“ … meine Erinnerung liebt mich… „

Eine Ausstellung zum 40. Todestag von Max Fürst…

Eigentlich, so schrieb er, war „Straßenfeger“ sein erster Berufswunsch gewesen. Doch es kam glücklicherweise anders. Max Fürst wurde 1905 in Königsberg/Ostpreußen geboren und wuchs in einer bürgerlich-jüdischen Familie auf. In seiner Jugend prägte ihn besonders die jüdische Jugendbewegung, in der er ab 1920 aktiv war. Noch in Königsberg absolvierte er eine Tischlerlehre, der Beruf, den er sein ganzes Leben ausüben sollte.

1927 ging er nach Berlin. Im ersten Teil seiner 1973 erschienenen Autobiographie „Gefilte Fisch. Eine Jugend in Königsberg“ beschreibt er seine Erinnerungen an die Stadt, die Landschaft, die Familie, die Schule und die jüdische Gemeinschaft. 1976 erschien der zweite Teil seiner Erinnerungen unter dem Titel: „Talisman Scheherezade. Die schwierigen zwanziger Jahre“. Hier widmete er sich den „Berliner Jahren“, die mit der Emigration der Familie Fürst 1935 nach Palästina endeten. Auch hier geht es um die Jugendbewegung, um Freundschaften, aber auch um politische und kulturelle Aktivitäten in diesen – widersprüchlichen – Jahren. Es wurde auch ein Erinnerungsbuch an verlorene und ermordete Freunde und Freundinnen, deren Schicksal auch sein Leben bestimmt haben.

Max und Margot Fürst kehrten 1950 aus Israel nach Deutschland zurück. Nach kurzen Intermezzi als Werklehrer an der Odenwaldschule, der (künstlerischen) Bernsteinschule und beim Jugendsozialwerk Esslingen, gründete Max in Stuttgart eine Tischlerei, während Margot als „Managerin“ (und spätere Nachlassverwalterin) des Holzschneiders HAP Grieshaber arbeiten konnte. Angeregt durch seine Freunde begann er Anfang der 1970er Jahre mit der Niederschrift seiner Erinnerungen, deren Veröffentlichung seinerzeit stark beachtet wurde. 1978 starb er in Stuttgart.

Sein vierzigster Todestag soll zum Anlass genommen werden, mit einer kleinen Vitrinen-Ausstellung in der Kölner Bibliothek Germania Judaica (Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums) an Max Fürst zu erinnern.

Eröffnung: 21. Juni 2018, 20 Uhr
Germania Judaica in der Zentralbibliothek, 3. OG, Josef-Haubrich-Hof 1, 50676 Köln
Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
Samstag: 10 bis 15 Uhr

Die Ausstellung ist bis 27. Juli zu sehen.

–> Max Fürst – Mein Judentum