Vom Umgang mit dem Älterwerden und dem Alter

Der vierte Teil der Seminarreihe „End-of-Life – Jewish Perspectives“ findet kommenden März in München statt…

Wir wollen heute alle lange leben. Aber keiner möchte dabei alt werden. Die Anti-Aging-Bewegung, die das Alter wie eine Krankheit bekämpft, führt uns die Verachtung vor Augen, die unsere Gesellschaft dem Alter entgegenbringt. Wir beschreiben den demografischen Wandel mit dem Begriff „Überalterung“, statt von einer Gesellschaft langen Lebens zu sprechen und tatsächlich wird die inzwischen sehr hohe Lebenserwartung ambivalent wahrgenommen.

Einerseits sehen wir die dahinter stehende zivilisatorische Leistung und gewonnene Lebenszeit, andererseits macht uns das damit verbundene sozialpolitische Problem und vor allem die Vorstellung Angst, im Alter körperliche und geistige Fähigkeiten zu verlieren. Der Generationenvertrag gerät aus der Balance und die Menschlichkeit in den Beziehungen zwischen den Generationen droht verloren zu gehen. Viele fragen sich, ob ihr Leben im Alter menschenwürdig bleiben wird. Selbstbestimmung, Teilhabe, Mobilität gehen verloren und die Rücksichtnahme auf die höhere Verletzlichkeit im Alter wird immer seltener.

Einen ganz anderen Umgang mit dem Älterwerden und dem Alter lehrt uns die jüdische Tradition. Sie kann uns helfen, Alter, Hinfälligkeit und Sterben als Teil unseres Lebens anzunehmen und uns versichern, dass auch ein Leben mit schwindender Autonomie und Kontrolle, aber zunehmendem Angewiesensein auf Hilfe trotzdem menschenwürdig ist.

Themenschwerpunkte:

• Rolle, Würde und Wohlbefinden der älteren Generation im Judentum
• Umgang mit Demenz und Demenzkranken im Judentum
• Psychosoziale Begleitung von Shoaüberlebenden
• Spiritualität im jüdischen Seniorenheim
• Trauer und Demenz
• Vorsorgeplanung, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
• Validation nach Naomi Feil

Referenten:

Prof. Dr. Gerhard Baader, Berlin
Heike Becker, Universität Witten-Herdecke
Rabbiner Dr. Tovia Ben-Chorin, St. Gallen
Dr. Carmen Birkholz, Essen
Dr. Claudia Bozzaro, Universität Freiburg
Dr. Michael Heinzmann, München
Dr. Dinah Kohan, ZWST Frankfurt
Rabbiner Dr. Tom Kučera, München
Vicki de Klerk-Rubin, Den Haag
Dr. Wilhelm Margula, Wien
Dr. Stephan M. Probst, Bielefeld
Rabbiner Avraham Y. Radbil, Osnabrück
Rabbi D’vorah Rose, San Francisco
Sibylle Schuchardt, Dipl. Psych., Berlin
Dr. Noemi Staszewski, ZWST Frankfurt
Adelheid Widmann, München
Dinah Zenker, Saul Eisenberg Seniorenheim, München
Prof. Dr. Andrea Zielke-Nadkarni, FH Münster

Veranstalter:

Palliativstation Klinikum Bielefeld
Liberale Jüdische Gemeinde Beth Shalom, München
Christophorus Akademie für Palliativmedizin des
Klinikums der Universität München
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit München

Termin:

28. März 2019 bis 31. März 2019

Veranstaltungsort:

Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München

Weitere Informationen und Anmeldung bei: Dr. Stephan Probst, Klinikum Bielefeld, Teutoburger Straße 50, 33604 Bielefeld, Stephan.probst@klinikumbielefeld.de

Anmeldeschluss: bis 28. Februar 2019 (Teilnehmerzahl begrenzt)
Teilnahmegebühr: 140 Euro (beinhaltet Seminarteilnahme, Verpflegung und Seminarunterlagen incl. Tagungsband)
Die Anreise nach München sowie die Unterkunft müssen die Teilnehmer selbst organisieren.

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