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Die neuen Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. September 2018…

Sa, 1. Sep · 00:15-01:40 · MDR
Familie verpflichtet

Das glücklich lebende Schwulen-Pärchen David und Khaled würde nur zu gerne öffentlich heiraten – wäre da nicht Khaleds arabischstämmige Familie, insbesondere sein homophober Vater Aledrissi. Auch Davids Mutter Lea, die zurück zum Glauben gefunden hat und sich als Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde engagiert, sorgt für Ärger. Als plötzlich auch noch die schwangere Sarah vor der Tür des Pärchens steht und behauptet, dass Kind sei von Daniel, droht alles außer Kontrolle zu geraten. „Familie verpflichtet“ ist eine ebenso gelungene wie turbulente „Culture-Clash-Familienkomödie“, die sich mit dem Aufeinanderprallen verschiedener Generationen, Religionen und Kulturen ebenso spielerisch-humoristisch wie auch tiefgründig auseinandersetzt.

Sa, 1. Sep · 14:30-15:00 · PHOENIX
Alles koscher? – Deutsche Juden verstehen ihr Land nicht mehr

Gefilte Fisch, Blintzes und Latkes, Couscous und Lammfilet. Die Speisekarte im Restaurant Schalom in Chemnitz macht klar: Hier gibt es jüdische Küche mit internationalem Touch. Uwe Dziuballa führt das Restaurant zusammen mit Mutter und Bruder. Die jüdische Familie stammt aus Chemnitz, man könnte sie wohl als Lokalpatrioten bezeichnen. Doch die Dziuballas müssen mit Anfeindungen leben. Immer wieder Schmierereien, immer wieder eingeworfenen Scheiben. Meistens zeigt die Familie sie nicht einmal mehr an: Es bringe ja doch nichts. Alon Meyer ist ehemaliger Fußballtrainer und Präsident des jüdischen Sportvereins Makkabi in Frankfurt. Seine Spieler tragen den Davidstern auf den Vereinsjacken. Regelmäßig kommt es zu antisemitischen Auseinandersetzungen mit den gegnerischen Mannschaften auf dem Spielfeld, immer wieder zu Beleidigungen, Bedrohungen oder handfesten Übergriffen. Die jüdische Schule seiner Kinder gleicht einem Hochsicherheitstrakt: Kontrollen am Eingang, in der Schule patrouillieren bewaffnete Sicherheitskräfte, und mehrmals im Jahr stehen Notfallübungen auf dem Stundenplan. Berlin: Der ehemalige Rabbiner-Student Armin Langer will etwas tun. Seine Initiative heißt „Salaam-Schalom“. Immer zu zweit – ein Jude, ein Moslem – gehen Mitglieder zusammen an die Brennpunkte antisemitischer Erfahrungen, etwa in Schulen, und leisten dort Konfliktmanagement und Aufklärungsarbeit: „Wir müssen klarmachen, dass Muslime und Juden keine Feinde sind und dass wir den Konflikt aus dem Nahen Osten nicht hierher importieren wollen.“ Regelmäßig unternimmt er eine Fahrt mit auffällig gewordenen Jugendlichen ins ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. Die „ZDF.reportage“ „Alles koscher?“ macht sich auf den Weg ins jüdische Leben in Deutschland. Wie erleben Juden eine Umwelt, die ihnen gegenüber zunehmend feindlich gesinnt scheint?

Sa, 1. Sep · 15:00-15:45 · PHOENIX
Der See Genezareth – Das vierte Meer Israels

Seit biblischen Zeiten ist der See Genezareth bekannt. Immerhin wandelte schon Jesus über den See. Da das ARD-Team dies nicht kann, macht es eine Reise rund um den See, um Land und Leute in einer der schönsten Regionen des Heiligen Landes vorzustellen. So begegnen sie etwa einem Fischer, der darüber klagt, dass es kaum noch Fische im See gibt. Sie besuchen das Benediktiner Kloster in Tabgha und sie wandern durch Tiberias, eine Stadt am See, die von Herodes Antipas im Jahre 17 n. Chr. errichtet wurde.

Sa, 1. Sep · 15:45-16:30 · PHOENIX
Städte am Meer: Tel Aviv

Ohne die Anbindung ans Meer wäre Tel Aviv nie entstanden. Einst war die Stadt der rettende Hafen für Juden aus der Diaspora, auch heute reißt der Strom freiwilliger Zuwanderer nicht ab. Jerusalem betet, Haifa arbeitet und Tel Aviv tanzt – so sagt man in Israel. Lifestyle, Kreativität und Individualität sind die Visitenkarte von Tel Aviv. Ohne die Anbindung ans Meer wäre Tel Aviv nie entstanden. Einst war die Stadt der rettende Hafen für Juden aus der Diaspora, heute reißt der Strom freiwilliger Zuwanderer nicht ab. Jerusalem betet, Haifa arbeitet und Tel Aviv tanzt, sagt man in Israel. Lifestyle, Kreativität und Individualität sind die Visitenkarte von Tel Aviv. Tel Aviv war einst der rettende Hafen für Juden aus der Diaspora, heute reißt der Strom freiwilliger Zuwanderer nicht ab. Die Dokumentation zeichnet ein facettenreiches Bild von Israels zweitgrößter Stadt, deren Name so viel wie „Hügel des Frühlings“ bedeutet. Tel Aviv wurde buchstäblich auf Sand gebaut, nachdem jüdische Familien 1909 mit Muscheln vom Strand die Parzellen ausgelost hatten, auf denen sie die ersten Häuser errichteten. Nazi-Verfolgung, stalinistische Bedrohung und Anfeindungen in arabischen Ländern machten sie zum Zufluchtsort für Juden unzähliger Nationalitäten. In Israel heißt es, Jerusalem betet, Haifa arbeitet und Tel Aviv tanzt. Lifestyle, Kreativität und Individualität sind die Visitenkarte der Stadt am Mittelmeer. Wer hier mithalten will, nimmt sich einen Personal Trainer wie Maria Pomerantz. Die Bodybuilderin erzielt Spitzenhonorare, indem sie ihre Kunden quält. Die Sicherheitsstandards der immer wieder von terroristischen Anschlägen bedrohten Stadt sind hoch. Dennoch gibt die Dokumentation Einblick in den War-Room, ein multimedial ausgerüstetes Krisenzentrum drei Stockwerke unter der Erde, und begleitet den städtischen Sicherheitschef David Aharony. Um die alltäglichen Sorgen der Bewohner Tel Avivs kümmern sich etwa die Gassigeher von DogMen, einem Start-up, das einen allumfassenden Service für rund 80.000 Hunde bietet. Der neueste Trend ist die vegane Küche. Als die Restaurantchefin Nana Shrier Fleisch von ihrer Speisekarte verbannte, prophezeiten ihr viele das Aus. Aber bis heute wird im „Nanuchka“ jeden Abend auf den Tischen getanzt.

Sa, 1. Sep · 16:30-17:15 · PHOENIX
Basare der Welt

Jerusalem – Heiligtum und uralter Handelsplatz. In der Stadt wohnen 37.000 Menschen in nach Religionen getrennten Vierteln auf knapp einem Quadratkilometer Fläche. Dazu kommen täglich Tausende Pilger, die die heiligen Stätten besuchen. Konflikte sind programmiert, die Altstadt ist ein brodelnder Kessel, der jeden Moment explodieren kann. Deshalb ist auch der Basar, der sich über weite Strecken des muslimischen und christlichen Viertels erstreckt, kein Basar wie jeder andere. Filmautorin Elke Werry zeigt Orte und Innenansichten, die den meisten Touristen verborgen bleiben. In dieser Folge: Die Altstadt von Jerusalem ist nicht nur ein Heiligtum, sie ist auch ein uralter Handelsplatz, auf dem sich Angehörige verschiedener Religionen und Ethnien begegnen und sich mit den Waren des täglichen Bedarfs eindecken. Jerusalem: Heiligtum und uralter Handelsplatz. Sieben Tore führen durch dicke Mauern in eine Altstadt, die drei Weltreligionen heilig ist: Juden, Christen und Muslimen. Innerhalb der Mauern wohnen 37.000 Menschen auf knapp einem Quadratkilometer Fläche – in nach Religionen getrennten Vierteln. Dazu kommen Tausende von Pilgern auf der Suche nach den Wurzeln ihrer Religion. Konflikte sind vorprogrammiert, die Altstadt ist ein brodelnder Kessel, der jeden Moment explodieren kann. Deshalb ist auch der Basar, der sich über weite Strecken des muslimischen und christlichen Viertels erstreckt, kein Basar wie jeder andere. Die Dokumentation zeigt Orte und Innenansichten, die den meisten Touristen verborgen bleiben. Er porträtiert Händler der verschiedenen Viertel und ihren ungewöhnlichen Alltag. Er besucht jahrhundertealte Marktgewölbe, in denen die Bewohner ihren Lebensmittelbedarf decken, die alte Metzgergasse Souk Lahamin und eine palästinensische Bäckerei. Er beobachtet einen armenischen Fotografen bei der Arbeit und verweilt in Gässchen, in denen mit „heiligen“ Souvenirs gute Geschäfte gemacht werden. Er macht Station in einer muslimischen Pilgerherberge, bei einem Judaica-Händler oder einem Friseur, bei dem Frauen aller Religionen für einige Zeit ihren tristen Alltag vergessen können.

So, 2. Sep · 08:15-08:30 · PHOENIX
Tel Aviv – Lebensfreude trotz allem

Aufregend, chaotisch und voller Widersprüche – so ist Tel Aviv. Die prachtvolle Strandpromenade und die vielen schicken Bars ziehen Einheimische und Touristen aus aller Welt an. Und obwohl niemand die Realität in Israel so gut verdrängen kann wie die Stadtbewohner, liegt Tel Aviv doch mitten im Konfliktgebiet. Es wird gefeiert obwohl – oder gerade weil – die Stadt von Chaos umringt ist. Tel Aviv, Israels Aushängeschild für Lebensfreude und Leichtigkeit, präsentiert sich als westliche Metropole im Nahen Osten, als Berlin am Mittelmeer mit orientalischer Prägung. Aufregend, chaotisch und voller Widersprüche ist Tel Aviv. Die prachtvolle Strandpromenade und die vielen stylishen Bars ziehen Einheimische und Touristen aus aller Welt an. Die Tel Avivis lieben ihre Stadt, auch wenn sie laut und dreckig ist und stinkt und oft ein rauer Ton herrscht. Auch der Schwabe Norbert Hoepfer hat sich für das Leben hier entschieden. Der Putzmeister restauriert Häuser im berühmten Bauhausviertel, der „Weißen Stadt“. Überall in Tel Aviv wird gebaut, 70 Jahre nach der Staatsgründung Israels 1948. Der Schwabe berichtet auch, was er macht, wenn in Tel Aviv wieder einmal die Sirenen heulen. Denn obwohl niemand die Realität in Israel so gut verdrängen kann wie die Tel Avivis, liegt die Stadt doch mitten im Konfliktgebiet. Und wenn die Hamas, wie zuletzt 2014, Raketen aus Gaza schießt und jeder nur 15 Sekunden hat, um in einem Bunker Schutz zu suchen, dann ist sie plötzlich auch hier spürbar, die Angst vor Terror und Krieg. In Jerusalem beten die Leute, in Haifa arbeiten sie, und in Tel Aviv wird gelebt, heißt es in Israel. Und zum guten Leben gehört Matkot, Israels heimlicher Nationalsport. Eine Art Strandtennis, laut und nervig, aber irgendwie macht es auch süchtig, sagt Amnon Nissim. Der 72-Jährige ist Matkot-König und hat sogar ein Museum, durch das er Besucher gern führt, wenn er nicht gerade am Strand ist, wo er – klar – Matkot spielt. Musik an, Kippa auf, und ab geht es mit dem Party-Bus quer durch die Stadt: Orthodoxe Hippies sind so jedes Wochenende in Tel Aviv unterwegs. Ihre Mission: Glaube durch Lebensfreude. Kaum ruhiger geht es im arabischen Stadtteil Jaffa im Laden von Rami Gilucha zu; hier ist nie ein Stuhl frei. Der Barbier ist gläubiger Jude, seine Familie stammt aus Usbekistan. In sein Geschäft dürfen nur Männer, fremde Frauen darf Rami nicht anfassen. Und doch könnte die Mischung seiner Kunden bunter nicht sein: Juden, Araber und Christen, alle schwören auf Ramis Handwerk, und alle wollen in seinem Laden die neuesten Jaffa-Gossips hören.

Mo, 3. Sep · 01:05-02:30 · SWR
Der Tel-Aviv-Krimi: Alte Freunde

In „Alte Freunde“, dem vierten Film mit Katharina Lorenz in der Rolle von Sara Stein, wird der Kommissarin bewusst, welche Traumata der dauerhafte Kriegszustand bei Israelis verursacht. Sara weiß, dass es zwischen ihrem Lebensgefährten David und ihrem Kollegen Blok seit der gemeinsamen Militärzeit ein unaussprechliches Geheimnis gibt. Doch erst jetzt erfährt sie die Wahrheit und ist zutiefst erschüttert. Sara muss sich der israelischen Realität stellen, führt ihr aktueller Fall die Neubürgerin doch in das Milieu der gefallenen Kriegshelden. Am Strand von Tel Aviv wird eine abgetrennte Hand gefunden. Sie gehörte zu Dori Meyer (Ofri Biterman), einem jungen Menschenrechtsaktivisten, der kurz zuvor von seiner Mutter Zvia (Orly Zilbershatz) als vermisst gemeldet wurde. Zunächst ist nicht klar, ob es sich um einen Unfall oder ein Verbrechen handelt. Doch dann taucht Doris Schützling Dahir (Sean Mongoza) auf, ein junger sudanesischer Flüchtling, der sich illegal in Israel aufhält. Dahirs Aussage bringt Blok (Samuel Finzi), Sara Steins (Katharina Lorenz) raubeinigen Kollegen, in einen schweren Konflikt: Blok muss in vertrauten Kreisen aus seiner Militärzeit ermitteln, in einer Gruppe Männer, die sich damals gegenseitig das Leben anvertraut haben und heute kaum noch etwas gemein haben. Dazu gehört auch Saras Lebensgefährte, David Shapiro (Itay Tiran), der damals in Bloks Einheit diente und heute kaum noch dessen Anblick ertragen kann. Oder der zwielichtige Shooting-Range-Besitzer Yoram (Jakob Daniel), dem sich Blok nach wie vor verbunden fühlt. Für Sara ist es schwer, diese für sie immer noch fremde Welt zu durchschauen, zumal sie eine Wahrheit über David erfährt, die sie zutiefst erschüttert.

Di, 4. Sep · 06:15-06:45 · HR
Die Kinder der Villa Emma – Eine wunderbare Rettung im Krieg

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg suchen jüdische Kinder Zuflucht vor der Deportation. Drei Jahre lang irren sie in Europa umher, dann finden sie ausgerechnet im faschistischen Italien in der „Villa Emma“ einen sicheren Platz. Dank der Solidarität und des Mutes der Bevölkerung überleben die Kinder, auch als Norditalien durch Wehrmacht und SS besetzt wird. Schließlich gelingt ihnen die Flucht in die Schweiz. Und endlich, noch einmal drei Jahre später, können sie zu ihrem eigentlichen Ziel aufbrechen: Richtung Palästina.

Di, 4. Sep · 23:35-01:10 · arte
Die Oslo-Tagebücher

Die internationale Koproduktion dokumentiert zum ersten Mal, was wirklich bei den geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Norwegen 1992/93 geschah. Die Dokumentation erzählt exklusiv aus der Sicht der wichtigsten Akteure, wie es zum Friedensabkommen von Oslo kam, und fragt nach den Ursachen für das Scheitern der anschließenden Verhandlungen. Ein packender Politthriller, für den Mor Loushy und Daniel Sivan die persönlichen Aufzeichnungen der damals Beteiligten nutzen konnten. Zudem arbeiteten sie wie in ihrem letzten preisgekrönten Film „Censored Voices“ (2015) mit noch nie gezeigtem Archivmaterial. Im September 1993 schien Frieden möglich: Israels Ministerpräsident Izchak Rabin und Jassir Arafat, Chef der palästinensischen Befreiungsbewegung, gaben sich auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hände. Eine historische Geste der Versöhnung: Zwei erbitterte Feinde präsentierten sich als Partner. In einem Grundsatzabkommen, den sogenannten Oslo-Verträgen, hatten sie sich verpflichtet, gemeinsam eine Lösung des Konflikts zu finden. Unter strikter Geheimhaltung war es in Norwegen ausgehandelt worden. Die ehemals erbitterten Feinde einte die Überzeugung, dass das Blutvergießen auf beiden Seiten endlich gestoppt werden müsse. Die Dokumentationen erzählt die wahre Geschichte jener Akteure, die damals versuchten, Frieden zu schaffen.

Mi, 5. Sep · 20:15-21:00 · 3sat
Hitlers letzte Mordgehilfen? Die späte Suche nach KZ-Tätern

Nur wenige, die in den KZ Aufseher waren, sind heute noch am Leben und können vor Gericht gebracht werden. Der Film zeigt Staatsanwälte und Kriminalbeamten bei Ermittlungen mit Hochdruck. Sie erzählen, wie sie vorgehen und was sie motiviert, heute in Archiven und an historischen Tatorten auf Tätersuche zu gehen. Auch geben sie Einblick in die kriminalistischen Methoden, mit denen die Täter der Beteiligung am hundertfachen Mord überführt werden sollen. Es ist letzte Chance, NS-Verbrecher hinter Gitter zu bringen: Bei der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg und bei der Staatsanwaltschaft Dortmund laufen die Ermittlungen gegen die letzten lebenden Nazi-Verbrecher. Angeschoben wurde der Endspurt der Ermittler durch einen historischen Wendepunkt in der deutschen Rechtsprechung: In den Verfahren gegen Iwan Demjanjuk und Oskar Gröning in den Jahren 2011 und 2016 wurden zum ersten Mal in der jüngeren Rechtsgeschichte SS-Wachmänner verurteilt, obwohl sie selbst nicht gemordet hatten. Durch ihren Wachdienst waren sie jedoch Teil des Vernichtungssystems und hatten somit das massenhafte Töten von KZ-Häftlingen ermöglicht. Deshalb nehmen sich jetzt die Ermittler ein Konzentrationslager nach dem anderen vor. Und tatsächlich machen sie immer noch KZ-Wachmänner ausfindig, nach denen vor der neuen Rechtsprechung schlicht nicht gesucht wurde. Über all die Jahrzehnte lebten diese unbehelligt in Deutschland – bis jetzt. Die Filmemacher begleiten die Staatsanwälte und Kriminalbeamte bei ihren aktuellen Ermittlungen gegen zwei ehemalige SS-Wachmänner des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig und auf ihrer Suche nach weiteren Tätern. Gerade weil die Taten mehr als 70 Jahre zurückliegen, ist das für die Ermittler ein ständiger Wettlauf gegen die Zeit – die verbleibende Lebenszeit der mutmaßlichen Täter. Doch es geht auch um die Überlebenden des Holocaust und die Angehörigen der Ermordeten. In Israel begleitet der Film einen deutschen Rechtsanwalt, der für die anstehenden Stutthof-Verfahren in sehr persönlichen Gesprächen Überlebende des KZ als Nebenkläger gewinnt. Ihre Sicht ist wichtig – und auch die des deutschen Anwalts: Jahrelang hat er selbst als Staatsanwalt in der Zentralen Stelle in Ludwigsburg gearbeitet und dabei auch die Schwächen und Fehler der bisherigen deutschen NS-Strafverfolgung kennengelernt.

Mi, 5. Sep · 21:00-21:45 · 3sat
Das Versagen der Nachkriegsjustiz

Hochbetagte Männer werden verhaftet und vor Gericht gestellt, angeklagt für Verbrechen, die in der NS-Zeit begangen worden sind – vor mehr als 70 Jahren. Warum erst jetzt? Der Film fasst nach. Was hat die deutsche Justiz in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit gemacht? Warum hat sie so viele Täter weder gefasst noch verurteilt? Mehr als 500 000 Deutsche, so schätzen Historiker heute, waren an den Verbrechen des NS-Regimes beteiligt. Zunächst übernahmen die Alliierten die Aufgabe, die Schuldigen zu bestrafen. Bis 1949 wurden aber nur 50 000 NS-Täter abgeurteilt. Dann ging die Verfolgung von NS-Verbrechen in die Hände der deutschen Justiz über – und alles wurde anders. Die Geschichte verlief in West- und Ostdeutschland sehr unterschiedlich – und hatte doch ein ähnliches Ergebnis. Im Osten wurden die alten Nazi-Juristen zunächst entlassen, stattdessen Arbeiter und Handwerker zu Volksrichtern ausgebildet. Diese verfolgten die NS-Verbrecher mit Eifer. Doch nach einigen spektakulären Schauprozessen war plötzlich Schluss. Die DDR erklärte sich „Nazi frei“. In der Bundesrepublik wurde den NS-Tätern durch eine ganze Reihe von Amnestiegesetzen der Weg zur Straflosigkeit geebnet. Die Strippen zogen hierbei hochrangige Beamte im Bundesjustizministerium, viele von ihnen selbst NS-belastet. Sie taten erfolgreich alles dafür, um eine konsequente Verfolgung von NS-Verbrechern zu verhindern. Als sich nach Ende des Kalten Kriegs plötzlich Archive in aller Welt öffneten, wurden, oft auf Drängen der Opfer, Ermittler aus dem Ausland tätig. Auf ihren Druck hin sah sich Deutschland gezwungen zu handeln. Doch in den meisten Fällen war es bereits zu spät, die Täter verstorben oder verhandlungsunfähig. Nur ganz wenige wurden noch vor Gericht gestellt. Unter ihnen Dr. Friedrich Engel, der als SS-Obersturmbannführer und als SD-Chef in Italien verantwortlich für Massaker an Zivilisten war. Der Film enthüllt, wie die bundesdeutsche Justiz dabei mitgewirkt hat, ihn wie zahllose andere NS-Täter über Jahrzehnte zu schützen, sodass er hochbetagt als freier Mann starb. Was „Das Versagen der deutschen Nachkriegsjustiz“ brisant macht, ist nicht nur die gespenstische Zusammenarbeit von Politik und Justiz, mit welcher die Verfolgung von NS-Verbrechen in Deutschland sabotiert wurde. Es ist darüber hinaus die Tatsache, dass die oft beschworene Vergangenheitsbewältigung der Deutschen alles Mögliche bedeutete, nur eben nicht, die Täter für ihre Taten konsequent zur Verantwortung zu ziehen.

Mi, 5. Sep · 23:25-00:45 · WDR
Gaza Surf Club

Eine junge Generation, die in Gaza zwischen Israel und Ägypten gefangen ist und von der Hamas regiert wird, hat genug von Besetzung, Krieg und religiösem Fanatismus. Einige von ihnen zieht es zu den Stränden, denn sie haben eine ganz eigene Art des Protests gefunden – das Wellenreiten. Gaza ist ein schmaler Küstenstreifen zwischen Israel und Ägypten, hermetisch abgeriegelt durch eine Grenzsperranlage. Seit den letzten kriegerischen Auseinandersetzungen mit Israel hat sich die Lage für die Zivilbevölkerung des von der Hamas kontrollierten Gebiets drastisch verschlechtert. Ein dauerhaftes Embargo liegt über dem Land, kaum jemand kommt rein oder raus. Mit ihren Surfbrettern schaffen sich die Wellenreiter ein kleines Stück Freiheit, zwischen dem Strand und der von den Israelis kontrollierten Sechs-Meilen-Grenze. Eine Freiheit, die ihnen keiner nehmen kann. Der Film zeigt die Hoffnungen der Jugendlichen einer Gesellschaft, in der die ältere Generation jegliche Hoffnung längst aufgegeben hat. Gaza Surf Club liefert außergewöhnliche Einblicke in eine Region, die wir sonst nur aus den Nachrichten kennen. Fällt das Wort Gaza, entstehen vor unserem inneren Auge immer die gleichen Bilder: Verwackelte Videoaufnahmen, Steine werfende Jugendliche, Kassam-Raketen, Ruinen und fanatische Hamas-Beerdigungen. Dieser palästinensischen Wirklichkeit stellen die Filmemacher Philip Gnadt und Mickey Yamine eine hoffnungsvolle Gruppe Jugendlicher gegenüber, die trotz ihres krisenerschütterten Alltags im ständigen Ausnahmezustand ein bisschen Normalität erleben will. Wellenreiten – das bedeutet für die Jugendlichen Freiheit, wenn auch nur für die Dauer einer Welle. Gaza Surf Club ist ein Film voller Hoffnung. Er zeigt junge Menschen, die mit ihren universellen Träumen und Wünschen uns sofort vertraut erscheinen.

Do, 6. Sep · 06:15-06:45 · HR
Der Jude mit dem Hakenkreuz

Fritz Beckhardt ist ein deutscher Jude – und ein hochdekorierter Kampfflieger des Ersten Weltkriegs. Auf sein Flugzeug hat er ein besonderes Glückszeichen gemalt: das Hakenkreuz. Es wird ihm und Hunderttausenden anderen deutschen Juden schlimmstes Unglück bringen. Der Film erzählt die Geschichte von Fritz Beckhardt und seiner Familie. Kurt Beckhardt, der Sohn von Fritz Beckhard, schildert, wie aus der Idylle des kleinen hessischen Dorfes Sonnenberg ein feindlicher Raum für die einst angesehene Familie wird und wie die sogenannte Rassenpolitik im „Dritten Reich“ zerstörend noch bis in die intimste private Verbindung eindringt: Ein außereheliches Verhältnis bringt Vater Fritz eine Verhaftung wegen „Rassenschande“ und Haft im KZ Buchenwald ein. Trotzdem gelingt es ihm, seiner Frau und den beiden Kindern – dank dramatischer und abenteuerlicher Umstände -, dem Holocaust zu entgehen. Sie schaffen es, auf getrennten Wegen noch rechtzeitig ins Exil nach England zu entkommen. Doch der Verlust der Heimat lastet so schwer auf Fritz Beckhardt, dass er sich trotz der schlimmen Erinnerungen Anfang der fünfziger Jahre entschließt, in sein Heimatdorf zurückzukehren. Seine Frau und Kurt begleiten ihn.

Mo, 10. Sep · 01:00-02:30 · HR
Kiss me, I’m Jewish

Judentum heute ist mehr als Kultur, Religion und Tradition – es ist Lebenslust. Laut, bunt, geistreich und intensiv machen die jungen Juden Europas ihr Erbe fit für die Zukunft. Der Film spürt spielerisch und überraschend der orthodox-unorthodoxen Lebenslust junger Jüdinnen und Juden nach: von Budapest bis Brüssel, von Madrid bis Berlin. Der junge Rabbiner Zevi Ives und seine Gattin Sara verkörpern diese Aufbruchsstimmung. Sie mischen mit ihrer Organisation für Jüdische Studenten in Europa (ECJS) das jüdische Leben in Europa auf. Ihre Mission: Jude sucht Jüdin. Viermal im Jahr rufen sie: Party like a Jew, und Tausende jüdischer Singles folgen ihnen. Getreu dem Gebot „Seid fruchtbar und mehret euch“ organisieren sie in ganz Europa Single-Wochenenden. In der dritten Generation nach der Shoah breitet sich die Vielfalt jüdischen Lebens wieder kraftvoll in den Metropolen Europas aus. Kreativ, vernetzt, selbstbewusst und unternehmungshungrig treten junge Jüdinnen und Juden ihr reiches kulturelles Erbe an. Sie brechen sechzig Jahre nach dem Holocaust auf, um zu erwecken, was auch von ihren Eltern verdrängt und verschüttet wurde. Auf der Suche nach einer eigenen jüdischen Identität finden sie neue, zeitgemäße Formen und Inhalte. Sie tun dies im Bewusstsein, als Juden leben zu wollen, auch um von ihrer Umgebung als Juden erfahren zu werden.

Mo, 10. Sep · 02:35-04:05 · arte
Junction 48

Kareem ist ein junger palästinensischer Musiker, der in Lod lebt, einer Vorstadt von Tel Aviv. Wie seine Freunde hat auch er einen israelischen Pass, als Angehörige der arabischen Minderheit gehören Schikanen von Behörden und der jüdischen Bevölkerung jedoch zu ihrem Alltag. Mit seinen Freunden vertreibt er sich die Zeit auf der Straße, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und träumt von einer Karriere als Rap-Musiker. Nachdem sein Vater bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen ist, bei dem auch seine Mutter schwer verletzt wurde, findet Kareem bei seiner Freundin, der Sängerin Manar, Halt. Mit ihr teilt Kareem nicht nur die Leidenschaft und Faszination für die Welt des Hip-Hop, sie treten auch gemeinsam auf. Als es bei einem ihrer Konzerte dann zu einem Angriff jüdischer rassistischer Rapper kommt, beschließen Kareem und Manar, mit ihrer Musik ein Zeichen gegen die permanente Diskriminierung zu setzen. Damit geraten sie jedoch zwischen die Fronten – und zwar nicht nur zwischen die der palästinensischen und israelischen Gesellschaftsgruppen, sondern auch in den Konflikt zwischen den eigenen Träumen von Unabhängigkeit und den konservativen Positionen in ihrer „Community“ … In „Junction 48“ verwandelt Regisseur Udi Aloni gemeinsam mit der Sängerin Samar Qupty und Tamer Nafar – dem Frontmann von DAM, der ersten palästinensischen Rap-Gruppe – deren persönliche Lebensereignisse in ein neues, energiegeladenes Plädoyer einer jungen arabischen Generation für ein gleichberechtigtes Zusammenleben in Israel. Der Dokumentarfilm feierte mit großem Erfolg auf der Berlinale 2016 seine Premiere und gewann den Publikumspreis in der Panorama-Sektion.
Bild oben: © Amnon Zalait Nachdem Kareem (Tamer Nafar) bei einem Autounfall seinen Vater verloren hat, bei dem auch die Mutter schwer verletzt wurde, findet er in der Welt des Hip-Hop und bei seiner Freundin, der Sängerin Manar, Trost.

Mi, 12. Sep · 20:15-21:00 · 3sat
Wie antisemitisch ist Deutschland?

Es brennen wieder israelische Flaggen, Gedenksteine an den Holocaust werden geschändet, auf vielen Schulhöfen ist „Du Jude!“ als Schimpfwort allgegenwärtig. Wie antisemitisch ist Deutschland? Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin, macht sich in der Dokumentation auf die Suche nach Antworten. Er trifft dabei auf Menschen, die unter antisemitischen Anfeindungen leiden, die Antisemitismus bekämpfen, und auf die, die ihn im Internet schüren. Dabei schreckt er auch nicht vor Konfrontationen zurück. Barrie Kosky ist Jude, stammt aus Australien und hat vor circa einem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Der gefeierte Opernregisseur betrachtet die aktuelle Situation deshalb mit den Augen eines Neubürgers. Das deutsche Innenministerium verzeichnete für das Jahr 2017 1453 antisemitische Straftaten. Die Tendenz ist steigend. Wie antisemitisch ist Deutschland wirklich? Und wer sind die Täter? Wie drückt sich Antisemitismus im Alltag der jüdischen Bevölkerung in Deutschland aus? Sind radikale Muslime oder Rechtsextreme die größere Bedrohung? Wie tief ist Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt? Was kann man dagegen tun? Und wie kann man sich dagegen wehren?

Mi, 12. Sep · 22:40-00:55 · kabel eins
American History X

Wegen der sehr explizierten Darstellung von Gewalt wurde der antifaschistische Film kontrovers dikutiert. Das Drama erzählt die Geschichte des verurteilten und geläuterten US-amerikanischen Neo-Nazis Derek Vinyard und seiner Familie.

Sa, 15. Sep · 16:30-17:00 · Das Erste (ARD)
Deutschland-Reportage: Mutig gegen Rechtsrock

Thomas Jakob aus Themar in Thüringen kämpft gegen große Neonazi-Konzerte in seiner Heimatstadt. Vor einem Jahr hat es begonnen und nun soll bereits das vierte Konzert stattfinden, die NPD lädt ein zum Rechtsrockfestival. Themar hat sich innerhalb eines Jahres zu einem Treffpunkt der rechtsextremen Musikszene entwickelt. Hier versammelt sich die rechtsextreme Szene aus Deutschland und Europa, darunter militante Gruppen. Doch Thomas Jakob will seine Heimatstadt nicht einfach den Rechten überlassen. Er und seine Mitstreiter von der Initiative „Themar gegen Rechts“ wollen einen breiten Protest organisieren. Sie lassen sich nicht einschüchtern wie viele andere, die lieber wegsehen. Mit einem Bürgerfest stellen sie sich den braunen Konzerten entgegen und zeigen dabei mutig Gesicht. Aber kann Themar den Rechtsrock überhaupt noch loswerden?