mo, 10. Dez · 21:00-21:45 · ARD-alpha
Von Nürnberg nach Den Haag

1945 wird Nürnberg Schauplatz eines historisch bis dahin einmaligen Ereignisses. Beim internationalen Militärtribunal sitzen Richter der Alliierten über Nazi-Tyrannen zu Gericht. Für die Nürnberger Prozesse, die schon ein halbes Jahr nach der Kapitulation Deutschlands beginnen, schaffen die Alliierten in Windeseile völkerrechtliche Grundlagen, die als Modell für den heutigen Umgang mit Kriegsverbrechern gelten. Bei den Tribunalen gegen die Verantwortlichen der Verbrechen in Ruanda und dem früheren Jugoslawien orientiert sich die Völkergemeinschaft an den Grundsätzen der Nürnberger Prozesse. 1945 wird Nürnberg Schauplatz eines historisch bis dahin einmaligen Ereignisses. Beim internationalen Militärtribunal sitzen Richter der Alliierten über Nazi-Tyrannen zu Gericht. Für die Nürnberger Prozesse, die schon ein halbes Jahr nach der Kapitulation Deutschlands beginnen, schaffen die Alliierten in Windeseile völkerrechtliche Grundlagen, die als Modell für den heutigen Umgang mit Kriegsverbrechern gelten. Bei den Tribunalen gegen die Verantwortlichen der Verbrechen in Ruanda und dem früheren Jugoslawien orientiert sich die Völkergemeinschaft an den Grundsätzen der Nürnberger Prozesse. Und auch für die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag spielt der Ausgangspunkt Nürnberg eine wichtige Rolle.

Di, 11. Dez · 00:00-01:40 · NDR
A Serious Man

Amerika, 1967. Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) lebt mit seiner Familie in einer bürgerlichen Vorortsiedlung im amerikanischen Mittelwesten: eine Einöde aus uniformen Einfamilienhäusern, menschenleeren, betongrauen Straßen und akkurat gestutzten Rasenflächen. Er ist ein respektiertes Mitglied der Jüdischen Gemeinde und als Physik-Professor am örtlichen College tätig. Aber der Anschein gepflegter Biederkeit trügt: Larry Gopniks Leben gleicht in jeder Hinsicht einem Katastrophengebiet. Seine Frau Judith (Sari Wagner Lennick) will sich für einen anderen Mann (Fred Melamed) von ihm scheiden lassen und sein pubertierender Sohn Danny (Aaron Wolff) interessiert sich ausschließlich für den nächsten Joint und den störungsfreien Empfang seiner Lieblingsserie. Töchterchen Sarah (Jessica McManus) denkt an die Finanzierung ihrer Nasen-OP und verschwindet allabendlich in der Disco. Damit nicht genug, hat sich Larrys arbeitsloser Bruder Arthur (Richard Kind), der wegen illegalen Glücksspiels von der Polizei gesucht wird, auf der Familiencouch eingenistet. Larrys aggressiver Nachbar (Peter Breitmayer) nimmt ungefragt einen Teil seines Grundstücks in Beschlag und ein Student (David Kang) will ihn für eine bessere Note bestechen. Dessen Vater (Steve Park) wiederum droht mit einer Anzeige wegen Rufmords, sollte Gopnik die Sache publik machen. Zur gleichen Zeit wird Larrys Beförderung am College durch anonyme Verleumdungsbriefe gefährdet. In seiner Verzweiflung sucht der arme Kerl Hilfe bei verschiedenen Rabbinern. Doch deren Ratschläge geben ihm nur noch mehr Rätsel auf. Fast scheint es, als würde Gott höchstpersönlich ihn auf die Probe stellen.

Di, 11. Dez · 05:55-07:30 · PHOENIX
Fritz Bauer – Tod auf Raten

Fritz Bauer war einer der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Namen verbunden sind die Überführung Eichmanns nach Israel sowie die Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 und die legendären Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Bauer ahnte nicht, dass sich seine Vorhaben zu einer wahren Sisyphusarbeit entwickeln würden, zu einem Weg voller Behinderungen und Feindseligkeiten, der in einem viel zu frühen Tod endete, dessen genaue Umstände bis heute rätselhaft geblieben sind. Ilona Zioks Film erzählt von Bauers mutigem Kampf für Gerechtigkeit. Mit Akribie hat die Regisseurin Archive … Mit Fritz Bauers Namen verbinden sich die Überführung Eichmanns nach Israel, die Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli und die legendären Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Bauer ahnte nicht, dass sich seine Vorhaben zu einer wahren Sisyphusarbeit entwickeln würden, zu einem Weg voller Behinderungen und Feindseligkeiten, der in einem viel zu frühen Tod endete, dessen genaue Umstände bis heute rätselhaft geblieben sind. „Wir Emigranten hatten so unsere heiligen Irrtümer. Dass Deutschland in Trümmern liegt, hat auch sein Gutes, dachten wir. Da kommt der Schutt weg, dann bauen wir Städte der Zukunft. Hell, weit und menschenfreundlich.“ Diese Sätze, die Fritz Bauer (1903 – 1968) 1967 gegenüber dem Schriftsteller Gerhard Zwerenz äußerte, beschreiben den Enthusiasmus, mit dem der schwäbische Jurist das Nachkriegsdeutschland aus den Fängen der Nazidiktatur in ein demokratisches und humanes Staatswesen überführen wollte. Nicht nur die Politik, vor allem auch die Jurisprudenz sollte hierzu ihren Beitrag leisten. Der Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ erzählt von Bauers mutigem Kampf für Gerechtigkeit. Mit Akribie hat Filmemacherin Ilona Ziok Archive durchforscht und relevante Statements des hessischen Generalstaatsanwalts gefunden. Um diese herum montiert sie in Form eines filmischen Mosaiks Archivmaterial und die Aussagen von Bauers Zeitzeugen: Freunden, Verwandten und Mitstreitern. Dabei entsteht das eindrucksvolle Porträt eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts.

Mi, 12. Dez · 22:50-00:20 · arte
Die guten Feinde – Mein Vater, die Rote Kapelle und ich

Christian Weisenborn erzählt in seinem Dokumentarfilm „Die guten Feinde – Mein Vater, die Rote Kapelle und ich“ die dramatische Lebensgeschichte seines Vaters, der für die 68er-Generation zum Vorbild geworden war. Günther Weisenborn – Autor, Liebhaber, Familienvater, Widerstandskämpfer – starb 1969 mit gerade einmal 66 Jahren. Sein Bemühen, zusammen mit Adolf Grimme die von Hitlers Juristen zu Tode verurteilten Freunde der „Roten Kapelle“ zu rehabilitieren, war gescheitert. Als einer von wenigen war Günther Weisenborn seiner Hinrichtung knapp entkommen. Den ganzen Kalten Krieg über galten die Mitglieder der Gruppe als KGB-Agenten und Vaterlandsverräter. Auch „Stern“ und „Spiegel“ waren den Lügen der alten Naziseilschaften auf den Leim gegangen. Erst 2009 wurden die Urteile gegen die Gruppe aufgehoben, 2016 dokumentierte eine Historikerkommission die gezielte Verleumdung durch den deutschen Geheimdienst. Über Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, Fotos und privates Filmmaterial erleben wir hautnah mit, wie sich aus der sehr unterschiedlich geprägten Gruppe junger Leute die aus heutiger Sicht interessanteste Widerstandsgruppe überhaupt entwickeln konnte. Ein ergreifender Dokumentarfilm, eine intime und ungeschminkte Suche des Sohnes nach der wahren Identität des Vaters, ein Blick zurück auf das Berlin der 30er Jahre, auf eine Gruppe von Freunden, die das Leben liebten, feierten und sich in der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte für das Gute entschieden.

Mi, 12. Dez · 22:45-00:15 · BR
The Taste of Israel

Eine kulinarische Abenteuerreise quer durch Israel, präsentiert von Tom Franz. Eineinhalb Jahre arbeitete die Filmemacherin Mica Stobwasser mit Ko-Regisseur Louis Saul an der Realisation des Films, der Israel zeigt, wie es wenige kennen. Entstanden ist ein faszinierendes Porträt eines komplexen Landes und der Menschen, die das Land ausmachen. Auf seiner kulinarischen Reise zeigt Tom Franz ein Israel der kulturellen Vielfalt und religiösen Unterschiede. Die filmische Reise führt durch die Küchentür ins Heilige Land und beginnt in Tel Aviv. Tom Franz nimmt die Zuschauer mit zu aufregenden Gourmetköchen der Metropole am Mittelmeer und besucht begnadete Käsemacher in den Judäischen Hügeln. Der Hobbykoch hilft Kibbuzbewohnern bei der Dattelernte in der Wüste und trifft auf Menschen, die spannende Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens gefunden haben. In Jerusalem speist Tom Franz mit Benediktiner Mönchen und den Chefs for Peace, einer Gruppe jüdischer, christlicher und muslimischer Köche, die ihre Kochkunst nutzen, um Menschen unterschiedlichen Glaubens an einen Tisch zu bringen. Über das Westjordanland geht die Reise hoch in den Norden Israels zu Fischern am See Genezareth, außergewöhnlichen Winzern in Galiläa und einem legendären Fischguru in Akko. Durch die Küche kommt Tom Franz auch an Protagonisten, die sich nur selten filmen lassen: In Bnei Brak, der Hauptstadt der ultraorthodoxen Juden in Israel, trifft er auf Strenggläubige und testet koschere Schabbatgerichte to go. Der Film streift die Konflikte der Region, erzählt aber auch von Juden und Muslimen, die in ihrer Küche das schaffen, wovon die Weltpolitik seit Jahrzehnten träumt: ein Stückchen Frieden in Nahost. Über die Gespräche zum Kochen taucht Tom Franz tief in die Gedankenwelt der Protagonisten ein und öffnet über das Essen einen authentischen Zugang zum israelischen Lebensgefühl. Tom Franz hat geschafft, worum sich Deutschland seit 70 Jahren bemüht – er hat das Bild der Deutschen in Israel verändert. Nicht mit großen Reden, sondern mit Kochen. Der sympathische Rheinländer kochte sich im Fernsehen in die Herzen der Israelis und bescherte der Koch-Show „Masterchef“ mit 52 Prozent die höchste Einschaltquote der israelischen Fernsehgeschichte. Wandel gehört bei Tom Franz zur Lebensroutine: Der Sohn katholischer Eltern ist in Erftstadt bei Köln aufgewachsen, sein Jurastudium absolvierte er mit Prädikatsexamen. Doch sein Herz hängt seit einem Schüleraustausch in den achtziger Jahren an Israel. 2004 zieht Tom Franz nach Tel Aviv, konvertiert zum Judentum und trifft die Frau seines Lebens. Drei Jahre lernte der Deutsche, bis die Rabbiner ihn in ihre jüdische Gemeinde aufnahmen. Zum Judentum gehört für Tom Franz auch, koscher zu kochen und nach den Regeln der jüdischen Speisegesetze zu leben. Dass ausgerechnet ein Deutscher den Israelis ihre jüdische Esstradition wieder schmackhaft macht, scheint Teil eines Völker verbindenden Lebensweges. Der führte ihn auch zu seiner Frau Dana: Tom, der Konvertit, heiratete eine Israelin, die aus einer Familie von Holocaustüberlebenden stammt.

Do, 13. Dez · 21:00-22:30 · HR
Kulenkampffs Schuhe

Mit Einschaltquoten von 80 Prozent erlebte das Fernsehen in den sechziger und siebziger Jahren der Bundesrepublik goldene Zeiten. Die Familie saß am Samstagabend im Wohnzimmer, alle freuten sich auf „Einer Wird Gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff oder die „Peter-Alexander-Show“. Der Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“, der vollständig aus Archivmaterial besteht, zeigt Nachkriegsgeschichte auf überraschende, ungewöhnliche und berührende Art und Weise: Anhand von zahlreichen Showausschnitten von damals, Interviews, privatem Super-8-Material, historischen Dokumenten und Fotos eröffnet sich eine ganz neue Sicht auf das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik: Es war angetreten, eine ganze Nation von ihren Kriegstraumata zu therapieren, ein unverzichtbarer Ruhepol. Ein Film, der generationsübergreifend herausfinden möchte, wie die Deutschen wurden, was sie sind. Hans Joachim Kulenkampff und Peter Alexander waren die großen Fernsehhelden der Familie von Regisseurin Regina Schilling, und natürlich, etwas später, Hans Rosenthal mit „Dalli Dalli“. Die Quizshows verhießen leichte Unterhaltung, Entspannung, heile Welt. Entspannung hatte Schillings Vater nötig. Er arbeitete rund um die Uhr in seiner eigenen Drogerie. Eine Drogerie im Nachkriegs-Deutschland? Kaum etwas wurde mehr gebraucht: aufräumen, Wunden heilen, reparieren, saubermachen, Schädlinge bekämpfen. Was sahen die Väter der Kinder, die da im Schlafanzug vor dem Fernseher saßen, in den Showmastern? Wussten sie, dass Kulenkampff sich an der Ostfront vier Zehen eigenhändig amputiert hatte? Fragten sie sich, ob Peter Alexander wohl auch bei der Hitlerjugend gewesen war? Bei der Wehrmacht, in Kriegsgefangenschaft? Wie die meisten jungen Männer dieser Generation? Hatten sie davon gehört, dass Hans Rosenthal jüdisch war, sich in den Kriegsjahren als Vollwaise in einer Berliner Laube versteckte und jeden Moment damit rechnen musste, deportiert zu werden? Die Showmaster gehörten wie Regina Schillings Vater einer sehr besonderen Generation an: erst missbraucht vom Nationalsozialismus, dann eingespannt in das Hamsterrad der Nachkriegszeit, die von Traumatisierungen nichts wusste oder nichts wissen wollte.

Fr, 14. Dez · 21:45-22:30 · PHOENIX
Die Deutschen und die Polen – Die Geschichte einer Nachbarschaft

Eines der spannendsten und bisher wenig erforschten Kapitel der deutsch-polnischen Historie ist die wechselseitige Migration und der damit einhergehende Kulturaustausch. Schon im frühen Mittelalter zogen deutsche Siedler nach Polen und wurden dort heimisch. Viel später begann die Massenmigration der Polen nach Deutschland. Doch bis heute wird die deutsch-polnische Geschichte oft verkürzt und einseitig dargestellt. Als eine Aneinanderreihung von Kriegen, Teilungen und Besetzungen. Doch dies ist nur die halbe Wahrheit. Di e historischen Beziehungen beider Völker waren lange Zeit geprägt von friedlicher Koexistenz, Zusammenarbeit und Austausch. Doch werfen die kriegerischen und feindlichen Auseinandersetzungen bis heute lange Schatten. Die Dokumentationsreihe „Die Deutschen und die Polen“ will versuchen, die Wahrnehmung der deutsch-polnischen Beziehungen aus der Klammer festgefahrener Stereotypen zu befreien. Wenn man die 1000 Jahre gemeinsame Geschichte betrachtet, so findet man viele Belege enger Kooperation und eines intensiven politischen und kulturellen Miteinanders.

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