Die neuen Fernsehtipps

Vom 16. bis 30. Juni 2018…

So, 17. Jun · 07:00-07:30 · SWR
Wir kriegen dich! Pfarrer im Visier der Rechten

Mitten in der Nacht wird ein Pfarrer in der Nähe von Aachen niedergeschlagen. Pfarrer Charles Cervigne ist dafür bekannt, dass er sich um Geflüchtete kümmert und Kirchenasyl organisiert. Als die Flüchtlingswelle ihren Höhepunkt hat, wird Cervigne massiv von rechten Schlägern angefeindet und bedroht. An seiner Haustür wird er niedergeknüppelt. Der Angriff ruft die Gemeindemitglieder auf den Plan: Sie organisieren sich, um das Pfarrhaus zu bewachen und ihren Pfarrer zu beschützen. Cervigne lässt sich nicht beirren: „Wenn wir die Gnade Gottes erwarten, müssen wir Menschen erst einmal anfangen, selbst gnädig untereinander zu sein.“ Mitten in der Nacht wird ein Pfarrer in der Nähe von Aachen niedergeschlagen. Pfarrer Charles Cervigne ist dafür bekannt, dass er sich seit Jahren um Geflüchtete kümmert und auch Kirchenasyl organisiert. In seiner Studentenzeit bekämpft er bereits rechtsradikale Umtriebe. Als die Flüchtlingswelle ihren Höhepunkt hat, wird Cervigne massiv von rechten Schlägern angefeindet und bedroht, dieses Mal machen sie ernst. An seiner Haustür wird er niedergeknüppelt. Ohne Spuren zu hinterlassen tauchen die Täter ab. Der Angriff ruft die Gemeindemitglieder auf den Plan: Sie organisieren sich, um das Pfarrhaus zu bewachen und ihren Pfarrer zu beschützen. Charles Cervigne lässt sich nicht beirren: „Wenn wir die Gnade Gottes erwarten, müssen wir Menschen erst einmal anfangen, selbst gnädig untereinander zu sein.“ In der Südheide wird Pfarrer Wilfried Manneke am frühen Morgen von seinem Sohn auf eine Brandspur am Haus aufmerksam gemacht. Der 12jährige Junge will gerade zur Schule gehen, als er die Spuren des Angriffs auf sein Elternhaus bemerkt. Ein Molotow-Cocktail hätte die Familie auslöschen können. Der Geistliche, dem der Anschlag gilt, ist seit Jahren bekannt für sein Eintreten gegen Rechts. Vor dem Anschlag ist Pfarrer Manneke EKD-Auslandspfarrer in Südafrika, noch zur Zeit der Apartheid. Was er in Südafrika erlebt, macht ihn sensibel auch für Formen des Rassismus in seiner Heimat Deutschland. Als er 1995 nach Unterlüß in der Südheide kommt, schließt er sich sofort den Protesten gegen das Neonazi-Zentrum „Hetendorf 13“ an. Wilfried Manneke ist sich auch nach dem Anschlag auf sein Pfarrhaus sicher: Nichts wird ihn davon abhalten, sich auch künftig den Nazis in den Weg zu stellen. „Wir kriegen Dich bald!“, diesen Satz hört Pfarrer Michael Kleim in Gera immer wieder – auch nachts am Telefon. Kleim fühlt sich schon lange bedroht: Sein Briefkasten wird gesprengt, zudem ist er Gewaltaufrufen im Internet ausgesetzt. Der Kampf gegen Rechts wird wider Willen zu seinem Lebensthema. Schon in der DDR hatte er sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. Pfarrer Kleim ist der Meinung: Auch heute lohnt es sich, für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen.

So, 17. Jun · 23:15-00:00 · ZDF
ZDF-History: Schwarz und weiß – Unsere Nationalmannschaft

Sie ist der Stolz der Nation: die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Doch die Männer mit dem Adler auf der Brust sind mehr als nur die jeweils besten Fußballer ihrer Generation. Die Kicker in Schwarz und Weiß sind immer auch Kinder ihrer Zeit. In der „Mannschaft“ spiegelt sich der Wandel der Gesellschaft. Ihre Geschichte ist auch Teil der Geschichte Deutschlands. Anfangs werden die Kicker noch als undeutsche „Fußlümmel“ geschmäht. Später dann sollen sie im NS-Regime für Hitler siegen. Das „Wunder von Bern“ gilt für manche als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik. Die WM 2006 im eigenen Land zeigt den Deutschen dann, dass Patriotismus Spaß machen kann – und nichts mit dumpfem Nationalismus gemein haben muss. Heute ist die Multikulti-Truppe um Mesut Özil, Sami Khedira und Co. wiederum ein Abbild der deutschen Gesellschaft, die vielfältiger und bunter geworden ist.

Mo, 18. Jun · 13:40-15:05 · arte
Der alte Mann und das Kind

Frankreich im Jahr 1944, zur Zeit der deutschen Besatzung. Claude ist acht Jahre alt. Wie alle Kinder seines Alters macht er Dummheiten und hat nur eines im Kopf: spielen. Doch er ist Jude und seine Eltern wechseln immer wieder den Wohnort, aus Angst denunziert zu werden. Schließlich hilft ihnen eine den Juden wohlgesonnene Bekannte. Der Junge wird zu ihren Eltern, zwei älteren Herrschaften, aufs Land geschickt, um den drohenden Bombenangriffen zu entgehen. Der alte Pépé ist Anhänger Pétains, den er seit seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg verehrt, und zutiefst antisemitisch eingestellt. Er ahnt nichts von Claudes Herkunft, der geschickt einen katholischen Jungen mimt, und nimmt sich des Kindes an, das ihm den heiß ersehnten Enkel ersetzt. Trotz Hänseleien in der Schule, wo er als Pariser verspottet wird, genießt Claude einen weitgehend unbeschwerten Alltag. Er ist stets an der Seite von Pépé – beim gemeinsamen Holz hacken, Hasen füttern und Radio hören. Schon bald empfinden beide eine tiefe Zuneigung füreinander. In Gesprächen mit seinem Ersatz-Großvater stellt Claude immer wieder naive Fragen, die die Vorurteile gegenüber Juden aufgreifen. Absurde Antworten des Alten – man erkenne Juden an ihrer Hakennase, den krausen Haaren und ihren Plattfüßen – lassen den Achtjährigen ausrufen: „Aber dann bist du ja ein Jude!“
Bild oben: © Pathé Renn Production. Mit seinem Ziehenkel Claude (Alain Cohen, li.) wird Pépé (Michel Simon, re.) noch einmal jung.

Di, 19. Jun · 07:00-07:30 · SWR
Vater, Mutter, Hitler – Vier Tagebücher und eine Spurensuche

Seit 1933 regieren in Deutschland die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Das NS-Regime betreibt die systematische Vernichtung der europäischen Juden und will das Deutsche Reich ausdehnen. Nach dem Sieg über Polen 1939 überfällt die deutsche Wehrmacht 1940 weitere Staaten. Viele Deutsche sind überzeugte Anhänger Hitlers: So auch die Solinger Arbeiterin Ida Timmer, die von einer glücklichen Familie mit ihrem Verlobten Franz träumt und der fanatische Wiener SS-Mann Felix Landau, der in der besetzten Ukraine Juden erschießt. Die Hamburgerin Luise Solmitz, deren Mann Jude ist, fürchtet dagegen um die Sicherheit ihrer Familie. Seit 1933 regieren in Deutschland die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Das NS-Regime betreibt die systematische Vernichtung der europäischen Juden und will das Deutsche Reich ausdehnen. Nach dem Sieg über Polen 1939 überfällt die deutsche Wehrmacht 1940 weitere Staaten. Viele Deutsche sind überzeugte Anhänger Hitlers: So auch die Solinger Arbeiterin Ida Timmer, die von einer glücklichen Familie mit ihrem Verlobten Franz träumt und der fanatische Wiener SS-Mann Felix Landau, der in der besetzten Ukraine auf Befehl Juden erschießt. Die Hamburgerin Luise Solmitz, deren Mann Jude ist, fürchtet dagegen um die Sicherheit ihrer Familie: Zahlreiche ihrer jüdischen Nachbarn werden deportiert. Auch der Lehrer Wilm Hosenfeld aus Hessen hat den Glauben an Hitler verloren. Die Zustände im sogenannten Warschauer Ghetto öffnen ihm die Augen über die Verbrechen des NS-Regimes.

Mi, 20. Jun · 09:30-10:00 · ARD-alpha
Ich und die anderen – Plötzlich ist man wer: Neonazi!

Der Film begleitet ehemalige Neonazis, die es geschafft haben, aus der Szene auszusteigen. Dafür mussten sie ihr bisheriges Leben ganz aufgeben, manche von ihnen leben heute in Schutzprogrammen. Ihre Gesichter wurden daher im Film anonymisiert. In Form von Graphic Novels und über Interviews erzählt der Film ihre Geschichten. Felix ist jung, klug, kommt aus gesicherten Verhältnissen und – er war jahrelang aktiver Neonazi. Heute will er verhindern, dass andere den gleichen Weg einschlagen und leistet politische Aufklärungsarbeit. Auch Heidi, Benedikt, Gunnar und Klaus waren als Jugendliche in der Neonaziszene. Musik, Propaganda und Gewalt spielten bei ihrem Einstieg eine wichtige Rolle. Wer nicht in das Weltbild passte, wurde diskriminiert und bedroht. Die Gruppe gab den Mitgliedern das Gefühl dazuzugehören, wichtig zu sein. Nach strikten Vorgaben wurde zwischen Freund und Feind unterschieden; für Zweifel war wenig Raum. Der Film begleitet ehemalige Neonazis, die es geschafft haben, aus der Szene auszusteigen. Dafür mussten sie ihr bisheriges Leben ganz aufgeben, manche von ihnen leben heute in Schutzprogrammen. Ihre Gesichter wurden daher im Film anonymisiert. In Form von Graphic Novels und über Interviews erzählt der Film ihre Geschichten.

Mi, 20. Jun · 22:20-23:15 · arte
Eiskalte Leidenschaft – Leni Riefenstahl und Arnold Fanck zwischen Hitler und Hollywood

Sie ist die radikalste und umstrittenste Künstlerin des 20. Jahrhunderts: Leni Riefenstahl. Er ist der Erfinder des Bergfilms, Kamerakonstrukteur und vergessener Filmavantgardist der 20er Jahre: Arnold Fanck. Im Mai 1932 brechen beide mit dem Schiff zu einer fünfmonatigen Drehreise auf. Ihr Ziel ist Grönland. Dort sollen sie vereint den ersten deutsch-amerikanischen Spielfilm „SOS Eisberg“ stemmen. Es ist das bis dahin riskanteste und teuerste Spielfilmprojekt der Geschichte. Die spektakulären und lebensbedrohlichen Dreharbeiten zu „SOS Eisberg“ bilden den Rahmen der Dokumentation, die dem leidenschaftlichen Verhältnis von Fanck und Riefenstahl auf den Grund geht. Während Fanck nach „SOS Eisberg“ abstürzt, macht Riefenstahl ab 1933 unter den Nationalsozialisten Karriere – der eiskalt berechnete Aufstieg zu Lasten ihres Mentors Fanck? Die Dokumentation zeigt Ausschnitte aus den größten Filmen Fancks und Riefenstahls, wie „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ (1929) oder „Stürme über dem Mont Blanc“ (1930). Reinhold Messner, Willy Bogner und Matthias Fanck, Fancks Enkel, sprechen über die bahnbrechenden Innovationen des Fanck’schen Bergfilms. Die Experten Karin Wieland und Lutz Kinkel tauchen im Gespräch in das Werk und Leben der „Ästhetin des absolut Schönen“ („Süddeutsche Zeitung“) Riefenstahls ein und schildern es in einem neuen Licht. Die Dekonstruktion des Mythos Riefenstahl ist zeitgleich die überfällige Würdigung des heute nahezu vergessenen Filmpioniers Arnold Fanck.

Mi, 20. Jun · 23:00-01:20 · RBB
Mephisto

Deutschland, Anfang der 1930er-Jahre: Der Schauspieler Hendrik Höfgen ist der Publikumsliebling auf Hamburgs Bühnen. Nach seinem Umzug nach Berlin avanciert er auch hier schnell zum gefeierten Star. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, schlägt Höfgen alle Warnungen seiner Freunde in den Wind und bleibt in Deutschland. Scheinbar mühelos arrangiert er sich mit den neuen Machthabern. Doch der Erfolg hat seinen Preis. Das rbb Fernsehen sendet „Mephisto“ zu Ehren des Schauspielers Klaus Maria Brandauer, der am 22. Juni seinen 75. Geburtstag feiert.

Do, 21. Jun · 23:30-00:55 · NDR
Familie verpflichtet

Das glücklich lebende Schwulen-Pärchen David und Khaled würde nur zu gerne öffentlich heiraten – wäre da nicht Khaleds arabischstämmige Familie, insbesondere sein homophober Vater Aledrissi. Auch Davids Mutter Lea, die zurück zum Glauben gefunden hat und sich als Geschäftsführerin der jüdischen Gemeinde engagiert, sorgt für Ärger. Als plötzlich auch noch die schwangere Sarah vor der Tür des Pärchens steht und behauptet, dass Kind sei von Daniel, droht alles außer Kontrolle zu geraten. „Familie verpflichtet“ ist eine ebenso gelungene wie turbulente „Culture-Clash-Familienkomödie“, die sich mit dem Aufeinanderprallen verschiedener Generationen, Religionen und Kulturen ebenso spielerisch-humoristisch wie auch tiefgründig auseinandersetzt.

Sa, 23. Jun · 11:00-11:30 · ARD-alpha
Lebensgeschichten in Farbe – Die Malerin Ilana Lewitan

Ilana Lewitans Bilder tragen Namen wie „Spuren aus der Vergangenheit“, „Das Geheimnis des Glücks liegt im Verborgenen“ oder „Versuche es, flüstert der Traum“. Die Münchner Malerin wählt nicht nur erzählerische Titel, ihre Werke muten selbst wie Geschichten an. Die Bilder und Objekte kommen „direkt aus ihrer Seele“, sagt sie. Ob es gesellschaftliche Themen sind wie die Technologien, die echte Begegnungen in Frage stellen, oder Themen, die ein Stück ihrer eigenen Biographie sind. Ilana Lewitans Bilder tragen Namen wie „Spuren aus der Vergangenheit“, „Das Geheimnis des Glücks liegt im Verborgenen“ oder „Versuche es, flüstert der Traum“. Die Münchner Malerin wählt nicht nur erzählerische Titel, ihre Werke muten selbst wie Geschichten an. Die Bilder und Objekte kommen „direkt aus ihrer Seele“, sagt sie. Ob es gesellschaftliche Themen sind wie die Technologien, die echte Begegnungen in Frage stellen, oder Themen, die ein Stück ihrer eigenen Biographie sind. Ilana Lewitan ist die Tochter von polnischen Holocaust-Überlebenden. Sie wurde in München geboren, studierte Innenarchitektur und Architektur und arbeitete bei dem Architekten Richard Meier in New York. Doch nach einer Weile wurde ihr bewusst, dass sie etwas anderes suchte. Schon als Kind hatte Ilana Lewitan gemalt, auch während ihrer Zeit als Architektin machte sie nebenher Illustrationen. Zurückgekehrt nach München, studierte sie Malerei. Was an ihren Bildern „jüdisch“ sei? Sie wolle nicht darauf festgelegt werden, eine „jüdische Künstlerin“ zu sein, sagt Ilana Lewitan. Und doch seien bestimmte Facetten ihrer Arbeit, der Humor, die Rastlosigkeit und natürlich auch die biographischen Elemente sicher ein Teil ihres jüdischen Erbes.

So, 24. Jun · 19:30-20:00 · ARD-alpha
RESPEKT: Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können

Der Film „Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können“ zeigt konkrete Möglichkeiten, um altem Antisemitismus und neuem Judenhass entgegen zu treten und den Dialog zu fördern. So erklärt die interreligiöse Gruppe „Religionauten“ im Interview, wie Christen, Juden und Muslime zusammen Gemeinsamkeiten finden und so zu einem demokratischen Miteinander im Alltag beitragen können. In sozialen Netzwerken, im Klassenzimmer und bei Präsidentschaftswahlen – Hetze gegen Juden ist Alltag: Auf Facebook werden antisemitische Klischee-Comics massenhaft geteilt. In Schulen erleben Hakenkreuz-Schmierereien, versehen mit dem Schriftzug „Drecks-Jude“, ein Comeback. In Ungarn mobilisiert Ministerpräsident Orban die Wähler mit Verschwörungstheorien vom angeblich jüdischen Geheimplan zur Überfremdung des Landes. Die Reportage „Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können“ zeigt eindrücklich, wie aktuell Judenhass heute in europäischen Nachbarstaaten und in Deutschland ist. Im Film erzählt eine jüdische Ärztin von den Anfeindungen, die sie jeden Tag erlebt. Mitarbeiter der jüdischen Gemeinde in München berichten, wie sie sich immer wieder für die Regierungspolitik Israels rechtfertigen müssen, obwohl sie deutsche Staatsbürger sind. Aus dem alten Antisemitismus ist ein neuer Judenhass geworden. Das Feindbild vom allmächtigen Juden ist ersetzt und erweitert worden durch das Feindbild Israel, sagt Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz. Der Nahost-Konflikt trägt auch in Deutschland zur Wiederkehr des Judenhasses bei. Und: Rechtspopulisten und Rechtsextremisten bilden eine Allianz mit Verschwörungstheoretikern und Israelfeinden, unter denen sich auch vermehrt Jugendliche mit Migrationshintergrund finden. Der Film „Judenhass – alte neue Vorurteile und was wir dagegen tun können“ zeigt konkrete Möglichkeiten, um altem Antisemitismus und neuem Judenhass entgegen zu treten und den Dialog zu fördern. So erklärt die interreligiöse Gruppe „Religionauten“ im Interview, wie Christen, Juden und Muslime zusammen Gemeinsamkeiten finden und so zu einem demokratischen Miteinander im Alltag beitragen können.

So, 24. Jun · 22:00-22:50 · arte
Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.

„I’ve gotta be me“ – „Ich muss ich selbst sein“ war einer der Erfolgstitel von Sammy Davis Jr. Doch wer war dieser „Schwarze, Jude und Puerto Ricaner“, wie er sich selbst bezeichnete? Der ein Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten versammelte, sich in keine Schublade einsperren lassen wollte, rassistische und religiöse Vorurteile gerne mit Humor konterte – und dabei doch einen Kampf kämpfte, den die farbige Bevölkerung der USA bis heute nicht gewonnen hat. Der amerikanische Regisseur Sam Pollard erzählt in „Die vielen Leben des Sammy Davis Jr.“ von den vielen Talenten des einstigen Kinderstars, der von seinen Eltern als Stepptänzer früh gefördert wurde, so sehr, dass er selbst nie Kind sein durfte. Davis kämpfte derartig um Anerkennung als schwarzer Künstler im weißen amerikanischen Showbiz, dass er manchmal vergaß, dass die Zeit dafür noch nicht reif war. Nicht reif für einen Schwarzen, der als Erster eine Weiße auf der Bühne küsste und auch eine Weiße heiratete, und der sich andererseits im Prozess der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA des 20. Jahrhunderts nicht immer politisch korrekt verhielt. Die Karriere von Sammy Davis Jr. war legendär, doch sein Leben kompliziert und widersprüchlich. Bei einem Autounfall verlor er ein Auge. Mit Hilfe von Frank Sinatra fand er wieder zurück auf die Bühne, er konvertierte zum Judentum und spaltete durch politische Aktionen seine Anhänger. Er war ein Veteran des Show Business. Aber er wollte nicht wahrhaben, dass es sich radikal veränderte, und er versuchte mit Macht und einigen Peinlichkeiten an seiner lange erfolgreichen Rolle festzuhalten. Jerry Lewis, Kim Novak, Whoopi Goldberg und viele andere, die mit Sammy Davis Jr. gearbeitet haben oder mit ihm befreundet waren, erzählen neben faszinierendem Archivmaterial und persönlichen Fotografien von den vielen Rollen, die er in seinem Leben gespielt hat und bei denen er doch sich selbst immer treu geblieben ist.

Mo, 25. Jun · 05:50-06:05 · 3sat
Jewgeni Kissin – Das Comeback einer Pianisten-Legende

Jewgeni Kissin – ein Solitär unter den Pianisten. Filmemacherin Hannah Kristina Friedrich hat ihn in seiner neuen Heimat Prag zu einem seiner seltenen Interviews getroffen. Er ist das Gegenteil eines Show-Talents wie es etwa Lang Lang ist. Gerade deshalb zieht er das Publikum weltweit in den Bann wie kaum ein anderer Pianist. Einst als Wunderkind aus der damaligen Sowjetunion von Karajan gefördert, versetzte er die Musikwelt in Verzückung. Einer, der sich für nichts anderes interessierte als für seine 88 Tasten. Inzwischen ist Jewgeni Kissin ein anderer geworden. Er ist nicht mehr nur mit Mutter und Lehrerin unterwegs, sondern hat geheiratet und interessiert sich plötzlich auch für Politik. Vor allem für Israel, das Land seiner Vorväter. Jetzt hat er sich Beethovens Klavier-Sonaten gewidmet. Und die klingen heute genauso eigenwillig wie makellos.

Di, 26. Jun · 10:15-11:00 · 3sat
Die dunkle Seite des deutschen Rap

Deutsche Rapper wie Kollegah und und Farid Bang kokettieren mit antisemitischen Klischees. Darüber wird heftig debattiert. Wer sind die Akteure? Und um was geht es in den Texten genau? „Es ist ein einfaches Spiel, Antisemitisches zu rappen und sich nachher darauf zu berufen, dass das nur eine Kunstform sei“, so Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde Hessen. Sehen das die jugendlichen Fans genauso? In Offenbach sagt ein Schüler: „‚Jude‘ ist hier ein gängiges Schimpfwort. Das habe ich in der Grundschule schon so gehört. Das heißt so, wenn man geizig ist.“ Auch andere Schüler finden Sätze wie „Alta, du Jude“ nicht schlimm. Das sei nicht böse gemeint und gehöre einfach zu der Musik, die sie hören. Jugendliche laden Songs umstrittener deutscher Rapper zigtausendfach aufs Handy. Ist das der neue Soundtrack auf deutschen Schulhöfen?

Mi, 27. Jun · 11:45-12:15 · 3sat
Die Püppchen aus der Auguststraße

„Ruthchen und Ginchen“ haben sich noch einmal auf den Weg gemacht. Vermutlich zum letzten Mal in ihrem Leben kommt das Zwillingspaar, heute 85 Jahre alt, von Tel Aviv nach Berlin. Hier haben die Mädchen ihre Kindheit verbracht und Visionen von einem Leben als Bühnenstars gehabt. Ruth und Regina sind in der Auguststraße in Berlin groß geworden. 1935 wurden der Mutter und ihren Kindern die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen, ihr Vater war Jude. Fünf Jahre später starb ihre Mutter an Tuberkulose, und die Mädchen kamen in ein jüdisches Kinderheim. In der Reportage führen die Zwillingsschwestern an all jene Orte, die es ihnen möglich gemacht haben, dem Transport in ein Lager zu entkommen und so die Kriegszeit zu überleben. Der Höhepunkt ihres knapp einwöchigen Aufenthaltes ist ein Besuch im Kino Babylon. Dort haben beide ihren ersten Film mit Shirley Temple gesehen, der sie nacheifern wollten – wenn sie gekonnt hätten. Nun, fast am Ende ihres Lebens, dürfen sie im Babylon gemeinsam auf der Bühne stehen und singen.

Do, 28. Jun · 23:30-00:50 · NDR
Simon sagt auf Wiedersehen zu seiner Vorhaut

Der zwölfjährige Simon Grünberg soll seine Vorhaut opfern und so endlich das Bündnis mit Gott eingehen. Seine Eltern haben sich getrennt, er wohnt abwechselnd bei seinem gläubigen Vater Frank und seiner sehr weltlich orientierten Mutter Hannah. Kein Wunder, dass deren Begegnungen mit apokalyptischen Streitigkeiten verbunden sind. Während Hannah sich seit der Trennung ungebremst ihrer Tätigkeit als Autorin erotischer Liebesromane hingibt, möchte Frank die Regeln und Rituale des Judentums nun mit noch größerer Konsequenz praktizieren. Dazu gehört auch sein dringender Wunsch, dass Simons Beschneidung endlich nachgeholt wird. Simons Leben wird erschüttert, als er sich mit großer Heftigkeit in die neue Rabbinerin Rebecca verliebt, die ungünstigerweise 20 Jahre älter ist als er. Aber Simon ist sich sicher: Sie ist sein „Weib der ersten Liebe“, für das es, einer Talmudstelle gemäß‚ „keinen Ersatz auf der Welt gibt“. Mit seinen beiden Freunden Clemens und Ben beschließt Simon, Rebecca nach allen Regeln der machiavellistischen Kriegslist zu erobern. Er scheint nicht der Einzige zu sein, der es auf Rebecca abgesehen hat; der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Simon meint, in seinem Vater seinen größten Gegner zu erkennen. In dem Jungen entbrennt eine ungeahnte Kampfeslust. Er ist bereit, aufs Ganze zu gehen und seinen ersten Eroberungsfeldzug zu führen: Rebecca wird von nun an Tag und Nacht beobachtet, alles wird über sie gesammelt und im Keller akribisch genau geordnet und studiert. Darüber hinaus scheut Simon keine Mühen, das „Weib seiner ersten Liebe“ zu beeindrucken.

Sa, 30. Jun · 11:35-13:05 · arte
Mythos Einstein – Leben und Werk eines Rebellen

Am 25. November 1915 trägt Einstein seine berühmte Allgemeine Relativitätstheorie vor. Nur wenige Jahre später werden seine revolutionären Ideen von Raum und Zeit während einer Sonnenfinsternis bestätigt. Über Nacht wird Einstein zum Superstar der Wissenschaft. Geschickt nutzt Einstein seine Popularität und schenkt einer vom Krieg versehrten Welt, wonach sie sich sehnt: seine Genialität, seine humanitären Ideale, seine eigenwillige Erscheinung, seine Zivilcourage. Schon bald ist Einsteins Urteil weit über die Physik hinaus gefragt. Früher als andere erkennt er gesellschaftliche Fehlentwicklungen: Seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus ist bekannt, weniger sein Einsatz für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA. Dass Einstein sich mit schwarzen Bürgerrechtlern trifft, macht ihn für das FBI höchst verdächtig. Genauso konsequent ist Einstein darauf bedacht, dass möglichst wenig über sein privates Leben, seine Schwächen und Niederlagen nach außen dringt. Der charismatische Physiker hat wesentlich zu seiner eigenen Legende mit beigetragen. Wer war aber dieser Mann, der als jüdischer Intellektueller, als überzeugter Pazifist und Weltbürger die kollektive Fantasie des 20. Jahrhunderts derart gefesselt hat? Und warum geht uns Einstein, angesichts der Herausforderungen unserer Zeit, immer noch etwas an? Entlang seines bewegten Lebenswegs, mit Reenactments und historischen Originalaufnahmen, spürt „Mythos Einstein“ den wahren und erfundenen Legenden um dieses Jahrhundert-Genie nach – gemäß der Erkenntnis: Jeder kennt Einstein. Niemand kennt Einstein.

Sa, 30. Jun · 20:15-21:45 · ARD-alpha
Unser letzter Sommer

Polen, 1943: Die Nacht der Sommersonnenwende wird vier junge Menschen zusammenbringen: den deutschen Polizisten GUIDO (17), die beiden Polen ROMEK (17) und FRANKA (16) und das jüdische Mädchen BUNIA (16). Inmitten des Krieges werden sie sich verlieben. Sie werden sich der Grausamkeit entziehen und sich damit gleichermaßen in Gefahr bringen. Romek ist 17 Jahre alt und arbeitet als Heizer auf einer Rangierlokomotive. Er träumt davon, einmal als Lokführer die Warschaustrecke fahren zu dürfen und will das Herz der wunderschönen Franka (16) erobern. Die Tochter eines örtlichen Bauern hat eine Anstellung als Küchenhilfe im deutschen Gendarmerieposten. Dort lernt sie den jungen Deutschen Guido (17) kennen. Er wurde für das Hören von entarteter Musik zur Besatzungspolizei strafversetzt, die dort ihren Stützpunkt unterhält. Mit seinen Kameraden soll er die Bahnstrecke absichern, nach Flüchtigen suchen und Partisanen aufspüren. Die Liebe zum Jazz bringt die drei Jugendlichen zusammen. In diesem Sommer scheint der Krieg weit weg, fernab von der Ostfront haben sich Deutsche und Polen in einer trügerischen Idylle eingerichtet. Guido verliebt sich in Franka und zu Romeks Überraschung erwidert seine Angebetete die Gefühle des Deutschen. Romek findet auf dem Weg zur Arbeit das verletzte jüdische Mädchen Bunja (16) und beschließt, ihr zu helfen. Guido bekommt einen neuen Kommandanten, der endlich Beute auf den täglichen Patrouillen machen will. Als Romek und Bunja von russischen Partisanen gefangen genommen werden und Guido in flagranti mit Franka erwischt wird, ist der Krieg bei jedem Einzelnen von ihnen angekommen. Es ist der Sommer 1943 vor den Toren des Vernichtungslagers Treblinka.

Sa, 30. Jun · 22:30-00:00 · PHOENIX
Fritz Bauer

Fritz Bauer war einer der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts. Mit seinem Namen verbunden sind die Überführung Eichmanns nach Israel sowie die Wiederherstellung der Ehre der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 und die legendären Frankfurter Auschwitz-Prozesse.

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